Chefarzt hat nicht die Wahrheit gesagt - dagegen angehen?

Hallo,
die Geburt meines Sohnes ist 2,5 Jahre her. Die Geburt ansich war ok. Alles was danach passiert ist war schlechte. Bin in einer lebensgefährlichen Situation gewesen mit sehr niedrigem HB. diagnose: zu viel Blutverlust.
Es hat mich auch nachdem ich nach Hause kam mit meinem Sohn nicht locker gelassen. Monatelang war mir nicht klar wieso ich so viel Blut verloren hab.
Den Chefarzt habe ich 4 Monate nach der Geburt um einen Termin gebeten damit er mir und meinem Mann erklärt was da wirklich passiert ist weil keiner vorher so richtig was dazu sagen konnte.
Er sagte dass ich durch die Geburt ein Hämatom zwischen After und Scheideninnenseite von 12 cm Durchmesser bekommen habe und das es der Grund war weswegen ich fast verblutet wäre.
Er versicherte mir dass sowas eine absolut seltene Ausnahme ist und dass so etwas bei einer nächsten Geburt sicherlich nicht passieren würde. Einfach purer Zufall.
Das habe ich nicht geglaubt, dass sowas nicht nochmal passieren kann also hab ich viel recherchiert und mit vielen Ärzten gesprochen. Nach zwei Jahren bekam ich einen Hinweis von einem Internisten. Er wusste dass ich zu blauen Flecken an den Oberschenkeln neige, er wusste dass ich viele nachblutungen habe nach zahn Ops und nachdem er sich das angehört hat was bei der Geburt passiert ist sagte er ich soll mal dringend in die Gerinnungsambulanz. Gestern hab ich die Diagnose von der gerinnungsambulanz bekommen : heterozygote Mutation faktor V gen.
Bin nach 2,5 Jahren endlich schlauer geworden und bin froh dass ich nicht einfach so dem Chefarzt geglaubt habe. Denn diese Krankheit bedeutet für mich dass ich eine gerinnungsstörung habe und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sowas bei einer erneuten Geburt wieder erleben könnte. Sehr wahrscheinlich wäre ich wieder in einer lebensgefährlichen Situation. Mehrere Ärzte haben es bestätigt.
Ich bin verwundert dass der Chefarzt nichts dazu sagte. Wenn ich ihm vertraut hätte würde ich wieder so eine Katastrophe wahrscheinlich erleben. Er wusste sogar dass ich zu blauen Flecken neige und zu großen nachblutungen neige nach zahnOPs. Es stand alles in der PDA Information drin.
Ich finde sowas muss man der Patientin sage. Mir ist SEHR wichtig das sowas nicht anderen Frauen passiert, dass er ihnen nach einer Geburt wo sie so eine menge Blut verlieren nicht einfach vertröstet und sagt dass es nur ein Zufall war und Dass der Chefarzt sie nach der Geburt hinweist in die Gerinnungsambulanz zu gehen denn gerinnungsstörungen sind gar nicht mal so selten. Was denkt ihr wie kann ich es am besten machen oder bringt es überhaupt was dagegen zu tun? Ein Brief schreiben an die Klinik mit dem Hinweis es ist wirklich wichtig? Ich empfinde es so wichtig dass zu sagen damit jemand anderem nicht auch sowas passiert. Aber ich weiß wirklich nicht ob es was bringt vielleicht habt ihr eine Idee?

danke fürs Lesen. :)

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Aber warum behauptest du denn, der Chef hätte nicht die Wahrheit gesagt?
Die Diagnose wurde letztendlich von einer Gerinnungsambulanz gestellt... Das was er dir da erzählt hat, ist ja trotzdem passiert... Du hast ein Hämatom entwickelt, welches geblutet hat, es war eine "Momentaufnahme" und für den Arzt eine Verbindung mit der Geburt. So etwas kommt ja tatsächlich vor und hat absolut nichts mit "er hat gelogen" o.ä. zu tun, deshalb finde ich allein schon den Titel zu hart und persönlich auch unangebracht.
Viele bekommen diese Diagnose erst "spät", weil man einfach erst vorher andere Sachen klärt etc...
Ich würde keinen Brief schreiben, geschweige denn irgendwie gegen die Klinik vorgehen.
Du hast jetzt eine Diagnose, die bei erneuter Schwangerschaft berücksichtigt wird, also werden Vorsichtsmaßnahmen ergriffen etc,

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Danke für deine schnelle Nachricht
Es ist insofern nicht die Wahrheit bezüglich dem, dass er sagte dass sowas nie wieder passieren wird. Er hätte, nachdem er wusste dass ich generell ALLE Symptome habe die für eine Gerinnungsstörung Zusagen mich selber nach der Geburt darauf hinweisen können dass ich mich lieber vorher dort durchchecken lasse in der Gerinnungsambulanz ehe er mir sagt sowas ist eine Ausnahme.
Natürlich hat er in dem Moment nicht willentlich gelogen aber nachdem einem Arzt alle Sachen bekannt sind bezüglich meiner Symptome und er aber sagt dass es nicht daran liegen kann dass ich eine Krankheit habe und dass es nur Zufall ist.
Merkwürdigerweise haben mich viele Ärzte nachdem ich ihnen meine Geschichte erzählte von selber aus gesagt, dass da was mit der gerinnung nicht stimmt.
Ich finde schon, dass es lebensrettend sein kann für die ein oder andere Frau wenn der Chefarzt in solchen Fällen eher darauf hinweist sich prüfen zu lassen statt zu sagen sowas passiert nicht nochmal.Es gibt nämlich wenn man weiß welche gerinnungsstörung es ist für solche Fälle Medikamente damit man nicht so leicht verblutet oder so leicht Hämatome bekommt.
Ich will ja nicht das Krankenhaus verklagen. Mir geht es nicht um mein Recht. Mit geht es um das recht der anderer sowas zu wissen.

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Also nochmal. Er hat trotzdem nicht gelogen, weil er gesagt hat, dass das nicht wieder vorkommt. Du hast die Diagnose jetzt erst bekommen und er ist davon ausgegangen, dass das wie gesagt bei dir so vorgekommen ist. Also er wusste nicht, dass du dieses Leiden hast etc. Er ist nach Statistik gegangen... Das ist keine Lüge!
Es ist schlimm was dir passiert ist, keine Frage, aber sei doch jetzt einfach froh drum, dass du eine Diagnose hast und man in Zukunft darauf eingehen kann.

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Hey,

es ist natürlich sehr schlimm was dir passiert ist, ABER eine heterozygote Faktor V Leiden Mutation ist eigentlich nicht wirklich tragisch. Fast 5 Prozent der Bevölkerung haben eine, u.a. auch ich. Ich habe zwei Kinder geboren, ohne Blutungsprobleme. Frag mal im Schwangerschaftsforum wer alles Faktor V hat (meist kommt das durch mehrere Fehlgeburten ans Tageslicht). Es sind sehr viele und, ausser einem erhöhtem Thromboserisiko (also eher dem Gegenteil einer Blutungsneigung), passiert da auch nicht viel. Das du starke Nachblutungen hast passt eigentlich überhaupt nicjt zu Faktor V. Das Gegenteil ist der Fall. Man blutet weniger.

Die homozygote Form ist schlimmer, aber auch dort hat man keine Blutungen, sondern eher "dickes Blut".

Also erstmal würde ich da evtl nochmal nachforschen. Das ganze passt so gar nicht zusammen. Und nur weil jemand eine höhere Blutungsneigung hat, bedeutet es ja nicht automatisch das er Hämatome bekommt und keine Kinder bekommen kann.

Alles Gute dir

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Hey auch dir danke für deine schnelle Antwort. Bei mir ist es genau das Gegenteil von thromboserisiko. Ich weiß dass 5 Prozent diese andere Form haben wie ich. Aber das ist bei mir nicht der Fall. Ich hab kein thromboserisiko. In meinem Fall ist es sogar eher vom vorteil dass ich eine pille nehme. Denn mein Defekt liegt darin dass ich eine Blutungsneigung habe.
Also genau das Gegenteil

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Dann hast du aber keine Faktor V Leiden Mutation, sondern irgendeine andere Gerinnungsstörung.

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Wieso hat der Arzt gelogen? Die Blutung hatte ja den genannten Grund, dass bei dir aber noch die Problematik der Gerinnungsstörung dazu kommt, konnte er ja nicht ahnen. Dafür ist ja auch ein Gentest nötig.
Mit seiner Aussage, dass das nicht wieder passiert, hat er sich auf die Art der Verletzung bezogen.

Eine so starke Blutung nach der Geburt kann immer mal wieder vorkommen, ich hatte einen Cervixriss, Blutverlust über 3,5 L, Hb zwischenzeitlich auf 3,3 abgesunken. Ich bin einfach dankbar, das ich in einem/ diesem KH entbunden habe, die mich sofort versorgen konnten und mir das Leben gerettet haben. Im Geburtshaus oder Hausgeburt hätte ich nicht überlebt, war die klare Aussage.
Es gibt hier noch einige solcher Geschichten im Forum. Eine Geburt ist eben ein massiver körperlicher Vorgang und sollte nicht romantisiert werden. Man muss sich nur mal die Müttersterblichkeit in Dritte Welt Ländern ansehen.

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Danke für dein Bericht.
In meinem Fall haben es Die Ärzte bestätigt dass diese gerinnungsstörung die ich habe ziemlich sicher darauf zurückzuführen ist dass ich verblutet bin. Diese Verletzung ist dabei sehr typisch. Und dass sie anhand dessen was ich dem Chefarzt bezüglich meiner Symptome erzählt habe definitiv es bei ihm schalten müsste. Wenn schon nicht vor der Geburt dann wenigstens danach.

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Dass ich FAST verblutet bin. Sorry
Meinte natürlich nicht dass ich schon verblutet bin:D

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Übrigens, auch wenn du jetzt eine Diagnose hast, bei einer traumatischen Geburt, die einen derart lange beschäftigt, ist es durchaus auch eine Überlegung das ganze mittels Psychologen aufzuarbeiten. Meine Klinik bietet das zB an. Ich überlege auch, ob ich das brauche oder selbst noch drüber hinwegkommet.

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Ansich ist es eine gute Idee. Ich finde es super dass es sowas gibt.
Konntest du dich denn schnell danach erholen von dem Blutverlust?

Persönlich habe ich insofern nach 2,5 jahren es verkraftet. Ich habe jetzt nur den tiefen Drang dass sowas anderen Frauen in dem KH nicht passiert. Ich würde in dieses sowieso nicht mehr gehen.

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Ich schließe mich den anderen an, dass der Arzt nicht gelogen hat. Er hat (deiner Meinung nach) etwas übersehen und dich nicht auf deine jetzt diagnostizierte Krankheit hingewiesen. Soetwas passiert - es könnte Oberflächlichkeit gewesen sein ODER (und das halte ich für wahrscheinlicher) er hat es nicht erkannt, da er dich erst ein paar mal gesehen hat (nur im Geburtskontext) und nicht dauerhaft behandelt. Wahrscheinlich gab es auch in deiner Akte keinen Hinweise und letztlich hätte deine Verletzung auch jedem anderen passieren können - auch ohne Krankheit.
Es ist sicher legitim, nochmal das Gespräch mit dem Arzt zu suchen. Aber Ärzte sind keine! Halbgötter... DU hast alle deine Symptome im Blick und hast alles richtig gemacht, der Sache nachzugehen, indem du Spezialisten aufgesucht hast. Aber gegen irgendetwas angehen oder ihn melden halte ich für übertrieben.

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Ja hab mich falsch ausgedrückt. Ich will nicht dagegen angehen. Mit angehen meinte ich etwas tun bzgl nettes schreiben was auf das Problem deutet und was man bei der nächsten Patientin berücksichtigen sollte. Ohne was rechtlich oder so zu machen.
Aber bringt es denn was ? Wahrscheinlich nicht. Die werden sowieso nichts ändern. Ich hätte gerne geholfen. Anderen. Nicht mir Selber
Aber ich denke dass die anderen auch meinen dass es wenig Sinn macht. Sie werden sicher nichts ändern in Zukunft.
Das einzige was ich machen kann wenn ich von einer Frau die entbindet höre dass sie viel Blut verloren hat und die Symptome hat wie ich sie selber darauf hinweisen. Ich glaube mittlerweile dass das die einzige Hilfe ist die ich quasi geben kann.
Aber Ärzte werden wahrscheinlich ab da nicht wachgerüttelt wenn ich ein Brief schreibe oder so. Ich glaube das ist mir klar geworden ;)

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Also sorry da muss ich mich einmischen, du interpretierst da meiner Meinung nach viel zu viel hinein, nicht böse gemeint, aber was bezweckst du damit, einer Frau, die bei der Geburt viel Blut verloren hat, direkt auf deine Erkrankung hinzuweisen. Das geht gar nicht.
Du kannst das doch jetzt nicht immer in den selben Topf werfen?!
Ich habe auch viel Blut verloren, hb lag bei 4,8 und musste Blutkonserven erhalten... Du kannst aber ohne Hintergrundwissen etc doch jetzt nicht bei jeder Frau das selbe Problem erkennen.
Ich habe dein Leiden nicht, neige nicht zu Blutungen etc und trotzdem habe ich bei der Geburt geblutet wie sonst was, so wie viele andere Frauen auch.

Auf den Chefarzt bezogen im KH, der hat dich wahrscheinlich nur Stunden gesehen, evtl 1 Vorgespräch etc... Glaube mir, der hat was anderes zu tun, als deine Akte durchzulesen, das machen wenn überhaupt die Hebammen, die dich betreuen oder eben der Arzt, der bei der Geburt dabei war...
Dein Hausarzt zB oder Frauenarzt müssten doch theoretisch dein Leiden länger kennen (lange bluten etc) und hätten dich doch auch auf die Gerinnungsambulanz hinweisen können, haben sie ja anscheinend vorher nicht...

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Sei mir nicht böse!
Du brauchst einen Therapeuten!
Der Mann hat nicht gelogen.

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Also wenn bei dir in 20-40 Lebensjahren nicht aufgekommen ist dass du Bluter bist woher hätte es dann der Arzt wissen sollen der dich einmal gesehen hat.

Finde es ehrlich gesagt sehr ungewöhnlich dass das nicht vorher von dir abgeklärt wurde.

Du bist ja auch immer wieder zum Zahnarzt gegangen ohne es zu hinterfragen (was ich definitiv würde wenn ich dermaßen immer wieder bluten würde beim Zahnarzt).

Und vom Arzt wurde ein Hämatom diagnostiziert und wenn dies damals den Grund gerechtfertigt hat...

Jetzt hast du die Lösung und kannst in Ruhe zum Zahnarzt gehen.

Viele Grüße

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Ich wundere mich gerade, weil eine faktor V Mutation dachte ich, fördert die Blutgerinnung, du hast ja aber anscheinend eine erhöhte Blutungsneigung.

Grundsätzlich muss bei der Geburt jeder Schritt sehr genau dokumentiert werden und vielleicht bekommst du da Einblick? Vielleicht verstehst du dann besser, was genau passiert ist.

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