Wie erklärt man die Trennung einer 3 jährigen?

Grüezi
Wie erklärt man einer 3 jährigen, die weder von streit der eltern oder sonst schlechte stimmung "unterbewusst vorgewarnt" sein könnte, dass papa auszieht? wir verstehen uns immer no gut, er liebt mich aber nicht mehr. er wohnt immer noch im haus für 2 monate und ich wünsche mir der kleinen jetzt schon etwas zu sagen, damit es sie nicht aus heiterem himmel trifft. sie zu beteiligen, indem sie sich für "bei papa" etwas wünschen darf, dass nur bei papa ist. obwohl er möglichst oft bei uns im haus sein möchte mit ihr. auch schlafen soll sie nicht bei ihm, sondern im Haua bleiben können. ich möchte nicht sagen "papa liebt mama nicht mehr" wir sagen ihr oft "liebe dich" und möchte mit diesem wort nichts negatives verbinden. auch soll sie immer das gefühl von familie behalten - 1x in der Woche werden wir zu 3 etwas machen. was raten sie?

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Liebe m.,

für ein Kind ist es wichtig, dass beide Elternteile für es da sind. Es muss sich darauf verlassen können, zu beiden weiterhin eine gute Beziehung haben zu können. Wir verstehen uns nicht mehr so gut, wir streiten so oft, aber dich haben wir beide immer noch lieb, und daran wird sich auch nichts ändern. Ihr müsst keine Details erzählen, nur das Wesentliche. Dass ihr als Paar kein Team mehr seid, aber als Eltern schon.

LG
Frauke

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Ich hoffe ich darf auch antworten. Meine Eltern haben sich getrennt als ich 4 war. Ich war beim „Trennungsgespräch“ dabei (nicht heimlich, sondern von meinen Eltern gewollt). Das war zwar in dem Moment eine blöde Situation, weil ich immer vom einen zum andern gegangen bin und wieder zurück,...aber aus heutiger Sicht finde ich es gut. Ich habe erlebt dass sich meine Eltern ohne Streit, sondern mit ruhigen Gesprächen getrennt haben und sie haben mir gezeigt, dass sie beide „bei mir“ bleiben werden. Ich wurde auch gefragt, bei wem ich wohnen möchte undso. Später habe ich ein paar Mal nachgefragt, warum sie sich denn getrennt haben und bekam kindgerechte aber falsche Antworten. Ich weiß es bis heute nicht, es interessiert mich aber nicht sonderlich. Wahrscheinlich hat es eben nicht mehr gepasst. Aber auch als vermeintliches kleines Kind habe ich schon damals sehr genau verstanden, dass die Gründe die man mir sagte, kein Trennungsgrund sind. Das hat mich verletzt weil ich nicht für so klein gehalten werden wollte, dass ich sowas nicht verstehen würde.
Soo was ich dir nach diesem Roman sagen möchte ist aus der Sicht einer „Betroffenen“:
-lass das Kind nicht außen vor, sondern entscheidet gemeinsam als Familie
-wenn dein Kind fragt, erkläre kindgerecht, aber unbedingt ehrlich! Ein Kind ist durchaus in der Lage zu verstehen, dass Mama und Papa sich nicht mehr so gut verstehen, dass sie zusammen wohnen wollen, sie sich aber trotzdem noch lieb haben und beide gemeinsam für das Kind da sind. Wichtig ist auch, dass das Kind weiß, es trifft keine Schuld.
-bei einer Trennung, egal ob friedlich oder a la Rosenkrieg, leidet das Kind IMMER am meisten. Das ist einfach so und damit müssen sowohl die Eltern als auch das Kind leben. Trotzdem hat das Kind von glücklichem getrennten Eltern mehr als von unglücklichen zusammen lebenden. Seid einfach alle füreinander da und dann werdet ihr diese Zeit überstehen. Alles Gute

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