Umgang mit Home-Office"Verbot"?

Hey heute Mal eine etwas politische Frage: Nach einer Fehlgeburt, darauf zwei Jahre erfolgloser Versuche und nun einen Zyklus vor Beginn einer ICSI Behandlung bin ich spontan schwanger geworden. (Ganz frisch 4+2 heute - also ein vorsichtiges Glück)

Im Moment arbeite ich in einem mittelmäßigem Bürojob unter eher prekären Arbeitsbedingungen (Kein Betriebsrat) Meine Stelle kann problemlos im Homeoffice ausgeübt werden.
Zu Beginn der Pandemie wurde allen Mitarbeitern SEHR deutlich vermittelt, dass wenn wir vom Home-Office "Angebot" gebrauch machen, unsere Verträge nicht verlängert werden. Auch nach bereits drei Coronafälle im Büro hat sich an dieser Politik nichts geändert.

Nun schwanger habe ich große Angst durch Ansteckung eine weitere Fehlgeburt zu riskieren.
Es ist aber noch viel zu früh meine Schwangerschaft offiziell zu machen. Zudem läuft mein Vertrag im Juli aus, und sollte dann eigentlich verlängert werden.

Was denkt ihr wäre nun das richtige Handeln? Kranschreiben lassen und riskieren ab Juli arbeitslos und schwanger zu sein? Oder Zähne zusammenbeißen und mir bis zur Vertragsverlängerung nichts anmerken lassen aber die Schwangerschaft riskieren? Oder doch eher einen Anwalt um Rat fragen?

Ich hoffe das Thema ist hier nicht komplett falsch, wenn ja sagt bescheid dann lösche ich natürlich. Danke!

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Puh, schwierige Frage. Da du nur einen befristeten Vertrag hast, könnte dein AG dich also tatsächlich zum Juli bereits loswerden - ob schwanger oder nicht. Die Frage ist jedoch, ob du denn überhaupt unbedingt die ganze SS und nach der Elternzeit in diesem Betrieb weiter arbeiten möchtest: Androhung keiner Vertragsverlängerung wenn das Homeoffice-Angebot angenommen wird, kein Betriebsrat, immer nur befristete Verträge usw. Also für mich klingt das insgesamt nicht gerade wie ein besonders familienfreundlicher AG.

An deiner Stelle würde ich den Job wohl abhaken und mich die restliche Zeit des Vetrages krankschreiben lassen. Aber das sagt man als Außenstehender natürlich leicht... Im Grunde musst du für dich entscheiden wie viel dir der Job wert ist, ob du nach der Elternzeit überhaupt noch dort arbeiten möchtest oder kannst und ob du das Risiko einer möglichen Ansteckung eingehen möchtest.

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Schwierig. Willst du denn die Ss bis zur Vertragsverlängerung geheim halten? Dann wird ja vermutlich der Vertrag auch wieder befristet sein. Wie geht dein AG denn allgemein mit Schwangeren um? Mal abgesehen von Corona.

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Hey Nuuhs,

Arbeiten wir beide im selben Betrieb?? *Scherz*
Das einzige was bei uns anders ist, das ich einen unbefristeten Vertrag habe. Aber auch uns wurde das Homeoffice verwehrt, obwohl es möglich ist. Außerdem wird man bei Krankheit auch gerne mal vom Chef angerufen und gefragt, ob man wirklich krank ist, oder ob man sich dafür nicht Urlaub nehmen kann. 🙄
Aber ich hänge absolut nicht an dem Job. Wenn die mir also irgendwelche Steine in den Weg legen, dann komme ich nach der Elternzeit nicht wieder. Ich finde schon etwas Neues.
Allerdings halten sich meine Kollegen sehr an die AHAL Regeln und ich habe wenig Angst mich dort anzustecken. Das scheint bei dir anders zu sein.
Von daher wäre es ganz klar, das ich mich und mein Baby schützen muss. Vorerst durch eine Krankschreibung. Damit hat sich (höchstwahrscheinlich) dein neuer Vertrag erledigt, aber ich hätte viel zu viel Angst vor einer Infektion.
Hoffe du findest einen Weg, mit dem du dich wohl fühlst.
Alles Gute für dich 🍀
Lieben Gruß
Stebo (10+3)

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Danke euch für die Antworten. Ich denke ich brauche vielleicht noch eine Woche um zu realisieren, das ich tatsächlich Schwanger bin und kann erst dann wirklich rationale Entscheidungen treffen.
Aber, nein nach der Elternzeit habe ich sicher nicht vor dahin zurück zu gehen. Es ging vor allem darum, zumindest noch ein Jahr nicht in der Arbeitslosigkeit zu sein. Aber tatsächlich denke ich, dass es dieses Opfer nicht Wert ist.
Mein Mann teilt meine Angst, und tatsächlich sollten wir es mit ein bisschen Sparsamkeit schaffen auch ohne Vertragsverlängerung.
Wie ansonsten mit Schwangerschaften umgegangen wird weiß ich leider nicht, da es *Überraschung* starke Fluktuation bei den Mitarbeitern/innen gibt. In meinen drei Jahren habe ich noch keine Schwangerschaft mitbekommen. Aber ich werde sicherlich Mal unauffällig fragen. Danke für den Hinweis.
Soziale Projektarbeit sollte wirklich besser geschützt werden vor solchen Problemen.

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Oh man, wenn ich sowas lesen, könnte ich mich gleich richtig richtig aufregen. Das gibt es doch nicht! Wie Arbeitnehmer UN freundlich kann ein Arbeitgeber eigentlich sein? Ich verstehe Deine Zwickmühle. Weiß auch nicht wie ich handeln würde. Am Arbeitgeber hängst Du wahrscheinlich nicht, aber wäre ja schön die Vertragsverlängerung noch mitzunehmen. Oh man! Wenn Du unkompliziert einen Anwalt konsultieren kannst, würde ich wohl das machen.

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Hey,

wie oft wurde dein Vertrag denn schon verlängert? Wenn ich mich richtig erinnere dann müssen sie dir ab der 3 Verlängerung nen Festvertrag geben?

Ich würde für dich entscheiden, es hängt davon ab ob du den Job brauchst. Tendenziell würde ich überlegen, wie vorher schon gesagt ob du da überhaupt langfristig bleiben willst.

Es ist ne echt schwere Entscheidung und so viel spielt mit, aber ich würde wahrscheinlich auf Nummber sicher gehen. Aber ich hatte auch schon 4 Fehlgeburten und mir ging es die letzten 9 Wochen echt schlecht, hätte das im Büro nicht überstanden!

Viel Glück bei deiner Entscheidung

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Hallo,

krank schreiben ist Sozialbetrug, es sei denn du bist wirklich krank. Also überlege dir ob du eine Straftat begehen willst.

Warum riskierst du die Schwangerschaft nur weil du arbeiten gehst? Das ist eine rein emotionale und keine sachliche Aussage.

Ich kenne viele Schwangere die ihr Bürojobs in den letzten 14 Monaten ganz normal im Büro / an der Arbeitsstelle ausgeübt haben. Keine von ihnen hat sich mit Corona infiziert. Nach deiner Argumentation dürftest du bis zur Geburt nicht mehr das Haus verlassen und auch niemanden zu dir rein lassen, denn jeder Besuch inkl. der Partner könnten dich anstecken.

Zusätzlich solltest du bedenken, dass wenn du arbeitslos bist, du Lohnersatzleistungen bekommst, die dafür sorgen, dass diese Monate im Elterngeld mit 0€ berechnet werden.

Das richtige Handeln ist deinem Job ganz normal weiter nachgehen, deine Schwangerschaft deinem Arbeitgeber melden, dann eine Gefährdungsbeurteilung machen und dann entscheiden ob dein Arbeitsplatz mutterschutzkonform ist. Wenn ja wird normal weiter gearbeitet, wenn nein bekommst du entweder einen anderen Arbeitsplatz oder ein BV.

Und bevor du die "ich habe aber ICSI gemacht und schon eine Fehlgeburt". Habe ich alles auch schon durch. 5 Jahre Kinderwunschbehandlung, inkl. 2 Fehlgeburten, davon den Zwilling unserer Tochter.

LG Morgain

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Mh ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen aber ist die Lage wirklich so dramatisch wie du sie einschätzt ?

Ich lese irgendwie raus das du deine Schwangerschaft extrem in Gefahr siehst wenn du weiterhin arbeiten gehst.

Bis auf die wirklich kontaktnahen Berufe mit viel wechselnden Publikum gehen doch in der Regel die schwangeren Frauen weiterhin normal arbeiten .

Mit wie vielen Personen teilst du dir denn das Büro ? Ich würde vielleicht wenn die Schwangerschaft stabil aussieht in einigen Wochen die Firma und die Kollegen einweihen und darauf aufmerksam machen das in Zukunft noch besser gelüftet wird und man den nötigen Abstand zu dir einhält.

Ich weiß selbst wie das ist wenn man eeeeeendlich schwanger ist und für einen selbst ist es die größte Ausnahmesituation überhaupt ... ABER man ist „nur“ schwanger - so wie viele, viele andere Frauen auch !

Und bedenke es geht um 1-2 Jahre Elterngeld . Das würd ich mir gut überlegen zumal von der kurzen Schilderung die du gegeben hast aktuell keine akute Gefährdung für dein Kind vorliegt. Außer das du dich zwar teilweise verständlich aber nunmal nicht änderbar über die Tatsache ärgerst das deine Firma kein Homeoffice unterstützt. Das betrifft ja auch deine Kollegen .

Freu dich erstmal über euer Glück und lass es etwas sacken! Ich denke mit etwas Abstand wirst du klarer sehen 😉🍀

Viele Grüße aus der (morgen) 40. SSW

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Wenn du jetzt hinkegelst geht das nicht nur ab Juli massiv ins Geld sondern auch im Elterngeld. Wenn du auf Abstand achtest, va in der Pause, gut lüftest und achtsam bist ist die Gefahr gering dass du dir was fängst. Corona ist kein Spass als Schwangere, aber va im 2./3. Trimester lauert die Gefahr. Jetzt noch nicht so.

Ich würde die nächsten Wochen sehr achtsam sein und im 2. Trimester impfen lassen.

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