Ich komme mit meinem KS nicht klar... 15 Wochen her.

Hallo ihr Lieben.

Ich hatte vor einigen Wochen schon mal einen Geburtsbericht über meinen KS verfasst. Er fand wg. BEL statt (Erstgebärend). Ich habe mir so gewünscht, spontan entbinden zu können, allerdings war der Kopf von meinem Kleinen wirklich groß, und ich habe mich einfach so verunsichern lassen.

Ich wachte nachts auf und merkte, dass es losging. Wehen im 4-Minuten-Takt, aber keine großen Schmerzen, also packte ich noch in Ruhe Tasche und dann fuhren wir los. Angekommen wurde der MuMu getastet - wahnsinnige 8cm offen! Dann wurde nochmal geschallt und auch nochmal gesagt, dass der Kopf wirklich groß sei, aber eine vaginale Geburt möglich wäre.

Das ist wie wenn man jemandem sagt: "Naja, das Auto könnte auf der Fahrt das Rad verlieren, muss es aber nicht." Ich bin jemand, der sich von solchen Sätzen extrem verunsichern lässt und so habe ich mich leider, leider für den KS entschieden. Es ging alles rasend schnell, ich durfte mich nicht mehr bewegen, 5 Leute haben gleichzeitig auf mich eingeredet und die Anästhesistin meinte, sie sei müde, ich sei schon der 4. KS die Nacht.

Zum KS an sich schreib ich nix, weil der komplikationslos war und auch nicht weh tat. Aber die Zeit danach war Horror. 7h Aufwachraum, keiner sagte mir, wo mein Kind und mein Mann sind, wie es dem Kind geht und und und. Ich habe es nach der U1 nicht auf die Brust bekommen, konnte es über einen Tag nicht anlegen, da ich nach den 7h im AWR noch 5h im Flur lag, weil kein Zimmer frei war.

So die Kurzfassung.
Ich komme einfach nicht darüber hinweg. Ich habe es quasi nicht mal versucht. Ich hatte eine Heidenangst und hätte mir riesige Vorwürfe gemacht, wenn dem Kind was passiert wäre. Ich war KiWu-Patientin und wollte um alles in der Welt ein gesundes Kind (wie auch alle Mütter, die keine KiWu-Behandlung brauchen). Aber diese Trennung danach war einfach so schlimm für mich.

Klar, viele werden sagen, wenigstens haben die Wehen eingesetzt. Das stimmt auch. Aber - klingt jetzt vllt. blöd - es tat ja nicht mal richtig weh.. mir fehlt dieses Geburtserlebnis total. Ich war wie abgestumpft nach dem KS, konnte gar nicht richtig realisieren, dass das jetzt MEIN Kind ist. Heute ist er ein süßer kleiner Bub, ich stille ihn voll, es klappt (trotz großer anfänglicher Probleme) gut. Aber ich hab das Gefühl, eine schlechte Mutter zu sein wegen dieser Entscheidung.

Ich weiß, dass andere viel traumatischere KS-Erlebnisse hatten. Ich bin froh, dass mir solche Sachen, die man liest, nicht passiert sind. Aber an meinem Frust ändert es nicht wirklich was :-(

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Hallo

Habe gerade unter deinem Thema schon was geschrieben. Wollt ihr noch mehr Kinder oder soll es bei einem bleiben?

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Es war unser 1. Kind.
Wir wollten noch mindestens 2 ;-)

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Na also... Du wirst wieder die Chance haben, genau wie ich. Ich glaube man muss einfach (haha ich weiß) versuchen das Geschehene zu akzeptieren und auf das nächste Mal vertrauen.

Wir können es nicht rückgängig machen aber wir halten beide wunderschöne gesunde Kinder im Arm. Ich führe mir das immer wieder vor Augen... Das hilft.

Alles Gute für Dich! Und es gibt ein nächstes Mal!!

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Ähm deine Entscheidung war absolut richtig! Eine BEL sollte man auf jeden Fall per KS entbinden, alles andere ist in meinen Augen fahrlässig.

Ich sehe das Problem bei dir beim KH! Warum hast du dein Baby nicht direkt auf die Brust bekommen? Warum hast du so lange allein irgendwo gelegen?

Nun ja das ist wirklich dumm gelaufen und ich würde das KH nicht mehr betreten. Aber eine spontan Geburt hätte es dir sicherlich nicht besser gemacht. Die hätten dann ebenso kein Platz für dich gehabt und die Risiken sind ja schon sehr hoch. Wer weiß was da alles mit deinem Baby hätte passieren können....

Meine KS waren wunderschön, habe aber meine Babys direkt zu mir bekommen und lag nie allein unwissend irgendwo rum. Da kann man das KH ja schon fast für verklagen.

Schieb es nicht auf den KS selbst, es waren die Umstände in diesem Krankenhaus.

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Wie kannst du so etwas schreiben? Eine spontane BEL Geburt ist unter fachkundigen Händen genau so sicher wie eine "normale". Das Problem liegt darin dass immer weniger Ärzte Erfahrung damit haben, und deshalb immer mehr Frauen bei einer BEL zur Sectio gedrängt werden.

Solche unqualifizierten Aussagen wie von dir tragen da wirklich nicht zur Verbesserung bei!

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>>Eine BEL sollte man auf jeden Fall per KS entbinden, alles andere ist in meinen Augen fahrlässig.<<

#klatsch

Das zeugt davon, dass du KEINE Ahnung hast!

Und wie heißt es so schön? Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die .....

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Ich kenne das Gefühl gut und du hast alles Recht deswegen unglücklich zu sein wie es gelaufen ist. Natürlich ist das wichtigste ein gesundes Kind, aber die Umstände sind eben nicht egal. Zumindest nicht wenn es im Grunde problemlos besser gegangen wäre (wenn es akut um das Leben von Mutter oder Kind geht ist das natürlich immer nochmal was anderes, aber das war bei euch ja nun wirklich nicht der Fall).
Hast du eine gute Nachsorgehebamme gehabt? Es gibt die Möglichkeit des nachträglichen Bondings, das hat mir sehr geholfen, da könntest du sie vielleicht nochmal fragen.

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Hallo du Liebe,
das hört sich ja übelst an :-( wie nötig der Kaiserschnitt wirklich war, kann hier im Forum keiner beurteilen, aber was dir danach passiert ist, ist ja wirklich bescheiden, Überlastung des Krankenhauses hin oder her.
Hast du schon von einem sog. Bondingbad gehört? Das würde dir sicher bei der Verarbeitung helfen und du und dein Baby haben die Möglichkeit, das verpasste erste Kuscheln ein bisschen nach zu holen. Auch ohne so einen schweren Start fand ich schon ein normales Bad mit Würmchen sehr schön :-) so nasse Haut auf Haut #verliebt ...

z.B. hier gibt es eine schöne Beschreibung und Infos zum Bondingbad:
http://www.hebammenwissen.info/babyheilbad/

Vielleicht kannst du auch deine Nachsorgehebamme noch mal anrufen und sie bitten dir dabei zu helfen. Auch wenn die offizielle Wochenbettbetreuung vorbei ist, sollte es bei diesen besonderen Umständen die Möglichkeit geben, dass sie das bei der Krankenkasse abrechnet.
Fühl dich fest gedrückt!
Alles Gute für euch!!

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Hey,

mir ging es ähnlich, nur aus anderen Gründen. Ich kann dich daher voll verstehen! Mein Geburtsbericht, falls du lesen magst.

http://www.urbia.de/forum/43-geburtsberichte/4577219-so-eine-geburt-wuensche-ich-keinem/30215002

Ich habe in 10 Tagen ET und ich hoffe so sehr auf eine spontane Geburt, da ich es nicht nochmal so möchte. Dieses mal war ich etwas resoluter, als man mich in der Klinik beim Geburtsgespräch auf einen erneuten Kaiserschnitt "hinschieben" wollte.

Ich habe meine Meinung gesagt und das ich es spontan versuchen möchte. Du musst wissen, dass mein KS im Feb. letzten Jahres war und ich deshalb als Risikoschwangere eingestuft bin.

Ich möchte es wenigstens versuchen. Wenn dann unter der Geburt was sein sollte kann der KS noch immer gemacht werden, aber ich will es "alleine" versuchen.

Manchmal habe ich das Gefühl als Mutter versagt zu haben, da ich meine Tochter nicht alleine zur Welt gebracht habe. Ich hoffe so sehr, dass es nun anders wird.

Liebe Grüße

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Hallo du,
Bei mir war es ähnlich also dass ich zu einem ks gedrängt wurde obwohl ich so gerne spontan entbinden wollte...

Meine kleine Tochter ist heute genau ein Jahr alt geworden... Und erst jetzt kann ich wirklich behaupten den ks verarbeitet zu haben... Man kann fast sagen es war eine richtige Trauer Arbeit... Trauer darüber nicht spontan entbunden zu haben... Nicht alles dafür gegeben zu haben... Es nicht geschafft zu haben... Nicht selbst bestimmt handeln durfe

Lange Zeit war ich sehr wütend verletzt traurig ach keine Ahnung alle möglichen Gefühle spielten eine Rolle.. ..

Ich kann dir keinen Tipp geben wie du es am besten verarbeitest... Kann dir nursagen, es braucht Zeit.. Und man muss sich immer und immer wieder damit auseinander setzen und darüber reden

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Erstmal herzlichen Glückwunsch zum gesunden Baby!
Es kann immer etwas schiefgehen, vlt wäre eine spontane Entbindung eine Katastrophe geworden. Du wirst es nie wissen.

Ich bin mit meiner 2. Geburt auch alles andere als glücklich ( spontan - und zwar so spontan, dass die Kleine im Hausflur zur Welt kam ).

Ich glaube, das Problem ist der Fakt so überrollt worden zu sein. Du hast dich zwar dafür entschieden, aber mal ehrlich, wer ist unter der Geburt schon zurechnungsfähig? Bei Verstand hättest Du es anders gemacht...
Außerdem sind Geburten doch recht seltene Ereignisse, daher wird ein falsches Gefühl nicht so schnell durch ein neues, besseres überlagert.
Das Gefühl, dass etwas falsch ist, wird weniger...
Alles Gute für euch!

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Hallo!
Es tut mir leid, dass ihr mit diesem Kaiserschnitt und dem Ablauf im Anschluss so einen unschönen Start hattet... Ich kann sehr gut verstehen, dass dich dieses Erlebnis beschäftigt und dass du dich vielleicht auch um die "Geburtserfahrung" betrogen fühlst. Bitte grüble nicht über die Frage, ob es die "richtige" Entscheidung war. Wer könnte diese Frage schon beantworten? Es war wohl auf jeden Fall eine Entscheidung mit den besten Absichten und soweit ich das überblicken kann, auch absolut nachvollziehbar... Stell dir vor, du hättest dich anders entschieden und es wäre etwas schief gelaufen...
Mir hat damals nach meinem ungeplanten Kaiserschnitt eine nette Dame im Krankenhaus ein Buch geliehen ("Geburt- ein schwerer Anfang leichter gemacht"), was mir sehr geholfen hat mit diesem Unglücklichsein über den Verlauf der Geburt hinwegzukommen. Da sind Möglichkeiten dargestellt etwas "nachzuholen" bzw. das Trauma zu bearbeiten, indem man z.B. die Geschichte über die Geburt dem Kind in Ruhe erzählt und auch über seine Gefühle in dem Zusammenhang spricht. Auch meine Hebamme hatte angeboten diese Anfangs-Situation direkt nach der Geburt nochmal stellvertretend nachzuholen (Kind baden, danach nackt an die Brust legen und ruhen etc.). Ich weiß nicht, ob sowas für dich in Frage kommt, aber ich weiß, dass das vielen Menschen hilft, solche Gefühle zu verarbeiten. Wenn du Fragen hast, dann meld dich gerne nochmal. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute!!
Liebe Grüße

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Ich kann dich verstehen! Total!

Ich hatte einen KS ohne Wehen wegen vorzeitigem Blasensprung und pathologischen Herztönen des Kindes.

Egal was alle sagten: ja, ich weiß, ich hab ein gesundes Kind, ja ich weiß, es hätte schlimmer gehen können, ja ich weiß das alles- und trotzdem ging es mir schlecht und zwar lange!

Ich habe dann einen Gesprächskurs besucht, der für Frauen war, die traumatische KSen hatten. Das hat tatsächlich geholfen und gut getan.

Aber soll ich ganz ehrlich sein? Wirklich geholfen hat letztlich nur die spontane Geburt meiner zweiten Tochter - die hat mich für die erste "Geburt" entschädigt. Das können viele nicht nachvollziehen, aber so ist es nunmal

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