Ausschabung nach 9 Wochen - wurde fast zur Katastrophe

http://m.urbia.de/forum/15-geburt-wochenbett/4598191-ausschabung-noetig-wegen-plazentarest

So, nun mein Update... Zart besaitete Bitte nicht lesen...

Wie ich neulich beschrieben hatte, war der Termin letzte Woche in der Klinik schon nicht so toll um es mal nett zu formulieren. Mein Anruf am Vortag der OP ergab den nächsten Kracher: ich darf gar nicht alleine zur Klinik fahren, mein Mann MUSS zwingend vorher mitkommen, darf nur während der OP eine Stunde weg und muss dann bleiben bis ich heim darf. Hallo????? - ich habe einen 9 Wochen alten Säugling Zuhause. Klar passt die Oma schon mal für ein paar Stunden auf, aber doch nicht den ganzen Tag. Ich war also drauf und dran ihnen zu sagen dass ich gar nicht komme sondern einen neuen Termin später will. Ein Anruf bei meiner Frauenärztin gab mir recht, es wäre okay bis dahin zu warten.

Ich blöde, blöde Kuh. Hätte ich mal auf meinen Bauch gehört. Mein Bruder hat die Problematik mitbekommen weil er zufällig zu Besuch war und hat sich angeboten dass er mich fährt. Entgegen meines absolut schlechten Gefühls bin ich also gestern früh mit ihm los. Im Krankenhaus angekommen hat es keinen Menschen interessiert dass da mein Bruder sitzt statt meinem Mann, obwohl ja fürs abholen usw eine ganz andere Handy Nummer gegolten hätte usw.

Ich also gegen 9.45 endlich im AufwachRaum zur Vorbereitung (versprochen war ja ich komm sofort früh 7.30 dran - Nein, es war KEIN Notfall vor mir). Immer noch blödes Gefühl. Ich habe es auf meine Angst geschoben und die Klappe gehalten. Blöd blöd blöd :-( als ich wieder wach wurde war mittag durch, mein Bauch schmerzte innen wie außen fürchterlich obwohl mir versprochen wurde es dauert fünf Minuten und wird danach ohne wirklich schmerzen, nur ein wenig ziepen sein. Auf Zig faches Nachfragen bekam ich endlich zu hören dass eine Bauchspiegelung notwendig war wegen des hohen Blutverlusts. Äh wie bitte?????es sei alles okay und im grünen Bereich, die Ärztin kommt auf Station gleich zu mir. Neben mir wurde eine Übergabe an die Schwester gemacht, die mich schon nix gutes erahnen ließ. Durch meine langjährig Tätigkeit im Rettungsdienst kenne ich so einige Medikamente mit ihrer Wirkung, ebenso weiß ich ganz genau dass eine Ruptur böse ist.
Auf Station hieß es zunächst es kommt erst morgen jemand bei der Visite. Wie bitte??? Erst als ich mit Tränen in den Augen richtig böse geworden bin hat eine der Schwestern die Ärztin geholt. Zack es war die gleiche wie bei der Entbindung. Und sie kam mit den Worten "was is denn, sie brauchen ruhe". Gott sei dank war mein mann da. Zu ihm sagte sie an mir vorbei, dass er schon zu ihr kommen hätte müssen weil ich sollte das nicht hören... ohne die Details zu kennen liefen bei mir die Tränen. Die gute Frau hat bei der Ausschabung zu fest gekratzt und dabei meine Gebärmutter durchgestochen (kommt laut Aufklärung so gut wie nie vor) und mir sind etwa 600 ml Blut in den Bauch gelaufen. Da sie es einfach nicht stoppen konnten wurde labraskopisch über den Bauch gearbeitet. Die Gebärmutter konnten sie erhalten, knapp aber es hat funktioniert. (Eine Entfernung sei laut Aufklärung selbst bei einem durchstechen sehr sehr sehr selten). Ich wurde ziemlich sauer und hab sie angemeckert was das heißt. Ihre Antwort an mich: "seien sie froh wir haben ihr Organ erhalten, sie können wieder Kinder bekommen, sollten erst in zwei, drei Jahren schwanger werden mit der Gebärmutter" meine Tränen sofort nochmal mehr, inzwischen lief es ungehemmt. Mein Bruder und mein Mann ebenfalls total bleich. Die Ärztin "Tja, eine Schwangerschaft und eine Geburt sind immer ein sehr großes Risiko für eine Frau.halten sie sich jetzt an die Bettruhe sonst bekommen sie vielleicht noch mehr oder wieder Probleme. Sie können froh sein wir haben das Organ erhalten. Erst letzte Woche habe sie einer jungen Frau alles entfernen müssen als nach deren erster Geburt ebenfalls bei der ausschabung ruptiert wurde" ich fasse einfach nicht. Quasi parallel dazu dass ich die Aufklärung zur ausschabung bekomme liegt eine Patientin im gleichen Haus und der Arzt spricht davon dass er solche Komplikationen noch nicht gesehen hat. Eine Woche später wird es fast schon als normal hingestellt. Ich lieg hier nun rum, hab alle paar Stunden Heulattacken, ärgere mich am meisten über mich selbst weil ich nicht auf mein Gefühl gehört habe. Ich hab solche Angst, dass es noch weitere Komplikationen gibt, dass sich was entzündet. Dass sonst was ist und wieder kein Schwein mit mir drüber reden wurde. Woher soll ich denn bitte wissen was und wann ich fragen muss. Aussage der Ärztin war noch, dass ich bei Fieber sofort auf intensiv muss.gemessen wurde seitdem ganze zwei mal.

Hinzu kommt dass mein Mann und ich schon darüber gesprochen hatten, dass das zweite Kind nach zwei Jahren schön wäre. Also nächstes Jahr gleich wieder üben. Aus der Traum, nix da. Warten bis 2017 oder besser 2018. Pläne alle über den Haufen geworfen. Und das alles innerhalb eines Vormittags, wo ich vormittag noch dachte ich bin mittag oder nachmittags wieder bei meiner Familie Zuhause.

Mein Mann war so lieb unsere kleine gleich gestern nachmittag mitzubringen. Ich darf sie momentan aber weder halten noch tragen. Es war zum einen total schön sie zu sehen, aber mir hat es das Herz zerrissen als ich sie nicht nehmen und beruhigen durfte als sie geweint hat...
Meine ganze Familie und SchwiegerFamilie kümmert sich rührend. Zum Beispiel ist meine Schwiegermutter heute Nacht bei meinem Mann, damit der Unterstützung mit der kleinen hat. Übers Wochenende teilen sich meine Schwagern und meine Eltern die Unterstützung. Mein Mann ist total fertig. Zu dem Schock über meinen "Zustand" kommt dass er bisher immer nur mal für ein paar Stunden mit der kleinen alleine war. Jetzt von Null auf hundert muss er alles alleine machen und regeln. Klar, er bekommt Hilfe. Aber trotzdem tut es weh das alles so hilflos vom Bett aus sehen zu müssen. Ich muss noch bis ende kommender Woche im Krankenhaus bleiben. Und wie es danach weiter geht "wird die zeit zeigen" so die Ärztin.

Hätte ich nur einfach auf meinen Bauch gehört... *heul*

Liebe Grüße von einer total geschockten Tina :-(

1

Oh mann, das liest sich ja echt schrecklich!! Das tut mir sooo leid für dich! #liebdrueck

Das Krankenhaus scheint ja eine echte Katastrophe zu sein! Ist es üblich, dass man die Probleme, die entstanden sind, nur mit den Angehörigen bespricht und nicht mit der Patientin/der Betroffenen selbst?? Finde ich sehr seltsam.

Ich kann mir gut vorstellen, wie die in einer Art Routine in dir "werkeln" (sorry für den Ausdruck) und dabei: "ups, kaputt" #kratz Fürchterlich..... Echt, ohne Worte....

Vielleicht heilt ja alles so super gut, dass ihr doch früher als gedacht wieder über Nachwuchs nachdenken könnt. Die Jahre sind bestimmt nur irgendwelche Durchschnittswerte...

Ich drücke dir die Daumen, dass es dir bald wieder gut geht und besonders, dass du deine Kleine bald wieder umsorgen kannst. #blume
Besonders deiner Familie und der deines Mannes wünsche ich ganz viel Kraft! Ich glaube, du hast in ihnen eine super Unterstützung!

Alles Gute!
#winke

2

Guten Morgen Tina!

Fühl dich erstmal lieb gedrückt nun hast du die abrasio wenigstens hinter dich und Komplikationen bleiben nun hoffentlich aus.

Dein Mann scheint ja sehr bemüht zu sein und auch dein familiäres Umfeld zeigt Präsenz, dass ist doch super:)! Die nächsten Wochen wirst du dich etwas schonen müssen..

Was ich nun schreibe wirst du vielleicht nicht gerne hören wollen aber es sind meine Gedanken zu dem, als ich den Beitrag gelesen habe.

Erstmal kenne ich es auch so (hab im KH gearbeitet), dass die Begleitung zur ambulanten Op auch schon vorher mitkommt. Einfach um nochmal eventuelle Verschiebungen etc zu besprechen und um.abgesichert zu sein, dass wirklich jemand da ist! Viele wollen danach mit Taxi o.ä. nach Hause- das geht nicht es muss jemand da sein für die ersten 24h! Warum sollte es interessieren wer dich nun begleitet? Es geht um dich und eine Notfall Nummer haben sie.

Das die OP nun so verlaufen ist und eine laparaskopie notwendig wurde ist natürlich nicht schön für dich aber die Ärztin hat schon recht, du kannst froh sein das Sie alles erhalten konnten! Plazentareste sind manchmal sehr hartnäckig. Eine op ist immer ein Risiko! Und ob da nun steht es passiert selten oder oft, es kann alles möglich sein. Ich habe damals überraschend in der op ausleitung auf atropin u ketanest heftig reagiert und hab auch nicht damit gerechnet mich auf ITS wiederzufinden.

Ich weiss nicht was für dich 'anmeckern' heisst aber anhand der Reaktion der Ärztin denke ich schon das du relativ dolle gemeckert hast. Bei aller Trauer und Wut, ist das fair dem Menschen gegenüber der mir grade das Leben gerettet hat?

Ich finde dafür das du lange im Rettungsdienst gearbeitet hast solltest du langsam begreifen das es hätte böse nach hinten losgehen können wäre keine lap gemacht worden und wenn es schon alles so blöd war warum gehst du in kein anderes Kh? Hast dich freue Wahl.

Lass erstmal ein halbes Jahr,Jahr ins Land ziehen und mit deine FÄ dann alles weitere besprechen zwecks kinderwunsch usw.. Ich wünsche dir eine schöne kuschelige kennenlernzeit mit deiner kleinen gesunden Motte und hoffe du fasst meinen Beitrag nun nicht ganz böse auf, so war er nämlich nicht gemeint.wollte dich nur etwas wach machen

Liebe grüße Erdbeerbrummer

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#liebdrueck

Das ist ja furchtbar und ganz ehrlich, ich würde mich da über die Art und Weise kräftig beschweren. Das geht mal gar nicht, wie da mit dir umgegangen wurde. Dass was passieren kann ok, das ist eben ein Risiko, dass nun Mal immer und überall besteht.

Auch Ärzte sind nur Menschen. Das dann aber so rüberzubringen á la:

Ja mein Gott, wir haben ihre Gebärmutter durchstochen und ja sie haben viel Blut verloren, aber hey, seien sie doch froh, dass sie noch am Leben sind und Kinder können sie ja auch noch bekommen, was haben sie denn eigentlich für ein Problem. :-[

Das ist schon heftig.

Wenn dein Mann aber mit der Kleinen kommt, dann kannst du die doch bestimmt auf den Arm nehmen, oder? Ich meine wenn sie dir jemand in den Arm legt. Nach einem Kaiserschnitte geht das ja auch und da wird auch die Bauchdecke geöffnet und man soll nicht schwer heben usw.

Ich wünsche dir gute Besserung und das du bald aus dem Horrorkrankenhaus wieder raus kannst.

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So, bin wieder daheim. Gestern abend durfte ich raus. Die Ärztin hat bei der Untersuchung nochmal was in der Gebärmutter gefunden. Freitag soll ich nochmal kommen, damit sie dann schauen können ob immer noch was von der Plazenta drin ist oder ob es Blutansammlungen von der Ausschabung sind. Die Oberärztin war bei der Untersuchung dabei und meinte sie fiebert mit mir, dass alles gut geht. Die andere Ärztin hat gemeint ich soll meinem Mann einfach nichts davon sagen, zumindest nicht zu viel, er wäre zu emotional. Dass ich wieder mit Tränen in den Augen da saß hat sie ignoriert. Egal, ich hoffe jetzt einfach auf das beste und versuche ruhig zu bleiben. Immerhin ist die Untersuchung am Freitag bei der Oberärztin. Soweit geht's mir gut,die Narben am Bauch sind das einzige was ein wenig zwickt. Aber nicht der Rede wert.

Ich melde mich Freitag wieder...

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