Nochmal wegen Baby-Blues und Wochenbettdepression...

Hatte ja vor einigen Tagen schon gepostet...mittlerweile war meine Hebamme da, weil bei meinem Kleinen schon der Nabel abgegangen war. Sie hat auch gleich gemerkt, daß mit mir was nicht stimmt und hat gefragt, wie es mir geht, wenn ich an die Geburt denke...Dann hab ich angefangen zu heulen und ihr erklärt, daß es mir echt scheisse geht und daß dazu noch der ganze Streß kommt, die Geldsorgen, weil mein Mann schon so lange krank geschrieben ist w/Bandscheibenvorfall usw. Sie war total süss, heute war sie wieder hier...Immer in der Früh hab ich das Gefühl, es geht aufwärts, aber je näher der Abend kommt und es dunkel wird, umso mehr Gedanken mach ich mir wieder über die Geburt und wie alles war. Und dann überlege ich wieder, wie es wohl gewesen wäre, wenn die Geburt nicht so scheisse gelaufen wäre...Hätte ich wohl ne andere Beziehung zu allem gehabt?? Ich habe wirklich so sehr Angst, daß sich wirklich noch ne richtige Depression daraus entwickelt. Ich bin nicht mehr so fröhlich wie früher, mache keine Scherze mehr, habe absolut keinen Appetit und weiß nicht, wie ich das alles schaffen soll. Mein Mann ist so lieb die letzten Tage, gott sei Dank, er versteht mich sehr. Meine Hebamme hat mir Globuli mitgebracht, sie meinte, die müssten mir helfen, wer kennt sich damit aus?? Sie hat mir Arnika- und Aconitglobuli mitgebracht, morgens und abends soll ich 7 Stück davon nehmen, ausserdem ne 4 Tropfen von ner Bachblütenlösung. Ich hab jetzt leider vergessen zu fragen, für was das genau ist, aber ich hoffe wirklich sehr, daß es mir etwas hilft und daß ich nicht wirklich in ne Depression reinrutsche. Dazu nehm ich noch Johanniskraut. Wer hat Lust mit mir Kontakt aufzunehmen, dann schreibt mich bitte über meine Email an auf der VK. Ich würde mich wirklich freuen, mit Leuten zu schreiben und deren Erfahrungen zu hören. Wie schätzt ihr das ganze ein, es ist jetzt 10 Tage her, daß mein Kleiner auf der Welt ist...Meint ihr, es ist immer noch der Babyblues oder ist es schon schlimmer?? Wie gesagt, es gibt Momente, da gehts mir schon viel besser, aber dann denke ich wieder, o gott, es geht gar nicht bergauf...Vielleicht liegts auch an diesem SCHEISS Wetter, in der Früh scheint hier meistens die Sonne und ab Mittag regnet es schon wieder und ist duster und trüb und einfach zum Heulen...#heul
Ich setze diesen Beitrag auch noch in andere Kategorien, wegen den Globulis, vielleicht kennen sich woanders noch mehr Leute aus.
Grüsse
honigmami

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Hallo Honigmami!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Baby!
Leider kann ich Dir mit den Globolis etc. nicht helfen, aber ich wollte Dir gerne sagen: warte noch ein wenig ab. Bei mir hat damals die Weinerei und die traurige Stimmung, die Appetitlosigkeit etc., eben alles was Du auch so beschreibst, erst recht spät begonnen. Ca. 8 Tage nach der Geburt. Der Körper braucht ein wenig um sich wieder umzustellen, die Hormone sinken wieder voll runter. Alles normal und kein Grund zur Sorge. Die Gedanken alles nicht zu schaffen etc. hatte ich genau wie Du sie beschreibst. Keine Panik. Du wirst sehen, schon in ein paar Tagen sieht alles ganz anders aus, und Du wirst Dich über Dein Baby freuen können und alles viel mehr genießen! Ganz selten normalisiert sich das nicht von alleine, und selbst dann kannst Du Dir professionelle Hilfe suchen. Ich denke aber wirklich, dass sich das gibt. Gib Deinem Körper ein wenig Zeit und Ruhe, leg Dich früh aufs Sofa oder ins Bett, laß Dir viel helfen, und schon sehr bald geht es aufwärts!! Versprochen!!
Fühl Dich gedrückt und alles Gute!
Animar
PS: Kannst mir gerne mailen wenn Du jemanden zum Reden brauchst! :-)

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Hallo Honigmami,

habe schon deinen ersten Beitrag gelesen. Erstmal Glückwunsch zur Geburt deines Sohnes! Auch wenn dein großer Sohn schon relativ groß ist, kannst du dich ja sicher erinnern, wie die erste Zeit mit Baby war, und auch daran, daß es langsam alles wieder besser wird und sie irgendwann auch mal weniger schreien, man weniger unter Druck ist und langsam eine innige Beziehung entsteht.

Eine schwere Geburt kann durchaus traumatisch sein und in diesem Sinne auch depressive Schübe auslösen bzw. sich störend auf das Verhältnis von Mutter und Kind auswirken. Solltest du mit diesem Thema nicht zur Ruhe kommen (ich meine nicht sofort, es ist ja gerade mal 10 Tage her - aber auf Sicht), dann solltest du dir professionelle Hilfe suchen und das Ganze irgendwie verarbeiten (Gesprächstherapie).

Als allernächsten Schritt solltest zusammen mit deinem Mann (!) mal die Website von "Schatten und Licht" besuchen. Das ist ein Verein, der sich mit Wochenbettdepressionen befaßt.

www.schatten-und-licht.de

Dort gibt es auch einen Selbsttest, aus dem du in etwa erkennen kannst, ob du betroffen bist oder nicht. Es gibt auch Listen mit Fachärzten, Selbsthilfegruppen, Therapeuten etc.

Auf jeden Fall mußt du darüber sprechen: mit deinem Mann, deiner Hebamme, deiner Mutter (!), mit Freundinnen und anderen Müttern - das hilft ernorm. Vermutlich haut dich der Alltag mit zwei Kindern nun auch erst mal um, das ist schon eine starke Leistung (irgendjemand hatte hier letztens mal eine "Survival-Liste" gepostet: "Wie man den Start zuhause mit Baby und Kleinkind überlebt!" und darin Tips gegeben wie: Haushalt liegen lassen, Kleinkind zur Oma geben, Mann scheuchen etc - das finde ich auch alles richtig).

Fall in dir zunehmend Panik aufsteigt: es gibt psychiatrische Kriseninterventionsdienste mit Notfalltelefonen, da mußt du (oder dein Mann) im Telefonbuch nachsehen. Spann deinen Mann mit ein, er MUSS dich jetzt sehr unterstützen, Bandscheibenvorfall hin oder her. Zur Not mußt du dir Hilfe von außerhalb holen. Ich weiß ja nicht, wo ihr wohnt, aber in Berlin gibt es einen Verein zur Mütterpflege, der Mütter in schwierigen Situationen unterstützt (www.muetterpflegerinnen-berlin.de), da wird auch über die Krankenkasse abgerechnet.

Zu den Globuli: ich habe bei der ersten Wochenbettdepression Hypericum C30 bekommen und bei der zweiten Hypericum D6, also Johanniskraut. Ich hatte in gewissem Sinne "Glück" und habe es ohne Psychopharmaka überstanden. Es gibt allerdings mittlerweile sehr gute und auch stillverträgliche Antidepressiva - falls es dazu kommen sollte, laß dich von einem Neurologen ausführlich beraten, nicht einfach vom Hausarzt irgendwas verschreiben lassen. Psychopharmaka sind heftige Medikamente und erfordern eine typadequate Einstellung.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit!
Kopf hoch, es wird wieder besser!

Joulins

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