Spontane Geburt nach KS- Erfahrungen gesucht

Hallo ihr lieben,

die letzten 10 Wochen stehen an. Der Countdown läuft!

Im Dezember 2019 kam mein sohn per KS zur Welt. Ich lag schon 1,5 Wochen vorher im KH wegen Nierenstau und der symphyse. Ich hatte ziemliche Schmerzen. Ich wurde einen Tag eingeleitet und dann wurde direkt auf KS hingewiesen, da es wohl nichts werden würde. Ich bereue bis heute dem zugestimmt zu haben. Es wäre nicht nötig gewesen und ich bin bis heute nicht im reinen.

Nun entbinde ich in Mai und wünsche mir vom ganzen Herzen eine natürliche Geburt. Meine FA und Hebamme stehen voll dahinter und sagten, dass wäre kein Problem.

Ich lag nun einmal wegen einer Blutung nach dem Sex im KH. Das war das kh wo ich den KS hatte. Schon als ich reinging kam die Ärztin und sagte, sie erinnere sich an mich, ich hätte ja den KS gehabt und das wir dann ja in mai direkt den nächsten machen weil der Abstand zu kurz wäre. Sie hatte mich nichtmal untersucht oder sonst was nur direkt vom KS gesprochen.

Ich hab mich nun für ein Krankenhaus entschieden was auf die Wünsche der Frau eingeht und was mich in meiner Entscheidung unterstützt.

Ich wollte gerne Erfahrungen hören, wie die natürliche Geburt bei euch nach dem KS gelaufen ist. Gab es Probleme? Wurdet ihr besonders kontrolliert?

Lg 💗

1

Hallo meine Liebe, ich kann dich total verstehen. Ich hatte 02/2018 einen ungewollten und umgeplanten Kaiserschnitt (Frühgeburt, schnelle Muttermundöffnung) und habe mich richtiggehend um eine natürliche Geburt betrogen gefühlt. Auch wenn ich natürlich weiß, dass es medizinisch der "sicherere" Weg war.
Ziemlich genau 2 Jahre später konnte ich dann glücklicherweise natürlich entbinden. Alle Ärzte haben mich immer beruhigt und keine Einwände gegenüber einer natürlichen Geburt ausgesprochen. Ich hätte zur Einleitung gemusst, das wäre schwierig gewesen nach KS. Aber mein Baby hat sich zum Glück am Tag der Überweisung zur (kurzfristigen) Einleitung selbst auf den Weg gemacht. Ich hatte eine wunderbare, recht schnelle und komplikationslose Geburt. Niemand hat was zur Narbe gesagt. Einmal habe ich unter den Wehen dran gedacht, aber ich habe mich stark und sicher gefühlt und nicht gefragt. Ich hatte während der 2. Schwangerschaft und Geburt und auch danach keine Probleme oder Schmerzen mit der Narbe, der Rückbildung oder sonst etwas.

Ich war nach der Geburt topfit und bin unendlich dankbar, dass ich das erleben durfte. Ich habe die natürliche Geburt im Vergleich zum Kaiserschnitt als Spaziergang erlebt (ich weiß, dass es auch anders laufen kann).

Deine Entscheidung, dir ein anderes Krankenhaus zu suchen, finde absolut nachvollziehbar. Bei der Aussage würde ich mich auch nicht wohl fühlen... Ich habe im gleichen Krankenhaus entbunden und habe "meinen Frieden geschlossen".

Alles Gute dir für die bevorstehende Geburt!

4

Vielen Dank für deinen Bericht 💗

Eure Erfahrungen helfen mich sehr und bestärken mich in meinem Vorhaben!

2

Hey, ich sehe mich in deiner Geschichte wieder. Die Umstände waren andere, aber auch mir wollte man bei einer Untersuchung im „alten KH“ direkt einen Termin zur Anmeldung geben.

Kennst du das Buch „meine Wunschgeburt nach Kaiserschnitt“? Sehr zu empfehlen.

Meine beiden sind nur 15 Monate auseinander.
Die erste Geburt endete wegen Geburtsstillstand im KS. Die zweite hat genauso schleppend angefangen wie die erste und dauerte ewig. Letztlich ging aber alles ohne Komplikationen gut zu Ende.

LG und alles Gute 🍀

3

Kann dich auch verstehen. Hatte im August 2018 einen Kaiserschnitt aufgrund akutem HELLP Syndrom. Vor 4 Wochen durfte ich eine natürliche Geburt erleben und würde sie dem Kaiserschnitt immer vorziehen auch wenn ich sie wesentlich schmerzhafter und zermürbender erlebt habe.
Es musste eingeleitet werden und wegen dem vorangegangenen KS konnten sie die Dosis nicht erhöhen. Was auch ein Grund dafür sein kann dass es so lange gedauert hat. Hatte dann sogar eine PDA. Ich wurde natürlich aufgeklärt dass es zu einer Ruptur der Gebärmutter kommen kann, aber die Ärzte im KH wie auch mein FA waren sich einig dass auch eine PDA diesen Schmerz nicht überdeckt und man eine Ruptur rechtzeitig merkt. Ich bin im Nachhinein froh über diese Möglichkeit, da mir nur so ein weiterer KS wegen Geburtsstillstand erspart blieb.

Wünsche dir alles Gute 🍀✊

5

Ich hatte leider die gegenteilige Erfahrung. 1. Kaiserschnitt durch krankes Kind. 2. Geburt wollte ich unbedingt normal. Das hätte meiner Tochter und mir fast das Leben gekostet. Die Ruptur kam. Im Rückblick weiß ich es gab vorher Zeichen. Leider kannte ich die nicht vorher.

6

Darf ich frage welche Zeichen?

12

Das würde mich auch interessieren. Habe jetzt schon öfter schneidende Schmerzen im Bereich der Narbe, obwohl sie laut Ultraschall top aussehen soll. LG

7

Die Narbe fängt an zu ziehen danach zu brennen. Da wird es dann leider Zeit für einen Kaiserschnitt.

8

Okay dann werde ich darauf achten. Vielen Dank für deine Erfahrung

13

Ah. Danke für die Ergänzung. Bin nämlich auch am überlegen, ob natürlich statt Kaiserschnitt. Habe aber Gerinnungsstörungen und jetzt schon öfter schneidende Schmerzen. Kann man auch als brennen bezeichnen. Dann bin ich gewarnt. Danke dir!

9

Ich durfte inzwischen zweimal vaginal entbinden nach Kaiserschnitt. Mein erster Kaiserschnitt geschah nach einem Geburtsstillstand in der Endphase (bei 9cm). Das Kind war sehr schwer (4400g), hatte einen großen Kopf (38cm) und war ein Sterngucker. Man versuchte noch drei Stunden das Kind zu einer Drehung zu bewegen und irgendwann - nach 23 Stunden Wehen spielte mein Kreislauf nicht mehr mit. Ich hab mich dann aktiv zu einem Kaiserschnitt entschieden - die Ärzte boten mir an maximal noch eine Stunde zu warten, aber eine Freundin von mir hatte 10 Wochen vorher bei einem verzögerten Geburtsverlauf eine Plazentaablösung erlebt dass das Kind erstmal auf die Neointensiv brachte. Das wollte ich nicht riskieren und daher war und bin ich absolut fein damit dass mein Sohn per Kaiserschnitt zur Welt kam.

Wir wollten aber immer mehr als zwei Kinder und ich hatte die Befürchtung dass das bei mehreren Kaiserschnitten vielleicht nicht gehen würde daher wollte ich es unbedingt nochmal vaginal versuchen. Aber natürlich nur, wenn keine Risiken für das Kind damit entstehen. Ich war zusätzlich ängstlich weil meine zweite Schwangerschaft leider mit einer Missed Abortion endete.
Ich wollte es also nur riskieren wenn die Ärzte nicht wegen der Narbe warnen, wenn ich keine Schmerzen habe und keine Einleitung nötig wird (denn das ist hinsichtlich einer Uterusruptur auch ein Risikofaktor).

Ich habe mir zur Unterstützung eine Beleghebamme gesucht, die mich bei der Geburt in meinem Wunschkrankenhaus (mit Perinatalzentrum 1) begleiten konnte und das Buch "Meine Wunschgeburt - Selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt" gelesen. Das Buch hat mir auch Ängste genommen denn während der Schwangerschaft schmerzte es immer wieder und ich befürchtete sehr dass es die Narbe sei. Im Endeffekt waren es wohl Verwachsungen die sich im Verlauf der Schwangerschaft löste. Mein FA ist der Ansicht dass es keinen Sinn macht Narben zu vermessen oder ähnliches. Es gäbe Narben die super aussehen und einer Geburt nicht standhalten, und andere Narben bei denen man echt Zweifel hat und sie machen eine Geburt super mit. Man soll eher auf Symptome/Schmerzen achten, daher schließen manche Krankenhäuser bei Geburten nach Kaiserschnitten auch PDAs aus. Meine Wunschklinik tut das nicht, für mich wäre es aber ein no go.

Tja und dann platzte bei 37+1 die Fruchtblase. Ich war total panisch und dachte erst dem Kind sei was passiert, aber alles war gut. Wehen bekam ich aber keine. Nach 12 Stunden ging ich in die Klinik und bekam eine Antibiose und nach 24 Stunden hatte ich die Wahl - Kaiserschnitt oder Einleitung. Hier hatte im Forum gerade ein paar Tage zuvor eine Frau erzählt, dass sie ihr Kind wegen einer Uteruruptur nach EInleitung verloren hatte und dann verstand ich genau vor dieser schweren Entscheidung. Man erklärte mir, dass man mich zunächst nur mit einem niedrig dosierten Oxytocintropf einleiten würde. Meine Hebamme und mein Mann rieten mir zu es so zu probieren und die Ärztin überzeugte mich letztendlich mit Statistiken dass das Risiko überschaubar sei. Ich kam also um 10:30 Uhr morgen an einen Oxytocintropf, hatte 15 Minuten später richtig ordentliche Wehen - Schmerzen und Ziehen wie in der Schwangerschaft spürte ich gar nicht und 3 Stunden später hatte ich meine, gerade Mal 2700g schwere Tochter im Arm :) Zwischen der ersten vaginalen Geburt und dem Kaiserschnitt lagen ziemlich genau 2 Jahre.

Bei meiner dritten Geburt, 2,5 Jahre später hat mich ebenfalls meine Beleghebamme in mein Wunschkrankenhaus begleitet. Mein FA hat das Thema "Zustand nach Sectio" gar nicht mehr groß thematisiert. Diesmal bekam ich bei 39+0 regulär Wehen und brachte meine 4 kg schwere 2. Tochter ohne irgendwelche Interventionen zur Welt. Einen Arzt sah ich erst, als meine Tochter schon auf der Welt war (ich war bei der Ankunft im Krankenhaus schon bei 7cm). Leider hatte mein Propperchen bei der Geburt die Hand am Kopf, sodass sie mir wohl mit dem Ellenbogen innerlich ein solches Hämatom verpasste dass ich einige Stunden nach der Geburt nochmal unter Vollnarkose operiert werden musste.

Nun bin ich wieder in der 9. SSW und vermute und hoffe mal dass es auch diesmal vaginal klappen wird. Ein Risiko würde ich dafür aber nicht eingehen.

Das war jetzt eine sehr detaillierte Beschreibung, aber ich dachte gerade die Details sind manchmal wichtig.

Generell kann man wohl sagen, dass man höhere Chancen hat wenn man schonmal echte Wehen hatte und der Muttermund schonmal geöffnet war, aber das ist natürlich keine Bedingung. Es macht die Geburt nur erfahrungsgemäß kürzer und daher weniger belastend für die Narbe.

Alles Gute und viel Glück für dich dass es diesmal vaginal klappt. Gerade weil es dir ja offensichtlich sehr wichtig ist. Gibt es bei euch Beleghebammen? Ich denke das war ein wichtiger Faktor in meinem Fall..

10

Weil ja viele schreiben wie sie sich nach der Geburt gefühlt haben.

Nach dem Kaiserschnitt hab ich mich gefühlt als hätte ich einen Autounfall gehabt. Meine Narbe blutete immer wieder nach. Man hätte mich eine Woche nach der Geburt fast erneut operiert. Im Endeffekt dauerte es sechs Wochen bis die Narbe final behandelt war. Davor musste ich zweimal die Woche ins Krankenhaus.

Nach der ersten vaginalen Entbindung hab ich mich Gefühl wie nach einem Fitnessstudiobesuch. Mehr kann ich gar nicht dazu sagen ;-)

Nach der zweiten vaginalen Entbindung fühlte ich mich dann doch wieder wie nach einem Fahrradunfall - aber ich musste ja auch operiert werden, hatte Drainagen etc.

11

Vielen lieben Dank für deinen tollen Bericht.

Ich hab eine tolle Hebamme die mir ein Krankenhaus empfohlen hat, welches sehr auf die Bedürfnisse der Frauen eingeht.

Sie hat mir erklärt worauf ich achten soll.

Mein erster KS war absolut nicht nötig.
Ich hatte einen Nierenstau 3/4 Grades und zwar extreme Schmerzen an der symphyse, ABER hätte man mich mehr motiviert hätte ich locker normal entbinden können. Ich hatte schon wochenlang wehen und mein mumu war in der 37 ssw auf 1 cm.

Doch „drängte“ man mich sehr zum KS, da es mit der symphyse angeblich natürlich nicht geklappt hätte..

Naja ich bin gespannt und hoffe auf das beste 🙏

Top Diskussionen anzeigen