Homeschooling Pflicht?

Hallo.
Bei uns ist Homeschooling leider oft eine Katastrophe. Meine Tochter kann keine 5 Minuten alleine arbeiten, da sie die Aufgaben nicht versteht bzw. es sich um neuen Unterrichtsstoff handelt den sie noch nicht hatten und dementsprechend viel Erklärungen und Hilfestellungen benötigt.
Lasse ich sie Aufgaben alleine erledigen, sind die Aufgaben falsch und so lernt sie es ja auch falsch.
Nun ist es so dass noch jüngere Geschwister im Haus sind die auch beschäftigt werden wollen, nebenbei muss ich die Tiere versorgen, kochen, Wäsche waschen usw. Für die Aufgaben braucht sie täglich bis zu 8 Stunden. Somit sind die Aufgaben auch nicht ebend mal schnell erledigt. Wenn es so weiter geht bin ich echt am überlegen, Homeschooling zu beenden bzw. vielleicht auf ein bis zwei Stunden am Tag zu reduzieren. Das heißt sie würde nur einen sehr kleinen Teil der vorgegebenen Aufgaben schaffen.

Es gibt bei uns duch Honeschooling fast täglich geschrei und Tränen und so kann es nicht über Wochen oder sogar Monate weitergehen.

Jetzt wollte ich gern wissen, ob ich denn als Elternteil verpflichtet bin mit meiner Tochter die Schulaufgaben zu erledigen?

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Naja, es gibt nach wie vor Schulpflicht, wenn auch ohne Präsenzpflicht.
Deine Tochter ist also verpflichtet Homeschooling zu betreiben und die Eltern dafür zu sorgen, dass sie es tut.
Ob sie es richtig oder falsch lernt ist dann natürlich "nur" dein Anspruch. Also nein, du bist nicht verpflichtet es mit ihr zusammen zu machen, aber wenn sie es so nicht packt, muss sie unter Umständen ein Jahr wieder holen. Die Lehrer werden das nicht alles nachholen können.

Wenn sie für die Aufgaben 8 Stunden am Tag braucht, scheint da aber schon was im Argen zu liegen.

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Naja ... rein juristisch wird es wohl keine elterliche Pflicht sein, aber die Alternative ist, dass sie es eben nicht lernt und sie dann total hinterherhinkt. Damit wird sie zwar nicht die einzige sein, aber das kann ja auch nicht das Ziel sein.

Ich hab leider keinen guten Rat für dich. Wahrscheinlich wäre auch kein Lösungsvorschlag wirklich langfristig praktikabel und würde auch nicht eurem Frust gerecht werden.
Vielleicht kann die Lehrerin dir nochmal einen gute Rat geben oder man muss der Schule auch mal zurückmelden, dass 8 Stunden Homeschooling vielleicht etwas viel ist. Da macht wahrscheinlich jeder Lehrer wie er denkt und weiß gar nicht wie viel die anderen schon aufgegeben haben.

Halte durch! Und versucht so viel es geht zu schaffen.

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Die Aufgabrn kommen nur von einem Lehrer.
Vermutlich schafft man die Aufgaben auch in der Hälfte der Zeit. Allerdings ist meine Tochter sehr langsam und bis sie die Aufgaben versteht dauert es auch etwas länger. Daher zieht sich das alles in der Länge. Dazu kommt dann dass ich sie dann doch mal ein paar Minuten alleine mit ihren Aufgaben lasse und dass sie dann Falsch weitermacht, sodass sie es nochmal korrigieren muss. Sie hatte schon Schwierigkeiten in der Schule mitzukommen und musste da schon viel nacharbeiten, weil sie es im Unterricht nicht geschafft oder verstanden hat. Dem Lehrer haben wir bereits Rückmeldung gegeben.

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Hallo,

ganz ehrlich, ich weiß es nicht, inwieweit du verpflichtet bist. Allerdings weiß ich, dass es in Deutschland eine Schulpflicht gibt, wo du als Elternteil dafür verantwortlich bist, dass sie erfüllt wird. Also vermutlich ja, du bist verpflichtet.

In welcher Klasse ist denn deine Tochter? Ab einer bestimmten Stufe kann man als Eltern ja gar nicht mehr unbedingt den Stoff selber und kann ihn deshalb auch nicht vermitteln. Meiner Meinung nach gilt dies allerdings nicht unbedingt für die Grundschule.
Im schlimmsten Fall muss sie die Klasse halt wiederholen.

Was du vielleicht machen könntest, wäre, mit dem/der Lehrer(in) zu sprechen (schreiben) um gemeinsam eine Lösung zu erarbeiten. Welche Aufgaben sind _wirklich_ wichtig?
Mein Sohn z.B. ist recht pfiffig und hasst in Mathe diese ewigen Wiederholungen von Aufgaben, die er schon längst verstanden hat. Da kann ich ihn zu zwingen und es dauert lange. Oder ich lasse mal 5 gerade sein, weil ich weiß, dass er es ja eh kann und die Lernumgebung gerade halt nicht passt.

Vielleicht hilft euch auch eine gewisse Struktur, nach dem Motto: 8-9: Deutsch, dann Pause (möglichst draußen), 9:15-10:15 Mathe, dann Pause (wieder 15 Minuten), dann Sachunterricht / Englisch / was auch immer. Dann Mittagessen.
Nachmittags ggf. nochmal Aufgaben, falls es am Vormittag nicht gut lief. Und falls es gut lief darf sie stattdessen dann irgendwas machen, was ihr viel Spaß macht (ein tolles Spiel, Fernsehen, Buch lesen / vorgelesen bekommen)

Bei der Hausarbeit die Kleinen irgendwie mit einbinden, dass sie die Große in Ruhe lassen. Möglichst in Rufweite bleiben und immer mal wieder schauen, wie es läuft.

Mehr Tipps habe ich leider nicht. Bei uns macht das Homeschooling hauptsächlich mein Mann und mein Sohn ist in der Beziehung zum Glück recht pflegeleicht.

LG Jolly

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Wie war sie vorher in der Schule?
In unserem Umfeld braucht kein Grundschüler 8 Stunden für die Hausaufgaben, die flitzen nachmittags spätestens ab 3 fast alle auf der Strasse rum. Ich fürchte Deine Tochter hat da irgendwo andere Probleme (Konzentration etc) die jetzt erst durchs Homeschooling so richtig auffallen. Ich würde machen soviel wie geht und Euren Kinderarzt kontaktieren, was die Probleme sind, ob sie eventuell noch Hilfestellung wie Ergo etc. braucht.
1-2 Stunden halte ich ehrlich aber auch für unvertretbar wenig, zumindestmal die normale Schulstundenzahl sollte man denke ich machen

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Ich bin mir sicher das vielen Eltern jetzt auffällt das doch nicht unbedingt nur der böse Lehrer schuld ist, sondern das das Kind irgendwo ein Defizit hat.

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Ich weiß das mein Kind Defizite hat und ich habe mit ihr auch intensiv geübt als die Schulen noch offen hatten und ich übe auch jetzt mit ihr, allerdings sind 8 Stunden am Tag einfach viel zu viel.
Leider sieht der Kinderarzt die Defizite nicht, wodurch wir keine Unterstützung wie Ergo oder ähnliches bekommen. Sie zeigte bereits im ersten Lebensjahr starke Entwicklungsverzögerungen. Wir waren bei verschiedenen Ärzten und die Aussage war meistens Kinder sind halt verschieden und entwickeln sich unterschiedlich und ihre Entwicklung läuft halt außerhalb der Norm.

Ich suche auch nicht die Schuld bei den Lehrern. Sie geht auf einer tollen Schule mit sehr tollen Lehrern.

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Hallo

statt zu sagen ich bin nicht verpflichtet sollte man deiner Tochter helfen.

Du hast ja in der Schule muss sie auch vieles nacharbeiten. Klar kann man sagen ist nicht meine Aufgabe. Sinnvoller wäre ein Termin beim Facharzt um zu schauen welches Problem sie hat und wie man sie Fördern kann.

Es zeigt ja das sie schwierigkeiten hat wenn sie ohne anleitung nicht fehler macht.

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Hallo, die kinder sollen im homeschooling natürlich so selbstständig wie möglich ihre Aufgaben erledigen. Das erklären von Aufgaben oder Hilfestellung sollen ja eigentlich auch weiterhin die Lehrer übernehmen, in Form von Videokonferenzen, Videos, Email, Telefon usw usw. Als Elternteil ist man nicht verpflichtet, den Lehrer zu spielen, allerdings sollte man im Interesse des Kindes schon schauen das es irgendwie läuft, da je nachdem welche Klasse das Kind geht, das homeschooling in diesem lockdown voll benotet wird, zumindest hier bei uns in NRW. Ich bin Integrationskraft auf einer weiterführenden Schule und betreue derzeit meinen schützling im homeschooling, wir schauen auch immer mal bei Youtube, gerade jetzt bei neuen Themen, es gibt viele tolle Videos wo die Themen kindgerecht erklärt werden. Lg

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Es besteht Schulpflicht. Die Präsenzpflicht wurde aufgehoben.

Deine Tochter muss etwas machen. Die erste Anlaufadresse ist die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer.
Sollte sie in bestimmten Fachfächern Probleme haben, dann beim Fachlehrer anrufen.

Besprich die Probleme mit dem Lehrer. Was soll deine Tochter machen? Wie kann sie es lernen? (Onlineunterricht, extra Materialien) Wie viel muss sie schaffen? Was von den Aufgaben ist extrem wichtig, welche sind Zusatzaufgaben?

Vielleicht fällt es Deiner Tochter einfacher, zu festen Zeiten etwas zu machen. Sie braucht auch Pausen!

Oder schreit sie immer, wenn sie etwas nicht will, und kommt damit durch?
Deine Tochter muss auch etwas machen. Ihr Geschrei sollte nicht dazu führen, nichts zu machen, sonst fällt das Lernen im Februar bei Präsenz extrem schwer. Erkläre ihr etwas, dann noch einmal, dann muss sie es wiedergegeben. Anschließend bearbeitet sie die entsprechende Aufgabe. Danach schaust du nach. Dann 5 Minuten Pause. Irgendwann 20 Minuten Pause. Usw.
Wenn es klappt, dann freut sie sich auf den freien Nachmittag. Und am nächsten Tag ist sie williger.

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Ich habe gerade erst gelesen, dass deine Tochter sonst auch Schwierigkeiten hat.

Unsere Logopädin von damals meinte, dass sie jederzeit ein Diagnostiktest ohne Rezept des Kinderarztes möglich wäre. Vielleicht gilt das auch für Ergotherapeuten. Frag in deinem Bekanntenkreis, welcher Therapeut gut ist und Frage dort Mal nach.

Ansonsten stehst du solange beim KiA bis er dir das Rezept für Spz/Frühförderung (ich weiß nicht, ob das noch möglich ist) .

Zuerst würde ich erstmal mit der Lehrerin sprechen, vielleicht hat sie für sie einen Förderplan. Falls sie nicht kooperiert, dann die Schulleitung.

Mit Baby ist es stressig, aber machbar. Dein Mann kann sicherlich auch die Wäsche falten und abends mal durchsaugen.

Ich habe drei Kinder, zwei Grundschüler und ein 1,5 jähriges Kleinkind. Alles zu schaffen, ist anstrengend. Nimm deinen Mann und Boot, mehr als 40 h arbeitet er auch nicht und am Wochenende kann er Wäsche falten.

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Du solltest einen Termin beim SPZ oder einer ähnlichen Stelle ausmachen.

Sowohl Du als auch der Lehrer wisst um die Defizite.
Aktuell solltest Du Dich enger mit dem Lehrer abstimmen. -- er wird euch schon sagen, welche Aufgaben für Dein Kind absolut NÖTIG sind, und welche Bonus sind.
Findet gemeinsame Wege, auch wenn der Weg heisst, mal ein Schuljahr zurück zu gehen und extra AUfgaben zu machen, die eigentlich vom letzten SChuljahr sind, um die fehlenden Basics aufzuholen.

aber ja: "verpflichtet" bist du nicht. -- aber du solltest es im Interesse Deines Kinders irgendwie auf die Reihe bekommen.
z.B. die anderen Kinder auch für eine bestimmte Zeit mal von Papa beaufsichtigen lassen. Die Schulaufgaben in den Abend und aufs Wochenende konzentriert legen usw...

es gibt viele möglichkeiten.
Die sinnbringendsten Ideen wird Der Lehrer vor Ort sein, denn der kennt euch am besten.

aktuell ist es für und alle anstrengend. aber hey: 5,5 Stunden entsprechen der Schulzeit und sind normal plus 1-2 Stunden Hausaufgaben: das muss hier gerade jeder zuhuase irgendwie schaffen. Nach Stundenplan halt....

--- da seid ihr mit 8 stunden ja nicht sooo weit drüber.
Also sucht Euch Wege, wie ihr es strukturierter und wegen den Geschwistern etwas stressfreier hinbekommt.

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Hier haben die Grunschulkinder gut 4 Zeitstunden Untericht und sollen nur 30 Minuten Hausaufgaben machen.

Ich kenne ich keine 2 Klasse die wirklich 7 Schulstunden täglich haben und dann noch 2 Stunden Hausaufgaben machen

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Es gibt eine Schulpflicht und du hast eine Fürsorgepflicht. Wenn du nun aufhört dein Kind zu unterstützen, schadet du ihr damit.

Aber dein Kind hört sich so an, als hat es Bedarf an Förderung. Sprich mit der Schule. Bei uns ist das ein Grund für Notbetreuung. Da erledigen unsere Schüler die Aufgaben mit uns Lehrern. Absolut wichtig für Kinder, die zu Hause nicht klar kommen. Vielleicht darfst du sie auch bringen, evtl reichen ja auch ein, zwei Tage. Lg

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Und geht es unbending an, warum dein Kind so Probleme hat. Das ist auf jeden Fall deine Pflicht. Hilf ihr!!! Sprich mit den Lehrern, arbeitet zusammen,überlegt Unterstützungsmöglichkeiten...

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