Einleitung oder Kaiserschnitt?

Hallo,

ich habe meine Tochter vor knapp 5 Jahren per Kaiserschnitt geboren.

Ich habe damals keine Wehen bekommen, weil Magdalena ein Sterngucker war und nicht ins Becken gerutscht ist. Dazu kam ein für mein Becken relativ großer, runder Kopf mit 36 cm Umfang. Bei ET+9 bin ich wieder ins Krankenhaus und habe mich gemeinsam mit meinem Mann auf Anraten des Chefarztes für einen Kaiserschnitt entschieden. Im Nachhinein hat sich heraus gestellt, dass eine spontane Entbindung wohl möglich gewesen wäre, wenn auch ziemlich sicher nicht einfach und nicht ohne Zuhilfenahme der Saugglocke (Einschätzung des Chefarztes).
Ich habe oft bereut, dass ich eine Einleitung nicht zumindest versucht habe.

So, und jetzt steh ich vor dem gleichen Dilemma. Ich bin in der 39. SSW, habe am 03.11. ET. Ich habe wie bei Magdalena bislang nicht eine einzige Wehe, der Kopf hängt am Schambein fest und ist wieder sehr groß, größer als bei Magdalena zu der Zeit - soweit man den Ultraschall-Messungen trauen kann.
Meine Hebamme meinte, das sind nicht die besten Voraussetzungen für eine spontane Geburt, aber sie würde mir noch lange keinen Kaiserschnitt empfehlen, man kann auch schauen, was unter einer Einleitung passiert, wenn ich dann Wehen bekomme. Wenn alles gut geht, rutscht der Kopf wieder zurück und am Schambein vorbei ins Becken, wenn nicht, kann man immer noch einen Kaiserschnitt machen.
Problem ist wohl, dass man aufgrund des vorangegangenen Kaiserschnitts sehr vorsichtig einleiten muss (Tropf ist komplett ausgeschlossen), um keine Uterusruptur zu riskieren.

Mit meiner Frauenärztin kann ich erst nächste Woche beim nächsten Termin darüber sprechen.

Ich selber wünsche mir nichts mehr als eine spontane Entbindung, ich will einfach spüren wie es ist, ein Kind zu bekommen. Aber der Gedanke an eine Horror-Einleitung, die dann doch im Kaiserschnitt endet - womöglich unter Vollnarkose, lässt mich nicht los.
In meinem engeren Umfeld sagen nahezu alle - auch mein Mann - dass ich mir die Einleitung gar nicht antun soll, sondern mich wieder gleich für einen Kaiserschnitt entscheiden soll. Scheinbar solls nicht sein, dass ich meine Kinder auf natürlichem Wege zur Welt bringe....

Ich werde auf keinen Fall einen KS vor ET planen, sondern auf jeden Fall abwarten. Die Einleitung bzw. der Kaiserschnitt würde spätestens am 11.11., 8 Tage nach ET, gemacht werden.

Tja, und jetzt?

Habt ihr Meinungen/Erfahrungen dazu?

LG
Claudia #sonne

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ich persönlich würde beides ablehnen! Ob und wann eingeleitet wird entscheidest DU und niemand sonst. Eine Einleitung ist die beste Voraussetzung um wieder einen KS zu kassieren, erst recht wenn dein Kind noch nicht richtig eingestellt ist.

Keines meiner drei Kinder war vor Geburtsbeginn im Becken, alle 3 sind erst mit echten Geburtswehen tiefer gerutscht und alle drei kamen erst weit nach ET. Sowas wie Senk- oder Übungswehen kenne ich gar nicht. Na und?

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Ich schließe mich an!

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Ich auch.

Durch Einleitungsversuche werden Komplikationen sehr häufig erst überhaupt provoziert.

Und vorsichtiges Einleiten gibt es leider nicht!

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Also,ich musste am ET wegen Gstationsdiabetes eingeleitet werden.Die kleine war auf 3550g geschätzt. Sie kam dann mit 3920g 56cm und 36cm Kopf. Es war mein erstes Kind. Es musste eine Epi gemacht werden da der Damm nicht nach gegeben hat. Ich würde mich immer wieder für eine Einleitung und gegen eine Sectio entscheiden. Wenn du den Wunsch hast spontan zu entbinden such dir eine Klinik die Erfahrung hat und wo die Sectiorate niedrig ist. Vielleicht kann deine Hebamme dir Tipps geben welche Übung du evtl machen kannst damit das Baby wieder zurück rutscht um sich besser ins Becken einzustellen

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Hi Claudia,

das ein Kind sich nicht ins Becken senkt, gibt es bei Erstgebärenden ab und zu und bei zweitgebärenden Müttern häufig. Das ist erstmal kein Grund zur Beunruhigung.

Meine Kinder haben sich alle nicht ins Becken gesenkt. Erstes Kind:10 Tage über Termin. natürlicher Wehenbeginn und ungeplanter Kaiserschnitt wegen Geburtsstillstand. Der Grund war aber nicht ein großes Kind oder dass es nicht durchs Beckenpasste, sondern eine grottenschlechte Begleitung.

Kind Nr. 2 da ging es mir dann, wie Dir jetzt. Kind auch recht groß und senkte sich auch dieses Mal nicht ins Becken. Ich hatte Schiß und mich dann bei 39+1 für einen geplanten Kaiserschnitt entschieden. Vollkommen unnötig, aber auch dieses Mal fehlte mir der Zuspruch und mein Mann fand den geplanten Kaiserschnitt eh besser. Einleitung kam damals für mich nicht in Frage, weil ich ja einen Kaiserschnitt hatte.

3. Kind senkte sich wieder nicht ins Becken, war groß und 13 Tage über Termin. Gute Begleitung, gute Vorbereitung, keine Geburtseinleitung und eine natürliche Geburt.

Ein bisschen einleiten, oder vorsichtig einleiten gibt es nicht. Eine Einleitung ist immer ein Eingriff in die Physiologie. Geburststillstände und Notkaiserschnitte sind häufiger und die Geburtswege oft unvorbereitet. Auch das Risiko, dass Deine Narbe nicht standhält ist bei einer Einleitung erhöht.

Es ist ja nicht umsonst so, dass Du keine Wehen hast. Dein Kind braucht einfach noch Zeit.

Nach Kaiserschnitt würd ich eh keine Experimente machen. Die Gebärmutter ist vorbelastet und sollte mit äusserster Vorsicht behandelt werden.

Viel Bewegung und nicht so viel sitzen ist wichtig. Heutzutage, das haben mir alte Hebammen erzählt, würde die Kinder schlechter ins Becken rutschen, weil die Frauen viel mehr als früher sitzende Tatigkeiten ausüben. Auf allen Vieren den Boden zu schrubben, darauf kommt heutzutage niemand mehr. Aber ich kann Dir versprechen, sollte ich nochmal ein Kind bekommen, putze ich vorher auf den Knien das ganze Haus, wenn´s sein muss.

herzlich Miri

p.s. falls Dir die Zeit noch reicht, zur Vorbereitung auf die Geburt, egal, wie sie schlussendlich abläuft kann ich Dir noch empfehlen: das Buch "Meine Wunschgeburt-selbstbestimmt gebären nach Kaiserschnitt. "

Gibts auch als E-book: http://www.amazon.de/Meine-Wunschgeburt-Selbstbestimmt-Kaiserschnitt-geburtshilfliche/dp/3902647248/ref=pd_sim_b_11

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Keines von beiden!!! Mir sträuben sich schon wieder die Haare. Für einen primären Kaiserschnitt besteht bei Dir kein Grund, lass Dir da bloß keine Angst einreden, sondern geh Deinen Weg zu Deiner spontanen Traumgeburt.
Einleitungen können gerade bei noch nicht "startklaren" Kindern das Risiko für einen Kaiserschnitt (oder Saugglocke) deutlich erhöhen, weil die künstlich erzeugten Wehen nicht förderlich sind, dass das Kind sich langsam auf die richtige Art und Weise eindreht. Lass lieber die Finger davon.
Prima Aussage vom Chefarzt damals übrigens, haha. Der stellt sich ja nach dem Kaiserschnitt nicht hin und sagt, Entschuldigung, wäre eigentlich nicht nötig gewesen. Er muss ja mindestens vermitteln "War schon besser so", sonst wäre der Teufel los.
Warum sollte gerade DEIN Körper DEINE Kinder nicht gebären können? Hab Vertrauen in Dich und hör auf Deine eigenen Wünsche und Gefühle.
Alles Gute für die Geburt!

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hmm also wenn ich schon so früh einleiten hätte lassen dann könnte ich auch behaupten, dass ich von alleine keine wehen bekommen hätte. das man vorher keine wehen spürt ist doch auch vollig normal. nicht alle frauen plagen sich vor eigentlichen geburtsbeginn mit wehen rum. und an et+8 oder 9 schon das handtuch zu werfen und sich damit abzufinden dass es eh nicht klappt, finde ich ganz merkwürdig.

viele kinder kommen eben nunmal erst et+10 oder 14 oder noch länger!

ich kenne es nur von den kaiserschnittfrauen aus dem geburtshaus. die haben beim zweiten kind einfach ne gute betreuung von der hebamme gehabt ohne angst und verunsicherung ihre kinder zuhause oder im geburtshaus bekommen dürfen.

wenn du dich nochmal ins krankenhaus traust, dann würde ich anfangen mich zu informieren über den pyhsiologischen ablauf einer geburt von beginn bis ende und wie man sowas möglichst nicht stört. wenn dort schon mit einleitung gewunken wird und angst verbreitet wird (natürlich alles zum wohle der kindes und der mutter *ironie off*), dann kannst du dich mental sicherlich auf den zweiten kaiserschnitt einstellen.

aussagen wie das wäre ohne kaiserschnitt oder saugglocke nicht gegangen sind sehr weit aus dem fenster gelehnt. wenn man frauen vermittelt das sie ihre kinder auch alleine gebären können (gerade nach kaiserschnitt) und sie unter der geburt möglichst in ruhe lässt ohne hektik und allem drum und dran, sie nicht durch pda ans bett gefesselt sind und nicht in käferchenhaltung ihre kinder rauspressen müssen, dann kann sowas auch einfach gehen und auch noch schön sein.

lg

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Vielen Dank für eure mut machenden Antworten!

Was mir ja noch nicht ganz klar ist: meine FÄ hat mir bestätigt, dass der Kopf fest im Becken ist und ich im Falle eines Blasensprunges nicht liegend ins Krankenhaus transportiert werden müsste. Am Tag darauf hat mich meine Beleghebamme untersucht und gesagt, der Kopf hängt am Schambein fest.
Wie passt das denn zusammen?

Das Krankenhaus, in dem ich entbinden werde, unterstützt meinen Wunsch nach einer natürlichen Entbindung absolut, aber sowohl der Oberarzt, der das Geburtsplanungsgespräch geführt hat, als auch meine Beleghebamme haben gesagt, dass nach aktueller Empfehlung spätestens bei ET+7 eingeleitet wird.

Wenn es dem Kind und mir bis dahin noch gut geht, werde ich dieser Empfehlung nicht folgen.
Aber wie lange kann ich denn warten? 10-14 Tage okay, aber dann?

LG
Claudia #sonne

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90% aller Kinder kommen ganz und gar freiwillig bis ET+14 und die restlichen innerhalb weniger Tage später wenn man sie nur lässt. Rein medizinisch gesehen beginnt eine Übertragung auch erst nach ET+14, alles bis dahin ist absolut termingerecht.

Was du allerdings in der verbleibenden Zeit tun solltest, verschaff dir Wissen darüber was normal ist. Denn leider wird oft versucht den Müttern Angst zu machen wenn sie sich gegen die Routine stellen und ein paar Mal "denken sie doch an ihr Kind" im richtigen Tonfall, läßt fast jede Mutter auch wider besseren Wissens einknicken. Und üb ein selbstsicheres auftreten. Ein schüchternes "wäre nicht unter Umständen möglich vielleicht noch etwas länger zu warten" kommt ganz anders rüber als ein selbstsicheres "eine Einleitung/ KS lehne ich ab".

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Hi Claudia,

es gibt auch nicht nur die EINE Leitlinie.

Die Hebammen haben eine eigene und die Gesellschaft für Hebammenwissenschaften hat eine Stellungnahme zu dieser unseeligen Einleitungsleitlinie der Ärzte geschrieben.

Darin werfen sie der ärztlichen Leitlinie unwissenschaftliches Vorgehen vor!!!!!

Ausserdem verlangt diese von Dir genannte Leitlinie auch nicht zwingend eine Einleitung nach 7 Tagen über dem errechneten Termin. Sie empfehlen das nur.

Komisch, immer wenn in irgend einer Leitlinie Interventionen angeraten werden, dann wird diese Leitlinie von den Ärzten sklavisch Wort für Wort umgesetzt.

Wenn in der Leitlinie aber steht, dass bei BEL eine natürliche Geburt möglich ist, oder nach zweimal Kaiserschnitt, dann interessiert diese Leitlinie keine Sau (entschuldige die krasse Wortwahl)

Ich habe mir abgewöhnt, nichts mehr zu glauben, dass mir nicht mindestens durch zwei oder drei andere Leute bestätigt wurde, oder was ich nicht selbst herausgefunden habe. Was einem Klinikärzte erzählen, glaub ich mal grundsätzlich nicht, bzw hinterfrage das zunächst mal.

Gehe hin und lies Dir die Leitlinie selbst durch. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/015-065_S1_Vorgehen_bei_Terminueberschreitung_und_UEbertragung_02-2010_12-2012.pdf

Gehe her und lies die Stellungsnahme der Hebammen. http://dghwi.de/images/stories/Stellungnahmen/Stellungnahme-bertragung_110224.pdf

man muss sich als Frau selbst informieren, sonst hast Du keine Chance und Dir wird in alles reingeredet, natürlich nur zu Deiner eigenen Sicherheit und der des Kindes #kratz

lieber Gruß
Miri

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Hallo

Ich würde abwarten, keine Einleitung kein Kaiserschnitt.
mein erstes Kind war bis zum wehen beginn immer irgenwo oben, aber bestimmt nicht im becken, machmal sogar etwas seitlich zum beckeneingang.
vorwehen hatte ich keine einzige, wirklich nie, einen harten bauch wie viele es beschreiben hatte ich nie, zumindest nicht bemerkt.
trotzdem kam der kleine von ganz alleine bei et +3

beim zweiten Kind, kein harterbauch bemerkt, keine einzige wehe, der kopf war nie in der "nähe" vom becken, immer ganz weit oben, der bauch hat sie nie gesenkt.
auch sie kam ganz spontan, bei et +11 sogar mit einem kopfdurchmesser von 39cm.
wollten zwar am tag der Geburt am morgen Akupunktur machen zum die Geburt anregen, aber ich hab dann früh morgens angerufen, das ich nicht zur Akupunktur komme, aber wen es recht sei zur Geburt selber ;-)

ach ja bei beiden war am tag davor alles geburtsunreif.

klar kann es zum ks kommen unter der Geburt, aber es muss nicht sein.
und eine Vollnarkose gibt's in der regel nur dann wen es einen richtigen notkaiserschnitt gibt. meistens reicht noch eine pda.

lg nana

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Tropf ist ausgeschlossen? Tropf ist die einzige Form der Einleitung die, wenn sie angefangen hat, wieder abgestellt werden kann. Normalerweise sollten in deinem Fall wenn, dann Gel und Pessare ausgeschlossen sein und nicht der Tropf.

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da sieht man wie gut die leute sich dort mit sowas auskennen #zitter

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Das wir mal einer Meinung sein würden hätt ich ja auch nicht für möglich gehalten

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Meine Motte wollte trotz guter Lage nicht raus und ein Wehenbelastungstest wäre für mich unsinnig einmal bei meiner zweiten mitgemacht nie wieder.

Mein Arzt sagte "Sie sind jetzt 1 Woche drüber da dürfen Patieninnen mitentscheiden" und ich habe mich für eine Einleitung entschieden es tat genau so weh wie bei meiner ersten Tochter.

Es war auch kein Tropf es war ein Zäpfchen und sie kam nach 3 1/2 Std. wehen raus die Einleitung war ca. 1 - 1 1/2 Std. vor der ersten Wehe.

Ich würde mich aber für eine Einleitung entscheiden dann machst du dir keinen Vorwurf wenn es doch anders kommt.

Meine Novembermäuse wollten alle 1 Woche länger bleiben und Merle die kleinste hat das coolste Datum <3 20.11.2011 und 5 Tage vorher hatten wir den dritten Geb. von unserer mittleren gefeiert.

Ich wünsch dir alles gute <3

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