Erfahrung gesucht: Folgeschwangerschaft nach AB0 Blutgruppenunverträglichkeit / positivem Coombstest

Hallo zusammen,

Nach der Geburt meines zweiten Kindes kam es zu einer wohl seltenen Komplikation.
Meine Blutgruppe hatte Antikörper gegen die Blutgruppe des Kindes gebildet. Diese Antikörper haben beim Kind eine Blutarmut ausgelöst, weswegen es zu einer sehr schwer verlaufenden Gelbsucht kam.
Das Problem war nicht der Rhesusfaktor (ich bin Rhesusfaktor positiv), sondern die Unverträglichkeit im AB0 System. Direkt nach der Geburt war der Coombs Test positiv, darum konnte zumindest schnell gehandelt werden. Unserem Kind geht es heute zum Glück gut.

Gibt es hier Jemanden, der auch dieses Problem hatte? Ich interessiere mich besonders für die Konsequenzen bei einer weiteren Schwangerschaft. Unser Traum war es immer ein weiteres Kind zu bekommen. Aber angeblich können dann die Folgen für das weitere Kind noch schlimmer sein, wenn es bereits beim Geschwisterkind dadurch große Probleme gab?

Bitte keine Antworten im Hinblick auf Rhesusunverträglichkeit... Das ist als Ursache wirklich ausgeschlossen.

Danke und liebe Grüße!

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Hallo du.

Das ist ja wohl wirklich ein extrem seltenes Ereignis, was euch da passiert ist.

Ich denke, am besten wird dir da ein Profi Auskunft geben können, vielleicht ein Hämatologe?

Weiß man denn, wie es zu dieser Reaktion kommen konnte?

Lg waldfee

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Hallo liebe Waldfee,

Lieben Dank für deine Antwort :-)

Ja, da haben wir uns wirklich etwas sehr seltenes rausgesucht und ich werde da auf jeden Fall auch Spezialisten aufsuchen. Im ersten Schritt wollte ich nur erstmal nach anderen Betroffenen suchen. Sehr schade, dass Urbia den Artikel in ein anderes Forum verschoben hat - ich befürchte, hier werden wenige den Beitrag lesen.

Ich habe die Antikörper wohl bei der Geburt meines ersten Kindes gebildet. Austausch von Blut unter der Geburt ist ja "normal". Als dieser Blutaustausch dann auch bei der zweiten Geburt passierte, hat mein zweites Kind die Antikörper mit abbekommen. Und die haben dann den großen Schaden angerichtet (laienhaft mit meinen Worten ausgedrückt).

Na, mal sehen, was ich noch herausfinden kann. Es waren ja noch zwei andere Userinnen so lieb zu antworten.

Liebe Grüße!

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Hey,
schau mal hier:
https://www.urbia.de/forum/106-rhesus-schwangerschaft/4361088-folgeschwangerschaft-bei-ab0-unvertraeglichkeit

Ist ein paar Jahre her, aber es geht auch um die ABO-Unterträglichkeit und um weitere Schwangerschaften. Es klingt ja so, als ob man davon ausgehen kann, dass es wieder passiert - es aber Diagnostische Möglichkeiten während er Schwangerschaft gibt - und damit evtl. auch frühe Interventionen? Es gibt ja auch Bluttransfusionen über die Nabenschnur - wenn es zu einer erneuten Blutarmut kommt.
Aber wahrscheinlich ist euch bei einem Spezialisten gut geholfen. Auch was dann die Maßnahmen angeht, wenn es sich wiederholen sollte.
Alles Gute
Lena

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Liebe Lena,

Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, auch zu recherchieren :-) Diesen Thread hatte ich noch nicht gefunden. Die erste Antwort der Expertin fand ich sehr sehr gut. Schade, dass dir die Nachfrage der Userin nicht noch beantwortet hat.

Meine Suche nach Erfahrungswerten wird natürlich keine Konsultation bei Spezialisten ersetzen. Ich würde mir jedoch gern ein Bild von anderen Fällen und Erfahrungswerten machen - schwierig aufgrund der Seltenheit.
Auch die Möglichkeiten von Interventionen vor der Geburt werden sehr unterschiedlich diskutiert. Spritzen, wie bei der Rhesusunverträglichkeit, gibt es ja leider nicht. Blutaustausch noch im Mutterleib habe ich auch schon gelesen. Ebenso wie Geburt mittels frühzeitigem Kaiserschnitt. In einer Quelle wurde sogar davon gesprochen, dass bei einer dritten Schwangerschaft gar nicht zu erwarten sei, dass es dem Kind 3 schlechter gehen würde wie Kind 2 (selbst bei gleicher Blutgruppe). Es ist verwirrend.

Danke für deinen Input und liebe Grüße!

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Hallo,

Ich gehöre gar nicht in dieses Forum, jedoch hatten wir damals die selben Probleme bei meiner jüngsten Tochter, inkl. Bluttausch.

Uns wurde damals gesagt wir dürfen kein weiteres Kind mehr kriegen 😥da die Gefahr zu groß wäre das es das Kind nicht überlebt.

Aber ich würde es abklären lassen.

Gruss

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https://m.urbia.de/forum/2-schwangerschaft/4351701-sorgen-um-greta-2-tage-alt

Das war von damals.
Leider findet man über diese Unverträglichkeit nicht wirklich viel.

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Liebe Miliagreta,

Ganz herzlichen Dank, dass du auf meinen Post als Betroffene geantwortet hast und dir extra die Mühe gemacht hast den alten Thread herauszusuchen. Das ist wirklich lieb. Auch wenn mich Eure Erfahrung und die Empfehlung, die Euch gegeben wurde, sehr betroffen macht. Ich hoffe, ihr habt das alles gut verarbeiten können und Eure Greta hat den turbulenten Start ins Leben damals gut überstanden. ❤

Darf ich dir dazu noch (teilweise sehr persönliche) Fragen stellen?
Natürlich verstehe ich, wenn du das nicht oder nur teilweise beantworten magst. Ich versuche einfach mal mein Glück und hoffe, du nimmst mir mein Interesse nicht übel.

Wie und wann (schon in der Schwangerschaft oder erst nach der Geburt) habt ihr denn von der Blutunverträglichkeit erfahren?

War Greta nach deiner Großen deine zweite Schwangerschaft oder gab es vorher auch noch Fehlgeburten? Es gab schon Ärzte, die zu uns sagten, dass die Komplikationen von Schwangerschaft zu Schwangerschaft (egal ob ausgetragen oder nicht) schwerwiegender werden würden. Dass es Euch schon bei Nummer 2 so heftig getroffen hat, ist heftig.

Kam deine Greta zu früh, pünktlich oder übertragen zur Welt?

Kam sie per Kaiserschnitt oder natürlich zur Welt? Falls letztere Option: habt ihr die Nabelschnur auspulsieren lassen?

Danke für deine Erfahrungen!

Alles Gute für deine Familie und dich!

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Hallo,

Bei meiner großen war es auch wie bei euch. Ich bin 0 negativ mein mann a negativ meine tochter a negativ und ihr coombs test war aufgrund 0A positiv. Der Verlauf war auch echt heftig. Erstens wurde es echt spät erkannt und sie war insgesamt 68 stunden unter der Phototherapie und zweimal kurz vorm blutaustausch. Leider oder zum Glück wurden wir damals ziemlich schlecht aufgeklärt bzw. Hatten die im Krankenhaus wohl nicht oft so einen fall und meinten daraufhin dass es wohl so selten vorkommt, dass es kein problem ist beim zweiten kind. Dann kam meine kleine 3 jahre später und ich war in einem anderen kkh. Sie wussten über den positiven coombs test meiner großen und haben direkt getestet bei meiner kleinen. Dieser war auch positiv aber alles verlief viel harmloser. Sie kam nach 24 Stunden direkt für 24 stunden unter die phototherapie und danach nochmal für 12 stunden. Dann war alles überstanden. Mussten noch weitere 4x beim kinderarzt testen lassen aber das billirubin stieg nicht mehr gefährlich an. Die Ärzte sagten mir nach der Geburt meiner 2. Tochter, dass wir zu 97% immer kinder mit pos. Coombs test haben würden. Je früher allerdings erkannt umso schneller ist es wieder gut. Ich hoffe ich konnte dir mut machen für eine zweite Schwangerschaft. Lg

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Für eine dritte Schwangerschaft mein ich natürlich 🙈

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Liebe Taschl,

Ganz herzlichen Dank, dass auch Du Dich mit der Geschichte Deiner Familie gemeldet hast.

Krass, dass es bei Euch das erste Kind so schlimm erwischt hat. Weißt Du, warum Du bei ihr schon Antikörper hattest? Darf ich fragen, ob du vorher auch schon eine Fehlgeburt hattest?

Wie (Kaiserschnitt, natürlich) und wann (zu früh, reif oder übertragen) wurden denn die zwei Mäuse geboren? Die Unterschiede würden mich besonders interessieren, da es Eurer Nummer 2 ja doch besser erging als Nummer 1.

Ist bei Euch die Familienplanung abgeschlossen oder überlegt ihr auch eine Nummer 3 zu wagen?

Alles Gute für deine Familie und dich!

Liebe Grüße!

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Noch ergänzend meine Geschichte:

Unser erstes Kind kam 5 Tage vor ET spontan zur Welt. Es hatte keine gesundheitlichen Einschränkungen. Eine leichte Neugeborenengelbsucht trat auf, die jedoch nicht mit Phototherapie behandelt werden musste.

Kind Nummer 2 kam 2 Wochen zu früh ebenfalls spontan zur Welt. Die Nabelschnur wurde auspulsiert. Direkt nach der Geburt wurde der Coombstest durchgeführt - leider mit positivem Ergebnis. Es wurden weitere Blutuntersuchungen geprüft - leider nicht mit gutem Ergebnis. 6 Stunden nach der Entbindung kam unser Zwerg unter das blaue Licht. Der Bilirubinwert verschlechterte sich trotzdem. Nach 2 Tagen erfolgte sie Verlegung auf die Intensivstation. Infusionen und mehrere Lampen kamen zum Einsatz. Erst nach einer Woche sank der Wert endlich. Vorher wurde auch schon von Blutaustausch gesprochen.

Die Schwangerschaften bei beiden Kindern hatten überhaupt keinen Hinweis auf solche Probleme gegeben.

Ich habe Blutgruppe 0 mit Antikörpern gegen A und B, wie wir nun wissen. Mein Mann und die Zwerge haben Blutgruppe A.

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Wahnsinn. Wenn ich das lese, haben wir wirklich wahnsinnig Glück gehabt. Ich hatte allerdings auch das Gefühl, dass meiner kleinen die zwei wochen länger im bauch gut getan hat. Sie war 500 gramm schwerer als meine große und auch viel fitter.

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Hallo!
Ich hab mir den Artikel von der Expertin weiter unten durchgelesen. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es da um Ig-G Antikörper, die manchmal in der Spätschwangerschaft gebildet werden (Ig-M Antikörper besitzt man ohnehin gegen die jeweils "andere Blutgruppe, die man selbst nicht hat- also 0 hat ANTI-A und Anit-B, A hat Anti-B, bei B ist es umgekehrt und AB hat keine Antikörper) Anscheinend in seltenen Fällen so viel Ig-G, dass ein MHN dadurch ausgelöst (bzw. mehr oder weniger verstärkt) wird. Normalerweise sollten diese Antikörper nach einer gewissen Zeit wieder abgebaut werden. Diesen Titer sollte man messen können denke ich. Ich denke am Besten ist man mit solchen speziellen Problemen bei einem Transfusionsmediziner aufgehoben. Das sind die Experten für alles was mit Bluttransfusionen und irregulären Antikörpern gegen Blutgruppenmerkmale zu tun hat. Möglicherweise kann die Blutbank des nächst größeren Krankenhauses da weiterhelfen. Alles gute!

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