Wie geht es weiter?

Nun sitze ich hier am Smartphone und überlege wie und vor allem was ich Ihnen schildern will.

Ich fange einfach mal an, kann sein, dass es etwas wirr wird.

Ich lebe mit meinem Mann und unseren 2 Kindern (7 und 4) in unserem Haus. Seine Familie wohnt im selben Ort (Vater,Mutter,Schwester mit Anhang) sie fangen viel mit den Kindern auf, da wir beide berufstätig sind.

Ich arbeite 28h die Woche a 7h am Tag, Freitags habe ich frei...zumindest vom Dienst. Meist verbringe ich diesen mit Haushalt und Einkauf.
Morgens stehe ich zwischen 6 und 7 auf, mache mich fertig (meist liegt dann schon min. Kind neben mir), mein Mann verlässt gegen 6 das Haus. Um 7 werden die Kinder geweckt, die Große ist da mittlerweile ein Selbstläufer, der Kleine ein ziemlicher Morgenmuffel und wenn er dann mal wach ist ein Trödelheini hoch 10.
Wenn wir es schaffen bekommen die Kinder noch ihr Müsli und dann.müssen wir aber (je nachdem was der Stundenplan sagt) auch gegen 8 spätestens das Haus verlassen. Ich bringe die Kinder zur Schule und in die Kita und gegen 8.45Uhr trudeln ich dann in meiner Dienststelle ein.
Mein Dienst geht bis 16uhr, egal wann ich morgens aufgetaucht bin, da ich die Kinder ja wieder abholen muss. Also fahre ich die Kita und den Hort an und bringe beide nach Hause. Dort warten wir dann auf den Papa, der gegen 17Uhr ankommt und meist für das Abendessen zuständig ist. Das ist dann meist gegen 18uhr fertig und nach dem Essen dürfen die Kinder noch ihre Serie schauen. 19.30 beginnt einer von uns (immer abwechselnd) die beiden ins Bett zu bringen. Da beide bei uns im Ehebett einschlafen, ziehen wir uns dann auf die Couch zurück. Dort schauen wir TV und legen nebenbei Wäsche zusammen, meist gehe ich spätestens um 22Uhr erschöpft ins Bett. Mein Mann bettet die Kinder dann noch in ihre Zimmer um und geht dann aber wieder runter, selten legt er dich auch ins Bett. Wenn gibt es kurzes Küsschen und er dreht sich um.

Soviel zu unserm Tagesablauf...

Was unser Sexleben angeht, können Sie sicher schon herauslesen dass es sehr sporadisch bis gar nicht mehr existiert. Ehrlich gesagt wohl auf meinem Mist gewachsen...mein Mann wollte früher öfter, ob es noch so ist weiß ich nicht. Habe ihn da sehr in seine Grenzen gewiesen, weil ich durch den Stress(?) einfach auch keinen Kopf mehr dafür hatte, es war nur eine weitere Pflicht die erledigt werden muss...

Leider und das ist eigentlich das was mir Angst macht, fühle ich mich zu anderen Männern hingezogen. Männer aus meinem Umfeld, die mir Komplimente machen, bei denen ich das Gefühl habe doch noch Frau zu sein, nicht nur Mama, nur Ehefrau...

So kam es, dass ich vor 3Jahren eine Affäre mit einem sehr guten Freund von mir hatte, wir hatten zwar keinen Sex, aber es kam nahe dran...komischerweise wurde dadurch das Sexleben mit meinem Mann auch wieder belebt, ich kann Ihnen nicht erklären warum...aber der Andere war mein Ventil, mein Ausgleich...dadurch konnte ich wieder atmen, die Gefühle für meinen Mann wieder spüren. (Klingt total bescheuert und wahrscheinlich werde ich mir wieder von anderen dumme Kommentare anhören dürfen...)

Es kam wie es kommen musste, mein Mann fand einige 2 deutige Nachrichten auf meinem Handy und die Bombe war geplatzt. Nach einem heftigen Streit rauften wir uns zusammen, ich wollte die Freundschaft aber nicht ganz aufgeben und fuhr sie nur auf ein Minimum runter, was natürlich seine Eifersucht nicht besserte...
Er sagte nie was, fraß den Frust in sich hinein und wurde ausfallend wenn er was getrunken hatte und zog vor bekannten über mich her. Damit konfrontierte ich ihn im Nov/Dez 2019...nach einer schrecklichen Nacht versuchte ich mit ihm drüber zu sprechen, aber es endete nur in Anschreien seinerseits, so dass ich meine Sachen packte und mit den Kindern ein paar Tage zu meiner Mutter fuhr. Er rief abends an und wollte dass wir zurückkommen...
Als wir wieder zu Hause waren redeten wir noch einmal in Ruhe, ich versprach ihm den Kontakt zu dem anderen vollends abzubrechen und er wollte mich mehr unterstützen.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, mein Mann versucht ja mich zu unterstützen, aber wenn er die Kinder 1mal in der Woche abholt hilft es nur ein wenig. Es ist halt der ganze Tagesablauf der zerrt ...sicher auch an ihm...

Ich habe das Gefühl wir haben uns auseinander gelebt, wir funktionieren irgendwie...aber eine wirkliche Beziehung...ich weiß es nicht.

Jetzt grade gab es wieder einen anderen Mann, der mit das Gefühl geben konnte attraktiv und sexy zu sein, warum kann er das nicht?

Ich habe wieder die Gedanken einer Trennung, aber ob es das richtige ist?
Es hängt so viel daran, das Haus, die Kinder, ich würde nur noch mehr Stress haben wenn ich alles allein machen müsste...

So komme ich 2-3mal zum Sport, das wäre dann nicht mehr der Fall.

Aber ich weiß jetzt und hier nicht mal ob ich ihn wirklich vermissen würde... 😥 ich weiss nur dass ich unglücklich bin....

Vllt können sie mein Kopf/Gefühlschaos etwas sortieren...

Lieben Gruß

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Liebe B.,

es hört sich ein bisschen so an, als ob Ihr Mann sich zwar Mühe gibt, alle Dinge um die Familie herum mit zu erledigen, aber Sie beide funktionieren eben nur noch im Eltern-Kontext, der Paar-Kontext ist hintenüber gefallen. Durch die Affäre kam Ihr gemeinsames Liebesleben wieder in Schwung … das ist doch eine gute Nachricht. Vielleicht können Sie beide es schaffen, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich auf das Morgen zu konzentrieren. Und dann schauen Sie beide gemeinsam, wie das im besten Fall aussehen könnte: Wie können Sie es einrichten, dass Sie alle zwei Wochen, wöchentlich oder einmal im Monat einen Abend/Nachmittag/Vormittag für sich allein haben. Was genau wollen Sie dann zusammen machen? Was ist Ihnen, was ist Ihrem Partner jetzt wichtig, damit Sie einander verzeihen können, was es an Verletzungen gab. Machen Sie einen Plan, besprechen Sie die Punkte miteinander und holen Sie sich Betreuungshilfe durch seine Familie ins Haus (am besten sollten die Kinder aus dem Haus). Überlegen Sie auch genau, wie viel Raum Sie für sich selbst benötigen und ob Sie sich wieder mehr auf die Dinge konzentrieren können, die Sie beide früher verbunden haben (vielleicht gemeinsam feiern, tanzen, spazieren gehen).

Es gibt immer wieder Verletzungen und Zeiten, in denen wir enger und weniger eng mit unseren Partnern sind. Entscheidend ist, dass wir uns bemühen, wieder zueinander zu finden.

Liebe Grüße
Frauke

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Liebe Fr. Meyer,

Danke für die ausführliche und doch sehr positive Antwort.

Ich werde mir ihre Worte zu Herzen nehmen und versuchen unseren Alltagstrott zu durchbrechen und viel viel viel mit meinem Mann zu reden.

Vielen lieben Dank

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