Blasensenkung trotz Rückbildung - Was nun?

Hallo,

bei meiner Frau wurden 6 Monate nach der Geburt eine ziemlich starke Blasensenkung diagnostiziert. Die Ursache waren zum einen die 39cm Kopfumfang unsere Babys bei Geburt und dann eine schwere Grippe 3 Monate nach Geburt.

Bis auf die Zeit der Grippe hat meine Frau täglich Rückbildung gemacht, dann hat Sie leider eine 3 Wöchige Grippe von den Beinen gehauen, seit dem hatte sie ziemlich Schmerzen im Unterleib, die wie sich jetzt rausstellte von der Blasensenkung resultieren.

Laut der Frauenärztin ist das etwas, womit Sie jetzt voraussichtlich ein Leben lang umgehen muss (quasi auf immer und ewig Rückbildung praktizieren). - War irgendwer in einer ähnlichen Situation und gibt es Möglichkeiten für eine vollständige Genesung? - Und die zweite Frage wäre auch wie es mit erneutem Kinderwunsch aussieht.

Für Tips, ggf auch eine gute Ärztin im Raum Norddeutschland wären wir sehr dankbar!

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Also vorweg ich komme nicht aus Norddeutschland und kenne das Problem nicht, aber
ich bin regelmäßig bei einem Heilpraktiker in Behandlung und der sagte zu mir ich solle bloß fleißig Rückbildung machen, ansonsten könnte es auch Jahre später Probleme geben und dann kämen die Frauen zu ihm.

Also vielleicht fragt ihr mal bei einem Heilpraktiker nach, war jetzt nur so ne Idee, genaues weiß ich auch nicht.

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Danke, aber Rückbildung macht meine Frau wie gesagt täglich und wird dies natürlich auch weiter machen. - Aber wie gesagt reicht das alleine in diesem Falle für eine vollständige Genesung nicht aus.

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Ich empfehle Cantienica-Kurse. Das ist ein Konzept, bei dem der ganze Körper vernetzt wird. Ich habe damit meine recht schweren Beckenbodenprobleme und Senkungen gut in den Griff bekommen.

Ja, es erfordert Arbeit, jeden Tag. Es wird vermutlich nie ganz weggehen, aber es kann sehr gelindert werden. Das Programm ist dazu da, um zu lernen, wie man im Alltag "gute" Haltungen einnimmt, die den Beckenboden und alle Gelenke entlasten. Eine Prophylaxe für alles sozusagen.

Ich hatte nach dem ersten Kind jeden Tag BB-Schmerzen und ein Kloßgefühl. "Klassisches" BB-Training etc. hat es eher schlimmer gemacht. Dann hab ich Cantienica entdeckt und mache das seit 5 Jahren. Die Schmerzen asind zurückgegangen, das Kloßgefühl auch. Meine Migräne und Rückenschmerzen sind ebenfalls weg - weil es ein Ganzkörperprogramm ist. Man kann nicht nur an einem Punkt ansetzen - der Körper ist ein System, alles hat Einfluss. Nach dem ersten Kind dachte ich, ab dem zweiten Kind brauche ich dauerhaft eine Windel. Mit den Kursen konnte ich dem entgegenwirken, und jetzt nach dem zweiten Kind geht es mir "beckenbodentechnisch" besser als je zuvor. Ich habe nur noch selten Schmerzen, es beeinträchtigt mich im Alltag nicht, und ich traue mir zu, weitere Kinder auszutragen, ohne danach inkontinent und schlimmeres zu sein.

Es ist harte Arbeit, aber es loht sich.

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Es gibt in jeder größeren Stadt Beckenbodenzentren, die sind auf sowas spezialisiert. Da würd ich mich mal anmelden.

Es wäre erstmal die Frage wie arg die Senkung ist - es gibt da verschiedene Grade.
Ich habe auch eine Blasen-Senkung und Darm-Senkung aber mir ist es nur ganz leicht (kurz vor 1. Grad). Ich habe mir spezielle Beckenbodengymnastik vom Physiotherapeuten verschreiben lassen (die Rückbildungsgymnastik kann gut sein - meine war aber miserabel, das kommt wirklich auf die Hebamme an und wie gut sie sich auskennt und erklärt). Ich musste die Übungen wochenlang machen bevor ich eine Besserung gemerkt habe. Wenn ich jetzt länger nichts mache - dann merke ich wie es wieder schlechter wird.
Da ich es aber selbst in der Hand habe, habe ich jetzt nichts weiter unternommen. Hätte sich keine Besserung eingestellt, hätte ich mich im Beckenbodenzentrum vorgestellt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, bei manchen wird eine Art Würfel eingesetzt, es ist auch eine OP möglich wo das ganze von innen wieder hochgezogen wird (das ist dann aber nur der letzte Schritt).
Jetzt auf ewig immer wieder diese Übungen machen zu müssen finde ich persönlich jetzt nicht so schlimm. Die meisten Übungen macht man ja sozusagen innerlich und kann sie gut in den Alltag einbauen z.B. wenn man Zähneputzt, auf den Bus wartet oder Mails am PC checkt usw.

Wenn die Frauenärztin das schon so abtut ala "da müssen sie jetzt damit leben" (meine meinte zu mir, dass es bei mir wirklich nicht so schlimm ist und ich erstmal die Rückbildung bzw. Physio machen soll und dann schauen wir weiter) dann würde ich mir auf jeden Fall einen Termin im Beckenbodenzentrum geben lassen, damit dort mal die schwere festgestellt wird und man weiter richtig beraten wird. Die haben dort bei uns auch spezielle Kurse für Beckenbodentraining.

Wie es mit einem zweiten Kind aussieht weiss ich nicht, aber auch wenn das jetzt nicht unbedingt meine Traumvorstellung ist, würde ich beim zweiten über einen Kaiserschnitt nachdenken. Ich denke die Belastung allein durch die SS ist schon "schlimm" genug, dann würde ich meinen Körper zumindest die Geburt ersparen. Ja das mag egoistisch sein, aber jeder der das auch hat, wird es verstehen können. Man will ja selbst auch noch Lebensqualität haben.

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Schaut ob es bei euch in der Nähe ein Beckenbodenzentrum gibt.
Da vorstellig werden und schauen ob und was ide machen können solange noch Kinderwunsch besteht.
Ohne Kinderwunsch kann man sowas evt mit einem Bändchen beheben...aber das hängt immer vom Befund ab.

Sonst nen Urologen suchen und den um weitere Diagnostik bitten.

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