Schwangerschaft Unglücklich

Hallo.
Ich wende mich an ein Forum weil ich nicht weiter weiß. Viel zu groß ist die Angst von jemandem verurteilt zu werden. Das ist vielleicht sogar im Internet noch schlimmer und ich hoffe wirklich auf professionellen Rat, ohne Beschimpfungen und Beleidigungen.

Ein paar Eckdaten:
Ich bin über 30, stehe mit beiden Beinen fest im Leben, hab einen guten Job. Wenig Freunde, aber familiär ist meine Mama da.

Ich bin seit 1,5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Und nach einem Jahr sprachen wir offen über das Thema Kinderwunsch.
Es dauerte nicht lange und ich war schwanger. Ein Wunschkind.
Wir leben noch nicht zusammen.

Doch jetzt bin ich mittlerweile in der 38. SSW und in meinem Kopf geht es zu bunt zu.
Ich bin schon lange nicht mehr glücklich. Wir streiten nur noch. Haben schon öfter über Trennung nachgedacht und vor kurzem waren wir fast soweit es zu beenden.
Ich fühle mich so kraftlos, und hege oft den Wunsch, gerade wenn wir streiten, (und es fällt mir verdammt schwer es jetzt so zu schreiben).... zu sterben. Ich möchte nicht mehr leben. Seit dieses Kind da ist geht alles den Bach runter. Ich hab alles eingekauft, über Schlafzimmer, Klamotten, alles gebraucht um uns Geld zu sparen, alles organisiert. Jetzt muss ich mich rechtfertigen, weil ich ein schönes Bild gekauft habe, dass eben mal neu 70€ gekostet hat. Ich es sogar mit ihm aber noch über Handy “besprochen“ hatte.... jetzt meinte er es war nicht eindeutig und sieht nicht ein sich daran zu beteiligen.
Die letzten 400€ hab ich eh allein vorgeschossen und noch keinen Cent von ihm bekommen.

Bei ihm dreht sich alles nur noch um die Arbeit, er muss arbeiten damit wir uns das alles leisten können ect.
Ich halte ihm so gut es geht den Rücken frei.
Einkaufen gehe ich mit einer Bekannten die mir hilft beim Tragen ect, weil ich weiß wie eng sein Zeitplan ist.
Er hat bisher noch nicht einen Gegenstand für das Kind selbst bezahlt oder organisiert. Immer :2.

Und jetzt im letzten SS Monat fühle ich mich so alleine. Ich brauche doch einfach nur liebe... wenn ich frage ob er mich mal verwöhnen mag dann kommt darauf: “vielleicht“, oder “ja später“ oder “ich hab kopf/Rückenschmerzen“.
Also er will nicht. Sehen tu ich ihn eh nur maximal zweimal die Woche.
Ich mag das einfach nicht weiter alleine schaffen müssen. Wenn ich es anspreche streiten wir. Einer macht dem anderen Vorwürfe.
Dieser Text ist rein meine Ansicht der Dinge.
Er sieht das sicher anders. Er arbeitet ja, dass wir uns den Umzug leisten können usw.
Aber für mich zählt nicht nur das Geld. Mir geht einfach die Liebe ab.

Und manchmal gibt es so Situationen wie eben, da möchte ich nicht mehr leben und fühle mich überflüssig und weine nur noch. Weinen tu ich meistens alleine, weil mein Stolz zu groß ist um es vor anderen zu zeigen. Dann bereue ich es, ein Kind in mir zu haben. Und bin hin und her gerissen. Weil mir das Kind auch leid tut. Ich hab das Gefühl die Bindung zum Kind ist auch leider nicht so da wie ich es gerne hätte.
Ich würde mir ja auch mal wünschen, dass er mit dem Baby in mir redet, oder sowas. Oder den Bauch öfter beobachtet, wie es sich bewegt in mir ect. Da kommt nur leider nie was. Sicher hab ich es schon oft angesprochen... vielleicht sind da Männer auch anders.

Ich würde mir selbst nicht das Leben nehmen oder dem Kind was antun, trotzdem ist da diese Todessehnsucht in meinem Kopf manchmal.
Ich kann es nicht abstellen wenn ich so tieftraurig bin wie jetzt. Es hält gott sei dank nicht soooo lange an. Aber kommt doch immer wieder.

In meiner Umgebung traue ich mich nicht darüber zu reden, die Angst ist zu groß.
Jeder kennt mich als starke, liebevolle und freundliche Frau.
Und ich weiß nicht was ich tun kann. In spätestens zwei - drei Wochen ist das Kind da und ich muss wieder funktionieren. Darf mir nichts ankennen lassen.
Auf einen Termin beim Psychologen warte ich doch mindestens 6 Monate...

Danke fürs “zuhören“...
Vielleicht wird es schon besser wenn man es sich mal von der Seele schreibt....

Liebe A.,

wenn es viel Streit gibt und der Partner sich hauptsächlich auf die Arbeit konzentriert, da kann man sich schon mal allein fühlen. Du solltest dir dringend Unterstützung holen, denn in Phasen solch einschneidender Veränderungen so vieles allein bewältigen zu müssen, ist sehr schwer. Probiere doch mal, ob du zeitnah bei einer Erziehungsberatung oder Pro familia in deiner Nähe einen Beratungstermin bekommst. Unterstützt dich deine Mutter denn? Und hast du Freunde oder andere Frauen aus dem Vorbereitungskurs, mit denen du sprechen kannst?

Lieben Gruß
Frauke

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