B-Streptokokken!!!! Was passiert genau bei Geburt?

Hallihallo!

Ich habe die Frage schon im Forum "Schwangerschaft" gestellt, aber ich denke, vielleicht gibt es hier auch welche, die mir helfen können. Bin echt verzweifelt...

Eine gaanz wichtige Frage: Bei mir wurden jetzt die B-Streptokokken nachgewiesen #heul und die FÄ meinte, ich bekomme ein Antibiotikum während der Geburt.

Bin seitdem echt verzweifelt, ich wollte keinen Zugang (hab total Spritzenphobie!). Muss ich jetzt zwangsläufig einen bekommen?
Schadet mir das Antibiotikum? Bekomme ich das Antibiotikum ab oder ist es für meinen Kleinen gedacht, d. h. geht es durch die Plazenta?
Und, die für mich wichtigste Frage: Schadet es meinem Kleinen? Hab total Angst, dass er lethargisch wird, das Antibiotikum nicht verträgt, nicht trinken will oder so. Ich bin eigentlich total gegen Chemie und nun muss ich mir so ein Mittel geben lassen. Hab furchtbar geweint vorhin, als ich die Nachricht erfahren habe #heul.

Kann mir hier jemand helfen?

Alles Gute euch noch und einen schönen Abend
Anne mit #klee ET-4

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Liebe Anne!

Streptokokken sind kugelförmige Bakterien, die sich kettenförmig aneinander lagern. Sie besiedeln beim Menschen überwiegend die Schleimhäute. Im mütterlichen Genitaltrakt finden sich sogenannte beta-hämolysierende Streptokokken der serologischen Gruppe B, die während der Geburt auf das Kind übertragen werden können.

Erregernachweis erfolgt durch Abstrich vom Muttermund (Bakterienkultur)

Folgen:
Bei einigen Neugeborenen führt dies in den ersten Stunden bis Tagen nach der Geburt zu einer Erkrankung, die als „Frühe Form der Streptokokkeninfektion“ (Early Onset) bezeichnet wird.

Sie äußert sich als schwere Allgemeininfektion mit Lungenentzündung.
Der Krankheitsverlauf kann sehr dramatisch mit schwerer Schocksymptomatik einhergehen, wobei mit neurologischen Langzeitschäden gerechnet werden muss.

Solch eine frühe Infektion tritt bei etwa 1 von 2000 Neugeborenen auf. Die Mehrzahl der Betroffenen (ca. 80 %) sind reife Neugeborene. Ca.4 % der erkrankten Kinder sterben.


Beim Nachweis von B- Streptokokken wird der Schwangeren eine Antibiotikatherapie vom Wehenbeginn bzw. Blasensprung bis zur Entbindung vorgeschlagen.

Bei Frauen mit geplantem Kaiserschnitt (ohne Blasensprung und Wehentätigkeit) kann auf die antibiotische Prophylaxe verzichtet werden.

Nach der Entbindung müssen Kinder mit Zeichen einer bakteriellen Infektion unabhängig von der mütterlichen Antibiotikagabe während der Geburt unverzüglich zur weiteren Diagnostik und Therapie in eine Kinderklinik verlegt werden.

Kinder ohne klinische Zeichen einer Infektion werden nach Antibiotikagabe der Mutter 72 Stunden lang engmaschig überwacht.


Nun zu Deinen Fragen:
<<ich wollte keinen Zugang (hab total Spritzenphobie!). Muss ich jetzt zwangsläufig einen bekommen?>>

Leider ja! In den meisten Krankenhäusern wird aber bei Geburtsbeginn eh ein venöser Zugang gelegt...


<<Schadet mir das Antibiotikum?>>

Nein, Antibiotika sind Medikamente, mit denen bakterielle Infektionskrankheiten behandelt werden.
In der Regel sind Antibiotika gut verträglich und haben eine große therapeutische Breite, was bedeutet, dass überdosierungen fast nicht möglich sind.
Hauptnebenwirkungen sind Allergien, Störungen der Darmflora (Durchfall und das Auftreten von Pilzinfektionen).


<<Bekomme ich das Antibiotikum ab oder ist es für meinen Kleinen gedacht, d. h. geht es durch die Plazenta?>>

Fast alle Wirkstoffe passieren die Plazenta, ebenso Antibiotika!
In Deinem Fall ist der Übergang zum Kind gewünscht und gewollt. Um ein möglichst geringes Risiko für Dein Kind zu haben, wird nicht schon jetzt, sondern erst unter der Geburt mit der Antibiose begonnen, damit die Erreger bei Dir und beim Kind abgetötet werden.

Und: Auch ohne Arzneitherapie beträgt die spontane Missbildungsrate etwa 3%!


<<Schadet es meinem Kleinen?>>

Nein! Es schützt ihn vor den Erregern! Und es ist besser, ihr werdet beide unter der Geburt behandelt, als dass Du und er hinterher das Antibiotikum gespritzt bekommt.

Sorry, ist etwas lang geworden, hoffe Dir alle Fragen ausreichend beantwortet zu haben.

Gruß Silke
exam. Krankenschwester

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hallo anne

ich hatte es auch...meine groesste sorge war, dass ich nicht vorm blasenspung ins kh komme (so war es naemlich bei meinem ersten sohn) um das antibiotikum rechtzeitig zu bekommen.

das hat dann auch gerade so geklappt, als der beutel leer war, ist sie geplatzt und 10min spaeter war mein zweiter sohn da (deshalb auch alles klein geschrieben, da er auf dem arm liegt)

ich denke um den zugang wirst du nicht herumkommen und besser du bekommst waehrend der geburt antibiotika als dass dein baby nachher krank wird! und schaden tut es ihm auch nicht....meiner war direkt wach, wollte trinken und wir haben es beide gut ueberstanden.....

ich hatte auch angst, dass ich es nicht vertrage, da ich allergisch gegen penicillin bin.

hoffe dass alles gut geht!

lg hippy

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