Zusammen gezogen - und jetzt im Gefühlschaos

Hallo ihr Lieben,

ich mache mir seit einigen Tagen viele Gedanken über meine Beziehung und unsere Entscheidung zusammen zu leben.

Mein Freund (39) und ich (44) sind seid 2 Jahren zusammen - mit einigen On/Offs.

Er hat eine 12-jährige Tochter, sie hat unsere Beziehung ziemlich „boykottiert“ und hat ihm oft ein schlechtes Gewissen eingeredet. An einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt war am Anfang nicht zu denken.

So. Nun wohnt mein Freund seit 2 Monaten bei mir (ich habe ein Haus). Und für mich wird es immer schlimmer. Ich ertappe mich oft bei dem Gedanken „Zum Glück ist er nur am Wochenende da !“. Er macht eine Umschulung und ist von Montag bis Freitag nicht zu Hause.

Dass Patchwork nicht einfach ist war mir/uns schon klar. Ich habe 3 Kinder, aber für meinen Freund ist nur mein jüngster Sohn (2 Jahre) wichtig. Meine anderen beiden Kinder (Sohn 11 Jahre und Tochter 9 Jahre) sind halt „anwesend“ und nerven ihn größtenteils (seine Aussage). Er ist oft beleidigend zu den beiden, das tut mir natürlich weh. Ich habe ihn schon oft darauf angesprochen, er war einsichtig und hat wohl auch erkannt dass mir sein Verhalten weh tut - aber er verfällt immer wieder in alte Muster.

Mittlerweile sind da noch so viele andere „Baustellen“ und ich zweifele definitiv an meiner Entscheidung ihn und seine Tochter „bei mir aufgenommen zu haben“.

Klar verstehe ich, dass es für ihn sicher seltsam ist in das Haus seiner Freundin zu ziehen. Die Entscheidung ging aber letztendlich von ihm aus. Und wenn ich ehrlich bin fühle ich mich im Nachhinein doch ziemlich überrumpelt....

Was mache ich denn jetzt ? Einfach alles weiterlaufen lassen und nur die Wochenenden „verkraften“ ? Die Umschulung ist ja auch mal zu Ende. Ich hab Bedenken wie es wird wenn wir uns dann täglich sehen.

Das klingt alles total bescheuert ! Ich frage mich wirklich was mit mir nicht stimmt.

Ich freue mich wenn ihr mir eure Meinung und Einschätzung schreibt.

Liebe Grüße

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Hallo Noldea1,

zunächst möchte ich sagen, dass es mir sehr leid tut, dass du nun, nachdem ihr zusammengezogen seid und augenscheinlich beide das "Projekt" Patchwork angehen wolltet, deine Wünsche ein bisschen zerplatzen siehst.

Du schreibst ihr seid seit 2 Jahren zusammen und das schon on/off.
Das alleine ist schon kein guter Vorbote, finde ich zumindest.

Das er deinen kleinsten Sohn akzeptiert und gesondert behandelt würde ich darauf zurückführen, dass er ihn von Anfang an mit aufgezogen hat. Vermutich hat er für ihn eine Art Vatergefühle, oder auch mehr. Je nach dem ob der leibliche Vater noch eine Rolle spielt.

Die Frage, die sich mir nun stellt: Wie war er denn zu deinen anderen beiden Kindern bevor er in dein Haus gezogen ist?
Es ist im Moment schwer vorstellbar, dass er sich vorher großartig anders verhalten hat.

In jedem Fall möchte ich dir aber aus ganz eigener Erfahrung sagen, dass du, sollte dein Partner sein Verhalten nicht grundlegend ändern, eure Beziehung wirklich überdenken solltest.
Er sagt seine Sprüche seien nur Spaß. Spaß hört da auf, wo er andere verletzt. Wenn er das als erwachsener Mann weder alleine, noch durch direkte Ansprache von dir einsieht, dann hat er in dem Umfeld deiner Kinder meines Erachtens nach nichts verloren.
Glaub mir, wenn der Partner der Mutter in einer Tour respektlos ist und demoralisiert, dann tragen die Kinder möglicherweise eine großen Schaden davon. Der muss sich nicht sofort zeigen. Das Echo kann auch ein paar Jahre später folgen.
Und/oder sie distanzieren sich sogar irgendwann von dir, da du sie nicht ausreichend geschützt hast.

Das du schon denkst: "Zum Glück ist er nur am Wochenden daheim." spricht nach so kurzer Zeit außerdem Bände.

Bitte horche zu deinem Wohl und zu dem deiner Kinder tief in dich hinein, ob ER das alles Wert ist.
Du klingst für mich eigentlich nicht nach einer klischeebehafteten Alleinerziehenden, die glücklich ist überhaut einen Partner zu haben.
Daher apelliere an deinen Verstand und an deine Herz in Bezug auf deine Kinder.

Suche ein ernsthaftes Gespräch mit deinem Freund. Sollte sich sein Verhalten in der Beziehung zu dir und zu seinen Bonuskinder nicht dauerhaft ändern, würde ich ihn vor die Tür setzen, so leid mir das für seine Tochter, mit der du dich ja mitterweile gut zu verstehen scheinst, leid tut.

VG p.lavender

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Hallo pinklavender,

vielen Dank für deine Worte.

Ich sehe es wie du. Ich werde auf keinen Fall zulassen dass er weiter auf meinen Kindern rum hackt und sie demoralisiert.

Bevor wir zusammen gezogen sind hat er meine Kinder nicht ganz so oft gesehen, aber auch da kam schon der eine oder andere blöde Spruch von ihm.

Ich habe ihn tatsächlich mehr als einmal darauf angesprochen, ihm meine Sichtweise geschildert und darum gebeten dass er in dieser Hinsicht an sich arbeitet - offensichtlich leider vergeblich.

Da zu dem Vater meines jüngsten Sohnes kein Kontakt besteht hat mein Freund so eine Art Vaterrolle übernommen. Trotzdem möchte er auf keinen Fall als Papa oder Ersatzpapa bezeichnet werden ! Das weist er vehement ab (wie ich finde). Er sei „sein Freund“, sagt er immer.

Ich werde wieder mal das Gespräch mit ihm suchen und deutlich sagen dass er sich ändern muss, diese beleidigende und gehässige Art ablegen muss - sonst muss er ausziehen.

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Ich möchte dir sehr gerne ans Herz legen, dass du unbedingt auf deinen Bauch hörst und dass du aufhörst, dich zu rechtfertigen. Bleibe ganz bei dir und beobachte ihn einfach nur. Und gar nicht mehr diskutieren, hat keinen sinn. Denke nicht daran, dass es ihm ach so schlecht geht und ignoriere sein Verhalten, lass es abgleiten an dir.

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Was wäre deine Idealvorstellung? Stellst du die Beziehung insgesamt in Frage? Oder nur das Zusammenleben.
Du kannst jederzeit die Bremse ziehen.
Es müsste ein sehr konkretes Gespräch geführt werden.
Die Differenzen empfinde ich als sehr stark und unhaltbar. Da muss eine Änderung her..
lg

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Ehrlich gesagt weicht meine Beziehung gerade doch ziemlich von meiner „Idealvorstellung“ ab.

Ich stelle mir auf keinen Fall die immerglückliche Rama-Familie vor wo alle täglich dauergrinsend über eine Blumenwiese tanzen.

Aber ich entdecke leider immer mehr Eigenschaften an meinem Freund die mich an meiner Liebe zu ihm zweifeln lassen. Und ich frage mich echt warum mir das vorher nicht aufgefallen ist.

Natürlich kann man an einer Beziehung arbeiten und natürlich ist nicht immer alles super - vor allem mit 4 Kindern nicht.

Aber mir fehlt der Zusammenhalt. Und leider merke ich immer öfter seine unterschwellig aggressive Ader...

Ich bin dann in solchen Momenten irgendwie der beruhigende Gegenpol. Obwohl ich das gar nicht sein möchte ! Ich will gar nicht erst dazu gebracht werden dass ich die „Vernünftige“ bin und er darf einfach so explodieren. Er schlägt oder brüllt nicht - aber er ist teilweise schon ziemlich unter der Gürtellinie...

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Nichts laufen lassen. Sofort ansprechen was ist!
Woher soll er wissen, dass es nicht ok ist? Was sich einmal einschleicht, kriegst du nie wieder raus.
Mach ihm doch einen Vorschlag, dass du nicht glücklich bist. Seine Tochter auch nicht. Was sich ändern muss zwischen euch, damit es klappt und vereinbart eine Probezeit.sonst muss er wieder raus?

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Mir würden meine Kinder immer vorgehen und gerade wenn ein neuer Lebenspartner beleidigend gegenüber den Kindern wird, wäre bei mir ganz schnell Schluss.

Dass eine 12jährige die Beziehung nicht gut findet und das auch deutlich zeigt ist sicherlich normal und muss durch euch leider ertragen werden. Man kann ihr ihre Grenzen aufzeigen, ihr aber nicht verbieten, eure Beziehung blöd zu finden.

Lebt denn die Tochter die ganze Zeit bei dir oder dann auch nur am Wochenende?

Wenn du momentan immer nur froh bist, wenn er wieder weg ist, solltest du das Zusammenleben überdenken. Wenn seine Umschulung zu Ende ist und ihr euch täglich seht, kann es nicht gut gehen, wenn du jetzt schon keinen Bock mehr darauf hast.

Mit etwas Glück hat er Verständnis dafür, dass du mit ihm nicht Zusammenleben kannst. Im schlechtesten Fall musst du aber damit rechnen, dass er die Beziehung dann nicht weiterführen möchte.

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Seine Tochter ist jedes Wochenende bei uns. Und mittlerweile verstehen wir uns richtig gut.

Aber auch da ist kein Gleichgewicht: ich würde seine Tochter nie mit Beleidigungen angreifen (da laut meinem Freund bei meinen Kindern nur lustig gemeint sein sollen...). Er haut seine blöden Sprüche einfach raus und wir sind doof weil wir das nicht lustig finden. „Es war ja gar nicht so gemeint !“

Wir haben schon oft darüber gesprochen dass die Kinder seine Ironie und seinen Sarkasmus nicht verstehen. Und dass ich es auch überhaupt nicht lustig finde - sondern einfach nur daneben und verletzend.

Er hört trotzdem nicht damit auf.

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Ich habe mich gerade aus so einer Beziehung gelöst. Ich bin richtig erleichtert, dass er nicht mehr zu mir und meinen Kindern kommt. Ich denke, wenn er dich mehr Kraft kostet, als er die Energie geben kann, dann ist er einfach nicht der Richtige

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Hallo!

Spätestens als ich >>Er ist oft beleidigend zu den beiden,...<< wäre der Ofen bei mir aber sowas von aus gewesen, den niemand (und ich meine NIEMAND) hat das Recht Kinder zu beleidigen!

Wenn ich ein erwachsener Mann sich gegenüber Kindern so benehmen muß, um sich besser zu fühlen, hätte er in meinem Leben nichts mehr zu suchen.

Viele Grüße
Trollmama

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Hallo Trollmama,

seine Beleidigungen und blöden Sprüche sollen laut seiner Aussage witzig gemeint sein.

Wir alle finden das alles andere als witzig ! Das habe ich ihm schon ganz oft gesagt.

Ich werde nochmal mit ihm reden - wenn sich nichts ändert muss er ausziehen.

Meine Kinder sind mir natürlich wichtiger als ein erwachsener Mann der Witze auf ihre Kosten macht.

Viele Grüße

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" Ich frage mich wirklich was mit mir nicht stimmt."

Der Satz ehrt Dich. Ich bin mir sicher, daß trotzdem alles mit Dir stimmt.

Du nimmst allen Mut und Kraft zusammen und teilst ihm mit, daß Du es Dir anders vorgestellt hast, wenn er bei Dir wohnt.
Insbesondere die Beleidigungen und dummen Sprüche willst Du in Gegenwart der Kinder und selbst Dir gegenüber, nicht mehr hören.
Da Du ihm das bereits mehrfach mitgeteilt hast, er das jedoch nicht ändern kann oder will, siehst Du keine gemeinsame Basis dafür, weiter mit ihm zusammen zu wohnen. Du handelst nicht nur im eigenen, sondern auch im Interesse Deiner Kinder, welchen Du andere Werte vorleben willst. Das ist momentan nicht gegeben.

Bitte ihn darum, sich wieder eine eigene Bleibe zu suchen, möglichst mit Fristsetzung, so nach der Art: ich würde mich freuen, wenn wir die Wohnsituation bis Mai/ Juni gelöst haben.

Es ist Dein Leben und Du bist ihm nichts schuldig (auch wenn es sich so anfühlen mag).

Getrennte Wohnungen sollten kein Problem sein, wenn Ihr Euch noch liebt. Kommt es zum Streit, kannst Du viel eher froh darüber sein, daß sich das so schnell gezeigt hat und untermauert Deine Entscheidung.

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Ich hätte gern den Mut genau so zu handeln wie du schreibst.

Und es ist tatsächlich so dass ich das Gefühl habe ihm etwas zu schulden...

Schließlich hat er seine Wohnung aufgegeben (wozu er sich wirklich durchringen musste), hat seine ganzen Sachen gepackt (das sind nicht wenige) und zu mir/ uns ins Haus gebracht.

Ich habe einige neue Möbel gekauft um mehr Stauraum für seine Dinge/Klamotten zu haben.

Ja, ich habe mir das auf jeden Fall anders vorgestellt.Tatsächlich weiß ich aber auch dass ich mein Leben gut ohne ihn gestalten kann. Das hört sich ziemlich doof an, oder ?

Denn ich hatte mich wirklich auf unser Zusammenleben gefreut.

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Ich habe den Thread ein Stück durchgelesen, aber nach dem 5. Mal "er beleidigt die Kinder" bin ich schnell wieder nach oben. Also was ist denn das für ein Mann??? Wie einer der in der Pubertät steckt. Ich finde das geht nicht. Hier und da ein kleiner Scherz, ok! Aber du schreibst selbst dass es unter der Gürtellinie ist. Wo bleibt die Liebe und der Schutz für deine Kinder???

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