Geburt mit oder ohne PDA - eure Einstellung und Erfahrungen

Guten Morgen,

im April bekommen wir unser erstes Kind und ich habe die feste Absicht es erstmal ohne PDA zu versuchen. Als ich dies beim letzen Gyn-Besuch meiner FÄ sagte, meinte sie, ich solle nicht von vornherein gegen die PDA sein, es solle auch ein schönes Erlebnis für uns sein und sie hat es allgemein eher so ausgedrückt als ob sie ein Befürworter der PDA sei. Ausserdem meinte sie, dass in dem Krankenhaus 90% der Geburten mit PDA verlaufen. Mich hat das eher verschreckt, weil ich eine positive Reaktion erwartet hatte.

Wie habt ihr das erlebt? Wie waren bei euch die Reaktionen der Ärzte, Hebammen, usw?
Wie habt ihr die Geburt ohne PDA erlebt?
Und letzendlich: wie ist eure Einstellung zur PDA?

Ich hab auch eine kleine Umfrage angefügt, weil mich interessieren würde wie hier der Prozentsatz ist ;)

Danke für eure Rückmeldungen :)

LG,
Melanie

Hattet ihr eine Geburt mit oder ohne PDA?

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Ob PDA oder nicht, ist weniger eine Frage der Schmerzlinderung als des ungestörten Geburtsverlaufs.

Die PDA kann nützlich sein, um zu entspannen und den Muttermund zu öffnen.

ABER: sehr häufig ist sie der Beginn einer Interventionskaskade. (Wenn sie nicht eh schon deshalb notwendig wurde, weil vorher bereits die Geburt durch Wehenmittel "angeschubst" wurde) Sie entspannt zu sehr, Wehen werden weniger, es wird ein Wehentropf angehängt, zur "Unterstützung".

Da es nicht sichergestellt ist, dass du dich dann noch genauso natürlich bewegen wirst wie ohne PDA, findet das Kind den Weg ins Becken und den Geburtskanal viel schlechter. Das Kind kann durch die künstlich erzeugten und für es sehr starken Wehen und die verlängerte Geburt in Stress geraten..

Wenn du Pech hast, retten die Ärzte euch dann mit einem Kaiserschnitt oder es wird anderweitig "nachgeholfen"; mit Kristellern und /oder Dammschnitt, angeleitetem Pressen.

Eine PDA kann von Frauen als Segen empfunden werden, aber du kannst sie auch im Nachhinein ganz, ganz bitter verfluchen.

Hier ist es großartig beschrieben:

https://www.hebammenblog.de/pda-periduralanaesthesie-fluch-und-segen/


Ich hätte einer PDA nicht zugestimmt. Informiere dich vorher und mache diese Entscheidung, die eine Nutzen-Risiko-Abwägung ist, nicht von Schmerzen abhängig.


LG

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Danke für deine Worte, das beschreibt genau das weswegen ich eher gegen eine PDA bin! Hab eben auch viel negatives gelesen und mich deshalb eher dagegen entschieden.

Im März hab ich auch einen Termin mit dem Anästhesisten, ist halt so oder so notwendig falls man doch eine PDA oder Kaiserschnitt braucht. Da und im Geburtsvorbereitungskurs werd ich das Thema auf jeden Fall nochmal ansprechen :)

Ich hab halt Angst dass sie mich regelrecht zu ner PDA drängen werden auch wenn ich selbst dneke es geht ohne...

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Wenn du die Befürchtungen schon hast, dann solltest du entweder ganz deutlich die PDA ablehnen.. Von vorneherein oder lieber einen anderen Entbindungsort suchen!

Es klingt nicht so toll, wenn man Geburten nur unter PDA kennt. Eine Geburt mit PDA hat mit einer natürlichen Geburt, bei der der Körper einer Frau alleine arbeitet, wenig zu tun.

Wenn die im KH das kaum noch kennen, ist es nicht gut für eine Geburt. Und deine Angst ist nicht unberechtigt!

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Hallo,
ich denke das ist ein Thema, dass man nicht allgemein bewerten kann, da jede Geburt anders ist, jede Frau anders ist und jeder eine andere Vorstellung von der Geburt hat, gerade wenn es die erste ist.
Ich kann dir nur raten, an die Geburt und das Thema PDA neutral zu gehen. Hierzu gibt es viele Meinungen und nur du solltest während der Geburt entscheiden, was du für dich und das Baby am geeignetsten findest.
Ich hatte alle Geburten ohne PDA, obwohl ich im Vorfeld nicht gegen eine PDA war, hat sich die Frage dann nicht gestellt.
Ich denke ein Geburt mit PDA hat ihre Vorteile:
- Die Frau kann wieder Kraft sammeln, bei einer längeren Geburt
- die Naht bei evtl. Geburtsverletzungen verläuft angenehmer, wie mit einer lokal Anästhesie
und noch weitere.
Und die Geburt ohne PDA hat mit Sicherheit auch genügend Vorteile:
- man kann sich unter der Geburt frei bewegen
- merkt noch deutlich wo man hinpresst
- und natürlich die ganzen Risiken einer PDA sollten auch nicht außer acht gelassen werden

Meine persönliche Meinung ist, dass alles was die Geburt betrifft von der Mutter entschieden werden sollte, weil sie es von ihrem Gefühl richtig mitgeteilt bekommt.

Ich wünsche dir eine schöne Geburt und alles Gute #blume

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Meine erste Geburt war ohne PDA und ich hatte echt heftige und schmerzhafte Wehen. Im Vorfeld hatte ich jedoch im Krankenhaus auch die Unterlagen für PDA und Kaiserschnitt unterschrieben, so braucht man dann keine Belehrung mehr unter den Geburtswehen. Ich wollte es aber zunächst ohne PDA versuchen und es hat an sich auch gut geklappt. Hätte die Hebamme mir die PDA angeboten, hätte ich die vielleicht machen lassen. Jedoch hat der Wehenschreiber meine Wehen erst sehr spät aufgezeichnet und keiner dort hat damit gerechnet, dass mein Baby schon kommt. So war es zu spät für die PDA als mir endlich alle geglaubt haben. Auch das Schmerzmittel, das man mir an den Tropf gehängt hatte, konnten sie sofort wieder ohne Wirkung abmachen, da es schon zu weit war. So wurde mir die Entscheidung dann doch abgenommen.

Beim zweiten Kind werde ich es nun auch spontan entscheiden. Hoffe aber, dass es dieses mal etwas weniger stürmisch bei den Wehen zugeht und die Hebammen mir auch glauben und nicht nur auf das CTG schauen.

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Meine Freundin wollte auf keinen Fall eine PDA. Hat dann doch unter Geburt eine gewollt und war im Nachhinein total von sich enttäuscht. Ich würde es mir offen lassen. Man kann vorher nie einschätzen wie man mit den Schmerzen klar kommt .

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Hallo,

ich hab es auf mich zukommen lassen.

Wollte es auch ohne probieren weil ich finde das es in der Regel ohne geht, schließlich bekommen schon sehr lange die Menschen Babys. Und mir war die Sache an sich auch ein bisschen unheimlich. Riesen Nadel ins Rückenmark, diverse Nebenwirkungen usw...

Allerdings war ich auch überhaupt nicht dagegen. Jeder halt wie er es braucht, bzw. was eben nötig ist. Bei einer langen Geburt ist eine Pause sicherlich eine stärkende Wohltat.

Ich hatte 4 normale Geburten, die zwar natürlich sehr schmerzhaft waren, aber zu keiner Zeit eine PDA gebraucht haben.

Viele Grüße

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Danke für eure Meinungen und Erfahrungen! Ich hab auch ne Freundin die sagte ne PDS käme für sie nicht in Frage (mir geht keiner an meinen Rücken, waren ihre Worte :) ), nachdem die Geburt sich dann aber ewig lange hinzog bekam sie doch eine weil sie keine Kräfte mehr hatte...sie bekommt jetzt ihr zweites und will es wieder ohne PDA versuchen. ich denk auch ich muss es auf mich zukommen lassen. Ich war halt nur etwas enttäuscht, weil die PDA wohl schon so normal ist, dass die Option es ohne zu versuchen nicht von Anfang an unterstützt wird...ansonsten bin ich aber mit meiner FÄ super zufrieden :)

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Ich hab zwei Geburten hinter mir , beides mal hab ich vorher die Zettel unterschrieben, jedoch nicht gebraucht. Bei der ersten wollte ich, aber da sagte die Hebamme es ist zu spät und dann kamen noch 3 wehen und meine Tochter war da. Bei der zweiten, müsste ich eingeleitet werden. Und als endlich die Blase Plätze war meine 2 Tochter nach 4 presswehen da. Aber trotzdem war ich froh es vorher gemacht zu haben, den unter der Geburt machen sie die Aufklärung bei uns nicht gerne. So war ich für alles aufgeklärt und konnte Jedes mal selbst entscheiden was ich wollte. Von vornherein ausschließen ist immer doof ä, lieber sich Optionen offen halten und spontan entscheiden.

Alles gute für die Geburt

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Danke, ich denke auch, dass der Termin im März dazu gedacht ist mich über die Anästhesie aufzuklären und evtl. schon papiere diesbezüglich zu unterschreiben.

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Hallo Melanie,
Ich hab 2 Geburten hinter mir. Die erste mit PDA und die zweite ohne. Die erste Geburt war ein Traum: ja, es stimmt, die Wehen mussten nach der PDA wieder abgeschubst werden. Die PDA war aber gut dosiert und ich hab die Presswehen gemerkt, aber sie waren nicht schnmerzhaft. Ich konnte entspannt mein Kind entgegennehmen, hatte keine Schmerzen, hab mich nur unendlich gefreut und wurde nebenbei geflickt. Hatte mein Kind aber die ganze Zeit auf dem Arm und das flicken war Nebensache .
Beim zweiten Kind war es zu spät für eine pda. Ich fand die Geburt schrecklich schmerzhaft. War danach so kaputt, hab nur gezittert und konnte den Moment mit Baby nicht wirklich genießen. Beim flicken müsste ich das Baby abgeben, weil nur lokal betäubt wurde und ich auch da schmerzen hatte und Angst hatte aufgrund meiner Zittrigkeit das Baby fallen zu lassen :/
Also meine Erfahrung mit der PDA ist positiv! Viele Grüße

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Hallo Melanie,

ich hatte beides 🙈
Die erste Geburt mit PDA, wegen Nierenstau beidseitig und weil ich schon Tage vorher nicht mehr richtig geschlafen hatte. Die PDA hat bei mir zu gut gewirkt und ich hab die presswehen nicht mehr gemerkt. Deshalb hatte ich 15 Presswehen bis die grosse da war.
Die 2. Geburt habe ich ganz ohne Schmerzmittel und PDA geschafft. Diese Geburt fand ich deutlich schöner, da ich besser auf meinen Körper hören konnte und ich mehr Gewalt über meinen Körper hatte als mit PDA.

Beides hat serine vor und Nachteile. Mein Tipp bei der Anmeldung ruhig alles für die PDA ausfüllen, damit du dies nicht unter wehen machen musst. Und wenn du sie nicht brauchst umso besser.

Ich wünsche dir eine schöne Geburt

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