Streit weil ich seinen Namen nicht annehmen möchte

Mein Freund und ich sind schon seit einigen Jahren zusammen und haben uns entschlossen nächstes Jahr zu heiraten.
Wir verstehen uns sehr gut und hatte noch nie größere Probleme miteinander, bis jetzt :-(
Mein Freund ging ganz selbstverständlich davon aus, dass ich bei der Heirat seinen Namen annehmen werde.
Für mich ist das absolut undenkbar. Ich habe den Namen zu meiner Geburt bekommen und er ist Teil meiner Identität, ich werde ihn nie ändern.
Meine Cousine hat sich damals, als sie im 6.Monat schwanger geheiratet hat von ihrem Mann überreden lassen seinen Namen anzunehmen und kommt überhaupt gar nicht damit klar. Sie hat sich sogar schon auf dem Standesamt erkundigt, ob man das wieder rückgängig machen kann. Ehrlich gesagt würde es mir wahrscheinlich genauso gehen.
Jedenfalls haben wir den größten Streit unserer Beziehung über das Namensthema und mein Freund meinte kürzlich, dass er nicht heiraten wird wenn ich seinen Namen nicht annehme.
Soll jetzt an diesem "Problem" unsere Beziehung scheitern? Ich werde nämlich definitiv nicht nachgeben nur weil sein Ego es nicht zulässt, dass seine Frau anders heißt als er.
Kennt ihr dieses Problem, was habt ihr gemacht?

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Hi,

ich bin Standesbeamtin und erlebe das ab und an, dass noch bei mir Zimmer rumdiskutiert wird, egal ob es um den Ehenamen geht, oder um den Familiennamen der Kinder.

Viele Frauen lassen sich leider immer wieder dazu überreden (das geht fast bis zur Nötigung) den Namen des anderen anzunehmen oder den Kindern zu erteilen.

Man muss immer wieder betonen, dass es unwiederruflich ist und dennoch frangen viele nach ein paar Monaten/Jahren nach, ob man es wieder rückgängig machen kann.

Man kann es nicht! Außer Du lässt Dich scheiden!

Ich kann nicht nachvollziehen, was da in manchen Köpfen vorgeht und versuchs auch besser gar nicht.

Ich persönlich finde es sowas von unwichtig, ob eine Familie den selben Familiennamen trägt. In sehr vielen Ländern muss die Frau sogar Ihren Namen behalten.

"Und weil man das schon immer so gemacht hat" ist in meinen Augen kein Argument.

Ich kann das mit der eigenen Identität gut nachvollziehen. Den Namen des anderen würde ich nur dann annehmen, wenn der mir besser gefällt als mein eigener.

Ein Name ist zu wichtig um sich zu einem Wechsel überreden zu lassen.

Überzeugen okay, aber überreden niemals. Das ist ein großer Unterschied.

Behalte Deinen Namen und verzichte auf die Heirat.

Entweder er überlegt es sich anders, oder es war nicht er richtige.

VG lachris

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Vollkommene Zustimmung - bei uns gab es auch eine längere Diskussion, aber wir haben uns geeinigt - ich und die Kinder meinen Namen und er seinen - ich hätte mich nie dazu überreden lassen, seinen Namen anzunehmen und nun sind wir eine glückliche Familie mit verschiedenen Namen. d

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Ach ja, ein Doppelname ist für mich ebenfalls undenkbar, ich finde das furchtbar und da unsere Namen beide sehr lang sind würde sich das auch schrecklich anhören so a la "Frau Leutheuser-Schnarrenberger"

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Huhu,

ich gehe mal davon aus, dass dein Freund nicht deinen Namen annehmen möchte. Also mehr als drüber reden und das klären könnt ihr nicht und sollte dir hier auch niemand raten. Du hast deine Gründe und er sollte diese auch akzeptieren und respektieren.
Weißt du denn wieso es ihm so wichtig ist, dass du seinen Namen an nimmst?
Lass dich nicht zu etwas überreden, wovon du vorher weißt das es dich unglücklich macht.

Redet noch mal in Ruhe drüber, lass aber erstmal das Thema ruhen solange die Gemüter noch erhitzt sind.

Wichtig ist, dass ihr euch beiden liebt und das ihr beide heiraten wollt.

Lg

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Vielen Dank für deine liebe Antwort. Ich würde niemals von ihm erwarten, dass er meinen Namen annimmt.

Das Problem ist, dass dieser Streit schon seit Wochen andauert. Wir hatten nie groß Probleme miteinander, aber diesmal haben wir übelst gestritten mit Geschrei und zugeschlagenen Türen :-(.
Er mauert total und bringt auch keine wirklichen Argumente außer, dass sich das so gehört, dass das Tradition sei und ich wohl nicht zu ihm gehören möchte. Vielleicht ist das auch der springende Punkt, ich sehe mich als Individuum das auch noch sein eigenes Leben hat und nicht als "Frau von Herrn..."
Wir sitzen eigentlich nur noch schmollend auf dem Sofa, von Sex ganz zu schweigen.

Nachgeben werde ich auf gar keinen Fall, aber ich weiß im Moment nicht was ich noch tun soll :-(

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ok, erst jetzt gelesen… gibt es vielleicht einen guten freund, der vermitteln könnte? oder hat er vielleicht einen guten freund, mit dem du reden könntest und der ihn insofern zur vernunft bringt, dass wenigstens ein sachliches gespräch möglich ist?
grüsse
ks

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mal davon abgesehen, dass ich deine position total verstehen kann… ich glaube, ihr müsst die ganze sache setzten lassen und euch nochmals sachlich unterhalten. vermultich war er vor den kopf gestossen, weil er es anders erwartet hat. was nicht bedeutet, dass du nachgeben musst. setzt euch zusammen und diskutiert alle optionen durch:
- du nimmst seinen namen an
- er nimmt deinen namen an
- jeder behält seinen namen
- einer hat einen doppelnamen

vielleicht hat er ja ganz bestimmt gründe, weshalb er möchte, dass euer name der familienname wird. vielleicht kannst du ihm klarmachen, weshalb du deinen namen behalten möchtest, wenn er sich in die lage versetzt, dass er deinen annehmen müsste. wenn es allerdings nur ein "ich möchte das einfach so" ist, wird es wohl schwierig, eine einigung zu finden. übrigens haben freunde von mir beide den namen behalten und beide wollten ihren namen als familienname. sie haben es dann dem zufall überlassen bzw. die abmachung getroffen: wenn das 1. kind ein mädchen wird, dann wird ihr name der familienname. ist das erste kind ein junge, wird sein name familienname.

grüsse
ks

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Das hat dann auch wirklich geklappt mit den Kindern oder haben die noch keine?

Lg

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dochdoch, das ist 15 jahre her. sie haben zwei jungs und sein name ist der familienname.
grüsse
ks

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Hmmm...bei mir ist das ganze irgendwie nicht so tragisch.
Da meine Eltern erst ein Jahr nach meiner Geburt geheiratet haben, hatte ich da bereits einen Namenswechsel durch. Daher werde ich auch gern den Nachnamen meines zukünftigen annehmen.

Ich bin der Meinung, dass ich ja dann immernoch ich selbst bin und mich daher auch nicht meiner Identität beraubt fühlen würde.

Du möchtest deine Namen jedoch gern behalten und da hilft dann wohl nur erstmal ein wenig sacken lassen alles und dann nochmal versuchen miteinander zu reden. Einen wirklich anderen Rat, wird dir wohl niemand geben können.

Liebe Grüsse und alles Gute Vani

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danke, dass ihr so verständnisvoll seid, ich muss mir von meiner Umgebung meist verständnislose Blicke gefallen lassen und Kommentare wie "Stell dich nicht so an, da kannst du doch wohl mal nachgeben"

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Solche Aussagen helfen euch nicht weiter. Was bringt es euch, wenn du seinen Namen an nimmst, aber deswegen totunglücklich in der Ehe jeden Tag bist, wenn du ihn benutzen musst?

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Hey,

ich habe vor ein paar Jahren eine Hochzeit abgesagt, als mir klar wurde, dass ich seinen Namen nicht annehmen will, wobei auch ein Doppelname machbar gewesen wäre. Für mich war das - mit anderen Dingen- ein Zeichen, dass ich nicht so ganz zu ihm gehören will. Aber das muss ja bei anderen nicht ganz so sein.

Es wurde zwar irgendwo in den Thread schon mal gesagt, dass ihr euch noch nicht für einen Familiennamen wegen Kindern entscheiden müsst, aber ich würde das - so problematisch eure Situation schon jetzt ist - bei der Diskussion/Entscheidung doch nicht ganz außen vor lassen, denn falls ihr seinen Namen als Familiennamen nehmt- willst du auf Dauer anders heißen als deine Kinder?
Wir haben unserer Tochter bei der Geburt gleich seinen Nachnamen gegeben, weil klar war, dass wir absehbar heiraten, aber es ist bei einem Arztermin doch immer etwas doof, wenn das Kind anders heißt als man selbst bzw. man daher mit dem falschen Namen angesprochen wird... ich stelle es meist nicht richtig, weil ich ja eh bald so heißen werde, aber als Dauerzustand wäre das nichts für mich.

Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, dass ich weiter meinen Namen behalte und er seinen- Doppelname ja, aber dass so nach außen gar nicht deutlich wird, dass man verheiratet ist?

Klar, nur du kannst entscheiden, ob du mit einem anderen Namen klar kommen würdest, aber deine Identität und Individualität besteht ja nicht aus deinem Namen, sondern aus deiner Person.
Und weil es deiner Cousine schlecht damit geht, muss dass ja nicht automatisch auch für dich gelten?

Aber wenn du deinen Namen auf alle Fälle behalten willst, dann werden ihr nicht darum herumkommen euch in eurem Streit irgendwo Hilfe zu suchen, denn sonst kommt ihr sicher keinen Schritt weiter, so festgefahren wie ihr in euren Positionen seid.

Viel Glück euch beiden!

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Ich heiß seit letztes Jahr auch anders als meine Kinder und bei uns gibt es keine Probleme, weder bei ärzten noch in der Schule oder im Kindergarten.
Mein verlobter wird da schon mehr an gedichtet, laut der Lehrerin vom großen ist erst nun sein Vater und heißt wie ich, obwohl erst erst nächstes Jahr den Namen annehmen wird.

Ich finden es schlimm zu sagen, dass man nur den Namen annehmen soll, damit deutlich wird das man verheiratet ist. Der Name hat doch nichts damit zutun

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Nein, da hast du mich missverstanden- wenn man mit dem Namen des anderen so absolut nicht kann, dann bringt es sicher nichts den Namen anzunehmen, nur damit es für andere erkennbar ist.

Aber bei uns ist es doch schon noch so, dass man das Verheiratet sein, am gemeinsamen Namen erkennt oder woher soll jemand wissen, der das Paar kennenlernt, das Frau X mit Herrn Y verheiratet ist? Da geht man ja nun erstmal davon aus, dass es sich um ein unverheiratetes Paar handelt, wenn es getrennte Namen gibt.....

Aber wie gesagt- jeder muss für sich wissen, ob er den Namen des anderen annehmen möchte oder auch hinterfragen, was einen wirklich davon abhält das zu tun. Seine Person und seine Identität gibt man mit dem neuen Namen aber mit Sicherheit nicht auf.

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Hallo!

Ich habe damals auch selbstverständlich den Namen meines Mannes angenommen. Ich kann dir sagen, dass ich auch 12 Jahre später noch ein Problem damit habe. Es ist einfach nicht "mein" Name und er ist auch nicht besonders schön - muss ständig buchstabiert werden. Damals war es für mich durchaus in Ordnung. Ich fand es sogar schön einen gemeinsamen Namen zu haben. Für meinen Mann wäre auch nichts anderes in Frage gekommen - und für unsere (stockkonservativen) Ursprungsfamilien auch nicht.

Der Kompromiss ist in deinem Fall, dass jeder seinen eigenen Namen behält. Wenn dein Mann nicht bereit ist, diesen Kompromiss einzugehen, dann würde ich auch nicht heiraten. Er ist ja schließlich auch nicht bereit SEINEN Namen aufzugeben. Warum versteht er dich also nicht?
Schwierig wird es in diesem Fall auch noch einmal, wenn Kinder auf die Welt kommen. WElchen Namen sollen sie dann erhalten? Mir persönlich wäre das ehrlich gesagt egal gewesen. Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn sie den Namen meines Mannes bekommen hätten.

Ich kennen ein Paar, dass sich tatsächlich auch aus einem "nichtigen" Grund getrennt hat. Die beiden waren die große Liebe füreinander. Als es an die Hochzeitsplanung ging, wollte der Mann unbedingt die Hochzeitsfeier in seinem Heimatdorf in Kroatien feiern. Das wollte die Braut nicht, die zwar auch aus Kroatien kommt, aber aus einer anderen Ecke des Landes. Der Mann wollte partout nicht nachgeben und sie haben sich dann tatsächlich getrennt.

Grüße
Luka

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Hallo,

ich verstehe es nicht wirklich.

ICH bin ICH und nicht mein NAME.

Gruß

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das gilt ja dann aber auch für ihren partner, also könnte er ja genauso gut ihren namen annehmen.

grüsse
ks

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Ich seh das zwiespältig. Einerseits kann ich nicht begreifen, wie man sich so sehr über seinen Namen definieren kann. Da hab ich andere Teile meiner Identität, die mir mehr bedeuteten. Und eine Ehe ist ja auch ein neuer Lebensabschnitt, ein gemeinsamer, vielleicht mit einer gemeinsamen neuen Identität? Andererseits finde ich das Verhalten deines Jetzt-Wohl-Doch-Nicht-Zukünftigen auch reichlich besitzergreifend und kann die Schärfe, die er reinbringt, nicht verstehen.

Sachlich und wohlwollend: Wer sich über so einen Pipifax nicht liebevoll lächeln einig wird, was machen diese Eheleute dann in wirklich wichtigen Fragen und schweren Zeiten?

Ich würd ihn nicht heiraten.

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Ich bin eine sehr selbständige Frau, meine Eltern erzählen mir heute noch mit einem Lächeln, dass ich schon als Kind meinen eigenen Weg gegangen bin :-).
Beruflich stehe ich auch meine Frau und mir ist es wichtig, mich nicht allein über meinen Partner bzw. meinen Ehemann zu definieren.
Und ja, ich gebe zu, dass ich Angst habe mich in einer Partnerschaft bzw. Ehe zu verlieren und nicht mehr eigenständig zu sein, deshalb würde mir es sehr viel bedeuten meinen Namen zu behalten.
Ich habe Freundinnen, die gerne den Namen ihres Mannes angenommen haben um zu demonstrieren, "wohin sie gehören". Das mag für diese Frauen völlig in Ordnung sein und ich möchte das auch nicht verurteilen bzw. diese Frauen als nicht selbständig bezeichnen.
Aber für mich wäre das Aufgeben meines Namens eine Art Aufgabe meiner Identität als eigenständige Persönlichkeit und eine Unterwerfung unter einen Mann.

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