Mädchenname nach Scheidung mit Kind

Liebe Frauke Meyer,

Ich bin nun seit langer Zeit und kurzer Ehe von meinem Exmann geschieden (6 Jahre) und immer mehr verspüre ich den Wunsch, meinen Mädchennamen wieder anzunehmen. Ich habe mich nie mit dem neuen Namen geschweige denn der Schwiegerfamilie identifizieren können.
Nun ist es so, das unsere Tochter in der Ehe geboren ist, also seinen Nachnamen führt. Sie ist mittlerweile auch ein Schulkind und mit dem Namen natürlich vertraut.
Ich habe mit ihr noch nicht darüber gesprochen und weiß nicht genau, wie oder ob ich sie fragen sollte, ob sie auch meinen Namen annehmen möchte .
Seit einigen Jahren gibt es sehr spärlichen bis gar keinen Kontakt zum Vater.
Nun kommt noch hinzu, das ich mit meinem neuen Partner ein Baby erwarte (meine Tochter freut sich riesig), und wir nicht möchten, dass sie sich außen vor fühlt. Mein neuer Partner hat sie angenommen wie eine eigene Tochter, würde sie sogar adoptieren wollen, sollte das mal zur Debatte stehen..
Ich möchte ihr aber auch nicht das Gefühl geben, sie müsste sich jetzt „für“ oder „gegen“ Papa entscheiden.. ich weiß auch gar nicht, ob man einer 9 jährige so eine Entscheidung zumuten kann?
Durch den baldigen Nachwuchs merke ich aber auch, wie es mir total widerstrebt, das mein 2. Kind den Namen meines Exmannes bekommt, auch der Gedanke, das es den Namen meines neuen Partners trägt, fühlt sich für mich falsch an, als ob kein Kind „zu mir“ gehören würde (auch wenn sich das irgendwie total bescheuert anhört..)
Vielleicht haben Sie einen Rat für mich?

Liebe Grüße,
Anna

Liebe Anna,

ehrlich gesagt weiß ich gar nicht genau, ob Ihre Tochter ihren Nachnamen überhaupt ändern kann, die rechtlichen Belange müssten Sie mit dem Amt klären. Allerdings kann man eine Neunjährige ruhig fragen, was sie darüber denkt, sie muss das ja nicht allein und nicht sofort entscheiden. Und wenn Ihr neuer Partner sie sogar adoptieren würde, könnte sich das, wenn Ihr Expartner so gar kein Interesse an seiner Tochter zeigt, ja vielleicht sogar irgendwann in Wohlgefallen auflösen.
Aber muss denn Ihr zweites Kind unbedingt den Namen seines Vaters tragen? Wenn Ihnen das so wichtig ist, kann es doch auch Ihren Geburtsnamen tragen, oder? Gesetzt den Fall, Sie können den wieder annehmen, bevor das Kind auf die Welt kommt.

Aber die Wahl eines Namens ist keine Entscheidung „für oder gegen Papa“, sondern eine Entscheidung für einen Namen. Wenn Sie das nicht überfrachten, kann Ihre Tochter das vielleicht ganz unvoreingenommen in ihrem Herzen bewegen und mit Ihnen und Ihrem jetzigen Partner gemeinsam entscheiden.

Liebe Grüße
Frauke

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