An alle Eltern - geht es euch auch so?

Hallo Zusammen,

gerne würde ich euch meine aktuellen Gedanken und Probleme zusammenschreiben mit dem Hintergrund ob es euch genauso geht oder ähnlich und wie Ihr damit umgeht?

Meine Partnerin und ich sind Eltern eines wundervollen Sohnes mit 10 Monaten. Wir lieben beide den kleinen und sind sehr stolz auf Ihn. Aktuell befinden wir uns in einer Phase die sehr stressig und nervig ist und ich wirklich an den Punkt angekommen bin wo ich alles hinterfrage.

Der kleine bekommt gerade Zähne, möchte unterm Tag oder meistens Abends nur noch zur Mama und macht ordentlich Stress was uns beide ziemlich belastet. Es ist unser erstes Kind und wir übernehmen Verantwortung und sind auch so gut aufgestellt, aber manchmal ehrlich gesagt wirklich überfordert mit dem Stress und der fehlenden Freiheit und Gemeinsamkeit klar zu kommen. Meine Frau ist übermüdet, gestresst und genervt von allem und ich fühl mich vernachlässigt weil sich um alles gekümmert wird nur nicht um mich und unsere Beziehung.

Klar stehen jetzt andere Dinge im Vordergrund aber ich fühl mich momentan so als müssten wir nur noch funktionieren und dagegen wehren sich meine Gedanken extrem. Zwischen meiner Partnerin und mir schaukelt es sich auch täglich hoch und runter und wir sind manchmal wirklich eklig zueinander. Zwischen uns läuft seit mehreren Monaten nichts mehr. Es bleibt bei einem Guten Morgen Bussi und wenn wir ins Bett gehen und das macht mich echt fertig.

Ich bin mittlerweile halt auch an den Punkt angekommen wo ich keine Lust mehr habe immer und immer wieder über die selben Themen zu reden, weil ich mir denke meine Partnerin müsste es von selber merken das unsere Beziehung völlig auf der Strecke bleibt. Sie kennt meine Gefühle und Bedürfnisse und ich nehme auch auf Sie Rücksicht, aber so ganz ohne Zweisamkeit gehts halt auch nicht.

Irgendwie fühle ich mich so als wäre ich in einem Kreislauf wo ich nicht mehr rauskomme. Klar gibt es auch mal gute Tage wo wir nett und lieb zueinander sind und miteinander lachen .... aber das wird immer weniger.

Auch ist mir bewusst das man durch schwere Zeiten gehen muss und ich es wirklich verstehe wenn eine Frau Abends mal für sich uns Ihren Körper Zeit möchte und nein mir geht es nicht nur um Sex, aber wir leben wie Freunde in einem Haushalt und organisieren uns halt dem kleinen zu Liebe. Klingt alles danach als wäre die Luft draußen, aber ich liebe diese Frau und mein Bauch und Kopf sagt mir das wir schon Gefühle füreinander haben, aber meine Partnerin kann irgendwie nicht abschalten. Sie ist mit allem beschäftigt außer mit mir und unserer Beziehung.

Jedes mal wenn ich Sie darauf angesprochen habe meinte Sie, es liegt nicht an dir. Sie weiß selber nicht warum.

Die Frage ist halt wie lange soll das noch so gehen? Ich habe es auch schon auf unterschiedlichen wegen versucht mich Interessant zu machen. Ich war lieb und aufmerksam, anderseits habe ich mich mal rarr gemacht und bin auf Distanz ... aber keine Reaktion. Mittlerweile bin ich gefühlsmäßig in einer Gleichgültigkeit angekommen wo ich mich täglich erwische das ich mal gute und schlechte Laune habe. Ihr Verhalten auf Wochen und Monate hinweg zieht mich mittlerweile echt runter.

Ich würde so gerne mal kuscheln, knutschen, sie regelmäßig umarmen und liebkosen und einfach nur die Zeit genießen ... auch mit kleinen. Aber Sie weicht jeglicher körperlichen Annäherung aus und sagt mir direkt ins Gesicht Sie hat jetzt keine lust.

Wie fühlt sich das bei euch an? Geht es euch ähnlich? Ich mein jede Frau ist anders - und auch ich bin nicht einfach ... manchmal Stur, zickig, launisch und genervt ... aber für mein empfinden meist nur eine Reaktion auf Ihr Verhalten.

Wäre cool wenn Ihr mal so aus euren Erfahrungen spricht und wie Ihr eure Beziehung wieder in die richtige Bahn lenkt?

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Ich bin Vater einer bald vierzehn Monate alten Tochter. Was ich merke, ist, dass gewisse Dinge nicht "von selbst" passieren, man muss sich jetzt, wo man ein Kind hat, bewusst Zeit nehmen. Was uns auch bewusst geworden ist, ist, dass es meiner Frau sehr gut getan hat, nach einem halben Jahr wieder arbeiten zu gehen (mit 60%-Pensum), während ich einen Tag mit unserer Tochter verbracht habe und sie noch zwei Tage in der Kita. Ich fand das deutsche Modell, dass Frauen lange zuhause bleiben, früher immer gut, seit ich selbst weiss, wie es nach einem halben Jahr mit Kind aussehen kann, sehe ich es durchaus auch kritisch. Zumal es häufig auch mit einem gewissen gesellschaftlichen Druck verbunden ist, d.h. Frauen, die früh wieder arbeiten gehen, gelten als Rabenmütter.

Als Mann hat man nach der Geburt des Kindes immer noch mehrere Rollen und ist nicht "nur" Vater, sondern immer auch noch Arbeitskollege etc., was für einen gewissen Ausgleich sorgt und auch dazu, dass man zu Alltagsproblemen mit Kind eine gewisse gesunde Distanz kriegt. Wenn die Frau dagegen rund um die Uhr ausschliesslich Mutter ist, hat sie nie eine andere Perspektive. Neben dem, dass wir beide Teilzeit arbeiten, lassen wir alle zwei Wochen eine Putzfrau kommen, die jeweils unsere Wohnung gründlich reinigt. Dadurch haben wir die Wochenenden ganz zu unserer Verfügung.

Was wir auch machen, vermutlich leider eher zu selten: Wenn das Kind in der Kita ist, mal einen Tag frei nehmen und dann etwas ohne Kind zu zweit unternehmen. Bisher haben wir das alle paar Monate mal gemacht. Oder dann eine Freundin aufs Kind aufpassen lassen und am Nachmittag einige Stunden ausgehen. Oder meine Frau geht mal alleine mit Arbeitskollegen, Freundinnen etc. weg.

Unter dem Strich denke ich, dass es wichtig ist, nicht nur die Elternrolle einzunehmen. So schön sie auch ist, mal eine Pause und etwas Distanz tun gut.

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Hey- vielen Dank für deinen Beitrag.

Warst du/Ihr auch schon mal diesen Punkt an dem ich bin? Wenn ja wie habt Ihr es gelöst? Meine Partnerin wird in wenigen Monaten auch wieder arbeiten gehen und mein guter Freund meinte auch, das es dann wieder etwas besser wird, weil Sie halt mal wieder etwas anderes sieht, unter Kollegen kommt und wieder den gesunden Abstand erreicht.

Aber auch schon jetzt nehmen unsere Familien meiner Partnerin viel ab sodass Sie ab und an auch mal Zeit für sich hat. Und genau das ist der Punkt warum ich es nicht verstehe das Sie dennoch in so einem auf und ab der Gefühle ist und Abends tagtäglich so müde und gestresst ist das Sie für mich und unsere Beziehung nichts mehr macht ... es fehlt mir halt diese Nähe und Geborgenheit. Klar stehen jetzt andere dinge im Vordergrund und das Leben an sich hat sich grundsätzlich geändert, aber es muss Ihr doch selbst auffallen? Oder es muss Ihr doch auch der körperliche Kontakt fehlen ....

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Wir waren nie an dem Punkt. Unsere Tochter ist allerdings auch eher pflegeleicht, d.h. hat früh angefangen, zuverlässig zu schlafen und liess sich auch früh für einige Stunden von einer Freundin hüten, so dass wir selten hart am Anschlag waren. Ob das ihr Naturell ist oder unser Verdienst, weiss ich halt nicht. Ich denke, dass da aus unserer Sicht auch Glück dabei war.

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Wir haben 2 Kinder und ich würde sagen das erste Babyjahr kann wirklich anstrengend sein.
Mein Mann und ich haben uns allerdings nie verloren, weil mir immer wichtig war nicht nur Eltern zu sein, sondern ebenfalls noch ein Paar.

Beim ersten Kind war es sogar noch um einiges einfacher Zeit zu zweit zu finden, da er ziemlich pflegeleicht war, früh durchschlief und auch beim Zahnen nie groß gemuckt hat.

Beim zweiten sah es etwas anders aus. Der kleine Mann schlief die ersten 4 Monate nur auf mir und schläft bis heute mit fast 2 immernoch durch. Er war beim Zahnen auch viel anstrengender und braucht generell mehr Aufmerksamkeit. Dennoch haben wir uns nicht verloren. Es gibt ja auch mal ruhige Zeiten und die nutzen wir. Dazu haben wir unsere Kinder auch schon früh mal abgegeben und andere "Pflichten" werden auch gern mal hinten angestellt. Wir setzen die Prioritäten einfach anders.

Also nein ich kenne das zum Glück nicht und wäre sehr unglücklich mit so einer Situation und damit nebeneinander herzuleben.
Deine Partnerin ist anscheinend im Mamamodus gefangen. In wie weit unterstützt du sie denn? Oder habt ihr die Möglichkeit das Kind auch mal wenigstens ne Stunde abzugeben? Was macht ihr wenn es schläft?

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Ich unterstütze Sie nach der Arbeit so gut wie möglich sofern es der kleine zulässt. Es scheint wirklich so als wäre Sie durchgehend im Mamamodus und wenn Sie mal abschalten kann, dann will Sie das nur für sich.

Auch unsere Familien nehmen uns mal den kleinen ab sodass Sie Zeit für sich hat. Auch wir haben Abends 2 Stündchen für uns wo man Zeit für sich hätte. Aber da ist Sie gestresst, will sich ausruhen, chillen aber halt ohne mich ...

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Stillt sie noch? Ich höre sowas von vielen Frauen die stillen, einfach, weil da das gleiche Bindungshormon ausgeschüttet wird, wie bei Sex, Knutschen, Kuscheln etc. Die meisten Frauen sind daher gesättigt davon, während der Mann eben seinen Bedarf nicht gedeckt kriegt.

Ich stille allerdings auch und kann das nicht bestätigen. Ich nutze jede freie Zeit mit meinem Partner zusammen. Das war allerdings vor dem Kind auch schon so. Ich brauche einfach keine Zeit nur für mich und bin froh nach dem ganzen Tag mit Baby und vielen Gedanken für mich die Nähe eines Erwachsenen zu haben.

Was ich allerdings bestätigen kann ist, dass mir das arbeiten auch extrem gefehlt hat und ich entsprechend ein wenig angespannt war. Ich bin einfach keine Vollblut-Mama die in der Baby Betreuung voll und ganz auf geht und Bestätigung findet. Besser wurde das als ich vor einem Monat angefangen habe wieder zu Hause etwas zu arbeiten während die kleine Mittagsschlaf macht. Nun täusche ich mich auch mehr mit Kollegen über Chat aus und das hat meine Stimmung generell enorm gesteigert. Fühle mich einfach gut und ausgeglichen dadurch. Ich habe abends das Gefühl irgendetwas geschafft zu haben. Das macht sich natürlich auch bemerkbar für meinen Partner.

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Mahlzeit,
jo ich kenn das auch nur zu gut. Unser Kind ist 5 und das läuft hier genau so ab. Zärtlichkeiten, kuscheln, Sex gibt's nicht und wenn dann nur widerwillig wenn ich es fordere, aber "geil" ist was anderes. Und bloss kein Küssen oder so. Um 20 Uhr im Bett liegen, Fernseher an, chipstüte auf. Dat is et. Man lebt wie kumpels. Wie du das auch beschreibst.

Und es gibt auch mehr als genügend Freizeit. Ich mache viel Hausarbeit weil ich keine Unordnung leiden kann und es hasse wenn überall was liegen bleibt usw. Auch beschäftige ich mich trotz Wechselschicht sehr viel mit dem Kind. Viele Außenstehende staunen da nur wie gut meine Freundin es hat. Als sie noch nicht arbeiten war, ging sie auch jeden Tag in die Stadt zum Shopping. Hab ich auch nie was gesagt und sogar noch Geld gegeben. Aber das ist "selbstverständlich".

Seit sie wieder arbeiten geht hat sich das etwas geändert. Ich merke sie ist froh wenn sie da ist und sich nicht um Kind, Haushalt & Co. kümmern muss... Aber was Sex usw. angeht wird sich wohl nix tun. Und wenn einer nur da liegt und alles über sich ergehen lässt... Nicht förderlich.
Deshalb, wenn ich ne Möglichkeit bekomme... Werde ich wohl schwach werden und mich austoben nebenbei... Aber da denke ich an mich und hab kein schlechtes Gewissen. Ich hab immer nur an sie gedacht. Trotz abweisendem, kalten Verhalten. Das ist aber vorbei...

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Weiß deine Frau, dass du schwach werden würdest und ist es ihr dennoch egal ?

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Wow! Deine Arme Frau! Weil ihr lebt wie Kumpels gehste direkt fremd ? Trauriges Verhalten. Gut so, das sie mit jemandem wie dir nicht mehr schläft ;-) Die armen Männer die alle immer nie sex bekommen und doch alles tun.... ich kann es hier nicht mehr lesen. Wenn ihr sex wollt dann tut doch was dafür!! Wie wäre es mit nem schönen Abend vorbereiten, massieren, kochen etc? Ne dann geht man lieber direkt fremd. Ekelhaft ehrlich

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Die ersten zwei bis drei Jahre gehören dem Kind und nur dem Kind. Es ist eine unfassbar anstrengende und stressige Zeit und da müssen alle irgendwo durch und auch danach ist man nie wieder „einfach nur ein Paar“. Diese Zeit bleibt rar gesät.

Das sollte einem allerdings auch vor der Kinderplanung bewusst sein und man sollte sich rechtzeitig damit arrangieren lernen, ansonsten wäre zu überlegen ob man wirklich Kinder möchte.

Und nein, wir kannten das Problem nicht. Wir waren beide abends viel zu kaputt um auch nur im Geringsten an Körperlichkeiten zu denken und auch jetzt muss es alles einfach mal schnell nebenbei sein, das Kind könnte jeden Moment etwas wollen und dann wars das mit Zweisamkeit.

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>>Die ersten zwei bis drei Jahre gehören dem Kind und nur dem Kind. Es ist eine unfassbar anstrengende und stressige Zeit und da müssen alle irgendwo durch und auch danach ist man nie wieder „einfach nur ein Paar“. Diese Zeit bleibt rar gesät. <<

Wo hast du denn bitte diese Weisheit her? Steht das irgendwo in Stein gemeißelt, dass es so sein muss?
Ich habe 2 Kinder und Zweisamkeit war schon immer möglich, wenn wir es wollen.
Ich finde den Stress macht man sich doch dann selbst.
Nicht jeder hat ein high need Kind, dass am liebsten 24 Stunden bespaßt werden möchte und jederzeit etwas will.

Für uns war von Anfang an klar, dass wir eben nicht nur Mama und Papa sind, sondern auch Mann und Frau mit Bedürfnissen, die wir ganz sicher nicht an der Kreißsaaltür abgegeben haben.

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Hi,
sehe ich definitiv nicht so.
Niemand sollte NUR! für einen anderen Menschen existieren. Wenn dich das wirklich glücklich macht, ist es ja gut, aber bestimmt keine goldene Regel.
lg

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Ich finde deinen Text sehr interessant und denke, dass die traditionelle Rollenverteilung sich negativ auf eine Beziehung auf Augenhöhe auswirkt. Viele werden jetzt aufschreien, dass sie auch nach 20 Jahren noch 3 Mal Sex haben, aber eine Beziehung besteht ja nicht nur aus Sex.
Wenn beide arbeiten, Haushalt und Kindererziehung teilen, ist das Verständnis füreinander ja auch größer. Auch das Zusammensein mit erwachsenen Kollegen führt ja eher dazu, dass man mehrere Rollen ausfüllt.
Mein Mann und ich haben Finanzierung und Familienarbeit immer geteilt und so auch immer eine Beziehung auf Augenhöhe geführt.

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Uups, sollte an schweinenaeschen gehen.

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Ja, aber damit wird doch automatisch angenommen, das Frau die Zuhause ist und sich um Haushalt und Kinder kümmert weniger wert ist, bzw. die Arbeit die sie macht.

Und das ist das Riesenproblem.

Auch heute, in Zeiten der Gleichberechtigung scheint das überhaupt nicht so zu sein.

Mein Mann und ich führen eine absolut gleichberechtigte Partnerschaft.
Ich bin ausschließlich Hausfrau und Mutter und finde das unglaublich wertvoll - mein Mann auch, ja er wollte das sogar schon immer so.
Warum sollte ich mich da minderwertiger fühlen?

Es ist wirklich traurig, das eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt - ein Heim für Kinder zu schaffen wo sie in Ruhe und Liebe wachsen können, einen so schlechten Ruf hat.

Aber die KiTa soll die Familie erweitern??? Seltsame Ansichten...

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Ich hatte nach der Geburt meiner ersten Tochter auch absolut null Bock auf jegliche Art von Körperkontakt.

Ständig hat man das Baby, der Bedarf an Körperlichkeiten ist einfach gedeckt. Und wenn man das Baby endlich mal nicht hat, will man mal beide Arme benutzen und bloß nicht angefasst werden.

Das hat tatsächlich nichts mit dem Partner zu tun. Obwohl ich absolut verstehen kann, dass du dich dabei schlecht fühlst.

Mir ging es besser nachdem ich nicht mehr gestillt habe. Und als ich wieder arbeiten gegangen bin und sich mein Horizont erweitert hat, war ich wieder ganz ich selbst. Hat alles in allem rund ein Jahr gedauert.

Du liebst deine Frau. Das erste Jahr kann wirklich hart sein (und mein Baby war mega pflegeleicht).

Gib euch beiden Zeit. Mach keinen Druck, auch wenn es schwer fällt. Und dann fängt langsam an, euch auch wieder auf Paarebene zu begegnen.

Ich glaube, was ihr erlebt, machen extrem viele Paare durch.

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Ganz ehrlich: sei ein Mann, stehs durch.
Das Kind ist nicht ewig klein.

Kommuniziere klar mit deiner Partnerin und nehme ihr das Kind ab, damit sie mal Zeit für sich und ihren Körper auch mal für sich hat (ohne Baby). Das kann Wunder wirken.
Vielleicht braucht sie einfach mal ein paar Stunden allein, ohne dich und Baby, um mal einfach was für sich selbst zu tun und zu entspannen. Wenn sie dieses Bedürfnis hat und dieses auch gestillt ist, kommt die Lust auf dich eventuell auch wieder.

Euer Kind ist noch klein. Weite deinen Horizont und bleib in Kontakt mit deiner Frau.

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Guten Abend!

Mir geht es genau so wie dir nur als Frau.. Und ich denke, jeder empfindet es anders. Mir geht es ähnlich schlecht und ich bin auch lange an dem Punkt, mich zu trennen. Nach dem 2. Kind, was wirklich durch 'Zufall' entstanden ist, gebe ich jede Hoffnung auf Zweisamkeit auf.. Der Jüngste kann auch sehr fordernd sein und gerade weil man immer nur funktionieren muss, hätte ich gerne am Abend meinen Mann an der Seite. Da kommt aber nix, Handy und TV sind viel wichtiger.
Hier sehe ich keine Veränderung mehr, die uns mehr als nur Eltern sein lässt...
Eine traurige Erkenntnis, aber man muss für sich gucken, wie sehr es einen belastet. Mich persönlich trifft es enorm und ich habe schon resigniert.

Sehr traurig, denn wir wollten immer Kinder und nun haben wir uns als Paar verloren..Leider geht das echt vielen Menschen so.

Wie du damit umgehst, da habe ich leider keinen Rat, wenn du sagst, du hast das auch angesprochen. Diese Veränderung kann ja nicht einseitig passieren.
Manchmal finden sich Paare, wenn das Kind älter geworden ist.

Ich wünsche dir alles Gute!!

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Danke danke für die ganzen Antworten - interessant was für eine Diskussion ich ausgelöst habe. Scheint ja dann doch einige auf verschiedene Art und Weisen zu betreffen.

Man muss zugeben, es ist sehr schwer die richtigen Worte für die Situation in der ich mich befinde zu finden ohne als Jammerlappen oder gleich Sexsüchtiger Mann durchzugehen der keinerlei Verständnis für seine Partnerin hat.

Des Ding ist halt, das ich finde, wenn ein Punkt der Gleichgültigkeit eintritt, eine Art von Gewohnheit und man sich mit der Situation so abfindet wie Sie ist, das dass ganze Verhalten meiner Partnerin und diese körperliche durchgehende Distanz normal ist, dann läuft meiner Meinung etwas falsch. Ich fühle mich dabei nicht gut. Und das hat nichts damit zutun, das ich kein Verständnis habe, das ist etwas anderes. Sondern geht es viel mehr darum, das ich Angst habe, das wir uns aus den Augen verlieren, weil ich Sie Liebe! Und wenn etwas zur Gewohnheit wird, dann pendelt sich etwas ein und man geht ganz schnell in eine Richtung wo man nicht hin möchte. Ein Leben in einer Partnerschaft wo jeder größtenteils sein eigenes Ding durchzieht und man eig nur noch wegen dem Baby, Geld, Wohnung, Haus usw. zusammenwohnt ... weil ja sonst alles zusammenfallen würde.

Klar ist es für die Frau eine hormonelle und körperliche Umstellung, auch kann ich verstehen das man das erste halbe Jahr oder auch Jahr sehr viel Stress hat, das Baby Kraft und Nerven kostet und sich das Leben eines Menschen von heute auf Morgen ändert, aber meint Ihr nicht, das es eine Sache der Einstellung ist? Ich mein nicht jede Frau oder Baby ist gleich, aber andere schaffen es auch wenigstens nach 10 Monaten nähe zuzulassen, aber andere wiederum machen bewusst mit Ihrem Verhalten Gefühle kaputt, die sich vorher aufgebaut haben?

Ich denke wie hier viele schreiben, man muss sich für Dinge Zeit nehmen. Wenn man das nicht lernt, wird es immer so weitergehen! Man muss mal Nein sagen können oder auch das Baby mal abgeben können, um Zeit für sich und seinen Partner zu haben.
Das Stichwort war ganz richtig, man ist nicht nur Mama und Papa, sondern man ist auch noch Frau und Mann also ein Paar.

Und wenn man die ganze Zeit im Mamamodus ist und nicht abschaltet ... gehen andere Dinge flöten.

Grundsätzlich weiß ich, das ich für mich selber wissen muss was das richtige ist. Die Entscheidung was ich mache, kann mir keiner abnehmen. Auch kann man nicht pauschal sagen warum es so ist wie es ist. Jede Frau ist anders. Auch erzähle ich die Story aus meiner Sicht ... meine Frau hat sicherlich eine andere Ansicht. Ich möchte nicht mit dem Finger auf Sie zeigen und die Schuld bei Ihr oder mir Suchen. Aber ich erwische mich wie gesagt immer wieder dabei, das mein Verhalten eine Reaktion auf Ihr Verhalten ist. Ich kann das wirklich sehr schwer steuern. Klar lerne ich auch dazu, aber manchmal sehe ich es halt auch nicht ein.

Ich möchte hier kein Mitleid, eine offene ehrliche Diskussion finde ich gut. Ich kann es halt manchmal nicht nachvollziehen, das Männer immer für alles und jenes Verständnis haben dürfen und sobald man seine Bedürfnisse, Gefühle und sein Verlangen äußert, wird man abgestempelt als Sexsüchtig oder der will nur das eine, mach Ihr doch nicht soviel Druck blablabla ... ich kann es nicht mehr lesen ... und finde es wirklich ungerecht.

Ich denke in einer Beziehung muss man sich auf Augenhöhe begegnen. Und hierzu gehört auch, Kritik zu äußern oder sein Verlangen nach Nähe ...

Abschließend bleibt mir zu sagen, Nein Sie stillt seit der Geburt nicht. Unterstützung meinerseits und von Familie ist wirklich gegeben. Hinterher rennen wie ein Hündchen tue ich auch nicht. Die gesunde Mischung aus eigenständig und Aufmerksamkeit ist gegeben. Abwechslung und Zeit für sich hat Sie. Arbeiten geht Sie noch nicht. Klar fehlen die Arbeitskollegen und das Aufgabengebiet um aus dem Mamamodus zu kommen. Aber es gibt soviele Möglichkeiten sich abzuwechseln .....

So das waren mal meine Gedanken am Morgen .. :)

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Ich persönlich finde ja, du erwartest zu viel. Traumpartnerschaft im ersten Babyjahr? Laut statistischem Bundesamt sind da Eltern am unglücklichsten und schätzen ihr Leben als schlechter ein als vorher. ;-) Die meisten Trennungen passieren im ersten Jahr des Kindes.

Vielleicht ist deine Frau auch so und erwartet zu viel von sich als Mutter, das ging und geht mir auch so, aber ich hab mittlerweile die Kurve halbwegs gekriegt.

Wie wäre es, wenn mal eine Runde die Erwartungen gesenkt werden? Könnt ihr das Kind mal abgeben und einfach nur ins Kino gehen, ohne romantischen Liebesabend aber vielleicht Händchen halten vom Auto bis zur Kinotür und wieder zurück?

Mal wieder so richtig zusammen lachen über irgendwas?
Und so weiter und etwas mehr, bis sich das Gehirn wieder an die Freuden gewöhnt, die eine Paarbeziehung ausmachen.

Ich kann mich erinnern, dass mich in der Babyzeit das Bett unglaublich angemacht hat, schon der Anblick hat mich wuschig gemacht. Jetzt einfach reinlegen und schlafen, schlafen, schlafen....;-)

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