Was tut ihr um die Stimmung zu heben?

Hallo,

Hier zu schreiben kostet mich echt Überwindung.
Ich merke, dass mir der Lockdown seit November seelisch sehr zusetzt. Ich fühle mich mehr und mehr einsam. Ich bin mit meinem zweiten Kind in Elternzeit. Mein erstes geht in die Kita, mein Mann hat bis vor kurzem im Home Office gearbeitet und geht nun die halbe Woche zur Arbeit, da der Arbeitgeber ihn dazu aufgefordert hat. Als er komplett zu Hause war, habe ich mich mental besser gefühlt, doch das ist leider nicht mehr möglich. Ich habe in der ersten Elternzeit ebenfalls mit Baby mich schnell unterfordert und allein gefühlt und extra viele Kurse/Aktivitäten in dieser Elternzeit machen wollen damit dieses Gefühl nicht wieder entsteht, viel mit meiner Hebamme darüber gesprochen usw, doch es kam ja vieles anders. Im Sommer/ Frühherbst konnte ich mich einigermaßen noch ablenken, doch ich merke, dass die dunklen Gedanken zunehmen. Ich leide auch saisonal an Verstimmungen, habe mit Vitamin D begonnen.
Wir halten uns sehr an die Regeln, doch ich merke grade wenn ich tagsüber alleine bin, dass es mir schlecht geht. Wir treffen nur meine Familie, doch die ist berufstätig und eingespannt. Viele Freunde / Bekannte trauen sich nicht momentan zu treffen, manchmal gehen wir mit unseren Kindern auf den Spielplatz. Mein Baby -Krabbelkurs ist ausgefallen, ich habe auch in der Runde gefragt, ob jemand mit Abstand an der frischen Luft spazieren gehen will, doch entweder besteht kein Interesse oder die meisten trauen sich nicht. Ich hätte so gerne eine Freundin mit der ich mich über mein Baby austauschen kann. Mir fällt es zunehmend schwer den Kontakt zu suchen. Ich weiß nicht wie ich die Zeit bis zum Frühjahr so aushalten soll. Was tut ihr dagegen? Ich achte auf ausreichenden Essen, drehe jeden Tag eine Runde draußen. Doch es wird immer müßiger mich aufzuraffen. Geht es nur mir so? Ich sorge mich langsam in eine Depression zu schlittern.

Viele Grüße

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Hi Du Liebe!

Ich finde Deine Anfrage total berechtigt!! Und ich finde, wir können hier doch wirklich mal sammeln, was es für Optionen gibt sich über die Zeit zu bringen. Letzlich betrifft es uns alle mehr oder minder stark. Soziale Vereinsamung macht auch krank. 🤷🏼‍♀️

Ich erzähle Dir, was ich mache. Vielleicht kannst Du damit was anfangen?
Also, ich mache weiter Sport. Ich hab mich bei einem Online Kursanbieter angemeldet und freu mich über das "Fitnessstudio- Gefühl".
Ich treffe meine Freunde über Zoom. Das war anfangs komisch, aber mittlerweile find ich es sogar bequem nicht nach dem Treffen im Kalten nach Hause zu müssen. Sich sehen ist einfach anders als zu telefonieren.
Ich mache regelmäßig Wellness, während mein Mann die Kids bespaßt. Peeling, Gesichtsmaske, Haarkur, Badewanne, Kerzen und eine Traumreise. Das ist mein "Urlaub to go".
Ich lese oder höre auf dem Weg zur Arbeit Hörbücher. Das ist ein bisschen "Reisen im Kopf".
Am Wochenende machen wir Popcorn im Topf und gucken schöne Filme als Familien- Kino- Event.

Dieses Jahr hab ich einigen Freunden Adventskalender gebastelt mit 24 guten Gedanken und kleinen Nettigkeiten. Damit auch die diese Zeit gut überstehen.

Gibt es nicht Online- Rückbildungskurse? In meiner Stadt gibt es auf Facebook eine "Mama in unserer Stadt" Gruppe. Darüber haben sich ganz viele zum Spaziergang verabredet.

Ich hab in meinem Pickler Kurs geliebt, wenn wir mit Kaffee da saßen und wirklich mal das Kind beobachtet haben. Setz dich doch einfach mal hin und schau dir dein wunderbares Kind an. Das hast Du geboren! So ein Wunder!

Es gibt grundsätzlich einige Online- Kurse wie Achtsamkeitstraining etc. Das könnte Dir vielleicht auch gut tun. Und der Vorteil ist, dass Du das machen kannst, wenn das Baby schläft.

Vielleicht konnte ich Dich etwas inspirieren. Ich drück Dich mal aus der Ferne! Deine Gefühle sind total normal!!

Liebe Grüße!

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Wie lieb du bist... so ne tolle Antwort geschrieben.

👍💗

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Hallo!

Ich war echt zu Tränen von deiner Antwort gerührt. Es war genau das Richtige, was ich hören musste. Ich habe mir jetzt Stift & Papier genommen und viele der Tipps hier aufgeschrieben und mir abgepinnt. Es ist tatsächlich so, dass wenn man zu viel ins Grübeln kommt, ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe & nicht so genau weiß, was ich machen könnte, um mich abzulenken.

Hier waren ganz viele tolle Ideen dabei!

Von Herzen - Danke! ❤️

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Hast du auch mal nach "Skype-Dates" gefragt? Vielleicht findet sich da ja doch jemand, wenn man das auf den Fernseher überträgt kriegen die kleinen auch ein bisschen was mit. Ihr könntet ja einen kleinen "eigenen" Babykurs starten, kostet natürlich etwas Überwindung aber z. B. was singen, massieren, einfach spielen und nebenher mit anderen Müttern quatschen...
Kannst ja auch mal im Internet suchen, es gibt ja einige Plattformen, für online Bekanntschaft kommt ja dann auch eine größere Entfernung in Betracht, da ist dann die Auswahl etwas größer. Muss ja nicht ewig weit weg sein falls man sich mal treffen will, aber dann muss es eben auch nicht die gleiche Nachbarschaft sein wenn man nicht täglich spazieren geht, sondern vielleicht zwei Dörfer weiter. Daraus könnte sicher eine tolle Freundschaft entstehen.

Ich versuche außerdem sinnlosen Zeitvertreib zu vermeiden (zugegeben manchmal sehr schwer, vor allem wenn man sowieso schlecht drauf ist). Also weniger Netflix, mehr putzen. Oder wenn TV dann wenigstens nebenbei Wäsche zusammenlegen oder so. So ist man am Ende des Tages deutlich zufriedener auch wenn man im Prinzip nichts spaßiges gemacht hat, aber immerhin was sinnvolles.

Außerdem denke ich mir ab und zu eine schöne Aktion aus oder backe halt was, auch wenn es keinen Grund gibt und niemand es isst außer unsere Familie. Gerade habe ich zum Beispiel unsere Kücheninsel wie einen Weihnachtsmarktstand dekoriert und wir haben dann heute nach dem Spaziergang einen Punsch gemacht und Lebkuchen gegessen. War wirklich schön.
Also einfach Mühe geben auch wenn es "nur" für eure Familie ist.
Der Weihnachtsmarkt in der Küche wird dieses Jahr zum Beispiel definitiv ein Highlight was wir ohne Corona sicher nie gemacht hätten.

Zum Beispiel könnte man beim Essen auch an manchen Tagen ein Motto einführen, zum Beispiel lateinamerikanisch und dann Tortillas machen und paar tropische Früchte zum Nachtisch, oder schwedisch, Köttbullar machen und Zimtschbecken backen, dazu was basteln etc.

Klar kann man nicht jeden Tag was tolles neues planen, kostet ja vielleicht auch mehr als sonst im Alltag, aber allein dass es dann was besonderes war ist schön und auch die Vorfreude könnte an den anderen Tagen schon deine Stimmung heben.

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Das mit den Weihnachtsmarktstand macht mich total neugierig...erzähl mal mehr;).
Ich habe überlegt mit den Kindern zusammen auch bei uns auf der Terrasse einen kleinen " Markt " zu machen, mit Punsch und evtl stockbrot und Würstchen über den Feuer und vielleicht noch gebrannte Mandeln oder so...haben einen alten Küchenofen auf der Terrasse stehen, so dass man dort auch kochen kann.

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Deine Idee hört sich auch toll an. Macht das, wird bestimmt spaßig, da vermisst man den vollgestopften Weihnachtsmarkt gar nicht!

Bei uns hat sich das angeboten, wir haben eine Kücheninsel mit einer an der Decke montierten Abzugshaube, an der habe ich eine Tannengirlande mit Lichterkette befestigt, mit Kugeln, Tannenzapfen etc. dekoriert. Auf der Ablage dann schöne Weihnachtsservietten und Schalen mit Plätzchen und Mandarinen und Nüssen.
Wir haben auf der einen Seite Barhocker, also haben wir dann auf dem Herd Punsch warm gemacht (aus dem Terrapack und dann mit Orangenscheiben, Zimtstangen etc. verfeinert, von Grund auf selber machen wäre natürlich noch besser) und dann war es fast wie die Durchreiche beim Weihnachtsmarktstand.
Macht bestimmt auch Spaß noch mehr Rezepte nachzumachen, zum Beispiel Schokofrüchte, Flammkuchen, Raclette, Schupfnudeln etc.

Das dekorieren hat auf jeden Fall schon richtig Spaß gemacht auch wenn wir etwas früh für Weihnachtsmarkt dran sind, aber jetzt sieht es auch richtig schön und gemütlich aus.

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Hallo,
Ich kann von mir behaupten, mir geht es inzwischen auch oft so.
Ich bin eigentlich ein wirklich kreativer und fröhlicher Mensch, aber momentan nervt mich oft alles und ich merke wie meine Stimmung anfängt zu kippen.
Ich arbeite 35 Stunden in der Woche und hab zwei Kinder, die mit 9 und 15 sich aber auch meistens allein beschäftigen..
Ich beschäftige mich viel mit Lesen und malen. Ich versuche Sport zu machen ( Youtube) Und geh soviel wie möglich raus..meistens kann ich die Kinder motivieren mit zu kommen, doch manchmal inzwischen auch alleine. Ich nehme mir viel vor, was ich die letzten Jahre aus Zeitdruck nicht geschafft habe. Habe stollen gebacken und Lebkuchen Teig abgesetzt, der soll sich in den nächsten Tagen noch in ein Haus und weihnachtsschmuck verwandeln. Es macht mir Spaß für andere Kleinigkeiten zu machen und sie zu überraschen. Ich habe für die Kinder adventskalender selber gebastelt ( oder bin noch dabei) Und auch für meine Schwiegereltern. Die wissen noch nichts davon, und ich freu mich schon ihm einfach nächste Woche mit den Kindern vor die Tür zu legen.
Im letzten lockdown hab ich angefangen Brot zu backen, das macht auch echt Spaß.
Und, da wir Restaurants echt vermissen, haben wir einen chinesischen und einen griechischen Abend veranstaltet, mit deko und so.
Doch trotzdem fehlt mir irgendwas, zoom ist leider so gar nicht meins. Ich telefoniere öfter, finde aber, es ist einfach nicht dasselbe.
LG

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Hallo, ich verstehe das total. In meiner Elternzeit wohnten wir noch nicht lange hier. Ich hatte keine Freundinnen außerhalb der Arbeit und war immer allein. Mein Sohn hat auf jede Art von Gruppe mit Weinen etc. reagiert, so dass ich das vergessen konnte. Ich kannte zwei Mamas aus dem Vorbereitungskurs. Mit denen bin ich spazieren gegangen.
Es gibt eine App "Momunity" darüber kann man Mamas in der Umgebung kennenlernen. Ich habe da zwei ganz liebe Mamas in meiner Nähe getroffen. Jetzt während Corona, gehen wir dann nur spazieren mit Abstand oder mal auf den Spielplatz (unsere Kinder sind schon über ein Jahr alt). Vielleicht findest du da jemanden, der spazieren gehen will?
Da ich wieder Teilzeit arbeite, fühle ich mich nicht mehr ganz so allein. Aber das Eltern-Kind-Turnen und die Eltern-Kind-Gruppe fallen ja aus, und das fehlt mir schon. Immer mit Kind allein zuhause, ist halt auch nicht so toll.
Mit meiner besten Freundin (sie wohnt weit weg) schreibe ich oft über WA, aber mittlerweile schicken wir uns Sprachnachrichten. Das ist irgendwie angenehmer. Mit meinen Eltern skypen wir.
Ansonsten hilft es mir, dass ich mit meinem Sohn auch mal Erledigungen mache (Einkaufen etc.). Man kommt mal raus und sieht was anderes.

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Ich kann dich voll verstehen! Ich bin in 100% Kurzarbeit und fühle mich auch irgendwie „einsam“ bzw die Situation setzt mir sehr zu!
Mein Problem ist auch, dass es in meinem Umfeld nur zwei Lager gibt: Lager A schränkt dich quasi nicht ein, trifft sich fröhlich weiter, vielleicht nur gleichzeitig mit einem Haushalt, aber mit täglich wechselnden Kontakten ... ist ja auch nicht im Sinne des infektionsschutzes. Lager B findet corona schlimm und befürwortet absolut die Maßnahmen, aber jegliche Kritik oder Traurigkeit wird abgeschmettert mit „ist ja Pandemie. Man soll sich nicht so anstellen, einen Winter keine Party, wenigstens leben wir nicht im Kriegsgebiet!“
Ich bin eher so ein Mittelweg-Sucher, also Spaziergang wäre für mich bspw ok. Es gibt aber gefühlt keine Mittelweg-gänger...
naja, ich habe in dem Thread jedenfalls gute Ideen gehört, die ich auch umsetzen werde!!
Wheinachtsmarkt zuhause finde ich toll oder Restaurant zu Hause 😀
Deine Kinder sind noch zu klein, aber mir würde noch Brettspiele, Monopoly und so was einfallen.
Wir haben mit einer befreundeten Familie auch im Wechsel eine schatzsuche kontaktlos gemacht, das war sehr cool!
Ich bastle mit den Kids auch Weihnachtskarten für Freunde und Familie...

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Ich verstehe so gut, was du meinst! Wir sind auch Mittelgänger und so richtig findet sich da auch keiner. Viele treffen sich uneingeschränkt, da wir aber davon anfangs Abstand genommen haben, hat so jeder seinen Kern, mit dem der er die Zeit übersteht und nur ich fühle mich so außen vor 🙈 isr natürlich Quatsch, weiß ich auch. Aber es tut total gut zu lesen, dass wir damit nicht allein sind!

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In eine Depression kommst du hoffendlich nicht. Das ist eine schwere Krankheit.

Mir hilft es an einem schönen Ort zu fahren. Bei mir die Elbe, da bin ich immer gut drauf.

Anonsten für die Zukunkt planen. . Wir planen eine Reise nach Japan und einen Trip mit der Eisenbahn nach Wladiwostok.
Habe angefangen Zelda zu spielen. Da kann ich mich so schön aufregen.
Wohnung weihnachtlich gestalten.Kekse backen, Deko herstellen, usw..
Es gibt bestimmt Organisationen die grade in Corna Zeiten hilfe brauchen. Habe selber einge Zeit bei der Tafel gehofen.
Fortbildungen , wird zumindest der Geist angeregt.
Etwas ausprobieren, malen, backen, Musik,

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Schau doch mal bei fb, ob es von Deiner Stadt oder engeren Umgebung eine Müttergruppe oder ähnliches gibt. Vielleicht findest Du da jemand zum Austausch. Ich persönlich möchte mich bei der momentanen Kälte und dem Schmuddelwetter auch nicht draußen treffen. Die Panik vorm drinnen treffen ist unnötig. Ihr braucht euch weder umarmen noch aufeinanderhocken. Hände waschen, zwischendurch und nach dem Besuch durchlüften und von mir aus Türklinken desinfizieren reicht aus. Man hat ja keine 10 Leute auf 10 qm dicht um sich herumsitzen. So machen es alle meine Freunde und meine Familie und keiner von uns wurde bisher infiziert.
Heute mittag kam erst in einem TV-Beitrag, dass Kleinkinder wesentlich weniger Rezeptoren haben, an denen Covid-Viren andocken können als Erwachsene, also hier auch eine kleine Entwarnung.
Es wird noch einige Monate gehen mit Lockdowns und bis viele geimpft sind. Bis dahin muss man selber sehen, wie man psychisch gut durch die Zeit kommt, trotz Winterblues und Corona. Für mich wären Videoanrufe usw. absolut kein Ersatz für menschlichen Kontakt, deswegen treffe ich mich mit meiner Tochter und meiner Enkelin regelmäßig, auch immer wieder mit Freundinnen, aber einzeln. Hast Du auch niemand in der Nachbarschaft, mit der Du mal einen Kaffee trinken kannst?
Versuchen kannst Du es ja mal bei fb. Da gibts unendlich viele Gruppen. Viel Glück!
LG Moni

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Danke für den Facebook - Tipp. Ich weiß haargenau, was du meinst. Ich sehe auch kein Risiko mit den Müttern aus dem Krabbelkurs für ne halbe Stunde draußen zum spazieren gehen zu treffen, doch es haben so viele so dermaßen Angst. Ich kann’s ja verstehen, aber ich kann doch nicht bis März nur zu Hause alleine hocken, da werde ich irre!
Danke auf jeden Fall für deine Anregung.

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