Heiraten - Relikt aus anno dazumal?

Hallo zusammen,

warum habt Ihr geheiratet?

Ich habe noch nie verstanden warum man als Mann heiraten sollte.

Habt Ihr euren Partner überreden müßen oder bevorzugte er auch das Modell der Ehe?

Danke, VG

Gegenfrage: Warum sollte man heutzutage als Frau heiraten?

Nur mal so als Denkanstoß...

Gründe für unsere Ehe:
- gemeinsamer Familienname
- ermöglicht Auskünfte im Krankheitsfall im Krankenhaus oder ähnliche Situationen
- einfachere Bürokratie im Sterbefall
- Witwen-/Witwerrente
- und man mag es kaum glauben: Liebe und das Bedürfnis, auch auf dem Papier zusammenzugehören

Bei deiner Frage schwingt so ein bisschen mit, als würden Frauen hauptsächlich heiraten um finanziell abgesichert zu sein. Den Zahn muss ich dir leider ziehen, denn, stell dir vor, ich verdiene sogar mehr als mein Partner! Sachen gibt's...

Hallo Zahnfee, danke für deine Meinung.

Es geht mir nicht zwingend um den monetären Aspekt. Das sollte nicht so rüberkommen. Ich glaube einfach das die Ehe im momentanen gesellschaftlichen Wandel eher unattraktiver wird. Insbesondere die ganz jungen werden später einmal sicherlich Ihre Wertvorstellungen ihren Partnern gegenüber anders definieren als mit einer Heirat.

Das denke ich nicht. Junge werden sich im Leben Verbindlichkeit wünschen wie Generationen vor ihnen auch. Ich halte die Ehe nicht für unattraktiv.

Danke für deine Meinung. Genau im Punkto Verbindlichkeiten denke ich geteilt, da genau das niemand mehr möchte. Eine Investition in Immobilität wäre fatal.

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Ich lebe seit mehr als 20 Jahren in einer Partnerschaft, bin aber nicht verheiratet.

In einem weiteren Beitrag schreibst du, dass es dir um den gesellschaftlichen Wandel geht und du vermutest, dass die Institution Ehe für künftige Generationen eine untergeordnete Rolle spielen wird.

Zwingend notwendig ist eine Eheschließung nicht mehr, entsprechend hat sich die Zahl seit 1960 halbiert. Damals bekamen unverheiratete Paare aber nicht mal eine Wohnung, das waren noch echte gesellschaftliche Zwänge.

Durch solche Einflüsse bereinigt, haben sich die Zahlen aber in den letzten 10 Jahren kaum verändert, dh. ein weitere Wandel nach unten scheint nicht stattzufinden. Der gesellschaftliche Wandel z.b. bezogen auf gleichgeschlechtliche Paare hat außerdem zu einer Öffnung hin zur Ehe geführt. rund 70 % aller Paare mit Kindern sind verheiratet.

Daher verstehe ich jetzt nicht ganz, wie ein gesellschaftlicher Wandel die Ehe weiter zurückdrängen soll. Es ist ja schon heute möglich, die rechtlichen Folgen einer Ehe weitgehend auch für Unverheiratete vertraglich zu regeln. Geheiratet wird trotzdem.

Dann würde mich noch interessieren, warum die Frage "als Mann" anders zu beurteilen sein soll im Vergleich zur Lage "als Frau".

Danke für deine Antwort. Ich vermute das es bei vielen gleichgeschlechtlichen Ehen um Demonstration geht. Als Mann hat man ja nach wie vor oftmals noch eine ungünstigere Position, sollte der Fall der Fälle dennoch eintreten.

Als Mann (wir beide sind Männer) hast du es auch in der Hand, deine Beziehung zu gestalten oder eine Beziehung mit einer Frau zu führen, die dir wichtige Wertvorstellungen mit dir teilt. Kein Mann ist beispielsweise verpflichtet, eine Beziehung mit einer Frau zu führen, in der er der Alleinverdiener ist. Zweifellos, das gibt es häufig. Ich lese in diesem Forum immer mal wieder Dinge von Frauen, die mit Kindern zuhause sind, während der Mann 60h arbeitet, um ein Haus zu finanzieren u.ä.

Das muss nicht so sein. Meine Frau und ich haben beide gleich viel Stellenprozente und ungefähr vergleichbare Einkommen.

Abgesehen davon störe ich mich immer mal wieder daran, dass Ehen hauptsächlich am Umstand festgemacht werden, dass sie scheitern können. Die Mehrheit der Ehen scheitert nicht, und selbst, wenn eine Ehe scheitert, ist es häufig so, dass über die Dauer der Ehe hinweg gesehen mehr Positives als Negatives da war. Ich behaupte, dass Leute, die gezielt unverbindlich leben, wesentlich häufiger nach zwanzig oder dreissig Jahren unzufrieden mit ihrem Leben sind.

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Damit man es in der Kinderwunschklinik einfacher hat.

Interessant. Das wußte ich nicht. Schade das dann offensichtlich vermutet wird, bei verheirateten Paaren wäre ein Kind besser aufgehoben als bei unverheirateten.

Da geht es um die Kostenübernahme, die Kosten werden nur bei verheirateten von der Krankenkasse übernommen.

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Hallo,

ich habe 1975 geheiratet, mit 19 Jahren. Mein Mann war knapp 14 Jahre älter und unsere Ehe hat 36 Jahre gehalten, bis zum Tod meines Mannes. Wir hätten damals KEINE Wohnung bekommen weil wir nicht verheiratet waren, hätten so nicht zusammenleben können (aufgrund der fehlenden Wohnung) und ich bin mal so böse: ja, ich habe 2 Kinder bekommen, war fast 13 Jahre zu Hause (und habe danach Vollzeit gearbeitet) und bin von meinem Mann super versorgt worden, kann das Reihenhaus auch nach seinem Tod erhalten: für mich und als Erbe für unsere Kinder. Ich brauche seit 10 Jahren nicht mehr arbeiten (EU-Rentnerin) und kann das machen was ich will ohne auf irgendwen Rücksicht zu nehmen und .... ich genieße meine Freiheiten, habe 2 Hunde und ärgere mich eigentlich nur darüber dass ich vor 8 Jahren unser Wohnmobil verkauft habe.... ansonsten schaue ich mich schon wieder nach einem anderen Wohni um dann auch mal wegfahren zu können wann ich will, MIT den Hunden. Man muss eine Versorgungsehe nicht immer nur verteufeln. Ich habe meinen Man aufrichtig geliebt

LG

Danke für deine ehrliche Antwort.

Ergänzend zu dem, was Zahnfee schon treffend auf den Punkt gebracht hat:

Nach meinem subjektiven Empfinden ist es tatsächlich so, dass gerade für junge Leute aus Scheidungs- und/oder Patchworkfamilien die Ehe sehr attraktiv ist. Meine persönliche Erfahrung sagt, dass viele sehr jung heiraten, um Stabilität und Verbindlichkeit zu haben - eben der Wunsch, nach einer "heilen" Familie.

Dann gibt es natürlich auch die, denen aus religiösen Gründen eine Ehe wichtig ist.

***

Wo ist denn der Unterschied dazwischen, ob man "nur" zusammenlebt, oder verheiratet ist? In beiden Fällen lässt man sich doch mit einer gewissen Endgültigkeit auf den Partner ein. Nur bei der Ehe gibt man sich noch ein offizielles Versprechen, dass man nur mit weitreichenden Konsequenzen lösen kann. Auf dieser Ebene (unabhängig von Steuern, etc.) finde ich es nur konsequent, dann auch zu heiraten.

Für mich persönlich gibt es ehrlich gesagt keinen Grund, nicht zu heiraten, wenn ich mit einer Person in einer ernsten Beziehung bin und zusammenlebe.

Danke für deine Antwort

Rechtlich ist das ein gewaltiger Unterschied.

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Hallo,

mal abgesehen von den finanziellen Vorteilen. 😉 Der vereinfachen Abwicklung von medizinischen und juristischen Entscheidungen etc..

Die Hochzeit war für uns die Gründung einer neuen Kernfamilie. Wir waren 10 Jahre zusammen als wir geheiratet haben. Es war das Gefühl das richtige zu tun. Das Gefühl der Beziehung eine andere/zusätzlich / verpflichtenderer Bedeutung zu geben. Der Wunsch unsere Liebe und unseren Gemeinsamkeit für alle sichtbar zu machen.

Heute sind wir 8 Jahre verheiratet haben eine 3 Monate alte Tochter mit EINEN gemeinsamen Familiennamen.

Die Heirat bzw. Ehe ändert nichts und doch alles. Es ist einfach das Gefühl.

LG Morgain

Danke für deine Antwort.

Glückwunsch zum Kind.

Ja, Ehe und Kind sind natürlich starke Verpflichtungen.

Lustigerweise war mein Mann der Liebeshochzeitstyp, hat es aber nie angesprochen aus Angst, dass ich nicht will, weil ich doch recht pragmatisch zu dem Thema stehe.

Ich habe aus Gründen der Faulheit geheiratet, ich hatte keine Lust alles (also sowas wie Patientenverfügungen) zu regeln, das war mir schon vor der Geburt mit der Vaterschaft und dem Sorgerecht zu doof, da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht verheiratet waren. Außerdem wusste ich, dass ich nach dem Studium nicht sofort arbeiten kann, da es mir gesundheitlich (Schilddrüse) miserabel ging und so wollte ich auch abgesichert sein.
Und zu guter Letzt wollte ich, dass er meinen Namen annimmt, denn seinen hat irgendwie keiner hinbekommen.

Danke für deine Begründung

Weil es das All-in-one Paket ist und man mit einer Unterschrift bekommt, was man sonst mit vielen Unterschriften regeln müsste. Weil es sich für uns auch finanziell lohnt.
Lieben könnte man sich ohne Trauschein genauso. Wenn man füreinander Verantwortung übernehmen will, kann sich Heiraten eventuell lohnen.

Romantik, Feier, Kirche etc. brauch ich nicht. Mein Mann hat freiwillig geheiratet;-).

Danke für deine Meinung. Ja die Verantwortung schreckt mich ab.

Aus meinem damaligen und heutigen Umfeld sind auch die meisten verheiratet.

Leider haben sich die Männer oft überreden laßen, bzw. standen im Zwiespalt als sich das erste Baby anbahnte.

Manchmal wurde mir sogar unter vorgehaltener Hand gesagt, daß sie das alles (Kind und Kegel) nicht noch einmal so machen würden.

Das gibt mir natürlich sehr zu denken, und bestätigt eingentlich meine Entscheidung des öfteren.

Aber ich freue mich natürlich über jede Partnerschaft bei der es so klappt, und gemeinsam eine Erfüllung darin gesehen wird.

Viele Grüße

Wenn man sich für ein Kind entscheidet, übernimmt man immer eine lebenslange Verantwortung. Du wirst immer Vater bleiben, egal ob verheiratet, nicht verheiratet, getrennt oder geschieden.
Ich verstehe deinen Punkt nicht.

Du willst eher keine Kinder scheint mir.

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Was sind denn deine Gründe dagegen?

Danke für deine Antwort.

Meine Begründung ist ökonomischer Natur. Ich habe es so gelern.

Zwei meiner damaligen Professoren rieten einschlägig davon ab. Auch wurde in Skripten davon abgeraten. Insbesondere vor Kindern (Giffen-Güter).

Viele Grüße

Wie meinst du ökonomisch?
Auch, wenn man unverheiratet miteinander lebt und Kinder hat, wirtschaftet man gemeinsam. Im Trennungsfall muss auch der Unverheiratete Alimente zahlen.
Zudem kann man bei der Heirat einen Ehevertrag abschließen und Gütertrennung vereinbaren.

Wo siehst du also ökonomische Nachteile/ Probleme?

Für die meisten ist Heiraten schlicht eine Herzensangelegenheit.

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Ich habe noch nie verstanden, warum man seinen Namen und damit seine Identität abgeben sollte.

Du schriebst nun schon mehrfach, dass die (armen) Männer sich zur Heirat haben überreden lassen in deinem
Umfeld.

Ich kenne keinen Mann, der sich hat überreden lassen müssen. Komischer Gedankengang.

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