Adoption - Aufgeregt - Frage

Hallo ihr Lieben,

erstmal danke an alle die auf meine letzte Frage geantwortet haben. Ich habe mich beim JA informiert und es ist kein Hindernis für eine Adoption das bereits ein leibliches Kind vorhanden ist.

Wir haben auch direkt einen Termin bekommen. Die Sachbearbeiterin war super lieb und sagte wir sollen uns schon mal Gedanken über bestimmte Sachen machen.

Hat jemand vielleicht ein paar Tipps was auf uns zukommt?

Da wir ja bereits ein Kind haben kommt ja nur ein Säugling zur Adoption in Frage da es ja das jüngste Kind sein sollte. Nun sagte sie auch Gedanken zum Thema Rückführung... im Internet habe ich nun von der 8 Wochen Frist gelesen...hätten wir nicht bereits ein Kind würde ich sagen gut dann werden eben nur unsere Gefühle verletzt aber in diesem Fall wäre das ja auch nicht zu verstehen für unser 1. Kind wenn der Bruder/sie Schwester wieder gehen muss... das liegt mir im Magen. Die Dame sagte es gibt für viele Probleme eine Lösung. Alles andere was sie so sagte wäre für uns absolut in Ordnung. Daher habe ich mal eine Frage an die erfahrenen hier. Gibt es eine Möglichkeit dies zu umgehen? Und damit meine ich jetzt nichts illegales sonder evtl. unser Kind mit bspw. 8 Wochen aufzunehmen. Wenn alles in trockenen Tüchern ist. Und es vorher eben fleißig besuchen?

Kennt sich hier jemand aus? Ich bin einfach etwas aufgeregt und möchte im
Termin nichts falsches sagen aber auch ehrlich meine ängste besprechen.

Lieben Dank 😊

Erstmal toll, dass du den Schritt gehst! Es gibt wirklich große Unterschiede wie die Jugendämter das gestalten und 8 Wochen finde ich durchaus machbar und auch für dein Kind erklärbar! Vieles wirst du auch in den Seminaren erfahren und vieles wird euch zu denken geben... Und oft kommt es eh anders als man denkt...

Hi,

ich kopiere einfach mal meine Antwort aus einem Thread unten drunter rein:

"Diese 8 Wochenfrist bedeutet, dass erst nach Ablauf der 8 Wochen überhaupt eine Freigabe des Kindes, sprich die notarielle Unterschrift der leiblichen Mutter, erfolgen darf. Das macht man, um einen emotionalen "Schnellschuss" der Mutter zu vermeiden und ihr das Recht einzuräumen, sich umzuentscheiden.

Danach liegt die Vormundschaft beim Jugendamt, das diese während der Adoptionspflege behält. Die juristische Adoption findet also erst irgendwann in diesem Zeitraum statt, meist nach einer "Karenzzeit" von 1 Jahr. Es wäre also durchaus möglich, dass die leibliche Mutter dann letztlich doch das Kind zurückfordert - noch hat sie ja das Recht dazu, wenn auch unter erschwerten Bedingungen, da sie zumindest die Vormundschaft verloren hat. Wenn sich in der Zeit z.B. die Lebensverhältnisse verbessert haben oder Angehörige der Mutter unter die Arme greifen, hat sie aber Chancen, das Kind zurückzubekommen. Und das scheint, was ich gelesen habe, durchaus öfter vorzukommen als man denkt.

Die Jugendämter stehen nun vor dem Dilemma, einerseits diese Zeit der Ungewissheit kurz zu halten und den Adoptiveltern unnötige Qualen zu ersparen, gleichzeitig aber auch eine angemessene Zeit der Adoptionspflege zu ermöglichen, damit auch die Adoptiveltern eine bewusste Entscheidung für (oder gegen) das Kind treffen können."


Soviel dazu. Um deine Frage nach dem "Umgehen" zu beantworten: Manche Jugendämter belassen die Kinder die 8 Wochen z.B. in einer Bereitschaftspflege. Aber wie oben schon geschrieben, kann man nicht einfach die 8 Wochen "aussitzen" und hat dann eine Garantie auf das Kind. Die Gefahr, dass es zurückgenommen wird, sinkt drastisch, aber sie existiert weiterhin - bis zur gerichtlich beschlossenen Adoption durch euch.

Hallo,

ich finde es eine eher traurige Idee, das Kind erst aufzunehmen, wenn es "sicher" ist. Das würdet ihr bestimmt immer bereuen, wenn es dann letztendlich doch klappt. Die ersten Wochen sind magisch und es ist durchaus nicht egal, wer das Kind da betreut.

Die Wahrheit ist immer das Beste. Erklärt eurem anderen Kind einfach alles ganz genau. Es merkt ja selber, dass das Geschwisterkind nicht aus deinem Bauch kommt. Das Thema sollte von Anfang an da sein.Ihr könnt auch sagen, dass die leibliche Mutter sich vielleicht noch anders besinnt und ihr deshalb in dieser Zeit trotzdem für dieses kleine Wesen da sein werdet.

Gruß

Ich finde die ersten Wochen zu wichtig um diese in fremde Hände zu geben .....

Hallo!
Ich bin sonst nur stille Mitleserin, aber dein Beitrag hat mich dazu bewogen mich hier anzumelden, weil ich dir unbedingt antworten möchte.
Unser Sohn wurde direkt nach der Geburt zur Adoption frei gegeben. Er kam aber nicht direkt zu uns, sondern in Bereitschaftspflege. Das hatte mehrere Gründe. Gesundheitlich musste etwas abgeklärt werden, Feiertage standen an und die Eltern schienen dem JA nicht ganz sicher in ihrer Entscheidung zur Adoptionsfreigabe. Wir haben ihn mit 7 Wochen kennen gelernt und dann die nächsten 4 Wochen 2-3x wöchentlich besucht. Häufiger ging aufgrund der Entfernung nicht und weil wir beide ja noch voll berufstätig waren. 4 Tage nach dem die leiblichen Eltern die Unterschrift beim Notar geleistet hatten, gab das JA die Einwillung zum Einzug bei uns, dh. er war 11 Wochen alt, als er zu uns kam. Ich gebe zu, dass mich das damals nicht gestört hat. Ich habe gedacht, wie du- lieber alles in trockenen Tüchern haben, als dann das Kind womöglich wieder hergeben müssen, wenn man es schon lieb gewonnen hat. Nun ist er schon ein Kindergartenkind und die Zeit rast und rast. Die Babyzeit ist gefühlt ewig her und ich bin mittlerweile so unfassbar traurig darüber, dass uns die ersten 3 Monate fehlen. Ich weiß, dass es vielen Eltern so geht, dass sie das Gefühl haben, dass die Babyzeit schnell vergeht, aber ich habe das Gefühl um diese wertvolle erste Zeit betrogen worden zu sein. Ich weiß, dass das JA nur die besten Absichten hatte und ihre Entscheidungen auch rational gesehen völlig richtig und nachvollziehbar waren, aber in meinem Herzen sticht es heftig bei dem Gedanken an die ersten 3 Monate und es wird nicht besser mit der Zeit, sondern eher schlimmer. Insofern überlegt euch gut, sehr gut, ob ihr nur ein „sicheres“ Kind nehmen würdet. Manchmal muss man auch einfach mal ein bißchen Gottvertrauen haben, dass schon alles gut werden wird und mit diesem Gedanken dann das Kind aufnehmen.

VG
Herzmama

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