Väterliches Geburtserlebnis

Hallo liebe Väter!

Mich treibt derzeit folgende Frage um

Nehme ich meinen Partner mit in den Kreißsaal.

Er würde sofort mitgehen. Also an ihm liegt es nicht. Leider habe ich unter meinem Expartner sehr gelitten, während ich unsere Tochter bekam. Das ist bereits 9 Jahre her.

Aber das alles sitzt doch sehr tief. Dachte immer, das hätte mich kaum tangiert, nun merke ich jedoch wie ich meinen Partner beobachte. Immer die Angst im Nacken er verhält sich genauso bei der Geburt.

Unter der ersten Geburt wurde ich beleidigt, absolut respektlos behandelt, erniedrigt... und er übertrat in einer Tour meine Grenzen. An Absprachen hielt er sich nicht. Im Gegenteil. Er brach sie und sagte später, ich hätte mich sowieso nicht wehren können.

Der Höhepunkt war später, dass er mir unsere Tochter von der Brust nahm und sie nicht wieder her gab. Als die Hebamme sagte er solle sie mir geben, ich hätte 13 Stunden Schwerstarbeit geleistet ... sagte er:
Er sei auch 4 Stunden da gewesen und schließlich würden andere Frauen auch Kinder bekommen. Das sei ja wohl nichts besonderes.
Meine Hebamme, eine sehr schlagfertige Frau, war sprachlos.
Das ging mir nie aus dem Kopf, aber es hat mich bisher nicht so sehr belastet.

So. Lange Rede kurzer Sinn. Ich befürchte ich kann mich nicht fallen lassen. Habe sowieso schon das Gefühl alles falsch zu machen derzeit und nun weise ich einen Mann ab der mir so wichtig ist, mit dem ich ein Wunschkind bekomme.

Ich sende mich an euch, da ich gerne von Männern wissen würde, ob sie da mit zurecht kämen, wenn die Partnerin sagt: Nee Schatz. Die Geburt möchte ich alleine durchstehen.

Meine Angst ist es ihn tief zu verletzen. Denn schließlich ist er ja der Vater und hat ja auch ein Recht darauf bei der Geburt dabei zu sein.

Ich freue mich auf eure Antworten !

Ganz liebe Grüße!

1

Es tut mir leid, was du erlebt hast. Da hattest du ja ein ausgesprochenes arschloch als Partner. Dein jetziger Partner ist, wie es klingt, ganz anders! Ich würde es als Chance sehen zu „heilen“ und ihn mitnehmen. Besprich es offen mit ihm und vereinbare ggfs, dass er rausgeht, wenn es dir doch nicht gut geht damit. Ich habe meinen Mann bei beiden Geburten als sehr unterstützend erlebt und möchte die gemeinsamen geburtserlebnisse nicht missen!

2

Man darf nie vom ersten Mann auf den zweiten schließen - normalerweise holt man sich ja nicht nochmal so einen Vollpfosten ins Haus.
Wie wäre es mit einer Vereinbarung mit Deinem Partner, dass er gerne mitkommen kann, aber nur bitte das machen soll, was Du in Ordnung findest, ansonsten darf ihn die Hebamme hinausschicken, wenn Du Dich total unwohl fühlst. Vielleicht ist er Dir ja sogar eine echte Hilfe. Ausschließen von vornherein würde ich ihn nicht, das könnte ihn wirklich verletzen und das möchtest Du sicher nicht.
Aber mit so einer Vereinbarung könnte es doch klappen, sprich einfach mit ihm - ich denke mal, er wird darauf eingehen und Du kannst mit einem guten Gefühl mit ihm zur Geburt gehen. Alles Gute. LG Moni

3

So eine Vereinbarung hatten wir damals auch. Darauf kann ich mich nicht verlassen.
Werde ich auch nicht.

Letztlich kann man jedem Menschen nur vor der Kopf gucken und Vertrauen kann man nur sich selbst. Für ihn ist es jetzt auch ganz ok nicht mitzugehen. Dachte es trifft ihn härter. Aber er sagte die Geburt seines ersten Kindes kann sowieso nichts toppen... Joa. Ich fand, damit war alles nötige gesagt.

Klugerweise hat die Mutter seines ersten Kindes die 14 Tage um den ET Urlaub mit ihren Freundinnen geplant, sodass der Junge dann bei ihm ist. Es gäbe schlichtweg noch ein Betreuungsproblem.

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Gut, aber ich fnde es so traurig, dass Du sowenig Vertrauen zu Deinem jetzigen Partner hast, lass Dir das mal durch den Kopf gehen. Mein erster Mann hat gesoffen und mich verprügelt, trotzdem hätte ich dieses Trauma nie und immer auf meinen zweiten Mann übertragen. Ich wusste einfach, dass er mich niemals schlagen würde. Dieses Vertrauen hat er nie enttäuscht, egal wie auch mal die Fetzen flogen.
Geht jetzt nicht nur um die Geburt sondern ich meine das grundsätzlich - und überhaupt nicht böse, bitte nicht falsch verstehen. Ich finde es eher traurig, vielleicht legt sich das ja noch bei Dir. Alles Gute für die Geburt. LG Moni

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Hallo,

das tut mir sehr leid für dich, das du so schlechte Erfahrungen gemacht hast.

Was ich wichtig finde ist - war der erste Partner auch vorher schon so ein Honk?
Und, hätte man das wissen können?

Und der Jetzige? Hast du mit Ihm darüber gesprochen?

Vielleicht ergeben sich ja daraus schon ein paar Tendenzen...?

Ansonsten zu deiner Frage - ich persönlich finde jetzt generell nicht unbedingt das Männer grundsätzlich mit in den Kreissaal müssen.

Wenn Beide das wollen, natürlich ok. Aber Jede oder Jeder hat meiner Meinung nach das Recht zu sagen "ich möchte nicht dabei sein bzw. ich möchte gerne alleine sein".

Ich habe leider schon oft erlebt wie Männer "gefälligst mitzugehen haben", schließlich kann Frau sich ja auch nicht aussuchen ob sie da jetzt gerade Lust drauf hat... #schock

Das finde ich schrecklich. Manche vertragen es eben nicht und können durchaus auch ein Trauma davon tragen. Und haben hinterher Probleme beim Sex usw... Das wäre es mir als Partnerin nicht wert. Natürlich nicht immer, aber ich habe Fälle in meinem Bekanntenkreis.

Mein Mann war bei der Ersten Geburt dabei - weil man das so macht.
War aber nur am Kopf - auf unser Beider Wunsch.

Wir haben für uns festgestellt das wir das jetzt Beide nicht unbedingt brauchen.

Bei den folgenden 3 Geburten Zuhause war mein Wunsch ihn nicht dabei zu haben.
Er war im Haus, jederzeit erreichbar, hat auch alles hergerichtet und dann die Großen gehabt.
Das war auch ihm am Liebsten so. Wenn ich gewollt hätte, dann wäre er selbstverständlich dabei geblieben. Aber so hat es ja für uns perfekt gepasst.


Jeder muss da eben seinen Weg finden. Wichtig finde ich das man miteinander redet und die Sorgen, Ängste, Wünsche und Bedürfnisse respektiert. Dann kriegt man den Rest auch hin.


Viele Grüße

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Wenn du ihn gerne dabei haben möchtest und er dabei sein will: Gibt es ev. die Möglichkeit sich mit der Hebamme abzusprechen? Quasi als deine Absicherung, sie würde ihn unter von dir bestimmten Umständen aus dem Kreissaal schmeissen.

Ich hätte mir eine Geburt ohne meinen Mann nicht vorstellen können. Und ja ich hatte auch die Erwartung das er mitkommt um mich zu unterstützen. Was er sich alles anschauen darf/kann habe ich ihm überlassen.

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Ich will ihn am liebsten NICHT dabei haben.
Eine Geburt kann ich mir am besten ohne Mann vorstellen. Wenn er mich betüddeln würde wäre ich nur genervt.

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Hallo.

Ich verstehe aber auch nicht, dass dein Ex damals so frei Hand hatte, so mit dir und auch während der Geburt umzugehen. Normalerweise wird er "rausgeschmissen", denn es stört die Geburt enorm.

Ich denke mal, du hast Angst, die Geburt mal "genießen" zu dürfen. Warum lässt du das nicht zu. Schlechtes Gewissen deinem Großen Kind gegenüber? Oder dich sogar fallen zu lassen und deinen Schmerzen "ergeben" sein?

Wie ist die Beziehung zu deiner Tochter.

Alles Gute.

LG

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Weil Hebammen eben auch andere Frauen betreuen. Mein ex ist ein manipulatives Arschloch. Sobald sie reinkam war er "toll".

Zu meiner Tochter habe ich ein gutes Verhältnis.

Es geht nicht um den Schmerz 😂 es geht um Männer im Kreißsaal. Ich bin privat versichert und habe dem Chefarzt gesagt ich will ihn bei der Geburt nicht sehen. Er war sichtlich irritiert. Er sei der Beste.

Mir Schnuppe. Ich brauche nur mich, das weiß ich von der ersten Geburt. Die beste Zeit war die, die ich alleine war. Und ich brauche eine kompetente Hebamme. Mehr nicht.

Für mich ist das Thema auch durxh. Mein Partner bleibt zu Hause. Ich lasse mich nicht überreden oder drängen. Finde das ist nichts was die Partnerschaft unbedingt braucht und ich schonmal gar nicht.

Da ich die Schwangerschaft komplett alleine zu tragen habe und die Geburt ebenfalls bin ich jetzt egoistisch und entscheide: es läuft so wie ich das will.

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<<<Als die Hebamme sagte er solle sie mir geben, ich hätte 13 Stunden Schwerstarbeit geleistet ... sagte er:
Er sei auch 4 Stunden da gewesen und schließlich würden andere Frauen auch Kinder bekommen. Das sei ja wohl nichts besonderes.
Meine Hebamme, eine sehr schlagfertige Frau, war sprachlos. >>>

Und das das?

<<<Weil Hebammen eben auch andere Frauen betreuen. Mein ex ist ein manipulatives Arschloch. Sobald sie reinkam war er "toll".>>>

Nagut, wie es eben sei.

<<<Da ich die Schwangerschaft komplett alleine zu tragen habe und die Geburt ebenfalls bin ich jetzt egoistisch und entscheide: es läuft so wie ich das will. >>>

Und warum fragst du dann hier? Oder was wolltest du mit dem Post bezwecken. Aber so wie dein Ton hier fällt, würde ich auch nicht dabei sein wollen.

Alles Gute.

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"Ich sende mich an euch, da ich gerne von Männern wissen würde, ob sie da mit zurecht kämen, wenn die Partnerin sagt: Nee Schatz. Die Geburt möchte ich alleine durchstehen. "

Ja, meine damalige Partnerin und Mutter meiner Sohnes hat es gesagt.

Es war ihre Party, also ihre Entscheidung.

Ich habe ihr das nicht übel genommen, wie könnte ich auch? Sie hat lieber eine geburtserfahrene Freundin mitgenommen.

Ich halte davon, dass Männer heutzutage geradezu zwanghaft bei der Geburt dabei sein "müssen", genauso für ein Unding wie den Zustand früher, als sie zwanghaft ausgeschlossen wurden.

Ein Paar sollte das für sich klären und Deine Motive, lieber auf ihn zu verzichten, sind unschwer nachzuvollziehen.

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