Soziale Herkunft

Hallo ihr Lieben,
was meint ihr, wie problematisch unterschiedliche Erziehungsfragen sich entwickeln werden?
Ich 42 bin wie meine Partnerin studiert. Beide hatten wir eine liebevolle und sehr behütete Kindheit, aber die Elternhäuser unterscheiden sich massiv.
Während ich aus dem bildungsnahen Bereich komme (beide Eltern studiert, mit großem Interesse an Literatur, Kultur, Reisen, Politik, ... ) ist es bei meinem Schatz da sehr mager bestellt. Nicht, dass ich ihre tollen Eltern nicht mag, aber sie interessieren sich für NICHTS. Abgesehen davon vielleicht, dass Westpoint-Tabak oder Sky nicht teurer werden. :...(
Es wäre alles nicht so problematisch, wenn mein Schatz mit den Ansichten nicht so stupide wäre- wie streng ich doch sei, wenn ich darauf bestünde, dass unser Kind die Schularbeiten ernst nimmt. Es gäbe schließlich auch glückliche Busfahrer.
Soetwas Dummes habe ich noch nie gehört! Die Schulen in unserem Land, komplett kostenlos bishin zum Elite-Gymnasium sind die Eintrittskarte in ein selbstbestimmtes Leben. Wie kann man so ambitionslos sein? Entschuldigt bitte, wenn sich jmd auf die Füße getreten fühlt, aber mit genügend Fleiß ist der Weg für jeden möglich und den förderlichen Rückhalt und die Hilfestellung von Akademikereltern möchte ich meinem Kind auch geben. Es ist nämlich gerade dieser Rückhalt, der aufzeigt, dass dieser Weg normal und natürlich ist.
Beim ersten Gespräch mit ihren Eltern stellte sich schon heraus, dass sie für utopisch halten (Abitur usw), was bei mir als völlig normal gilt.
Ich weiss, dass man Ansichten nicht mal eben ändern kann durch ein Gespräch, aber ich kann mir nicht den sozialen Abstieg des Kindes ansehen, nur weil Mutterliebe mit Akzeptanz von Faulheit und Dummheit verwechselt wird. :(
Wie kann ich ihr nur zeigen, dass es gut und richtig ist, ambitioniert zu sein?

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Wir sind beide Akademiker. Aber meine Kinder können und dürfen auch Friseur werden, wenn sie wollen. Hauptsache sie machen dass, was sie glücklich macht.

Es kann nicht nur Häuptlinge geben.

Von daher, völlig wurscht welch adeligem Geschlecht ihr entstammt: ich bin auf der Seite deiner Frau.

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Super geschrieben - ich stimme zu 100% zu!!! 👍👍👍👏

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>>Beim ersten Gespräch mit ihren Eltern stellte sich schon heraus, dass sie für utopisch halten (Abitur usw), was bei mir als völlig normal gilt.<<

Dieselben Eltern, die eine studierte Tochter (Deine Partnerin) haben? Das was Du schreibst ist schon so widersprüchlich, das mich der Verdacht ereilt, Dein Thread ist in erster Linie zum Aufmischen gedacht.

Aber um zum Kern zu kommen: Ja, es gibt glückliche und zufriedene Busfahrer und unglückliche und unzufriedene Unternehmensberater. Und ich wette, würde jemand mal eine Studie zu dem Thema machen, käme heraus, das der Anteil der glücklichen und unglücklichen Personen in jeder der Berufsgruppen gleich ist.

Der beste Weg ein unzufriedenes Leben zu führen ist, meiner Meinung nach, das ständige Schielen nach dem eigenen sozialen Status. Es wird immer jemand geben, der einen höheren hat. Es sei denn, man ist Warren Buffett.

Grüsse
BiDi

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Der Weg zu einer Karriere ist bestimmt möglich. Genauso der glückliche Busfahrer.
Die Frage ist allerdings in welchem Beruf dein Kind die Erfüllung sieht?
Ich lege meinen Kindern keine Steine in den Weg. Sie sollen das machen was sie möchten. Sie müssen glücklich sein damit und nicht ich. Mir ist nur wichtig, dass sie etwas machen.

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Hallo, ich kann dich voll verstehen. In meiner Familie war es so mit meinem Bruder, dass wir ganz sicher studieren. Was? Ist uns überlassen, aber Abitur und Studium war nie Frage. Das ist so. Man kommt in die Schule, dann Gymnasium und Uni. Danach ist man fertig. So würden wir erzogen. Meine Tochter ist 7. ich erziehe sie auch so. Wenn Sie fleißig ist, kann sie studieren, was sie möchte. Mein Partner (hat kein Studium, Meister Ausbildung später nachgeholt, ist nicht der Vater) erratest das gar nicht. Was ist, wenn sie nicht studieren will?
Ich finde, wenn ich ihr das vorlebe, dass das Studium zum Leben gehört, wird sie studieren. Der richtige Vater hat auch nur Ausbildung, haben aber keinen Kontakt zu ihm.
Bleib bei deinen Standpunkt. Mach das Leben für dein Kind interessant, zeig ihm, wie toll es ist, wenn alle Türen offen sind.

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Sorry für die Fehler drin. Mein Partner sieht es nicht so, soll da stehen

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Genauso zeigt man einem Kind eben nicht, dass alle Wege offen und gleichwertig sind.

Der soziale Druck, wenn man auf ein Gymnasium geht am Ende auch zu studieren ist eh schon hoch, weil alle Freunde machen es ja auch und wozu hat man sonst Abitur.

Viele meiner Freunde sind bis 30 im Studium hängen geblieben ohne es zu beenden, weil es einfach nicht das richtige für sie war. Sie den Absprung aber auch nicht geschafft haben.

Ich dachte auch immer ich müsste studieren. Meine Eltern (beide kein Abitur) haben gesagt ich soll mein damaliges Hobby zum Beruf machen (kein Studium nötig). Ich habe natürlich angefangen zu studieren ;) nach einem Jahr habe ich aufgehört. Ich war schon immer lieber jemand der lieber macht. Heute bin ich glücklich mit meinem Job und verdiene mehr als die meisten Studierten. Aber vor allem gehe ich jeden Morgen gerne zur Arbeit und das ist mehr so viel mehr wert, da wir nun mal einbauen Großteil unseres Leben auf der Arbeit verbringen.

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Guten Morgen,
ich kann beide Seiten verstehen.
Mein Exmann hat keine Ausbildung abgeschlossen. Ich habe zwei Ausbildungen und als ich dann getrennt war habe ich noch ein Fernstudium erfolgreich abgeschlossen. Meinen Söhne beruhe ich vorzuleben das eine gewisse "Grundausbildung" heutzutage wichtig ist. Ich bestehe darauf das sie eine Ausbildung absolvieren und auch zum Abschluss bringen. Ich hoffe natürlich in einem Beruf der ihnen auch Spaß bringt. Danach können Sie machen was sie wollen. Falls das dann nicht funktioniert haben sie mit ihrer Ausbildung immer noch Plan B. Mir ist es einfach wichtig das sie erkennen, daß man zwar auch ohne Ausbildung durchs Leben kommt ( wie ihr Vater) aber das es doch deutlich besser und einfacher ist mit einer Ausbildung.
Also von dem her kann ich den Standpunkt schon verstehen. Aber mir ist auch wichtig das sie das machen was sie glücklich macht. Deswegen sollen sie auch dann ruhig etwas anderes mal ausprobieren.

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Hallo,

klingt zwar nach einem Aufmischer-Thread, aber vielleicht sieht der Threadersteller es ja tatsächlich so. Meine Meinung:

Den Eltern sollte es in erster Linie um die Zufriedenheit der Kinder gehen. Und die gibt es in allen Berufen: am Fließband, im Handwerk, im Handel, im Management, im Krankenhaus, etc. Genau so gibt es in all diesen Berufen Unzufriedenheit. Ich kann mir vorstellen, dass ein Beruf / Studium, welcher/s durch die Eltern vorgelebt wird auf Dauer eher zu Unzufriedenheit führen kann. Im Kindes- und Jugendalter ist man vielleicht davon überzeugt, dass man den Eltern nacheifern will, wenn man jedoch tatsächlich im Beruf ist, stellt man unter Umständen schnell fest, dass dieser den eigenen Erwartungen nicht gerecht wird.

Daher die Frage an den Threadersteller und alle, die ebenfalls einer Meinung sind:
Was macht ihr, wenn euer Nachwuchs euch zwar nacheifert, aber dann schnell eine Unzufriedenheit feststellt? "Prügelt" ihr eure Kinder da weiter durch weil ihr es ihnen ja schließlich vorgelebt habt? Oder unterstützt ihr sie dabei das zu machen, was sie gerne möchten.

Meine Familie ist ein gutes Beispiel dafür, dass jedes Kind beruflich machen kann, was es möchte.
Vater ist durch Weiterbildungen bis zum Prokuristen einer Bankfiliale aufgestiegen, Mutter ist Diplom-Finanzwirtin (aber seit einiger Zeit raus aus diesem Beruf).
Ich habe Abitur, dann eine Ausbildung gemacht, ein paar Jahre gearbeitet und dann ein Fernstudium angeschlossen.
Der mittlere Bruder hat Realschulabschluss, eine Ausbildung abgebrochen, eine weitere abgeschlossen und ist heute Geschäftsführer eines mittelständischen IT-Unternehmens.
Der jüngste Bruder hat so gerade den Hauptschulabschluss und trotzdem eine Schlosser-Lehre abgeschlossen und ist heute in seinem Betrieb unersetzbar.
Jeder von uns ist glücklich mit seinem Lebensweg. Und bei uns allen drei wäre es ganz arg nach hinten los gegangen, wenn uns jemand in bestimmte Muster gedrängt hätte.

Fazit: Man kann den Kinder bestimmte Werte vorleben (Arbeit muss sein, Arbeit sollte aber auch Spaß machen), aber alles andere sollten die Kinder selbst entscheiden dürfen.

Ich persönlich bin schon sehr gespannt, was unsere Kinder irgendwann mal machen und ich werde sie in ihrem Berufswunsch nur unterstützen, aber nicht beeinflussen - hab ich mir zumindest fest vorgenommen.

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Die Eltern deiner studierten Frau halten bei eurem Kind ein Abitur für utopisch?
Beim nächsten Provokationsthread einfach mal mehr Mühe geben. Mit Abi und Studium sollte das drin sein.
#gaehn

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Sei mal froh, dass es noch Leute gibt, die nicht studieren wollen, sonst hätten all die Manager bald nix mehr zu managen :-p

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...und würden in ihrem Müll ersticken, hätten keinen Strom mehr... und heruntergekommene Buden zum Wohnen.

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Guten Morgen,

die Eltern deiner Partnerin haben ihr (wie auch dir deine Eltern) eine liebevolle und behütete Kindheit geschenkt. Das ist sehr viel Wert für ein guten Start ins Leben.

Du vergleichst eure Eltern und stellst deine Eltern über Ihre. Interesse an kulturellen oder politischen Themen sind nicht das Maß der Dinge. Wichtig ist, dass man sich Wohl fühlt und für sich selber gut sorgen kann.

Deine Freundin hat studiert, ohne elterlichen Druck und ist vermutlich mit sich selber zufrieden. Vielleicht gibt sie diese Zufriedenheit an ihre Kinder weiter und stärkt dadurch das Selbstvertrauen der Kinder eigene und gute Lebensentscheidungen zu treffen.

Kinder sind nicht dazu da, dem Lebensentwurf ihrer Eltern zu entsprechen.

Ich komme aus einem “bildungsfernen“ und schlimmen Elternhaus. Meine Kinder gehen vermutlich den Weg, den du dir schulisch für deine Kinder vorstellst.

Und dieser Weg ist nicht automatisch für Akademikerkinder vorbestimmt. Aber dem Ehrgeiz mancher Eltern steht oft, auf Kosten der Kinder, wenig im Weg.

Vielen Grüße

rabe0510

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