Mein Partner will kein Kind mehr

Liebe Frauke,

ich habe im letzten Jahr mit 37 eine Fehlgeburt gehabt. Die Schwangerschaft war nicht geplant, aber gewünscht. Ich befand mich gerade im Umzug. Während dieser Umzugsplanung lernte ich einen Mann kennen, der sich erst sehr bindungswillig u familienorientiert zeigte. Er wusste das ich umziehe (200km Entfernung zu ihm und seiner Tochter) und meinte er will alles mit mir und findet einen Weg mit mir eine Familie zu gründen. Mit Feststellen der Schwangerschaft (Entstehung durch Lusttropfen!!!) freute er sich zwar sehr aber fing dann nur noch Streit an. Es kam raus das er Schulden hat, eine andere Frau und nicht zu mir kommen wird. Dann verlor ich das Kind in der 12 Ssw. Das war sehr schlimm für mich, aber ich habe auch gemerkt dass ich Kinder möchte - mehr denn je! Ich habe in dieser kurzen Beziehung auch ein sehr schönes Verhältnis zu seiner Tochter gehabt. Mir ist es sehr schwer gefallen mich von diesem Mädchen zu trennen. Ich habe festgestellt dass ich auch gerne einen Mann mit schon vorhandenen Kindern an meiner Seite hätte. Hätte man mich das vor zwei Jahren gefragt, hätte ich geantwortet: Schwierig, lieber nicht.
So nun ...Ich scheine es auszustrahlen: Ich habe mich in einen Alleinerziehenden Vater von drei Kinder ernsthaft verliebt. Wir sind jetzt seid einem knappen Jahr zusammen. Die Kinder sind alle toll. Es harmoniert sehr. Dieser Mann sagt er liebt mich und wir können uns vorstellen zusammen zu ziehen. Uns trennen gute 50 km. Seine Kinder sind 9, 11 und 13. Jetzt sagt er: Die Kinder sollten möglichst nicht die Schule wechseln. Das verstehe ich bedingt. Er hat mich zudem mit meinem Kinderwunsch kennengelernt und sagt jetzt klipp und klar: Ich will kein Kind mehr. Dann bin ich der Falsche. Ich versuche mehrfach mit ihm zu sprechen. Ich habe gesagt dass ich seine mit grossziehe. Ich möchte Verantwortung übernehmen. Er merkt so langsam deutlich das die Kinder es auch wollen. Alle drei artikulieren es bei uns.

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Fortsetzung:
Je mehr ich mit den Vieren zusammen bin, merke ich wie anstrengend aber auch wunderbar Familienleben ist. Ich bin nun mit gut 38 mehr als reif und bereit. Mein Neuer sehr toller Job ist ein sehr sehr gut bezahlter Job auf Lebenszeit (Verbeamtet, mit der Möglichkeit so viel und so wenig wie ich es will zu arbeiten). Er ist auch Akademiker.
Die Kinder sind wohl erzogen. Ich kann nur sehr schwer verstehen das die Mutter dieser Kinder gerade wenig Interesse zeigt. Sie sind nur bei ihm. Aber wer weiss was noch kommt. Ich glaube das es auch deswegen so gut mit uns 5 läuft, weil die Kinder merken wie glücklich ihr Vater ist. Das sagen mir alle oft. Sehr sehr schön.
Nun kann ich meinen Kinderwunsch nicht abstellen. Ich mag nicht mehr gehen. Ich will das im Rahmen dieser Grossfamilie, mit diesem Mann! Er hofft das es mir so wie es ist ausreicht. Ich merke aber dass ich mit ihm ein eigenes will. Ich schaffe es nicht für mich eine Entscheidung zu treffen. Ich habe Angst mich finanziell und auch mit meinen Gefühlen übernehme. Ich sehe täglich Familienleben. Diese Liebe zwischen den Kindern und ihm. Wenn die Kinder alle Abend mit ihm kuscheln bricht es mir mein Herz, denn so eine Bindung kann ich von den Kindern nicht erwarten. Ich spüre auch das sie ihre Mama vermissen.
Für mich steht im Raum dass er vllt doch egoistisch ist. Eine Frau sucht, die hintenanstehen kann. Ich sage das auch immer zu ihm. Er meint er versteht mich irgendwo aber er will trotzdem nicht mehr. Was mache ich nur, mir läuft die Zeit davon.

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Liebe e.,

was ist dir wichtiger – ein eigenes Kind oder eine „fertige“ Familie? Ob er egoistisch ist oder nicht: Er hatte ja von Anfang an gesagt, dass er kein weiteres Kiind will. Das sind die Bedingungen, unter denen du die Beziehung begonnen hast. Wenn dein Wunsch nach einem eigenen Kind aber einfach nicht verschwinden will, musst du dich trennen und das Risiko eingehen, alle vier zu verlieren.

Solche Entscheidungen sind extrem schwierig – aber meist gibt es einen Moment, in dem ganz klar ist, dass das eine oder das andere wichtiger ist. Vielleicht gelingt es dir, so weit zur Ruhe zu kommen, damit du diese innere Stimme hören kannst.

Liebe Grüße und viel Glück
Frauke

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