Entscheidung für einen geplanten Kaiserschnitt

Eine Frage die mir in letzter Zeit hier lesend immer wieder aufkam.
Warum habt ihr euch für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden und warum keine spontane Geburt? Natürlich klammer ich Notkaiserschnitte aus der Frage aus.

Ich muss tatsächlich sagen, dass ich es nicht so genau verstehe.
Auf der einen Seite ist die Heilung nach einem Kaiserschnitt deutlich langwieriger als nach einer spontanen Geburt. Zeit, die mir quasi auch ein bisschen von der ersten, schönen Zeit mit meinem Baby genommen wird bzw die Zeit etwas unangenehmer gestaltet.

Dann lese ich auch oft, dass Babys sogar vor dem ET planmäßig geholt werden sollen... weil das Datum schöner ist? Weil es nicht in den Zeitplan passt? Ich habe tatsächlich relativ wenig Verständnis dafür ein Baby zu holen, das noch nicht soweit ist... aber bin diesbezüglich vielleicht auch nicht informiert genug.

Mich würde die Sichtweise interessieren.
Liebe Grüße

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Ich hatte keinen geplanten KS,sondern einen sekundären aufgrund wehen, grünem Fruchtwasser +BEL.

Thema Heilung : Ich war mega schnell fit, keine großartigen Schmerzen gehabt, der KS war für mich easy going. Samstag KS, Sonntag Katheter raus, allein aufs Klo, Kind allein versorgt, aufgestanden halt alles normal gemacht. Auf der Seite geschlafen,aufm Bauch. Mittwochs wieder daheim, Treppen gelaufen, Wäsche gemacht so mit mehr mals Treppen rauf und runter, Gekocht alles wie immer gemacht, hab mich nicht schonen müssen. Auch im KH habe ich mich nicht geschont, viel gelaufen und bewegt.

Ich ziehe einen KS einer normalen Geburt vor. Keine stundenlangen Wehen :)

Also nichts mit langwierig 🙈🤭🙉

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Meinen ersten WKS hatte ich, da der Vater im Ausland lebt und er für die Geburt nur 2 Tage frei bekam. Nie im Leben wäre er bei einer spontanen Geburt rechtzeitig da gewesen. Und es war auch von Anfang an klar das er sein Kind dann erst 5 Wochen später wieder sieht ( bin dann zu ihm geflogen) daher wollten wir den WKS,damit er wenigstens bei der Geburt dabei sein kann.
Sie wurde 10 Tage vorher geholt. Ich hatte kein Wunschdatum etc. Sowas ist mir nicht wichtig.

Was die Heilung angeht hatte ich keine Probleme. Dienstags war die OP gleich um 8 und Mittwochs bin ich aufgestanden und es ging von Tag zu Tag besser. Natürlich waren die Schmerzen am ersten Tag kein Spaziergang,aber auszuhalten. Habe aber nichts bereut und der Kleinen ging es bestens.

Kind 2 wird auch ein WKS, meine GYN steht da auch voll hinter mir. Es sind einige Gesundheitliche Probleme bei dem Baby und die Schwangerschaft ist von Anfang an sehr belastend. Ich möchte nicht das bei einer spontanen Geburt etwas schief geht und dem Kind etwas passiert und alles noch schlimmer kommt...

Liebe Grüße

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Hallo, unsere erstgeborenen drei Kinder sind alle kein Jahr alt geworden und früh verstorben. Obwohl die SS mit unserer vierten Tochter recht komplikationsfrei verlief, haben wir uns mit Befürwortung der Ärzte für einen Wunsch KS bei 37+0 entschieden. Gründe:

Sehr großes Kind (erwartete Gewicht am ET über 4500 Gramm). Bei einer natürlichen Geburt von Kindern dieser Größenordnung ist die Wahrscheinlichkeit für "Komplikationen" unter der natürlichen Geburt recht hoch (Geburtsverletzungen, Einsatz Saugglocke, Kristallergriff, Schulter des Babys könnte stecken bleiben etc.). Grundsätzlich sind das alles "Komplikationen" die erfahrene Hebammen und Ärzte im Griff haben, aber die Mutter sollte schon mithelfen und den Anweisungen der Ärzte folgen können. In einer solchen Ausnahmesituation, wenn das Leben unseres Kindes gefährdet gewesen wäre, hätte ich mir dies aber psychisch nicht zugetraut.

Zudem hatte ich bei der ersten Geburt einen Verdacht auf vorzeitige Plazentaablösung. Würde das wieder passieren und ich nicht schnell genug im KH, wäre das lebensgefährlich für mich und das Kind. Warum das Risiko auf den letzten Metern eingehen , wenn die Kinder ab 37+0 grundsätzlich reif sind?

Nach der Geburt werden die Vitalwerte des Kindes bei einem KS sofort von einem Kinderarzt gecheckt. Nach unseren Erfahrungen war uns das wichtiger, als das direkte kuscheln auf dem Bauch. Das hätten wir garantiert nicht entspannt genießen können

Ob man nach einer natürlichen Geburt schneller fit ist, als bei einem KS ist abhängig von den erlittenen Geburtsverletzungen. Ich war innerhalb weniger Tage nach dem KS fit und schmerzfrei.

Aus dem geplanten KS wurde übrigens ein NotKS wg. vorzeitigen Wehen und Blutungen mit Verdacht auf vorzeitge Plazentaablösung. Zum Glück war ich vor dem einsetzen der Blutungen wg. der Wehen bereits im KH. Unsere Tochter kam an 34+3 gesund mit 3110 g auf die Welt.

Wir würden uns immer wieder so entscheiden und haben es nicht bereut

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Es tut mir sehr leid für Euch und Eure drei Kinder. Auch wir haben unseren Sohn mit einem Jahr verloren. Bei der kleinen Schwester wird es jetzt auch ein WKS. Ich habe im Leben gelernt, dass es keine Garantien gibt und immer etwas schiefgehen kann, aber da wo ich größtmögliche Sicherheit für mein Kind herstellen kann - da möchte ich es auch.
Geburtsverletzungen, Heilungsdauer, Komplikationen für mich als Mama, anfängliche Bindungsprobleme, schwieriger Stillstart und Co. - alles unwichtig wenn man mal ein Kind verloren hat - Hauptsache die Mäuse kommen gesund aus dem Bauch - alles andere sind für mich Luxusprobleme...

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Hallo, mein Beileid zu eurem Verlust. Ich glaube viele, die so etwas erlebt haben, können zumindest unsere Beweggründe für einen KS nachvollziehen.
Ich wünsche euch alles Gute für die Zukunft mit eurem Regenbogenbaby. Wir genießen die Zeit mit unserer Tochter sehr und sind uns bewusst was es für ein Privileg ist, ein herrlich normales und "langweiliges" Leben mit einem gesunden Kind zu führen.

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Ich hatte 2 geplante Kaiserschnitte, weil ich unglaublich große Angst vor Geburtsschmerzen habe, deren Intensität und Dauer ich völlig ausgeliefert bin. Alleine der Gedanke daran macht mich fertig. Dagegen hätte sich alles in mir gesperrt.
Der Kaiserschnitt hat einen klaren Anfang und einen klares Ende. Kein Überraschungsei! Schmerzen danach sind gut aushaltbar und mit Schmerzmittel zu dämpfen. Klar, man hat 2 Tage deutliche Bewegungseinschränkung, aber das ist eine Kleinigkeit im Gegensatz zu der Angst, die ich mir dadurch erspare.

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Hallo,

Also mein erster Kaiserschnitt war ein eiliger Kaiserschnitt aufgrund von abfallenden Herztönen unter der Geburt. Leider hatte ich wohl auch eine Wehenschwäche wodurch die Geburt trotz offener Fruchtblase einfach nicht weiterging.

Meine Tochter ist dann einige Jahre später ebenfalls per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen. Nach einer anstrengenden Schwangerschaft mit cmv Infektion und mit den Erfahrungen der ersten Geburt, wurde mir klar zum Kaiserschnitt geraten.
Ich habe mich also beide Male nicht bewusst für den Kaiserschnitt entschieden, sondern habe den Ärzten vertraut.

Ich muss sagen das der Kaiserschnitt weder für mich noch für die Babys ,,schlimm" war.
Ich habe beide Kinder im op nach einen kurzen Check direkt bekommen. Sie haben die ganze Zeit bei mir gelegen und wir haben auch direkt im OP angelegt.

Ich bin jeweils einige Stunden nach OP das erste Mal aufgestanden und habe mich direkt selbst um meine Kinder gekümmert.
Nach 4 Nächten beim ersten und nach 2 Nächten beim zweiten bin ich heim.

Bei meiner Tochter bin ich nach 7 Tagen das erste mal mit Tragetuch unterwegs gewesen um meinen Sohn abzuholen, da mein Mann einen akuten Hexenschuss hatte.
Das klappte richtig super und tat mega gut raus zu kommen.

Mann kann nicht pauschal sagen, das es der Mutter schlechter als nach einer spontan Geburt geht und der Mutter was genommen wird. Auch bei Spontanen Geburten gibt es oft genug Risse, Schnitte, Handgriffe oder sonstige ungute Erfahrungen die der Mutter teilweise sogar länger hinterher hängen können als bei einem Kaiserschnitt.

Die wenigsten werden einen Kaiserschnitt wollen um ein schönes Datum zu haben. Oft stecken da Gründe wie Ängste oder auch schlechte Erfahrungen hinter.
Ich durfte mir aber tatsächlich in einem vorgegebenen Zeitraum den zweiten und jetzt auch den dritten Sectio Termin aussuchen. Der Rahmen war aber klar abgesteckt.

Ich bekomme in 13 Tagen die dritte und letzte Sectio und diese wird aufgrund der vorangegangenen Kaiserschnitte 13 Tage vor Et gemacht. Nicht weil es so toll ist das Kind früher zu holen, sondern wegen der Narbe. Man möchte verhindern das ich Wehen bekomme. Weil man nicht weiß wie die innere Narbe das mitmacht.
Ich hätte gerne meine Kinder Spontan entbunden, aber es war halt nicht möglich. Ich bin froh das es die Möglichkeit des ks gibt und meine Kinder so sicher auf die Welt kamen und kommen.

Vielleicht solltest du bei den Geburtsberichten hier ein wenig Querlesen.
Dann wirst du sehen das es sich viele Mamas nicht leicht machen mit dem Kaiserschnitt und dies oftmals keine leichte Entscheidung ist.

LG Finirella
37ssw

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Ich habe erblich eine Disposition für Bindegewebsschwäche und daraus resultierten bei meiner Mutter extreme Organsenkungen und Beckenbodenprobleme. Diese Probleme haben vor allem mit zunehmenden Alter viel mehr Frauen als gedacht, wenn zB bei der Geburt Muskeln des Beckenbodens abreißen, was aber kaum erkannt/untersucht wird. Darüber wird leider viel zu wenig aufgeklärt. Hier wird nur nach äußerlichen Schäden gesucht. Mit diesem Wissen dafür anfälliger zu sein und auch den Leidensdruck zu kennen den solche Probleme mit sich bringen (kein Sport mehr, körperliche Einschränkungen/Schmerzen, teilweise wegen mangelnder Belastbarkeit Arbeitsunfähigkeit) habe ich mich bewusst für einen KS entschieden. Bei einer normale Geburt kann einem keiner den Verlauf garantieren und jede zusätzliche Intervention (Saugglocke usw) erhöht das Risiko für die O. G. Probleme enorm.
Ich war gleich fit nach dem KS (war glücklicherweise nach Blasensprung) und konnte mich super um das Kind kümmern. Glaube nicht, dass ich nach einer normalen Geburt noch fitter hätte sein können. Also da sollte man nicht pauschalisieren. Die Wundheilung war ebenfalls problemlos und das Kind war ebenfalls top fit.
Nicht nachvollziehen kann ich natürlich solche Aussagen: "mir gefällt das Datum besser oder da kann ich es besser planen." Das sollten nicht die Motive für so eine Entscheidung sein.

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Aus den von dir genannten Gründen habe ich mein 4. Kind per WKS entbunden, obwohl die 3 davor spontane Geburten waren.
Kind Nr. 3 wog 4500 g und das sind Langzeitfolgen, die gern verschwiegen werden und auf die ich gern verzichtet hätte.
Auch meine Familie ist erblich vorbelastet und hätte ich das alles schon vor 13 Jahren gewusst, hätte ich auch damals anders entschieden.

Zusätzlich hatten wir eine stille Geburt in der erst 16. SSW. Der Kaiserschnitt war für mich emotional und rational betrachtet sicherer für mein Kind.

LG Ana

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Da hast du leider recht. Darüber sollte viel besser aufgeklärt werden. Mich darüber fachlich und mit aktuellen Studien zu informieren obliegt da aber oft einem selber. Ich habe sehr lange suchen müssen um einen Arzt und eine erfahrene Hebamme zu finden die individuell begutachten und beraten und nicht standardmäßig sagen:Kind liegt richtig rum-das wird schon.
Da sind wir in Deutschland echt hinten dran.

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Ich hatte keinen KS, kenne aber zwei gute Gründe dafür:
Aufgrund von Beckenendlage (=Steißgeburt) wird einem häufig zum Kaiserschnitt geraten. (Ich habe mich dagegen entschieden und ein erfahrenes KH gesucht, das BEL Geburten anbietet.) Aber da machen einem manche Ärzte auch Angst und erzählen Horrorgeschichten, die sie erlebt haben. Weil es eben bei bestimmten (!!!) Umständen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen bei der Geburt gibt. Und das ginge auf Kosten des Babys. Und welche Mutter möchte schon ein "erhöhtes Risiko" für ihr Kind in Kauf nehmen??? Da legt man sich lieber unters Messer.
Und die KH bieten das oft auch nur als "geplanten KS" an, ein spontaner KS bei Wehenbeginn wird nicht als Möglichkeit angeboten.

Das andere sind Mütter, bei denen die erste Geburt in einem sekundären KS endete. Weil z.B. die Wehen nicht stark genug waren, das Kind nicht ins Becken rutschte, der Muttermund nicht aufging ect....
Beim zweiten Kind entscheiden sich manche für einen geplanten KS, da die Hoffnung auf eine Spontangeburt klein ist und der Stress bei Wehenbeginn größer, weil das Geschwisterkind noch wegorganisiert werden muss. Da ist es für viele einfach leichter einen KS zu planen.

Und das KS Datum wird eigentlich überall vor den ET gelegt damit eben der KS in Ruhe gemacht werden kann. Und es ist wohl (laut Arzt) leichter in eine ruhige Gebärmutter zu schneiden als in eine die schon Wehen hat.
Im Übrigen ist die erste Zeit mit Baby auch nicht so toll wenn man Schmerzen von Geburtsverletzungen hat! Die Angst vor einem Dammriss/Dammschnitt ist für viele bestimmt auch ein Grund.
Ich kann mir vorstellen dass es für viele Frauen auch eine bessere Vorstellung ist, wegen einem Bauchschnitt Schmerzen zu haben, als wegen einem Schnitt/Riss in Scheide/Damm!

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Weil es nicht immer eine Entscheidung ist.

Ein geplanter KS ist nicht mit einem WunschKS gleichzusetzen. Es gibt manchmal medizinische Gründe dafür, die keine Wahl lassen, einige wurden hier schon genannt.

Auch zum Datum wurde schon manches geschrieben. Ein geplanter KS wird zum ungeplanten und damit hektisch und unvorbereitet, wenn der Termin dafür zu spät liegt und das Kind vorher plötzlich geholt werden muss. (Mir wurde ein Zeitraum genannt und ich habe mich darin für den spätestmöglichen Tag entschieden.)

Im Übrigen kann man im Liegen, wenn das denn länger nötig sein sollte als nach spontaner Geburt, wunderbar mit dem Baby kuscheln.

Ich weiß, dass es bei mir sein muss, und fühle mich daher nicht angegriffen. Aber bitte sei vorsichtig, mit wem du wie über dieses Thema sprichst. Denn zB die Frage, wie es mit dem Bonding abläuft, ob das alles
so gut für das Kind ist, ist eine sehr sensible.

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Ich hatte einen geplanten Kaiserschnitt aufgrund eines verknöcherten Steißbeinbruches. Ich hätte es normal probieren können, mit Risiken für mich und das Baby. Das wollte ich nicht. Es war dann ein sekundärer Kaiserschnitt, da ich früher Wehen bekam und die Fruchtblase platzte.

Danach ging es mir recht schnell wieder gut. Fünf Stunden später, mit Schmerzen, aufgestanden. Nachts schon Baby versorgt. Klar laufen und drehen waren schmerzhaft. Ich konnte trotzdem nach drei Tagen wieder nach Hause und nach einer Woche ging es mir wieder gut. So mancher Dammriss braucht länger zum Verheilen.

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