Verunsichert, wie lange Baby Blues?

Hallo, ich hatte ja schon einmal einen Post geschrieben mit der Angst vor der Geburt und mein Kind nicht lieben zu können.
Naja wie das halt oft so ist, kam alles anders als vorgestellt. Ich kam zum einleiten ins Krankenhaus, ein Tag später verlegt worden weil Corona Test positiv war und dort keine Kinderintensivstation zur Überwachung da war. Dort angekommen, weiter eingeleitet worden und nach 3 Tagen hat sich immernoch nichts getan so das ich mich wegen dem ganzen Drumherum für einen Kaiserschnitt entschieden hatte da mein Freund und ich isoliert in ein Zimmer gesperrt waren.
Als die kleine dann geboren war und mir gezeigt wurde, kamen mir die Tränen vor Freude. Sie war allerdings nur 5 Minuten bei mir und wurde dann zur Überwachung ein Tag auf die kinderintensivstation gebracht. Für mich und mein Freund war das natürlich sehr schwer auszuhalten aber der Gedanke das es für das Wohl des Babys ist, haben wir es dann so hinnehmen müssen. Ein Tag später kam die Kleine dann zu uns und wir haben uns natürlich beide gefreut. Ich bin direkt am selben Tag noch aufgestanden, ich wollte einfach alles gut hinbekommen. Nach 3 Tagen sind wir dann nachhause. Als wir zuhause angekommen sind war ich erstmal restlos überfordert und hab nur geweint. Von Montag auf Dienstag musste ich dann wegen Nierenkoliken wieder ins Krankenhaus. Nach einer Blasenspiegelung 2 Steine gefunden. Nach 3 Tage Aufenthalt durfte ich dann wieder nachhause, meiner Maus und mein Freund durften bei mir bleiben, allerdings wieder isoliert. Nun, jetzt zu dem eigentlichen Problem. Ich hab immernoch das Gefühl meine kleine nicht richtig zu lieben. Ich sitze so oft zuhause und frage mich ob das alles richtig war, ich bin nicht traurig aber ich frag mich einfach ob ich wirklich eine gute Mutter bin, weil ich nicht wegen jedem Lachen von ihr überglücklich bin, sie am liebsten manchmal abgeben würde weil mir alles zu viel ist obwohl sie eigentlich sehr pflegeleicht ist. Ich habe so Angst eine Wochenbettdepression zu haben, so dass ich mir wahrscheinlich schon vieles einbilde. Jedenfalls bin ich nicht so wie die Mütter die nach 9 Wochen schon sagen können sie lieben ihr Kind über alles. Ich finde sie super süß, mache alles für sie aber dieses überglücklich ist bei mir einfach nicht. Kann mir jemand sagen ob das besser wird, geht es jemandem genauso wie mir? :-(

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Da ist ja schon einiges seit der Geburt passiert, was für jede Mutter nicht so leicht gewesen wäre, das tut mir leid! Du klingst insgesamt wie ein Mensch, der sich viele Gedanken macht und dadurch vielleicht auch schnell verunsichert ist, kann das sein? Hinzu kommt ja noch, dass das eine wirklich extrem anstrengende Zeit ist und dann ist es insgesamt schwer, "überglücklich" zu sein! Von allem was du schreibst höre ich heraus, dass du dein Kind nicht ablehnst und es süß findest, das ist doch schonmal eine positive Basis. Egal ob man es jetzt als Baby Blues oder als etwas anderes bezeichnet, in jedem Fall wäre es sicher hilfreich, die eigenen Erwartungen runterschrauben (ich weiß, ist nicht einfach) und zu schauen, ob es Unterstützungsmöglichkeiten gibt (durch Familie, Freunde, psychologische Gespräche..?). Ich wünsche dir, dass bald etwas leichtere Zeiten kommen (Frühlingswetter, weniger Isolation, hoffentlich keine weiteren Klinikaufenthalte) und du dich nicht durch deine Zweifel zusätzlich unter Druck setzt. Babys sind Meister im Beziehungsaufbau, das hat die Natur so eingerichtet, aber das kann auch mal 6 Monate dauern!

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PS: Vielleicht nochmal zu meinen persönlichen Erfahrungen: Ich habe mich von Anfang an sehr über mein Baby gefreut und mein Bestes gegeben, habe dann nach knapp 2 Monaten gemerkt, jetzt ist richtig Liebe entstanden und merke jetzt, da mein Sohn immer mehr eine eigene Persönlichkeit zeigt, wie die Liebe mit jedem weiteren Monat wächst. Ich weiß aber eben auch von Eltern, die bis zu 6 Monate gebraucht haben und ihre Kinder heute deswegen aber nicht weniger lieben.

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Ja ich mache mir grundsätzlich über alles zu viel Gedanken.
Nein ich lehne die kleine nicht ab, ich kümmere mich und mache alles für sie aber es fühlt sich alles noch so unrealistisch an, als wäre ich nur ne Art Babysitter, weißt du wie ich meine? Ich hab einfach Angst das dieser Zustand für immer so bleibt, es fühlt sich einfach nicht schön an und ich will einfach ne gute Mutter für sie sein. Ich war vorher auch nicht so das ich alles direkt machen musste, Haushalt usw. hab auch mal was liegen lassen aber seitdem ich wieder fit bin und die kleine da ist würd ich am liebsten alles sofort und direkt. Ich hab Angst das es irgendwann so schlimm wird das ich in ne Klinik muss oder so, das wäre wirklich das schlimmste für mich.

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Ich kann jetzt nicht einschätzen wie die Situation bei dir ist, aber allgemein kann man sagen:
Es gibt einfach Leute, die intensiver und überschwänglicher fühlen, oder vielleicht auch ihre Gefühle einfach überschwänglicher kommunizieren. Und manche Leute sehen Sachen eher nüchtern.

Ich bin auch nicht so der überschwängliche Typ. Ich fühle mich nicht wie auf Wolken oder so.
Aber ich liebe mein Kind und freue mich
Trotzdem bin ich auch manchmal überfordert, zweifle und Weine auch mal, entweder aus Freude oder kurzer Verzweiflung.

Ich glaube, dass die wenigsten Menschen nur glücklich sind in der ersten Zeit ;-) es ist einfach eine schwierige und emotionale Zeit.

Da ich vor einem Jahr erst eine Depression hatte, und auch in der Schwangerschaft eher in einem tief war, hab ich mir auch mega Sorgen gemacht, ob ich eine Wochenbett Depression bekomme.
Insgesamt würde ich aber sagen, dass es mir gerade gut geht, auch ohne rosa Wolken um mich herum und mit Schlafmangel ;-)

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Ja da hast du recht aber ich rede mir schon förmlich ein eine wochenbettdepression zu haben eben weil ich nicht so überglücklich bin. Ich frag mich nur wann das aufhört.
Ich kann eben nicht sagen das ich sie liebe, ich find sie süß aber mehr ist da leider nicht und das macht mir einfach so Angst. 😭

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Hey...hast du das Bonding nachgeholt?

Leg dich mit deiner Maus mal nackig Haut auf Haut in dein Bett, kuschelt einfach mehrere Stunden. Am besten wenn dein Freund im Haus ist und euch etwas bedienen kann. Nimm dir einfach nur Zeit für dixh und die Kleine.

Das hat meine Hebamme bei einer Bekannten auch gemacht als sie wieder zu Hause waren, weil sie keinen richtigen Bezug zu ihrem Baby gefunden hat.

Oft wird dass nach Kaiserschnitt, oder bei Babys die auf die Neo müssen so nachgeholt.

Deine kleine war 24h von dir getrennt, du hast sie nur 5min. Gesehen nachdem sie geboren wurde. Ich denke, dass dir vllt deshalb der Bezug etwas fehlt.

Versuch es doch einfach mal, schaden kann es nicht.

Alles Gute Euch ♥️

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https://www.windeln.de/magazin/schwangerschaft/geburt/das-bondingbad.html/amp

Ich find hier wird es schön beschrieben, auxh wie es gemacht wird.

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Schade das meine Hebamme mir das nicht gesagt hat. Ich kuschele sehr viel mit ihr nur nicht nackig. Ich werde es mal versuchen, lieben Dank 😘

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Hi,
mich hat’s bei beiden Kindern ziemlich stark gebeutelt nach der Geburt. Ich hatte zwar tatsächlich sofort eine Bindung und nicht das Gefühl mein Kind nicht genug lieben zu können, aber das Gefühl, dass mein Leben vorbei ist und ich im Gefängnis sitze. Und das ohne so eine turbulente Anfangszeit, wie du sie hattest. Die letzte Abschlussuntersuchung beim Gyn nach der Geburt ist ja so ca. 8 Wochen danach. Ich weiß, dass ich da beim Kleinen immer noch bluesgebeutelt war und meine FÄ sagte, wenn das nicht bald besser ist, müssten wir genauer hinschauen, ob es nicht in Richtung postpartale Depression rutscht. Es hörte aber tatsächlich um diese Zeit dann auch auf.
Aber wie soll man denn auch überglücklich sein? Das Leben steht doch total Kopf, man kann die meisten Dinge, die man vorher gerne tat, erstmal nicht mehr machen, man ist nie alleine, schläft bescheiden, der Körper ist verändert, die Hormone spielen verrückt, die Anfangsstillerei ist auch ein Riesenscheiß usw. Diese Situation sollte man schon realistisch betrachten: das Wochenbett ist keine andauernder Glücksmoment, aber es gibt sie, diese Momente und es werden immer mehr. Versprochen.
Meine Hebamme hat gerne eine ihrer Klientinnen zitiert, die hatte gesagt, dass es nach vier Monaten erst richtig gut wurde, denn dann waren „alle Dämonen verschwunden“. Das ist viel Wahres dran.
Gib dir Zeit, sollte sich an deinem Stimmungstief in Kürze nichts ändern, dann geh zum Arzt und lass dich durchchecken. Schilddrüse, Vitamin D-Mangel, Eisenmangel usw. können auch dahinterstecken.

vlg tina

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Okay, es wird ja immer gesagt das der babyblues nur 2 Wochen anhält. Aber danke für deine Nachricht, wie lange soll ich denn warten damit? LG

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Ich gehöre auch zu den Leuten, die nicht so überschwänglich in ihren Gefühlen sind.

Die Geburt meiner Tochter hat mein Leben ins positive verändert. Auf jeden Fall. Ich würde sie auch nie wieder hergeben wollen. Trotzdem gibt es Tage, an denen sie mich in den Wahnsinn treibt. Das ist einfach die andere Seite der Medaille, die oft nicht so häufig angesprochen wird. Man hört immer nur von der rosaroten Brille und alles ist toll.

Ich habe mich anfangs auch wie ein Babysitter gefühlt. Aber das wird jeden Tag etwas weniger. Man merkt es gar nicht. Irgendwann hat man realisiert, dass niemand kommt und einem den kleinen Wurm wieder abnimmt. Gib dir Zeit und denk nicht zu viel nach. Bei mit ging das Gefühl immer mehr weg als ich anfangen konnte mit meiner Tochter zu agieren. Sie lachte mich an und irgendwann lachte sie beim Quatsch machen.

Es gibt nichts schöneres als das eigene Kind, das das Spiel unterbricht um zu dir zu krabbeln und dir einen Kuss zu geben. Das macht Die Zeit, in der sie anstrengend sind, ganz schnell wieder vergessen.

Liebe Grüße
Insa mit L (10,5 Monate )

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Danke für deine Nachricht. Wie lange hat es bei dir ungefähr gedauert? Ich hoffe das alles gut wird, ich will doch nur ne gute Mutter und glücklich mit meinem Kind sein. Verstehe oft nicht wieso ich mir so schwer tue damit, zumal ich eigentlich immer früh Mama werden wollte. Sie war zwar nicht geplant aber man muss sein Kind doch trotzdem lieben können und diese scheiß Gedanken an ne Depression machen mit alles kaputt.

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Da es wirklich schleichend kam, kann ich dir gar nicht sagen wie lange das gedauert hat

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Hey!
Ich hatte ein Kolikenbaby, sprich, er hat ständig geweint und wenig geschlafen.
Aber direkt nach dem Kaiserschnitt merkte ich, dass ich mich jetzt um ihn kümmern muss und das hat mir große Angst bereitet. Dass ich es nicht hinkriegen würde, dass meine Zeit als junges Mädchen vorbei sei usw. Das sind Gedanken, die ich heute nicht mehr habe. Aber am Anfang war es schon sehr schwer, ja. Ich war ziemlich überfordert. Ich dachte ständig viel zu viel nach. Ich kann sagen, dass ich glücklich war. Meine Sorgen waren aber größer als das Glück. Aber ich muss sagen, ich habe ihn sofort geliebt. Mit der Zeit wurde diese Liebe immer mehr. Jetzt wird er 8 Monate alt und ist so ein toller kleiner Kerl. Ich vermisse die Anfangszeit ein wenig, da ich sie mit meinem heutigen Wissen ganz anders genießen würde. Aber damals war mir alles einfach zu viel. Und ja Woche für Woche war mein Babyblues oder was auch immer, immer weniger. Nach 2 Monaten fast weg, nach 3 Monaten ganz weg. Aber es kamen danach auch schwere Zeiten. Ich kann fest sagen, seit er 5 / 6 Monate alt ist, läuft es richtig gut und ich habe wieder zu mir gefunden. Und, mein kleiner Prinz verzaubert mein Leben. Ich würde ihn für nichts auf der Welt hergeben. ♡

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Hey du, erstmal danke für deine ehrliche Antwort! Es ist ‚schön‘ zu hören, das es nicht nur mit so geht.. darf ich fragen wie sich das bei dir geäußert hat? Wenn du magst kannst du mir ja mal privat schreiben. LG 😊

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Ich war auch weit entfernt von überglücklich :-D Zuerst hatte ich einen hammermäßigen Babyblues, und auch als der abklang, war ich nicht himmelhoch jauchzend. Hast du mal mit deiner Hebamme gesprochen? Mir hat das sehr geholfen, auch ihre professionelle Einschätzung, was von all meinem Geheule noch "normal" ist :-D

Für mich kann ich sagen: Mein Kind ist super süß, lustig und alles, aber ich bin wahrscheinlich einfach nicht der Typ Frau, der im Mutterdasein diese wahnsinnige Erfüllung findet und deswegen solche "großen" Gefühle hat. Ich habe auch ewig darauf gewartet, dass ich so dahinschmelze wie meine Freundinnen, aber das passiert eben einfach nicht (und es ist keine Depression :-D ). Es wurde auch definitiv besser, je älter das Baby wurde, je mehr man mit ihr anfangen konnte. Inzwischen haben wir super viel Spaß miteinander und ich habe keinerlei Zweifel, dass es top läuft zwischen aus - auch wenn ich eben nicht so der Typ bin, der beim Anblick seines Kindes permanent Herzchen in den Augen hat ;-)

Deswegen: Mach dir keinen Druck. Man bekommt so viel Input, wie man sich fühlen soll, wie man denken müsste, wie die ganze Welt von der Geburt erschüttert wurde...und wenn es einem eben nicht so geht, zweifelt man an sich selbst. Deswegen wäre mein Rat, einfach mal mit der Hebamme zu sprechen und mich von den Erwartungen aus Werbung, Film und Blogs zu lösen. Dann wird es garantiert besser.

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Hey, bei vielen gebe ich dir recht. Die Medien und das Internet ist was das Thema betrifft einfach unehrlich und total weit weg von Realität, deswegen zweifelt man einfach zu viel an sich selber und viele lügen einfach... naja meine Hebamme ist nicht so toll und ich möchte auch nicht mit ihr darüber reden da ich oftmals das Gefühl hatte sie versteht mich nicht bzw. interessiert es auch nicht wirklich..

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