Beikoststart Frühchen

Lieber Dr. Jahn,

unser Sohn kam ja bei 34+5 auf die Welt und "gedeiht" super. Er wird vollgestillt. Bei der U4 wurde Blut abgenommen. Da das Ferritin leicht erniedrigt war (den genauen Wert kenne ich nicht), muss er nun 3x2 Tropfen Ferro Sanol nehmen. Sagen wir mal so: ich glaube, die sind ein durchlaufennder Posten und belasten ihn sehr.

Wir sollen daher bereits im November, da ist er unkorrigiert 5 Monate alt, mit der Beikost starten. Die Reifezeichen seien egal. Wie sehen Sie das? Ich habe von Studien gelesen, die aufzeigen, dass es den Darm und die Atmung belasten KANN, wenn man bei Frühchen so früh startet, aber sonst keine Vorteile gegenüber einem Start mit 6 Monaten hat.

Was würden Sie empfehlen? Gerne würde ich das Eisen reduzieren oder weglassen, ich will ihm mit der Beikost aber auch nicht zu viel zumuten, falls er noch nicht so weit sein sollte...

Vielen Dank für Ihre Meinung,
liebe Grüße, Malou

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Liebe Malou,

Das Füttern von Beikost kann ab dem 5. Lebensmonat geschehen. Empfohlen wird,, dieses "unter dem Schutz des Fortführen des Stillens" zu tun.

Es streiten sich immer ein wenig die Geister, welches Alter bei Frühgeborenen dafür als Grundlage dient, das chronologische oder das korrigierte.

Wichtig ist, dass die neurologisch-motorische Entwicklung Ihres Kindes die Aufnahme solcher Nahrung zulässt und dass Ihr Kind bereit für die Einführung fester Nahrung ist. Wenn das mit „Reifezeichen“ gemeint ist, sehe ich das also etwas anders.

Gute Hinweise finden Sie auch auf der Seite www.fruehgeborene.de auf der Sie auch eine Broschüre zu diesem Thema finden (https://www.fruehgeborene.de/sites/default/files/field_pblctn_file/eb-04-de.pdf).

Liebe Grüße

Kinderarzt.jahn

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Liebe Malou,

Entschuldigen Sie. Ich hatte mich so auf das Thema Beikost „eingeschossen“, dass ich Ihre Frage zum Eisen gar nicht beantwortet habe.

Wenn eine Eisensubstitution erforderlich ist, würde ich Sie nicht beenden oder reduzieren. In der Regel substituieren wir das Eisen im gesamten ersten Lebensjahr gewichtsadaptiert. D.h. Mit zunehmendem Gewicht muss die Dosis angepasst/erhöht werden.

LG

Kinderarzt.jahn

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Guten Morgen Dr. Jahn,

herzlichen Dank für Ihre ausführlichen Antworten und auch für den Link zu der Broschüre! Wenn ich vermutlich eh nicht um die Eisensubstitution im ersten Lebensjahr drum herum komme durch die Beikost, werde ich auf jeden Fall warten, bis mein Sohn neurologisch-motorisch in der Lage für Beikost ist.

Einen guten Wochenstart und viele Grüße,
Malou

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