GEDEIHSTÖRUNG WEGEN STILLHÜTCHEN 16 WOCHEN

Liebe Christina,
liebe Mütter,

ich hatte bei meinem 3. Kind in den ersten 3 Wochen offene Rhagaden an beiden Brüsten. Sie heilten nicht und meine Hebamme gab mir Stillhütchen.
Das Stillen ohne Hut haben wir immer probiert. Aber wir haben es nicht genug probiert. Es hat seither nicht mehr dauerhaft ohne geklappt.
Bei uns ist Chaos und große Angst um unsere Tochter ausgebrochen.
Denn sie ist stark untergewichtig.

Geboren am 29.11.16 mit 4.180 Gramm.
4 Wochen später zur U3 am 28.12.16 nur 4.500 Gramm - Die Kinderärztin hat mich nicht gewarnt oder aufgeklärt.
Dann jetzt am 21.03.17 wieder U4 und nur 5.500 Gramm!!!! Sie hätte mind. 7 bis 8 Kilo wiegen sollen!
Ich fand sie schon sehr unuhig. Auch schon im Januar.
Nun ist hier Abpumpen und zufüttern mit MM und Pre-Milch angesagt. Und dazu die große Angst, Versagensgefühle und Traurigkeit.

Und das alles wegen des Hütchens, mit dem sie die Brust seit 3 Monaten nicht richtig entleert und aus der sie nicht soviel herauskriegt, weil sie nicht stark genug ist und nur ohne Hütchen hätte trainieren umd Muskeln aufbauen können.

Ich bin am Ende, weil ich nicht ihr das geben konnte, was sie gebraucht hat. Ich habe sie hungern lassen ohne dass ich es wusste. Ich mache mir solche Vorwürfe!
Deshalb bin ich jetzt wieder bei meiner Hebamme. Sie betreut uns nun wieder und hat uns einen Abpump- und Stillplan gemacht, damit sie zunimmt und ich mehr MM bekomme.

Was kann ich um Himmels willen tun, damit sie wieder ohne Hütchen an der Brust trinkt???
Bitte bitte bitte helfen sie uns. Ich habe weiche Brustwarzen, die natürlich nicht hervorstehen wie das Stillhütchen.

Wer kann uns Mut machen???
Viele Grüße

Ich kann dir Mut machen!

Hatte eine doofe Geburt und ein doofes Krankenhaus und daher leider auch erstmal Stillhütchen :(

Dann hat mein Kleiner Magen-Darm bekommen und seitdem nur in Minischritten zugenommen :( habe mir eine Babywaage aus der Apotheke geliehen, eine Stillberaterin der IBCLC organisiert, die Brust auch ohne Hungeranzeichen immer wieder angeboten, in einer anderen Position (im Liegen im Bett) gestillt und ansonsten auf meinen Bauch gehört. Nach ein paar Versuchen brauchen wir die Hütchen jetzt seit Monaten nicht mehr und er hat es tatsächlich geschafft und sein Gewicht bis zur U5 verdoppelt :)

Mir hat immer geholfen, dass mein Kleiner ein sehr aufgeweckter fröhlicher kleiner Kerl ist, der sich abgesehen vom Gewicht super entwickelt hat.
Wichtig sind neben der Zunahme nämlich der Gesamteindruck sowie die Anzahl nasser Windeln pro Tag (kann man gut googeln).

Solltest du Angst um deine Milchmenge haben, kannst du auch Haferflocken, Malzbier (aufpassen, in manchen ist Alkohol drin), Bierhefetabletten, Walnüsse und Bockshornkleekapseln nehmen. Ich habe drauf verzichtet, da ich keinen Milchstau riskieren wollte und mehr als genug Milch habe und es hat ja gut geklappt trotzdem.

Wir hatten zur U5 eine neue Ärztin, die nur ganz trocken meinte, dass das oft am besten hilft, tatsächlich nichts groß zu ändern und am Ball zu bleiben. Aber das kann man ja nie vorher wissen.

Langer Beitrag kurzer Sinn: ich empfehle, dir eine zertifizierte Stillberaterin zu holen, mal Position und Ort beim Stillen zu wechseln und gerade nachts, wenn das Baby müde ist, immer mal wieder die Hütchen weg zu lassen. Außerdem immer wieder aktiv die Brust anbieten und auf Umsatz (nasse Windeln) und Gesamteindruck achten. Es ist wichtig, dass ihr da aktiv werdet aber es ist auch wichtig, dass du versuchst, dich nicht zu sehr zu stressen.

Liebe Grüße und Kopf hoch

Oh Mann wie toll!!! Vielen tausend Dank für Deine aufmunternden Worte. Du hast ja so recht. Ich habe es gerade probiert. Sie schläft und hat meine Brust - nur ganz kurz - tatsächlich genommen (ohne Hut). Ich hatte heute morgen aus lauter Verzweiflung einen Tropfen zäher Masse Puderzucker-glasur auf die Brustwarzen getan. Ja ich weiß, das ist ganz und gar nicht richtig, aber da hat sie natürlich kurz gesaugt. Das hat mir wieder Hoffnung gemacht. Ich glaube, Hoffnung, Mut und Zuversicht sind jetzt das Einzige, was hilft. Ich kannte all diese Probleme nicht, da ich meine 2 Großen komplett über ein Jahr voll gestillt habe.

Ich danke Dir für Deinen wunderbaren Beitrag und wünsche Dir und Deinem Sohn alles alles Liebe. Ich werde das Alles erstmal "sacken" lassen.

Schön, dass Du nun so einen tollen Kinderarzt hast. Unsere Kinderärztin hat gemeint, na wenn die Kinder richtig hungrig sind, nehmen sie schon die Brust. Sehr blöd. Vor allem wenn sie schon 2 KG zuwenig wiegt.

Die nächste Stillberaterin ist über 100 km weit entfernt. Aber habe trotzdem schon mal angerufen.

Waage muss ich mir gleich noch besorgen. Bin aber nachher zum Wiegen bei meiner Hebamme.

Liebe Grüße
Kiras

Hi :)

Wirklich wichtig für mich war die Erkenntnis, dass ich nicht alleine bin und es meinem Knirps ja gut geht. Ich verstehe sehr gut, wie es dir geht und hoffe für euch, dass ihr auch bald ganz entspannt stillen könnt ohne die doofen Hütchen :)

Hm, 100km sind echt weit. Hast du bei LLL und IBCLC geguckt? Und wegen dem Puderzucker... Naja. Im Krankenhaus versuchen sie es ja auch häufig mit einer Glukoselösung beim Schnuller. Und Sab Simplex ist süß mit Himbeergeschmack. Ja, ist jetzt nicht die super Idee aber von mal wird da auch nichts schlimmes passieren und ich verstehe deine Verzweiflung.

Nur weißt du ja, Anspannung macht es meist nur schlimmer :(

Mir hat meine Stillberaterin damals übrigens die Foodballerhaltung beim Stillen empfohlen, falls ihr das mal ausprobieren wollt. Und betont, dass gersde auch die Mama ganz bequem liegen soll >.< :D

Tschakka und alles Liebe!

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Hallo Kiras2000
es wurde ja bereits ganz viel geschrieben.
Das Zufüttern an der Brust ist tatsächlich ein sehr bewährter Weg sowohl stillerhaltend zuzufüttern, als auch um vom Stillhütchen wegzukommen.
Denn gerade wenn der Milchtransfer eine Zeit lang nicht so gut war, braucht man die Zufütterung zwar damit sich alles stabilisiert, aber mit dem Zufüttern an der Brust behält dein Baby den Kontakt zur Brust und stimuliert diese zusätzlich.

In solchen Fällen ist -wie auch bereits geschrieben- eine gute Betreuung vor Ort sehr wichtig.

Liebe Grüße
Christina

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