Geburt - hat euch das auch so verändert?

Hallo,

ich weiß gerade nicht so genau, wie ich das ausdrücken soll.

Für mich war die Geburt eine absolute Grenzerfahrung. Innerhalb von mehr oder weniger einem Tag habe ich Schmerz, Anstrengung, Glück so extrem erlebt, wie nie zuvor. Geschrien wie noch nie, tapfer gewesen wie noch nie, mich meinem Mann gezeigt wie noch nie, Angst gehabt, neue Liebesgefühle entdeckt und und und.

Mich hat das irgendwie total verändert. Abgesehen vom Baby meine ich - einfach dieses Erlebnis, diese Leistung und das "Wunder der Natur". Wie nach einer Reifeprüfung. Im Nachhinein bin ich immer noch total ehrfürchtig und stolz und verschreckt.

Und ich fühle mich den Frauen verbunden, die das auch erlebt haben. Wirklich, fühlt sich an, als sei ich in einen Geheimclub eingetreten. Ich ertappe mich dabei, wie ich andere Mütter verstohlen angucke und denke:" Wie es wohl für SIE war? Sie hat es auch geschafft.." und ich gucke Schwangere an und denke: "Du hast es noch vor dir", teils mitleidig, teils auch irgendwie neidisch.

Und als ich heute oder gestern in der Bild von der Frau gelesen habe, die nach der Geburt eine Depression hatte und sich aus dem Krankenhausfenster gestürzt hat, musste ich weinen. Ich hatte auch eine Depression, die zwar nie so weit gegangen wäre - aber sie tat mir so leid und ich habe so mit ihr gefühlt.

Kennt ihr diese Gefühle? Bin vielleicht einfach nur gerade ein bisschen sentimental, aber ich kaue noch oft an dem Erlebnis und es hat schon viel verändert...

Liebe Grüße und einen schönen Abend noch!

Jana+Lena *18.05.06

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ja ich kenne diese Gefühle.Selbst 17 Monate nach der Geburt fühle ich sie noch so nah...uiuiui.
Genau deine Gedankengänge hatte /habe ich auch.

"und ich gucke Schwangere an und denke: "Du hast es noch vor dir", teils mitleidig, teils auch irgendwie neidisch."

Genau.Ich dachte immer ich wär die einzige die so denkt.

Und weisst du was?So heftig die erste Geburt war-sie war dennoch eine wunderschöne Grenzerfahrung+ ich freu mich wie Bolle darauf das Nächste Kind zu bekommen.Dieser Gefühlsmix war das Beste was ich je hatte.Andere brauchen Drogen-mit einer Geburt ist es glaube ich ähnlich.Nur das die nicht schädlich ist;-)


Für mich war es eine tolle Erfahrung,ein Grenzerlebnis von dem ich gedacht habe :Das schaff ioch nie.Und dann habe ich es doch geschafft-sogar mit dem Hintern zuerst.

Na denn kann das Nächste Kind ja kommen:-)

Tina die jetzt in ihr Bettchen geht!

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hallo jana.

mein geburtsbericht (veröffentlicht auf der geburtshausseite des GH wuppertal) heisst
"Eine wunderbare grenzerfahrung".....
und beschreibt einiges der erlebnisse die du auch machtest.
und auch ich sage, dass mich das auch heute und mit sicherheit mein ganzes leben noch verändert hat und begleiten wird.
andere frauen mit kind oder babybauch sehn, eben daran denken, mich fragen wie hat sie das verändert, wie wird es sie verändern? wie wunderbar erleben sie die geburt der kleinen wesen oder haben sie erlebt? oder war es nur horror, wie ich auch einige kenne die das heute sagen.
ich ziehe noch heute den hut vor mir, frage mich wie ich diese 19 stunden überstanden habe, frage mich so oft beim anblick meienr kleinen ida ob ich dieses wesen in mir hatte, tatsächlich, ob dieses heute schon so grosse kind aus mir herausgeschlüpft ist und habe so oft ein tränchen im auge vor rührung und der bedingungslos für sie empfundenen liebe. von beginn an.

ja und ich bin auch hier und da neidisch auf schwangere, auf das bevorstehende geburtserlebnis, die erste zeit des kennenlernens. aber auch nicht, weil s im moment bei uns so ist wie es ist und es ist schön.

und noch was hat sich getan - ich bin seit idas geburt so nah am wasser gebaut wie nie. kleinste nette kleinigkeiten, traurigkeiten, rührungen lassen immer zu die tränen fliessen. aber das macht mir nichts. es ist wie es ist.

alles liebe , tonni

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jaaaa,


so gehts mir auch... Marie ist jetzt 15 Monate alt! Ich rede immer noch oft über die Geburt, einfach weils so faszinierend war.

Das hat mich über alle Grenzen, nicht nur Schmerzgrenzen, weit hinweggetragen und ich bin unglaublich glücklich, dass so gut hingekriegt zu haben! Im Geburtshaus, wie Tonni, nur mit Hebi und meiner Mutter.

Ja, man fühlt sich den anderen mamas verbunden!

LG

Luise mit Marie *24.03.2005

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Hallo!



""Wie es wohl für SIE war? Sie hat es auch geschafft.." und ich gucke Schwangere an und denke: "Du hast es noch vor dir", teils mitleidig, teils auch irgendwie neidisch. ""


Dabei ertappe ich mich auch oft.
Nach dem "1.Mal" #sex habe ich die anderen Teenies auch so angeguckt und gedacht:
"Du hast es noch vor dir." Oder "Du hast es bestimmt schon hinter dir, wie es wohl für dich war..!?" #hicks

Ich finde, man kann die beiden Erlebnisse "1.Mal" und Geburt ein bisschen miteinander vergleichen. Schliesslich weiß man bei beidem nicht, was einen genau erwartet.. ;-)

Lg
Ina

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Najaaaa -
Der erste Sex hat ein bisschen weniger wehgetan und zumindest bei mir war es so, dass ich hinterher nicht unbändige Liebe empfunden habe (es war ein Skilehrer, danach folgte ein Surflehrer, hihi, man nennt mich auch Klischee-Elli).

UND bei der Geburt hatte mein Mann eher eine Nebenrolle, wobei beim ersten Sex - da hatte ich eher das Gefühl, ICH bin hier nur Statistin :-)

Aber ich weiß schon, was du meinst...

:-)

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O JA!!!

Auch 8 Monate später denke ich fast täglich noch daran!!

Es ist ein "Geheimclub"! Ich habe mich erst nach der Geburt richtig als Frau gefühlt.

Und es ist das Betse, was mir je passiert ist, auch wenn es weiss Gott keine schöne Geburt war. Aber ich weiss, was ich geleistet habe. Und ich bin verdammt stolz darauf!

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"Ich habe mich erst nach der Geburt richtig als Frau gefühlt."

Das stimmt.
Ich fand solche Sätze früher immer bescheuert, aber mir geht es auch so. Eben wie nach einer Reifeprüfung. Man hat etwas durchgestanden und geschafft, was alles andere wie Pillepalle aussehen lässt (abgesehen natürlich von Schicksalsschlägen etc, aber davon mal abgesehen).

Und im Nachhinein finde ich es auch sinnvoll, dass eine Geburt so anstrengend und extrem ist. Irgendwie gibt sie einem das Selbstvertrauen, das man auch hinterher braucht, um mit der Herausforderung "Baby" klarzukommen. Man traut sich so glaube ich viel mehr zu, als wenn die Babys wirklich der Storch bringen würde ;-).

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hallo jana.
ich kann deine gedanken sehr gut nachempfinden. auch ich bekam mein kind im geburtshaus (wie tonni und luise #freu) und bin so froh für mich diesen weg gewählt zu haben.
die geburt meines kindes mit alle dem schmerz, der kraft und der tiefe erleben zu dürfen; nicht sicher zu sein ob ich den schmerz aushalten kann und will. ich wollte, ich konnte und ich werde es auch wieder können.
dieser gedanke des "geheimclubs" kam mir auch. dieses denken "wie war es für sie? hat sie auch so geschrieen?" - und das sprechen mit anderen müttern über ihre geburten.
man kommt nicht oft im leben in so kurzer zeit an so viele grenzen. aber das wissen, eine geburt geschafft zu haben - GROßARTIG!! das macht einen stark und stolz. und so sollte es auch sein. denn man kann sehr wohl stolz sein auf lautes rumschreien und den satz "ich kann nicht mehr" - denn wir haben es doch alle irgendwie geschafft. und da sind so tolle kinder herausgekommen!!
dani (die sich schon wieder darauf freut "wenns endlich wehtut" #hicks)