Beamtenanwärter - sollen wir alle wechseln?

Schönen guten Tag,

kurz zu unserer Situation: Über meinen Ehemann, sind sowohl unsere Tochter als auch ich in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert. Aufgrund beruflich neuer Wege meines Mannes, wird er in absehbarer Zeit Beamtenanwärter sein. Für ihn alleine ist ein Wechsel zu einer PKV anhand der reinen Zahlen äußerst interessant, auch im Hinblick auf die Beihilfsätze. Da ich voraussichtlich erst Ende diesen Jahres wieder in einem Arbeitsverhältnis stehen werde und auch erst da die Möglichkeit hätte, unsere Tochter dann über mich familienversichern zu lassen, sind wir nun ein wenig ratlos. Für dieses Vierteljahr, gäbe es natürlich die Möglichkeit, dass unsere Tochter und ich als freiwillige Mitglieder in der GKV verbleiben, was aber für uns beide jeden Monat mit entsprechenden Beiträgen einhergehen würde.
Die Aufnahme für mich als Ehefrau in die PKV ist nach unseren bisherigen Recherchen nicht ganz so einfach wie bei der GKV. Den anderen Nachteil sehen wir persönlich darin, dass eine Rückkehr in die GKV nur erschwert möglich ist. Zum anderen ist natürlich abzuwägen, mit welchem Modell und welcher Konstellation wir alle am Besten abgesichert sind. Den finanziellen Aspekt zwischen GKV und PKV, wollen wir hierbei auch nicht außer Acht lassen.

Vielleicht können Sie mir anhand dieser Informationen aus der Ferne einen Tipp oder Ratschlag geben, welche Vorgehensweise/ welches Modell für alle Beteiligten in unserer Konstellation am Sinnvollsten erscheint.

Vielen Dank.

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Hallo wifeyforever,

Da hast Du aber eine recht komplexe Frage gestellt. ;-)

Ich versuche einmal, die Antwort auf die Möglichkeiten zu reduzieren, die am Nächsten sind.
Du gibst ja an, dass Du perspektivisch in Kürze wieder ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis eingehst. Ab diesem Zeitpunkt ist Deine Versicherungssituation sowieso geklärt, weil Du damit ja so oder so gesetzlich versichert wirst. Wir betrachten also nur den Zeitraum dazwischen.

Für Deinen Mann ist es natürlich nicht nur wegen den günstigen Beiträgen hoch attraktiv, über die Beihilfe und Restkosten versichert zu sein - sondern auch von der Leistungsseite.

Wie die Kinder dann zu versichern sind, ist Euch freigestellt (so lange Dein Mann unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2020: 62.550 Euro) verdient). Ihr könnt natürlich den kostengünstigeren Weg über die beitragsfreie Familienversicherung wählen und gegebenenfalls für den besseren Versicherungsschutz noch sinnvolle Zusatzversicherungen abschließen. Die kosten in der Regel zwischen 10 € und 27 € pro Monat.

Ein wirklich hochwertiger Versicherungsschutz über Beihilfe+PKV für die Kinder liegt bei unter 40 € pro Monat. Von der Leistungsseite ist die Kombination Beihilfe und Restkosten-Erstattung über die private Krankenversicherung ein unschlagbares Duo. Aber das könnt Ihr ja nach einer ausführlichen Beratung noch entscheiden wohin die Reise geht.

Ein paar zusätzliche Aspekte für die Entscheidungsfindung hat mein Kollege Christoph hier zusammengetragen:
https://www.kinder-privat-versichern.de/beamte-beihilfe-fuer-kinder/beihilfe-oder-gesetzlich/

Jetzt stehst Du aber noch vor der Frage, was ist für diese Übergangszeit zu tun ist, in der Du noch kein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingegangen bist. Dafür gibt es verschiedene Varianten, von denen ich auf zwei näher eingehen möchte:
Einerseits könnten wir natürlich Deine ganze Familie privat versichern oder aber andererseits den Weg über die gesetzliche Krankenversicherung gehen - für Euch alle.

Als Beamtenanwärter bezieht Dein Mann zunächst recht geringe Bezüge. Wenn Du diese nimmst und mal ca. 19 Prozent für die gesetzliche Krankenkasse mit Zusatzbeitrag und die Pflegeversicherung kalkulierst, kommst du vielleicht auf einen Beitrag von circa 250 € monatlich. Damit wäre aber dann Dein Mann, Du und Eure Kinder erst einmal komplett versichert. Das ist die Variante, wenn Ihr Euch alle zusammen gesetzlich versichert. Die 19 Prozent kommen daher, weil der Dienstherr nicht wie bei einem Angestelltenverhältnis einen Arbeitgeberanteil bezahlt, sondern Ihr die Beiträge in dieser Konstellation komplett selbst bezahlen müsst. Aber im Rahmen der Mitversicherung von Dir und den Kindern in der Familienversicherung eben nur einmal für alle.

Parallel stellt Ihr bereits zukunftsorientiert einen Antrag auf Restkosten in der PKV für Deinen Mann und gegebenenfalls für Eure Kinder. Sobald Du aus der beitragsfreien Familienversicherung ausscheidest, aktivieren wir den Vertrag von Deinem Mann und er ist dann über die Beihilfe versichert. Die Versicherung für Deinen Mann sollte aufgrund des Gesundheitsänderungsrisikos so früh wie möglich beantragt werden.

Die andere Möglichkeit, Euch alle privat zu versichern bedingt, dass auch alle von ihrem Gesundheitszustand her versicherbar sind. Du deutest ja in Deiner Frage an, dass es bei Dir gegebenenfalls etwas schwieriger sein könnte. Ein anderer Aspekt ist ob du auch bei dem richtigen Versicherer ebenfalls den Ausbildungstarif wie Dein Mann, also damit den dann erheblich günstigeren Tarif, tatsächlich erhältst. Wenn die Voraussetzungen stimmen, würde der Beitrag ähnlich hoch sein wie in der PKV.
Das wichtigste für Euch ist es, den Versicherungsschutz auf Eure persönliche Zeitachse abzustimmen und gleichzeitig die Kosten im Blick zu haben.

Ich hoffe ich konnte Dir einen Großteil Deiner Fragen beantworten. Wenn Du noch weitere Fragen hierzu hast, dann schreib sie gerne in das Forum und ich helfe Dir weiter.

Liebe Grüße
Markus von Leni, Leon & den Luchsen

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