Kann ich eine Einleitung ablehnen?

Hallo,
ich hab noch ein paar Wochen bis zur Geburt und bald das Gespräch zur Geburtsplanung. Leider hängt mir die Geburt meiner Tochter dank langer und echt schrecklicher Einleitung mit Wehensturm und ungeplantem KS noch immer nach... Ich bin danach auch in professionellen Händen gewesen um das aufzuarbeiten und habe mir jetzt vorsorglich wieder einen Ansprechpartner gesucht falls es mir nach der Geburt schlecht geht (der 1. Termin dort ist erst demnächst).
Ich hab totale Angst, dass der Kleine nicht von alleine kommt und wieder eingeleitet wird (habe bei Tochter keine eigenen Wehen gehabt). Ich möchte am liebsten spontan und ganz natürlich entbinden (bis jetzt spricht nichts dagegen). Aber wenn ich die Wahl zwischen Einleitung (die womöglich wieder im KS endet) und geplantem KS treffen muss, würde ich aufgrund der negativen Erfahrung den geplanten KS vorziehen. Ich hab einfach Angst, dass ich wieder total zugedröhnt von Einleitung und Wehensturm neben mir stehe und nichts mehr mitkriege und total ausgeliefert bin.
Kann ich mit vorangegangenem KS bei dieser Schwangerschaft über den Termin hinaus gehen? (Tochter wurde bei ET+7 eingeleitet und bei ET+9 geholt) Und wenn er dann nicht kommt, kann ich eine Einleitung ablehnen und direkt einen KS verlangen?
Mein Mann meinte, ich soll das bei der Geburtsplanung nicht ansprechen sonst will das KH mich womöglich Richtung geplanten KS drängen. Ich bin total verunsichert, meine Hebamme ist leider im Urlaub, ich kann sie gerade nicht fragen. Ich hoffe wirklich, der Kleine macht sich von allein auf den Weg.....

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Hallo ich hatte vor kurzem mein Geburtsplanungsgespräch und du kannst alles offen und ehrlich ansprechen. Mich haben die Ärzte eher zu einer natürlichen Geburt überreden wollen, weil das immer besser für Mama und Kind ist. Aber ich durfte letzt endlich alles selbst entscheiden und mir wurde da nicht reingeredet (außer medizinische Empfehlungen, aber auch diese hätte ich ohne Probleme ablehnen können).
Also sei genau so ehrlich wie in deinem Post hier und sag das du gerne natürlich entbinden willst 😊
Wie es aussieht ob man nach Kaiserschnitt über den ET darf weiß ich nicht, aber ich weiß das du bei ET + Tag X im Krankenhaus anrufen kannst und sagen kannst das du dann bitte einen Kaiserschnitt willst. Auf die Psyche der Frauen wird hierbei viel Rücksicht genommen 😊👍 also keine Angst!

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Ich kann dich verstehen und würde es vielleicht ähnlich machen wie du. Da ich immer geplant hatte zu Hause zu entbinden, hatte ich gar kein Vorabgespräch im Krankenhaus. Ich wäre sonst einfach hingegangen, bei Wehen.

Über Termin (ich glaube zwei Tage nach ET) musst du ein CTG schreiben lassen. Zu dem Zeitpunkt kannst du ja noch ansprechen, dass du gerne noch warten möchtest, wenn alle Werte in Ordnung sind.

Sobald es Auffälligkeiten gibt und dir die Ärzte raten nicht mehr zu warten, wünschst du aber einen zeitnahen Schnitt.

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Hallo!
Also ich würde alles offen und ehrlich ansprechen beim Geburtsplanungsgespräch. Ein geplanter KS wird meist ein paar Tage vor den offiziellen ET gelegt, somit weiß ich nicht, wie es ist, wenn du erst noch bis mind. zum ET abwarten willst. Die Krankenhäuser planen ja auch gerne die OP-Belegung incl. Personal und auch wenn es natürlich täglich zu Umplanungen kommt, fände ich es richtig, es vorher möglichst planbar zu machen.
Du bekommst im übrigen das Kind und du entscheidest! Und wenn du offen darüber sprichst, dass du sogar psychische Beratung nach der letzten Geburt brauchtest und das auch ehrlich als Grund deiner Sorge anführst, denke ich nicht, dass man kein Verständnis haben wird.
LG und alles Gute!

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Ein geplanter Kaiserschnitt, aus welchen Gründen auch immer wird deswegen vor dem et gemacht damit keine natürlichen Wehen entstehen. Die TE möchte aber natürliche Wehen und es spontan versuchen. Also kann sie sich, wenn das kleine doch nicht alleine kommt, immer noch für einen Kaiserschnitt entscheiden. Zu beachten ist aber die alte kaiserschnittnarbe. Aber ich vermute da hat ihr Arzt ein Auge drauf.

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Ich hatte auch eine traumatische erste Geburt, die zum Schluss noch im Not KS endete. Dementsprechend habe ich eine ordentliche Liste mit so einigen Punkten erstellt, was ich mir für diese Geburt wünsche und was ich nicht möchte!
Ich war bei der Geburtsanmeldung und dem Geburtsplanungsgespräch. Ich war sehr froh darüber, denn das geht so vorerst alles in Ordnung!
Nur stand eine Einleitung am ET im Raum (ist in einer Woche), da die kleine damals (34.ssw) viel zu leicht geschätzt wurde.
Ich habe am Montag angerufen und die Einleitung abgelehnt (sie hat gut weiter zugenommen). Das war auch kein Problem! Die Dame am Telefon sagte nur, dass es ja ein Vorschlag war und wenn ich das nicht möchte, kann ich einfach kommen, wenn ich wehen habe.
Also sprech einfach mit dem Wunsch KH, dann solltest du dich besser fühlen, wenn du weißt woran du bist!
Lg

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Huhu
Ich kann dich schon mal beruhigen, dass das KH nicht gerne einleiten wird, bei voraussgegangem KS. Da wird dich also keiner zu drängen, sondern solange es dir und dem Kind gut geht, wird abgewartet. Wenn möglich auch bis ET+10.
Solltet man ET+8 merken, dass es immer noch nicht losgegangen ist, kann man ja dann entspannt deinen Kaiserschnitt planen.
Ab ET bekommst du alle 2 Tage CTG und US wegen der Fruchtwassermenge, ab ET+7 täglich CTG. Also hat man alles gut im Blick und solltest du doch vorher ein komisches Bauchgefühl haben, kann man den KS um die 39SSW planen.
Alles Gute

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Ja, meine Frauenärztin meinte wenn er nicht kommt entweder geplanter KS oder Einleitung mit Tropf. Sie sagte, der geplante KS wäre dann wahrscheinlich 10 Tage vor ET, evtl. auch 5. Das finde ich sehr schade, weil der Kleine dann 5 oder auch 10 Tage weniger die Chance hat sich selbst auf den Weg zu machen :-( Ich würde ihm gerne so lange Zeit wie möglich geben (Gesundheit geht natürlich immer vor!) bis es zu einem geplanten KS kommen muss. Ich hoffe, du hast Recht und sie lassen uns die Zeit, die der Kleine braucht.
Das mit CTG alle 2 Tage kenne ich schon von der vorherigen Schwangerschaft. Bis ET+8 gehen und dann erst KS wäre ja schon viel Zeit, die wir gewinnen falls er doch von allein kommen möchte.

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Vielen Dank für eure lieben und informativen Antworten!
Ich denke, ich werde bei der Geburtsplanung ansprechen wie ich es mir vorstelle. Ich hoffe wirklich, dass wir genügend Zeit von den Ärzten bekommen und der Kleine sich dann selbst auf den Weg macht. Ich werde auch nochmal mit meiner Hebamme sprechen, damit ich im KH etwas selbstsicherer vor und während der Geburt auftreten kann und meine Anliegen auch berücksichtigt werden.
LG :-)

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Hallo,

Eine traumatische Einleitung müsste absolut ausreichen als Indikation. Wenn sich das Krankenhaus querstellt, gehst in ein anderes. Eine Freundin von mir hat erst kürzlich die Uniklinik überredet, dass sie eine spontane BEL-Geburt mit ihr versuchen obwohl sie das nicht anbieten. Also auch das Beraten ist nichts weiter als eben genau das. Sie können dich beraten aber du bist ja eine mündige Erwachsene und letztlich ist es dein Körper. Sie können und sollen dir Risiken und Nutzen darlegen sowie eine Empfehlung geben aber alles weitere sollte dann in deiner Hand liegen. Ich wäre dementsprechend ehrlich (du kannst ja auch ganz ehrlich die Sorge ansprechen, dass sie dann den geplanten Kaiserschnitt forcieren). Wenn du mit offenen Karten spielst, können sie dir am besten gerecht werden sofern sie es versuchen.

Lg

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Hallo liebes. Meine zweite Geburt ist jetzt 6 Monate her und ich möchte dir gerne von mir berichten da ich in einer ähnlichen Situation war wie du. Mein großer kam vor 3 Jahren zur Welt. Ich war 3 Tage über dem Termin es hatte sich nichts getan und das KH wollte einleiten weil mein Blutdruck etwas erhöht war. Mir und dem Kind ging es super. Ich wollte erst nicht da ich hier viel gelesen hatte, hab mich aber naiv wie ich war bequatschen lassen( das Kind wird sterben und sowas wurde mir gesagt und Angst gemacht ) also einleitung an ET+4 mit Tabletten. Am 3 Einleitungstage platzte nachts die Fruchtblase und ich bekam wehenstürmr inklusive Kreislauf Zusammenbruch etc. Nach fast 20 Stunden Wehensturm, PDA war er dann geboren ohne Kaiserschnitt dennoch waren die Herztöne zum Schluss so schlecht das ich nur knapp dem ks entkam. Für mich war die Geburt Trauma schlecht hin. Ich war wie abwesend und bekam nichts mehr mit ich lag nur noch da. Ende vom Lied der Kleine ist fast gestorben und lag dann 5 Tage auf der neo.
Bei meinem 2. Sohn war klar keine Einleitung. Dieses Mal waren wir in einer anderen Klinik, und ich habe beim Gespräch zur Planung direkt erzählt was bei meinem Sohn war und auch gesagt das ich bei unreifen Befund nicht Einleiten lasse. Das war so ok. Natürlich hat sich null getan. An ET + 5 überwies mich der Frauenarzt ans Krankenhaus zwecks weiterem vorgehen. Dort wurde nochmal geschaut und da alles gut war konnte ich noch warten. Ich muss dazu sagen ich hätte zu keiner Zeit mein Kind gefährdet, wäre etwas nicht gut gewesen hätte ich direkt den Kaiserschnitt machen lassen. Wir warteten schlussendlich bis ET+10. Aber der gmh war noch bei 4 cm der kleine nichtmal Bezug zum Becken, keine wehen nichts. Ich war alle 2 Tage dort und an ET+7 boten sie ebenfalls eine Einleitung an. Ich hab erklärt warum ich keine will und sie haben es akzeptiert. Ich hab gesagt wir warten noch. An ET+10 war dann allerdings das Fruchtwasser nicht mehr zur genüge da und wir konnten nicht länger warten also hab ich mich für einen geplanten Kaiserschnitt am nächsten Tag entschieden. Der wurde dann auch gemacht und alles war super. Wäre der Befund anders gewesen hätte ich eventuell nochmal eine Einleitung versucht allerdings nicht wieder über Tage hinweg. Aber so hätte das nichts gebracht. Mich hat zu keiner Zeit jemand versucht zu überreden da sie die Beweggründe verstanden. Wenn du keine Einleitung willst dann bestehe darauf dass es keine gibt. Ganz Klipp und klar. Allerdings im Nachhinein würde ich bei gut Befund zumindest für 1 Tag eine versuchen und wenn es nicht klappt dann den Kaiserschnitt. Das kannst du so sagen und die machen das auch. Es ist dein Körper und dein Baby, lass dich nicht bequatschen. Rede mit der Hebamme / Arzt beim Gespräch direkt offen und ehrlich und sag was du willst und nicht willst denn dann kann mich sich drauf einstellen, wenn du nichts sagst werden die dich spätestens wenn du hin sollst bequatschen, so wissen sie das sie das nicht brauchen. Ich drücke die Daumen das es doch noch von alleine los geht

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Danke,dass du deine Erfahrungen geteilt hast. Das ist sehr hilfreich für mich. Ich werde auch in einer anderen Klinik entbinden, da wir umgezogen sind. Ich bin jetzt echt gespannt auf die Geburtsplanung und werde auf jeden Fall sagen, was ich möchte. Danke fürs Mutmachen!!! :-)

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Hallo
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