Coronaablehner und Schwanger

Hallo zusammen, ich bin auf der Suche nach etwas Input für unsere Situation.

Wir haben waschechte Coronaablehner in der Familie bzw. gefühlt ist das die ganze Familie von meinem Mann. Da wird fröhlich zusammen gefeiert, ohne Abstände und ähnliches. Keiner will sich Impfen lassen und natürlich auch die Masken werden abgelehnt.
All das nehmen wir seit Anfang der Pandemie so gut es geht hin. Es ist ihr Leben, jeder muss es für sich entscheiden. Wir versuchen uns so gut es geht zurückzuziehen, wenn es uns zu eng wird, meiden die großen Feiern wo es geht. Leider bekommen wir wenig Verständnis für unsere Haltung. In der Schwiegerfamilie wird sich weiter fröhlich umarmt und irgendwie finde ich es blöd, dann allen immer einen "Korb" geben zu müssen... Daher mache ich ab und zu gezwungenermaßen mit, nun ja...

Nun bin ich schwanger. Aber Rücksicht Fehlanzeige! Neulich standen die Schwiegereltern unangemeldet vor der Tür - wir waren zum Glück nicht da, denn 1 Tag später erfuhren wir, dass sie vor 3 Tagen noch Kontakt mit den Enkeln hatte die sich in der Zwischenzeit in Corona Quarantäne befinden! Wir haben sie dann gebeten erstmal mindestens 1 Woche nicht zu uns zu kommen, da auch sie Überträger sein könnten, unwahrscheinlich zwar aber möglich.
Nun waren die Schwiegereltern 1 Woche im Ausland (Hochinzidenzgebiet), sind ohne Test seit Samstag zurück. Heute morgen wollen sie einen Test machen und dann ein paar Freunde und uns danach besuchen. Ich finde es ehrlich gesagt nicht so prickelnd - nach 2 Tagen ist doch der Test im Zweifelsfall noch nicht so aussagekräftig, oder? Ich hätte mir schon eher gewünscht, dass da noch eine Woche gewartet wird.

Weder mein Mann noch ich möchten jetzt immer Nein sagen, aber uns stört, dass einfach so wenig auf unsere Meinung geachtet wird. Erst recht jetzt in der Schwangerschaft möchte ich ungern Corona!
Ich hätte auch kein Problem, dass die Schwiegereltern kommen, wenn ich wüsste sie verhalten sich sonst total konform und würden uns eben sagen, wenn einer krank ist oder Kontakt hatte. Aber sowas wird eben vergessen zu sagen.
Wir fühlen uns wie die bösen Außenseiter und Spielverderber, auch weil die Schwester meines Mannes auch alles für Blödsinn und übertrieben hält und sich immer mit ihren Eltern trifft.


Was würdet ihr tun? Oder übertreiben wir wirklich? Ich bin total ratlos und möchte jetzt nicht die böse Schwiegertochter sein, die Schuld ist oder sie nicht sehen will. Mein Mann ist aber auch genervt und weiß nicht wie er es ansprechen soll. Vor einigen Monaten gab es deswegen schon mal größeren Streit in seiner Familie, weil eben die Meinungen so auseinander gehen.

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Ich bin weder schwanger noch mag ich überpingelige Schwiegertöchter #zitter - aber Du hast in Deinem Fall vollkommen Recht!!
Ich bekomme auch schon immer Besuch und gehe auch zu Leuten, aber ich überlege mir sehr wohl, wie ich sie einschätze. Lebensmüde bin ich nämlich auch nicht.
Geknuddelt wird meine Tochterfamilie, sonst niemand, da weiß ich genau, dass alles i.O. ist.

Das Gesamtbild wäre bei mir der Grund für Abstand! Nicht impfen lassen wollen, Reise ins Hochinzidenzgebiet, flapsiger Umgang mit Tests - wäre mir persönlich auch zuviel des "Guten".
Dein Mann kann ruhig aber eindeutig seiner uneinsichtigen Verwandtschaft erklären, dass Dein Arzt Dich zur Vorsicht ermahnt hat (vielleicht akzeptieren sie das wenigstens) und dass ihr euch gerne bei schönem Wetter im Garten trefft - aber ansonsten erst wieder andere Treffen möglich sind, wenn alle geimpft sind. Fertig. Oder sie machen vor jedem Besuch einen Schnelltest, den Du sehen darfst......
Ich bin wirklich absolut nicht überängstlich und isoliere mich nicht - aber soviel dumme Unbekümmertheit verstehe ich in keinster Weise.
LG Moni

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Danke für deine Meinung Moni. Genau so denke ich ja auch. Zum Beispiel besuche ich trotz Pandemie regelmäßig meinen älteren alleinstehenden Nachbarn, einfach um ihm etwas Gesellschaft zu leisten. Mittlerweile ist er geimpft. Aber ihm habe ich zum Beispiel die ganze Zeit lieber besucht als meine Schwiegereltern, weil ich eben weiß, er hält sich an alle Regeln.
Oder auch kommt mal ein befreundetes Paar bei uns vorbei (auch wenn es offiziell gerade mal wieder nicht erlaubt ist). Aber die beiden sagen immer Bescheid, wenn sie einen Fall im Bekanntenkreis haben, testen sich und zur Not verschieben wir das Treffen einfach um 1 Woche. So empfinde ich das als verantwortungsvoll. Daher bin ich eben etwas enttäuscht, dass die Schwiegerfamilie so unbekümmert mit allem umgeht - eben auch mit unserer Gesundheit.

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Ehrlich? Mir ist es mittlerweile vollkommen egal, was man von mir denkt. Rechtmachen kannst Du es sowieso nicht allen.
Die einen meckerten mich furchtbar an, weil letztes Jahr meine Enkelin zum Homeschooling täglich zu mir kam - und meine Tochter auch oft. Ganz zu schweigen, dass ich für hochbetagte Nachbarn einkaufen fuhr und ihren Einkauf nicht nur vor die Haustüre knallte sondern ihnen zur Wohnungstür brachte (wollte ja auch mein Geld;-))
Als ich noch lange Visier trug, weil ich mich elende schlecht an die Masken gewöhnte, hat mich eine langjährige Freundin bei fb öffentlich als Mörder hingestellt. Das gibt's.:-(
Dieses Jahr maulen mich welche an, weil ich für's Impfen plädiere und mich darauf freue, dass ich nach meiner 2. Impfung, die eh erst am 23.6. ist - vielleicht ein paar Freiheiten genießen kann.....hoffentlich!
Na und? MEINE Einstellung - und fertig. Ich vertrete sie und wer sie nicht mag - kein Problem. Bisher habe ich mit meinem Verfahren geschafft, gesund zu bleiben - und das alleine zählt.
Coronaleugner habe ich schon einige abgesägt aus meinem Freundeskreis - deren Theorien sind mir einfach zu blöd - fertig. Nicht schön, waren langjährige Freunde dabei - aber ich höre mir was eine Weile an - und dann nicht mehr. Das habe ich lebenslang schon so gehalten.
Ich wünsche Dir, dass Deine Schwiegereltern doch noch zur Vernunft kommen, immerhin werden sie ja doch Oma und Opa und es wäre traurig, wenn das kaputtginge.
LG

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Die verschiedenen Meinungen werdet ihr wohl nicht ändern können. Im Zweifel müsst ihr jetzt sehr klare und verständliche Regeln schaffen, mit Aussicht auf Besserung: z.B. Inzidenz unter Wert X (10?), bis dahin nur Besuch für Geimpfte. Dann muss man nicht über verschiedene Meinungen streiten, sondern schafft Wahlmöglichkeiten mit denen sich die Familie auseinandersetzen kann.

Wenn ihr und die Mehrheit geimpft seid ist das Thema hoffentlich durch und ihr könnt die Gräben zwischen euch wieder zuschütten. Plant jetzz schon schöne Dinge zusammen für die Zeit danach. Bis dahin seid ihr die Spielverderber und die anderen die Ablehner.

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Du hast Recht. Es ist wohl zum Glück ein Problem, dass sich bald selbst erledigt hat. Im schlimmsten Fall dauert es noch ein paar wenige Monate. Die letzten 14 Monate haben wir ja auch irgendwie ausgehalten. Aber irgendwann geht es einem auch auf den Zeiger, dass man immer wieder der Buhmann ist und für seine Ansichten dann Augenrollen erntet.

Du hast Recht. Vermutlich müssen wir für die letzten Meter tatsächlich noch einmal ganz klar unsere Regeln für die Familie definieren, eben auch jetzt wo sich die Spielregeln mit meiner Schwangerschaft etwas geändert haben.
Vielleicht habe ich ja auch Glück und es wird bald entschieden, dass ich geimpft werden darf. Das würde vieles einfacher machen.

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Ihr habt unterschiedliche Meinungen. Das ist so und wird sich wohl nicht ändern.
Deine Aufgabe ist es nun für Dich selbst Deine eigene Position und Richtlinie festzunageln und Dich auch danach zu verhalten. Punkt. Egal, ob es deswegen dann Streit gibt oder weniger Besuche.

Aber "gezwungender Maßen mitmachen" -- nö. - Das würde mir nicht einfallen, - mit diesem Verhalten machst Du Deinem Gegenüber ja auch klar, dass Du es anscheinend doch nicht so ernst meinst, wie Du behauptest.

Mach für Dich Deinen Standpunt jetzt in der Schwangerschaft klar. - und zieh es durch.

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Wir sind genauso wie ihr und in den Augen der Familie übertreiben wir. Wir ziehen das seit dem Anstieg der Zahlen im Herbst konsequent durch: In die Wohnung darf derjenige, der die ganze Zeit eine FFP2 trägt. Ich (schwanger) bin nur dabei, wenn ich will, das Baby darf nicht auf dem Arm. Demjenigen, der keine Maske tragen will wird ein Spaziergang angeboten.

Ja, es hat zu Diskussionen geführt, aber ich sehe es nicht ein mich zu gefährden, nur weil im Rudel Fußball gesehen werden muss oder Leute, die sich in Quarantäne befinden, noch im Auto herumgefahren werden müssen. In einem Fall (Schwiegermutter) hat das zu einem kompletten Kontaktabbruch geführt, da sie der Meinung war, sie dürfe ja gar nichts mehr (und andere machen das ja auch!!!11 ;-)). Ehrlich gesagt geht es uns als Familie seitdem besser.

Mit am meisten ärgert mich noch, dass die Impfungen greifbar sind und diese Familie sich nicht noch ein halbes Jahr zusammen reißen kann, bis wir alle geimpft sind. Nein, sie müssen JETZT alles machen. Sofort. Da gehe ich an die Decke. ;)

(Mache dich schon einmal gefasst drauf, dass die Diskussionen - auch in anderen Bereichen - weiter gehen, wenn du entbunden hast. ;-))

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Stelle dir nur vor, du machst eine Ausnahme, weil du gute Miene zum bösen Spiel machst und den Frieden wahren willst - und genau dieser eine Besuch sorgt dafür, dass du dich infizierst. Ich würde mir so in den Hintern beißen! Darauf habe ich keine Lust. Daher haben wir als Kernfamilie für uns Grenzen definiert, die für Freunde, Bekannte, Familie und Handwerker gelten: In der Wohnung FFP2 und Abstand, ansonsten Spaziergänge (auch im Regen, Sturm, Schnee,..). Wer darauf keine Lust hat, hat mit uns keinen Kontakt, bis wir alle geimpft sind. #schein

Ein Teil der Familie hält sich daran. Freunde und Bekannte seltsamerweise alle ausnahmslos. ;-)

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Klare Grenze ziehen:

ihr akzeptiert, dass sie es anders machen. Redet nicht rein oder ähnliches.
Dafür haben sie zu akzeptieren, dass ihr es anders macht.

Sie können gerne wieder kommen, wenn die Pandemie vorbei ist. Bis dahin lebt jeder in seiner Welt und dafür so wie er/sie/ihr es für FÜR EUCH richtig haltet , sie für SICH.

Übergehen sie das, machen euch zum Außenseiter. Nun denn. Wie ist denn die Bindung sonst so? Wird eure Meinung auch bei anderen Themen übergangen?
Wenn ja, dann ist nichts verloren.

Wenn sie sonst eure Meinung ernst nehmen, euch wertschätzen: dann nehmt das als Grundlage.
Ich rede nur mit Menschen, die mich ernst nehmen. Dann besteht auch Hoffnung auf Lösungen.
Wer mich generell nicht ernst nimmt, kann ich mir das Entgegenkommen sparen.

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Ich muss gestehen, dass wir noch in keinem Thema so gegensätzlicher Meinung waren wie bei Corona. Normalerweise können wir über alles diskutieren und jeder hat eben seine Meinung. Aber Corona hebt alles auf ein völlig neues Level. Vielleicht kommt da nun auch etwas Altersstarrsinn der SE mit ins Spiel, aber sie sehen sich in ihrer Meinung einfach im Recht und alle anderen haben keine Ahnung. Das ging sogar soweit, dass extra für sie das Wahllokal geräumt werden musste, weil die beiden keine Maske beim Wählen tragen wollten. Nur mal um die Dimension ihrer Sturheit zur verdeutlichen. 😕 Ihre Tochter bekräftigt sie ja mehr oder weniger in ihrer Ansicht.

Mein Mann hingegen macht sich seit Anfang der Pandemie auch Sorgen um seine Eltern - und nun auch um mich. Leider ist er auch so erzogen, dass man den Eltern nicht unbedingt widerspricht und tut sich somit schwer knallhart zu sein.

Ich bin eben auch enttäuscht, dass das gegenseitige Verständnis bei Corona plötzlich so aufhört und die eine Seite nur ihr Ding durchzieht. Ich versuche ja immer noch über meinen Schatten zu springen und lade sie ab und zu ein oder fahre auf Besuch. Aber irgendwie komme ich jetzt an eine Grenze, wo ich denke, ich möchte das potenzielle Risiko in meiner Schwangerschaft eben nicht mehr in dem Maß auf mich nehmen wie Unschwanger.

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Also wir sind eher so wie deine Schwiegerfamilie.. Wir sind keine Ablehner oder Gegner, wir wissen dass es Corona gibt. Aber wir verfallen nicht in Panik, sehen uns trotzdem und haben auch keine Masken oder Abstand untereinander.

Allerdings würde es uns im Traum nicht in den Sinn kommen, jemanden aus der Familie oder Freundeskreis blöd anzumachen wenn er lieber auf Abstand geht. Wie du schon sagst, jedem das seine. Ich finde es schlimm, dass ihr euch aus falscher Rücksicht in Situationen begebt (trotzdem umarmen etc) wo ihr euch absolut nicht wohl fühlt. Darauf würde ich ab sofort verzichten, es ist dein gutes Recht!

Den SE würde ich sagen, Besuch ok aber nur draussen und mit Abstand und ohne Körperkontakt (sofern es für euch ok wäre und ihr euch so wohl fühlen würdet). Wenn sie das nicht akzeptieren können, dann bleiben sie halt zu Hause. Wenn weiterhin blöde Kommentare kommen würde ich rigoros einfach nicht mehr reagieren bis wieder was anständiges kommt.

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Du weißt doch eigentlich genau, dass du nicht übertreibst...
Verhalte dich so, wie du es für richtig hältst.
Macht eure Familie doch auch so...

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Naja, wenn man von der Familie seit 14 Monaten nur Augenrollen erntet und die Aussage, dass man übertreibt, dann zweifelt man manchmal schon... Daher wollte ich einfach nach Meinungen fragen, wie andere die Situation sehen und mit ihr umgehen würden. Ich wollte auch nicht meinen SE vor den Kopf stoßen oder einen Keil zwischen meinen Mann und seine Familie treiben.

Ich denke die Ansichten hier bestärken mich, dass wir zumindest noch einmal ganz klar Regeln für die nächsten Monate aussprechen müssen. In der Hoffnung das wird dann auch so akzeptiert.

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Ich kann Die nur raten, dass Ihr bei Euch bleibt und Eurem Gefühl vertraut.Wenn Euch eine Situation/ein Kontakt zu unsicher erscheint, dann haltet Euch zurück.Ich bin schwanger und mein Freund und ich haben beide Covid.Zwar relativ milde Verläufe (trotzdem bin ich natürlich krank und fühl mich nicht gut, das braucht man echt nicht), aber es fühlt sich richtig doof an, nicht zu wissen, ob man jemanden angesteckt hat.Wir haben auch immer mal hier und da ne Ausnahme gemacht und Leute getroffen.War echt uncool denen die Hiobsbotschaft zu überbringen.

Ihr handelt genau richtig, wenn Ihr jetzt vorsichtig seid und Euch zurückzieht.Die Familie muss das akzeptieren, egal, wie sie zum Thema stehen.Natürlich dürfen sie ihre Meinung haben, aber sie müssen damit leben, wenn andere diese Einstellung doof finden und dann eben ne Weile auf Abstand gehen.Und ein bisschen Rücksichtnahme kann man verlangen.Es geht im Moment einfach auch mal darum, eine gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und eigene Bedürfnisse (in diesem Fall Familientreffen) hintenan zu stellen. Im Sommer werdet Ihr alle Zeit der Welt haben, zusammenzusitzen.

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Hallo,

Du kannst deren Einstellung nicht ändern. Also bleibt Dir nur konsequent zu sein. Du kannst nicht auf der einen Seite über die Verwandtschaft schimpfen und Dich auf der anderen Seite weiter mit Ihnen treffen. So kommst Du ja nicht weiter.

Also ganz klar Stellung beziehen, ganz offen erklären das Du bis auf weiteres keine Treffen mehr möchtest.

LG
Sunny