Scheidensenkung macht mich fertig

Ihr Lieben,
Ich muss mal ganz doll jammern. Ich habe kürzlich nach Kind Nummer 2 (16 Wochen alt) eine scheidensenkung diagnostiziert bekommen. Ich habe „lediglich“ ein unangenehmes Gefühl in der scheide (luftbläschen, manchmal Druckgefühl), keine Probleme mit Inkontinenz o.ä.
Meine Frauenärztin meint, die Senkung sei wirklich nicht schlimm und glaubt, dass sie sich zumindest noch bessern wird. Auf ihr anraten mache ich nun einen zweiten Pilates-rückbildungskurs bei einer Physiotherapeutin. Ich habe Contam Würfelpessare verschrieben bekommen, die ich nach Bedarf an Tagen nutzen soll, wenn ich viel auf den Beinen bin (an welchem Tag nicht mit einem 3 jährigen Kind und Baby?). Keine Apotheke oder Sanitätshaus konnte mir die besorgen, daher habe ich gestern einen arabin Würfel bekommen und mir die contam Würfel auf eigene Faust besorgt (6€ pro Würfel sind ganz schön happig).
Es gibt Momente, da geht es mir gut und ich spüre nichts. Aber an vielen Tagen spüre ich die Senkung und das macht mich psychisch total fertig. Ich zappele herum, um das unangenehme Gefühl irgendwie loszuwerden, was natürlich nicht klappt.
Heute bin ich fürchterlich niedergeschlagen. Den arabin Würfel konnte ich überhaupt nicht einführen, wahrscheinlich weil ich einfach zu verkrampft bin. Es tat echt weh, als ich es versucht hab. Darum hab ich aufgegeben.
Ich war am Wochenende recht aktiv und gestern stand ich viel mit Baby im Tuch. Heute hab ich mich bewusst geschont, bis auf 2 Waschmaschinen habe ich echt nicht viel gemacht. Und mir gehts ätzend. Den Würfel hab ich vorhin rausgenommen. Ich hab das Gefühl, mir fällt gleich was raus. Heute fällt es mir schwer, Zuversicht zu haben.
Ich weiß, anderen gehts viel schlimmer. Aber ich bin einfach so traurig und will, dass es sich wieder anfühlt wie vorher 😢😢
Morgen will ich nochmal einen Termin bei einer bebo-Physiotherapeutin machen.
Vielleicht gibts hier ja die ein oder andere, die auch mit einer Senkung zu kämpfen hat oder mir gerade ein wenig Mut machen kann. Ich könnte es gebrauchen 😪

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Ich habe das gleiche.
Ich verzweifle auch langsam. Die Geburt ist nun 13 Wochen her und seit der 3. Wochen habe ich das. Es ist ein so "ekeliges und komisches" Gefühl, dass da etwas ist, was da eigentlich nicht hin gehört. Dieses Fremdkörper Gefühl und genau wie du sagst, wie so Luftblässchen zwischendurch. Mich stört es den ganzen Tag eigentlich, egal was ich tue. Meine Frauenärztin meinte, dass geht irgendwann wieder weg. Ich glaube nicht mehr dran. Einen Tipp habe ich leider nicht, aber ich habe genaue das gleiche Gefühl und an manchen Tagen macht es auch mich wirklich sehr fertig. Ich möchte doch einfach nur, dass es sich wieder so wie früher anfühlt. Es ist auch beim GV total unangenehm 😒

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Danke für deine Antwort. Es tut ja immer gut, wenn man hört, dass man nicht alleine ist. Hat dein Arzt dir gar keine Hilfen genannt? Da ist meine Ärztin ja anscheinend deutlich nützlicher gewesen. Hoffentlich gehts dir bald besser. Die Physiotherapeutin hat erklärt, dass die Rückbildung tatsächlich 2-3 Jahre dauert 😮 das lässt mich hoffen, dass es doch noch besser werden kann. Ich drücke dir die Daumen, dass es bei dir schnell aufwärts geht!

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Ich hab seit ca. 3 Wochen nach der Geburt eine Blasensenkung 😔 Merke sie durch ein ekliges Fremdkörpergefühl und einen sehr häufigen Harndrang. Ich mache seitdem Rückbildung wie eine Bekloppte und war auch schon bei einer Physiotherapeutin für einen check-up. Mein Frauenarzt meint das wird mit ordentlich Rückbildung schon wieder weggehen, die Physiotherapeutin meinte das zumindest mein BB schon wieder ganz stabil wäre aber die Bänder noch arg überdehnt. Ich soll mir in einem BB-Zentrum einen Pessar anpassen lassen. Ich hab echt schiss, das der Mist nie wieder weggeht und ich für den Rest meines Lebens mit diesem abartigen Gefühl rumlaufen muss oder sich das Ganze noch verschlimmert 😔 Es gibt Tage, da ist alles ganz gut und fühlt sich OK an. Und dann gibt's wieder welche, da fühlt es sich einfach nur Scheisse an und ich fange an zu zweifeln das es sich wieder bessert. Aber ich versuche mich dann immer irgendwie wieder zu motivieren und mir zu sagen, das es auf jedenfall mit viel Geduld besser werden wird. Das muss es einfach!

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Auch dir danke für deine Antwort! Hoffentlich geht es dir mit dem pessar besser. Gut, dass dir direkt einer angepasst wird, das soll wohl deutlich besser sein als Standardpessare. Viele sagen ja, dass es auf jeden Fall besser wird und der prozess einfach dauert. Aber ich kann deine Angst total nachvollziehen. Die Vorstellung, dass es jetzt einfach so bleibt, macht mich psychisch total fertig.
Ich drücke uns allen die Daumen, dass es wieder besser wird. Am besten so wie vorher!

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Hallo,

den einzigen Rat, den ich dir geben kann ist dich umgehend an ein Beckenbodenzentrum überweisen zu lassen. Du brauchst erstmal eine vernünftige Diagnostik bevor irgendwie mit Physio o.ä. behandelt wird. Das kann ein normaler Frauenarzt - egal wie engagiert er ist - mangels Erfahrung und Ausstattung nicht leisten.

Wichtig wäre erstmal herauszufinden ob die Senkung "nur" durch eine Beckenbodenschwäche ausgelöst wird oder ob der Beckenboden ernstlich Schaden genommen hat. So unwahrscheinlich ist das leider nicht, statistisch gesehen erleidet jede dritte Frau bei Spontangeburten einen Schaden am Beckenboden. Liest man nur leider erst, wenn man betroffen ist und sich in das Thema intensiv einliest. Das Tückische ist, dass diese Verletzungen meist unbemerkt passieren und sich - je nach Ausprägung - erst Jahre später bemerkbar machen.

Mir ist bei der Spontangeburt unserer Ältesten vor gut 13 Jahren ein Teil des Beckenbodens fast komplett abgerissen, irreparabel bzw. nur operativ behandelbar was in meinem Fall nur wenige Jahre Erfolg verspricht bis ich wieder auf dem Ausgangspunkt wäre. Physio bringt in dem Fall nur bedingt etwas. Ich habe es so immerhin geschafft durch Training der intakten Muskeln aktuell meinen Alltag normal bewältigen zu können. Trotzdem bin ich in gewissen Dingen eingeschränkt und ich werde im Laufe der Jahre wieder mehr Schwierigkeiten bekommen. Die beschädigten Muskeln kann ich halt nicht mehr trainieren - und wenn ich tausende Kurse belegen würde. Verschwendete Zeit und Energie...

Ohne vernünftige Diagnostik trittst du auf der Stelle also kümmere dich zuerst darum. Dann kann man auch sehen was für Möglichkeiten in deinem Fall bestehen. Die Verletzungen sind vielfältig, vielleicht kann man dir in einem Beckenbodenzentrum relativ einfach weiterhelfen. Ich drücke dir die Daumen.

Alles Gute!

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Danke für deine Antwort! Deine Geschichte klingt alles andere als schön!
Ich habe mir auf dieser Internetseite eine Therapeutin in meiner Stadt ausgesucht: https://www.ag-ggup.de/therapeutenliste/therapeutenliste-beckenboden/
Meinst du, dass die Therapeuten einen kompetenten Befund stellen können? Oder würdest du mir doch eher wirklich einen Besuch im bebozentrum empfehlen.
Darf ich fragen, wann der Schaden bei dir festgestellt wurde?

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Hallo und #sorry, dass ich erst jetzt antworte.

Nein, ein Therapeut kann keine Diagnose stellen. Die kommen später zum Zug wenn man weiß was bei dir wirklich Sache ist und welche Form der Therapie sinnvoll ist. Leider sind Beckenbodenprobleme eine gute Geldquelle für Therapeuten womit sich langfristig gutes Geld verdienen lässt. Wenn ich schon lese, dass deine Therapeutin behauptet die Rückbildung würde 2-3 Jahre dauern ist das alles andere als seriös. Ein „nur“ ausgeleierter BB lässt sich durch konsequentes Training relativ schnell wieder in Form bringen. Ein beschädigter ist auch nach 2-3 Jahren nicht wieder in Ordnung 🤷‍♀️

Du brauchst einen Termin beim Spezialisten, am besten in einem Beckenbodenzentrum wo mittels Kernspin oder wenigstens Ultraschall geschaut wird ob und wenn was bei dir das Problem ist. Du kannst ja mal Bilder googeln wie das dann aussieht. Stichwort Beckenbodenschäden oder so.

Ich wusste sofort, dass bei mir alles kaputt ist. Ich muss dazu sagen, dass ich schon als Jugendliche mit BB-Training angefangen habe weil ich wahnsinnige Angst vor dem hatte, was ich letztendlich jetzt in verschärfter Form wirklich habe. Ich wusste also genau wie sich das am Beckenboden anfühlen muss und das tat es nicht mehr. Keine zwei Wochen nach der Geburt hatte ich dann den ersten Darmvorfall, die Blase konnte ich ab Geburt nicht mehr vollständig entleeren etc. Wann die genaue Diagnose kam weiß ich nicht mehr, hat schon ne Weile gedauert weil auch ich keine Ahnung davon und mich auch erst auf die Frauenärztin verlassen hatte. Die wiederum hat ihren Fokus eher auf meine nicht zu knappen anderen Geburtsverletzungen gelegt und meinte alles würde besser werden wenn das erstmal verheilt ist. Was aber Quatsch ist wie ich heute weiß.

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