Panische Ängste - wie damit umgehen?

Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu hier und ziemlich verzweifelt. Ich dachte einfach nicht, dass meine späte Fehlgeburt im Jahr 2016 (20.Ssw) so extreme Auswirkungen haben könnte. Ich hatte leider nach dem durch das Krankenhaus zu spät erkannt wurde, dass ich eine vereiterte Plazenta habe eine extrem schmerzhafte 3 tägige Geburt. Alle Schmerzmittel halfen nicht und ich wurde dort ziemlich schlecht behandelt. Meine Tochter durfte ich nur kurz sehen usw. Alles in Allem ziemlich traumatisch. Im Jahr 2018 hatte ich dann eine weitere FG in der 7. Ssw. Danach beschloss ich, keinen weiteren Versuch zu starten (mir wurde gesagt, ich könne nur mit Clomifen schwanger werden).

Da es mir nicht gut ging, beschloss ich einen Test zu machen und der war positiv, ohne Hilfsmittel. Ich konnte es nicht fassen und habe nur Angst und Traurigkeit gefühlt. Ich will das alles einfach nicht nochmal durchmachen und habe seit dem ich es weiß nur Panikattacken. Ich weiß einfach nicht wie ich damit umgehen soll ohne mich jeden Tag nervlich fertig zu machen. Kennt das eventuell Jemand von euch und hat Tipps? LG Sheerine21

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Hallo, sheerine!

Ich kann denke ich ganz gut nachempfinden, was du gerade durch machst. Ich hatte auch 2016 eine stille Geburt, nach einer Fehlgeburt und einer Eileiterschwangerschaft.
Wir haben uns allerdings bewusst für eine weitere Schwangerschaft entschieden, da wir nicht mit so einem Verlust den Kinderwunsch abschließen wollten.
Trotzdem war der positive Test dann kein Grund zur Freude. Wir hatten beide einfach nur Angst. Geholfen hat mir, im Hier und Jetzt zu leben. Gerade in diesem Moment ist alles gut. Egal was noch passieren mag, die Zeit kann einem niemand nehmen.
Leider bekam ich schon in der 8. Woche Sturzblutungen. Es wurde ein großes retroplazentares Hämatom festgestellt und wir mussten über die Hälfte der Schwangerschaft um das Leben unseres Kindes bangen. Ich musste liegen, wodurch Ablenkung auch nicht gerade möglich war.
Manchmal weiß ich selbst nicht, wie ich diese Zeit überstanden habe. Aber ich habe sie überstanden und wurde mit einem gesunden, lebenden Kind belohnt!
Geh kleine Schritte, Stück für Stück. Heute überstehst du erstmal den Tag. Dann kommt die nächste Untersuchung. Dann Wochenwechsel, Monatswechsel. Bei jedem erreichten Meilenstein wird deine Zuversicht wachsen. Wenn auch nur ein bisschen.
Gestehe dir deine Gefühle zu! Du musst nicht glücklich sein. Du musst dich nicht freuen. Du darfst Angst haben und traurig sein und weinen und schreien. Durch manche Situationen muss man einfach nur durch. Auch wenn es eine Schwangerschaft ist!
Tu wonach dir ist! Dein Ungeborenes wird keinen Schaden davon tragen, nur weil seine Mutter nicht vollkommen glückselig ist. Mein Kind ist übrigens sehr fröhlich 😉
Gut, dass du Unterstützung hast! Hoffentlich wirst du auch vom FA gut begleitet. Das ist auch wichtig!
Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles erdenklich Gute für deine Schwangerschaft! Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende!

Lg

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Hallo 🙋‍♀️,

Am besten du spricht mit deinem FA über deine Ängste.
Er wird dich mit Sicherheit an die richtigen Stellen weiter vermitteln denn ich denke du bräuchtest professionelle Hilfe.

Alleine wird es nur sehr schwer bis unmöglich sein Panikattacken in den Griff zu bekommen denke ich. Wohl möglich besteht die Gefahr, dass sie schlimmer und häufiger auftreten werden.

Alles Gute 🌸

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In jeder Stadt gibt es Schwangerschaftsberatung wie donum vitae, pro Familia oder Caritas. Die Beratungen dort sind kostenlos und du bekommst da relativ schnell einen Termin bei den Psychologin.
Hol dir hilfe alleine weirst du es nicht schaffen.

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Danke für Eure Antworten.

Bin bereits deswegen in psychologischer Behandlung und werde auch weitere Hilfe in Angriff nehmen.

Dachte nur, dass vielleicht Jemand Ähnliches erlebt hat und mir Tipps geben könnte, wie sie damit umgegangen ist.

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Meine Stille Geburt war letztes Jahr im September, in der 17 ssw. Bei der SS der großen hatte ich nie einen gedanken das da was schief gehen konnte. Und in der 2 SS obwohl es auch ein absolutes wunschkind war, kam nie die Freunde über die SS auf, es war nur ein ok ich bin schwanger.
Wie es bei einer weiteren wäre, keine Ahnung, Wir haben uns gegen einen weiteren Versuch entschieden. In der 15 SSW haben wir dann die Diagnose nicht lebensfähig erhalten.

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Liebe Sheerine,

ich bin in einer ähnlichen Situation wie du.
Ehrlich gesagt, ging es bei mir sogar soweit, dass ich nicht mehr mit meinem Freund schlafen könnte. Diese Woche, ziemlich genau ein Jahr nach der stillen Geburt, hatte ich auf einmal wieder Lust und hab auch meinen ES gemerkt. Seitdem wieder die Angst. Ich denke an die die Frauenarzttermine, die Ängste davor und danach. Es war einfach ab der 15SWW bis zur stillen Geburt in der 19, nur noch schrecklich. Ich kann das auch nicht nochmal schaffen, merke ich.

Aber die Antworten auf deinen Post machen mir gerade total Mut. Lass uns nur versuchen von Tag zu Tag zu denken.
Wie sie schreibt: Erst der Tag, dann die Woche, dann wieder ein US... In meinem Fall ja sogar erst noch ein positiver Test.
Wenn du magst, können wir uns gern mal über deine Erlebnisse im Krankenhaus austauschen.

Ich Wünsche dir herzlich alles Gute!

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