Will Vater nicht gern bei der Geburt dabei haben...

Hallo Ihr (evtl. auch in der gleichen Lage steckenden),

Ich habe seit einigen Monaten den Zweifel, ob ich den Vater bei der Geburt dabei haben will....

Er hat sich bisher auch sehr wenig um die Schwangerschaft gekümmert, weil ihm auf einmal eingefallen ist, dass wir ja eigentlich kein richtiges Paar waren, jetzt auch nicht sind, und es auch niemals werden können. (aber das ist eine andere, längere Geschichte. Zwischendurch hatte er sogar ein paar Wochen eine Affäre.)

Ich habe nun ebenfalls Abstand von ihm genommen - so schwer es mir auch gefallen ist, denn wohl jede Frau wünscht sich, dass sich mit ihr der Mann auf das Kind freut und sie unterstützt....

Jedenfalls will er nun mit zur Geburt kommen. (Seine Mutter würde mir das wohl auch nicht verzeihen, wenn ich ihn ausschließe.)
Ich finde aber nicht, dass er mir in irgendeiner Art eine Unterstützung sein wird - im Gegenteil: wenn ich weiß, dass er selbst nur auf dem Gang vor der Tür wartet, würde mich alleine DAS schon nerven...
Er soll einfach GAR nicht da sein, damit ich mich entspannen kann. Kann gerne am nächsten Tag kommen und sein Kind besuchen...

Meine Frage nun: ist es unmenschlich, ihn auszuschließen? Schadet es gar dem Kind, wenn es ihn nicht gleich sieht?

Man muss auch bedenken, dass er bisher auch gar kein Interesse am kleinen süßen Strampler im Bauch hatte. Er zweifelt immer mal wieder die Vaterschaft an und taucht tagelang unter, wenn ich ihn brauchte...
Er verhält sich äußerst kühl und desinteressiert. Ich kann nichtmal mit ihm über sachlinge Themen was die Zukunft betrifft reden, weil er sich verdrückt.
Nun ist er sogar für einen Monat in Urlaub gefahren, weil ihm das alles wichtiger ist, als eine Bindung vorab aufzubauen.
Und in 8 Wochen soll das Kind kommen.

Was meint Ihr dazu?
Kann ich es ohne ihn durchziehen (die Geburt) - ohne mich dabei schuldig zu fühlen? #gruebel

Liebe Grüße und alles Gute für Euch und die Kleinen
Bebo

1

Wieso soll er bei der geburt dabei sein, nur weil er der Erzeuger ist? Also, nee. Ich würd ihm sagen, dass ich ihn nicht dabei haben möchte.
Eine Geburt ist ein sehr sehr intimes Erlebnis und ich hatte bei meiner ersten Entbindung schon Probleme damit, dass mein mann mir beim pressen zwischen die Beine schauen wollte ( O-Ton: " Sie ja zu, dass du da unten wegkommst, sonst reiß ich dir den Kopf ab!" #drache #schein

Wenn du vorher schon weiß, dass er dich nerven wird, lad ihn zu Geburt aus und um seine Mutter würd ich mir mal grad gar keine Gedanken machen. Du musst das Kind schließlich zu welt bringen und sonst hat dir auch niemand in deine Geburtsplanung reinzureden.

LG und toi toi toi

Sarah mit Emilio /12.12.03) und Lorena im bauch 36.SSW

2

Der Vater meiner Tochter hatte auch nicht ansatzweise Interesse an der Schwangerschaft. Als ich Blutungen bekam motzte er nur, er sei doch kein Arzt, was solle er denn machen! Also fuhr ich mit dem Fahrrad (!!) quer durch die Stadt in die Klinik und bekam dort mein Kind.
Jetzt habe ich einen neuen Partner, der das ganze Gegenteil ist. Er sorgt sich, nimmt Anteil und interessiert sich für alles, was in meinem Bauch so passiert. Aber er ist total empfindlich und hasst Krankenhäuser. Er wäre mir bei der Entbindung keine Hilfe, würde wahrscheinlich eher aus den Latschen kippen. Also werde ich es wieder allein durchziehen.
Die Hebamme wird uns dankbar sein!! Es ist ganz schlimm, wenn Frauen bei der Geburt gehemmt sind, sich schämen oder sonstwas! Das behindert dermaßen den Geburtsverlauf. Die Väter im Kreißsaal sind auch mit ein Grund für die ständig wachsende Anzahl von Kaiserschnitten! Wenn die Frau nicht ganz sicher ist, dass er ihr eine Hilfe ist oder der Mann nur wegen seiner Frau mitgeht, ohne es selber wirklich zu wollen, dann blos nicht mitnehmen!
Die Hebammen haben Dir eben auf Grund Eurer Situation vom Beisein des Vaters abgeraten, fertig! Was die Oma da denkt, sollte Dir egal sein! Wahrscheinlich hat sie ihn angestiftet, in der Hoffnung, er bekommt so doch noch eine Beziehung zum Kind! Und wenn er die Vaterschaft eh anzweifelt, was will er dann bei der Geburt? Es ist DEIN Kind und basta!
Viel Glück!
Gruß Silly 22.SSW

3

Hallo,

an deiner Stelle würde ich den Vater des Kindes auch nicht mitnehmen. Auf die Meinung anderer Leute (insbesondere seiner Mutter) solltest du bei dieser Entscheidung nichts geben. Es ist eben dein Kind...Die Schwangerschaft musst du ja auch allein durchstehen. Seid ihr noch zusammen? Gruß gini82

4

Hallo Bebo,

ich schließe mich an. Wenn du schon so empfindest, nimm ihn bloß nicht mit!!!
Es ist SO WICHTIG, dass du entspannt bist bei der Geburt.

Es ist ja auch oft so, dass Hebammen - wenn die Geburt nicht voran geht - eine Kollegin hinzuholen. Für den Fall, dass die Gebärende einfach mit einer anderen Hebamme besser klarkommt. Das kann den Geburtsverlauf total beeinflussen.

Und eine Geburt ist wirklich heftig, eine Grenzerfahrung. Gestalte sie dir so angenehm wie nur möglich und sei da absolut egoistisch.
Wenn es durch Stress unnötig erschwert wird, kann das auch für das Kind Stress bedeuten. Sieh es positiv und denk dir: Ich setze mich zum ersten Mal im Interesse meines Babys durch - die erste resolute Mami-Entscheidung #freu;-)

Und wirklich - sch... auf seine Mutter!!! Hätte sie ihren Sohn besser erzogen, dürfte er vielleicht auch dabei sein...

Alles Gute!
jana + Lena *18.05.06

5

Es ist nicht unmenschlich ihn auszuschließen - da er sich für die SS ja eh nicht interessiert - und es schadet auch nicht dem Kind, wenn er es nicht gleich sieht!

Im Gegenteil, Babys sind unglaublich sensibel auf Stimmungen und wenn Dein Baby spürt, dass da jemand ist, den Du (als im Moment schließlich einzigste Bezugsperson und wichtigster Mensch im Leben Deines Kindes) gar nicht da haben willst. Und wer möchte schon so in der Welt willkommen geheißen werden?

Wie schon andere geschrieben haben, eine Geburt ist eine sehr intime Sache und man sollte sich als Frau so geborgen wie möglich fühlen, damit man die Geburt gut bewältigt. Die Geburt musst Du eh alleine durchziehen, er kann da gar nichts für Dich tun. Nimm Dir lieber eine Person mit, der Du vertraust und die Dich seelisch unterstützt - eine Freundin, Deine Mutter etc. Das ist viel wichtiger und die können durch ihre (positive) Anwesenheit viel mehr Kraft geben.

Weshalb solltest Du Dich schuldig fühlen? Du bist ihm nichts schuldig. Was soll Dein Kind mit einem Vater, der sich nur für die Highlights interessiert und dem der Rest egal ist???

LG Steffi

6

Frueher waren die Vaeter nicht dabei - glaube nicht, dass der Mann der Oma dabei war, als Dein Freund zur Welt kam.
Nimm ihn bloss nicht mit! Wenn Ihr nicht zusammen wohnt, wird er eh nicht mitbekommen, wenn Du ins Krankenhaus faehrst. Wuerde ihm auch nicht sagen, wo Du entbinden willst - oder weiss er das schon? Nimm lieber eine Freundin mit - die Dich vielleicht auch hinfahren kann oder nimm ein Taxi.
Kathy

7

hi bebo!

das ist einzig und allein deine entscheidung. und wenn du es nicht willst, zieh es durch!

ich will auch alleine entbinden (und wollte es immer schon), weil ich es ehrlich gesagt viel natürlicher finde und es früher ja auch usus war.

tu, was du für richtig hältst, egal, was andere sagen oder meinen!


lg
terrortörtchen 34.ssw

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