Bei Heirat ausländischen Namen annehmen?

Hallo ihr,

wollte mal eure Meinung zu meinem Thema hören...
Ich und mein Partner (haben auch schon ein Kind), haben vor, dieses Jahr noch zu heiraten.
Er kommt ursprünglich aus Jugoslawien, ist aber in Deutschland geboren und hat auch einen deutschen Pass.
Demnach ist aber sein Familienname logischerweise jugoslawisch.
Aus dem Bauch heraus will ich (+unser Kind) seinen Namen annehmen, weil das dann doch ein anderes Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt usw.
Meine Eltern haben sich anscheinend kritischer als ich mit dem Thema auseinandergesetzt, und bringen die Einwände
- dass wir hier in Bayern wohnen, und das Bundesland sowieso
wohl als politisch das "schwärzeste" gilt
- ich evtl. wegen Vorurteilen es schwieriger im Berufsleben haben könnte
usw.
Ihr Vorschlag: Ich solle wenn dann einen Doppelnamen annehmen.
Bin nun etwas verunsichert...
Wie habt ihr entschieden, bzw. werdet entscheiden?
Danke, Kathleen

1

Warum nimmt er nicht einfach Deinen Namen an?

Natürlich sollten auch andere Faktoren eine Rolle spielen (welcher Name ist "schöner", wie klingt der Nachname mit den Vornamen der Beteiligten etc, ist einer von beiden schon beruflich "festgelegt" auf seinen Nachnamen ...), aber ich würde mich da schon eher für den Namen des Landes entscheiden, wo das Paar hauptsächlich wohnen will.

2

ich bin auch aus bayern. würde aber sagen, wenn der name schön ist, nehmt ihn. wenn er zu lang ist oder sich schlecht aussprechen lässt nehmt deinen namen, oder will dein fast mann seinen unbedingt behalten.

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Ganz deutlich: wenn ihr vorhabt hier zu leben und Kinder im Spiel sind, dann ist es eine dumme Idee einen ausländischen Namen anzunehmen!

Diskriminierung findet überall statt. Damit meine ich nicht (nur)die pöbelnden Kahlrasierten die in der U-Bahn andersfarbige Menschen zusammenschlagen.

Es gibt gerade auch in der Schule und im Berufsleben eine sehr sublite Art von Diskriminierung, die den Betroffenen das Leben schwermacht. Das liegt in der Luft, Du kannst es nicht nachweisen, aber es ist da!

Gruß

Manavgat

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Hallo Kathleen,
ich habe auch einen Ausländer geheiratet (allerdings einen, der erst meinetwegen nach D. gekommen ist, also auch in seiner Herkunftskultur verwurzelt ist), und wir haben nach dem Namensrecht seines Landes entschieden, ich habe jetzt einen Doppelnamen mit "de" anstatt Bindestrich, spanischsprachig.
Wie wir unsere Kinder nennen, wissen wir noch nicht - müssen wir dann beim ersten entscheiden. Im Moment geht die Tendenz allerdings eher zu meinem Namen, nicht wegen Diskriminierung, sondern aus persönlichen Gründen, die mit unseren jeweiligen Familien zusammenhängen. Allerdings machen wir uns auch weniger Sorgen um Diskriminierung, weil mein Mann zwar sehr "ausländisch" ausschaut, aber als Argentinier aus einem Land kommt, das gerade in Deutschland ziemlich "hip" ist (Tango etc). Was sich natürlich ändern kann.
Das Bundesland würde ich nun nicht so sehr davon abhängig machen, vermutlich ist die Frage Stadt oder Land in diesem Punkt wichtiger ...
Ich kenne es von Peruaner, dass dort oft die Männer ausländischer Frauen den eigenen NAmen abgeben (owohl es dort gar nicht richtig geht), weil sie hoffen, dass ihre Kinder dann bessere Chancen haben -in Peru zählt ein ausländischer Nachname viel und ein "heimischer" wenig, leider leider. (Diskriminierung gegen sich selbst...).
Also, bei Kindern habe ich keine Erfahrungswerte, VORnamen sollten bei uns in beiden Ländern funktionieren. Aber für mich selbst bin ich mit meinen binationalen Nachnamen glücklich, mich verbindet auch viel mit SEINER Kultur.
Das lässt sich natürlich schlecht verallgemeinern, und bei Euch scheint der Lebensort ja auch auf D. festgelegt zu sein (bei uns nicht).
Aber aus der Luft gegriffen sind die Überlegungen Deiner Eltern sicher nicht, wenn vielleicht auch eine Portion "mein-Töchterchen-heiratet-Panik" mitschwingt.....
Liebe Grüße,
Percanta

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Über was man sich teilweise so GEdanken macht.....also mein Mann hatte einen etwas belustigenden Nachnamen und egal wo wir hingereist sind.....bei der Passkontrolle gabs immer viel gelächter und selbst die Reiseleitung machte ihre Spässchen...
ich wollte meinen urspanischen Familiennamen nicht abgeben und so nahm er meinen an....gut...Vorname und sein jetziger Familienname passen nich wirklich gut zusammen...aber bis jetzt wurde er immer positiv auf den Name angesprochen..also wie er dazu käme und dass es ein schöner name sei....

nimm doch einfach den namen der dir am besten gefällt solange er auszusprechen ist.....

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