Einleiten mit Ballonkatheder - Erfahrungen

Hallo zusammen,

wer hat Erfahrung mit Einleitung durch Ballonkatheder und würde sie hier teilen?

Bei mir sollte diese Woche kurz vor ET eingeleitet werden, weil Baby Boy in BEL liegt.

Eigentlich sollte mit der Cytotec Tablette eingeleitet werden. Spontan hat sich der Arzt dann aber dafür entschlossen, mit Ballonkatheter einzuleiten. Dieser soll ja die schonende Variante sein, weil hormonfrei. Der Arzt war sich sicher, dass das Baby nur einen kleinen Anstupser benötigt und dafür soll der Ballon ausreichend sein.

Das Einsetzen war direkt unangenehm und schließlich auch seeehr schmerzhaft. In dem Moment dachte ich, wenn die Geburt noch schlimmer wird, halte ich das niemals durch. Aber vielleicht kommt der Schmerz beim Einsetzen dieses lustigen Katheters ja sogar an Geburtsschmerz ran...? Immerhin wird der ja irgendwie vor, aber auch hinter den Muttermund gehängt und aufgeblasen #zitter :-[

Na gut, nachdem das Einsetzen vorbei war, war der Schmerz an sich verschwunden. Das Teil war etwas unangenehm. Zudem empfand ich es als sehr seltsam, dass 3 Plastikschleuche aus mir raushingen... Und ich konnte damit nicht pinkeln, obwohl mir gesagt wurde, dass das kein Problem sein sollte.

Danach wurde noch ordentlich Blut abgezapft und ein Venenzugang gelegt. Ich kam auf das alles zusammen überhaupt nicht klar. Ich hatte Kreislauf, Übelkeit, habe gezittert und geheult. Auf Grund von Corona wurden mein Freund und ich getrennt und ich musste mich allein fürs Zimmer anmelden und erstmal Ewigkeiten in einem Flur warten. Ich konnte nicht aufhören zu heulen, obwohl ich eigentlich keine Schmerzen mehr hatte. Ich bin eigentlich nicht so ein emotionales Weichei :D schon gar nicht in der Öffentlichkeit! Kam mir schon vor wie ein kleiner Nervenzusammenbruch.

Nun, der Ballon hat nicht die gewünschte Wirkung erzielt, also keine bzw. kaum Wehen. Ich hätte ihn insgesamt 24 Std drin lassen können, aber da ich mich nicht wohl gefühlt habe, wurde er wieder entfernt und ich durfte die Nacht zu Hause schlafen.

Am nächsten Morgen sollte ich dann zur weiteren Einleitung mit Cytotec. Ich kam zu Hause immer noch nicht wieder klar, war fix und fertig und habe gezittert. Habe dann die weitere Einleitung abgesagt. Da wir aktuell immer noch VOR ET sind, gebe ich dem Kleinen noch etwas Zeit. Bzw. tendiere seit dieser Einleitungserfahrung zu Kaiserschnitt.

Ich würde mich sehr über weitere Erfahrungsberichte freuen :-)

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Guten Morgen,

ich kann dir nur von meiner Erfahrung berichten.
Ich bin einen Tag vor ET ins Krankenhaus zur Einleitung aufgrund von zu hohem geschätztem Gewicht des Babys. Wurde an dem Tag zweimal mit Gel eingeleitet. Das Ergebnis waren höllisch schmerzende Wehen, jedoch keine Veränderung am Muttermund (1 cm geöffnet). Am Folgetag das gleiche Spiel. Am dritten Tag wollte ich eine Pause und es wurde mit natürlichen Mitteln versucht, die Wehen anzuregen. Ergebnis: Muttermund 2 cm geöffnet.
Am 4. Tag wollte ich nach Hause, weil ich komplett am Ende war. Mein Mann durfte mich aufgrund von Corona nur 2 Stunden am Tag besuchen. Ich hab nur noch geheult, was sich sowohl auf der Wochenbettstation, als auch im Kreißsaal rumgesprochen hat. Zur morgendlichen Chefarztvisite wurde ich dann vor die Wahl gestellt. Entweder ich würde heimgehen und am nächsten Tag wieder kommen oder ich lasse mich noch am selben Tag mit Ballonkatheter einleiten. Die Ärzte brauchten jedoch bis zum darauffolgenden Tag eine Entscheidung bis Mittag, da sonst ein geplanter Kaiserschnitt nicht mehr möglich wäre, da dann Wochenende ist. Dann wäre im Notfall nur noch ein Notkaiserschnitt machbar.
Ich wollte unbedingt natürlich entbinden und hatte auch totale Angst vor dem Kaiserschnitt. Noch mehr Angst hatte ich jedoch vor einem Notkaiserschnitt, dass es meinem Baby nicht gut geht und ich vielleicht in Vollnarkose versetzt werde und von der Geburt gar nichts mitbekomme.
Also entschied ich mich für den Ballonkatheter. Ich war die erste Patientin, bei der das in dieser Klinik angewendet wurde. Die Ärztin, die den Katheter legte hatte das jedoch in einer anderen Klinik schon häufiger gemacht. Dementsprechend war das Interesse der anderen Ärzte auch sehr groß und es gab viel Publikum.

Ich muss sagen, ich hatte fast keinerlei Schmerzen. Weder beim legen, noch danach. Lag vielleicht daran, dass mein Muttermund schon 2 cm offen war. Die Kabel waren etwas störend, aber auszuhalten. Von allein ist er nicht rausgefallen, also habe ich ihn abends nach 12 Stunden entfernen lassen. Trotzdem hat er sein Soll erfüllt. Muttermund war bei 4 cm. Also wurde am selben Abend noch mit Wehentropf eingeleitet. Wehen waren da, aber geändert hat sich bis zum nächsten Morgen nichts mehr. Ich wurde gefragt, ob ich es nochmal mit dem Wehentropf versuchen möchte. An dem Punkt war ich allerdings so fertig, dass ich mich trotz vorhandener Wehen für einen Kaiserschnitt entschieden habe, da ich es nicht mehr ausgehalten habe. Einleitungswehen sollen auch oft schlimmer sein, als natürliche Wehen. Mir war klar, dass sich nach 5 Tagen nichts mehr tun würde.
Nachdem ich wieder auf mein Zimmer ging, verlor ich einen großen Teil meines Schleimpfropfs, als mir im OP die Spinalanästhesie gesetzt wurde, ist meine Fruchtblase geplatzt. Nach dem Kaiserschnitt wurde mir gesagt, dass das Baby nicht auf natürlichem Weg kommen konnte, da sein Kopf nicht ins Becken gepasst hat. Das war auch der Grund, warum nur der Ballonkatheter wirklich etwas gebracht hat. Sollte es für mich nochmal zu einer Einleitung kommen, werde ich direkt nach dem Ballonkatheter fragen. War für mich wirklich die schonendste Variante.

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Hi, vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht #herzlich

So unterschiedlich wie wir Frauen und unsere Schwangerschaften sind, so unterschiedlich wirken wohl auch die verschiedenen Einleitungsmethoden.

Es tut gut zu hören, dass andere auch körperlich und emotional unter der Einleitung leiden, welche Methode auch immer angewendet wurde.

Ich weiß auch nicht, ob frau sich wirklich 5 Tage durch eine schleppende, unschöne Einleitung quälen muss, nur um auf Teufel komm raus eine natürliche Geburt zu erleben. Und am Ende wirds dann eh der (Not) Kaiserschnitt #aerger
Aber Hut ab dass du es so lange versucht hast und alles gegeben hast! Jetzt weißt du, dass es natürlich nicht möglich gewesen wäre.

Wie war denn der Kaiserschnitt und die Erholungszeit für dich?

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Ja, ich hätte mir vieles erspart, wenn ich schon eher einem Kaiserschnitt zugestimmt hätte. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber ich bin froh, mich dann doch rechtzeitig dazu entschlossen zu haben. Durch die vorangegangenen Wehen wurde mein Kleiner wenigstens vorbereitet und hatte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten.

Letztendlich war er tatsächlich auch leichter als erwartet, nur sein Kopfumfang war extrem groß.

Daher, dass es meine erste OP und mein erstes Kind war, waren die ersten Tage wirklich schwierig. Ab dem zweiten Tag musste ich mich komplett allein um den kleinen kümmern. Die Schwestern auf Station hätten zwar geholfen, schienen aber immer genervt (auch durch die Corona-Situation). Mein Mann durfte nach der Geburt auch nicht mehr kommen, wegen geänderten Regeln. Bin dann nach 4 Tagen anstatt 5 nach Hause. Dort hatte ich durch meinen Mann wesentlich mehr Hilfe.
Es wurde alles von Tag zu Tag besser.
Jetzt nach 4 Wochen tut mir hin und wieder noch die Narbe weh, aber weitestgehend geht es mir gut.

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Aus welchem Grund will man denn gerade bei BEL vorzeitig einleiten? Vielleicht dreht sich das Kind doch noch, wenn es soweit ist?!

Hast du eine äußere Wendung versucht?

Ich habe mich als Erstgebärende bei BEL für einen KS entschieden. Aber das ist eine sehr individuelle Entscheidung und hier gibt es auch nur ein KH etwas weiter entfernt, dass spontan aus BEL entbinden kann.

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