Asthma verschlechtert 35. SSW

Liebe Frau Dr. Kolsch,

ich bin jetzt in der 35. SSW (34+4). Heute hatte ich meine Kontrolle beim Lungenfacharzt. Es war schon mein Pfeifen zu hören als ich in die Praxis kam. Lungenfunktion war nicht gut, bei der Untersuchung hat der Arzt dann festgestellt das meine Bronchien stark verengt sind und hat gesagt mein Asthma hat sich sehr verschlechtert. Er meinte, normalerweise verbessert sich Asthma in der Schwangerschaft (war auch in den letzten beiden Schwangerschaften kein Problem), aber dieses mal habe ich häufige Asthmaanfälle und jetzt hat er mir einige Medikamente aufgeschrieben die ich nun nehmen soll. Ein Inhalalt was ich mit dem Pariboy nehmen soll, ein Medikament 2 mal täglich und ein anderes Notfallspray (bisher hatte ich Salbutamol).

Meine mittlere kam Termingerecht (7 Tage vor ET) zur Welt, aber ihre körperliche Entwicklung war noch nicht vollständig abgeschlossen. 3 Tage nach der Entbindung ist sie fast gestorben. Sie hat auch Asthma, obwohl ich sie 3 Jahre und 8 Monate gestillt habe. Bei ihr war aber in der Schwangerschaft mein Asthma sehr gut!

Ich mache mir nun sehr große Sorgen um meine 2. Tochter (3. Kind). Leider nimmt mein FA das mit dem Asthma nicht so ernst. Ich hatte meine letzte VU am 09.11. und meine nächste ist erst am 07.12. Laut meiner Hebamme hat sich meine Gebärmutter schon gesenkt, ich habe auch immer wieder Wehen und auch der Schleimpropf hat sich schon gelöst.

Mein Lungenfacharzt hat gesagt, die Medikamente sind jetzt wirklich notwendig, damit die Kleine noch ausreichend versorgt werden kann mit Sauerstoff (in der FD wurde ohnehin festgesellt das die Versorgung der Plazenta mit Sauerstoff nicht optimal war, was auch bei einer Dopplerkontrolle in der 26. SSW bestätigt wurde - links Notching, also keine Versorgung, rechts gerade so im Normbereich, also nicht optimal). Dennoch habe ich keine häufigeren Termine, im Gegenteil!

Was kann meiner Kleinen im Bauch nun im schlimmsten Fall passieren? Was kann ich tun, außer die verschriebenen Medikamente zu nehmen, um meine Kleine bestmöglich zu unterstützen? Besteht die Gefahr das auch sie Probleme nach der Geburt haben wird? Kann ich irgendwas tun um zu verhindern das sie solche Probleme, wie ihre Schwester, bekommen wird?

Vielen herzlichen Dank,

Traurige Mama

Hallo traurige Mama,
vielen Dank für Ihre Geduld. Ich verstehe Ihre Sorge und verstehe, dass es Ihnen auch körperlich nicht gut geht. Senkwehe und eine gesenkte Gebärmutter sind bei einer Drittgebärenden nichts unübliches. Es aber durchaus auch sein, dass Ihr Körper Signale aussendet und diese Schwangerschaft durch einen frühzeitigeren Geburtsbeginn beendet wird- das kann aber niemand voraussagen. Klar ist aber, dass ab der abgeschlossenen 34. SSW niemand mehr die Geburt aufhalten würde, Ihre Tochter dürfte also geboren werden. Ich verstehe auch, dass Sie befürchten, dass sie Nachteile durch eine frühere Geburt haben könnte, das muss aber nicht sein und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen ebenso schweren Start haben wird wie Ihre andere Tochter ist nicht hoch.
Asthma kann durchaus familiär bedingt sein. Langes Stillen hilft sicher, das Risiko zu verringern- aber es wird es nicht sicher verhindern können.
Wichtig ist, dass Sie die verschriebenen Medikamente einnehmen, um Ihr Kind optimal mit Sauerstoff zu versorgen.
Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin Ihre Sorgen- vielleicht veranlasst Sie ja auch von sich aus eine Dopplerkontrolle, wenn Sie die Befunde des Lungenfacharztes kennt.
Eine adäquate Gewichtszunahme des Kindes, unauffällig CTG´s und regelmässige Kindsbewegungen deuten aber auch darauf hin, dass es Ihrem Kind gut geht.
Nikotinkonsum (auch Passivrauchen!) ist selbstverständlich tabu.

Sie können sich auch, nach Rücksprache mit Ihrer Frauenärztin, zu einer ausführlichen Geburtsplanung in der Geburtsklinik vorstellen. Hier kann gemeinsam besprochen werden, wie es Ihnen körperlich geht, wie Sie sich die Geburt vorstellen und ob es Einschränkungen durch das Asthma geben könnte.
Nach den Erfahrungen bei der Geburt Ihrer anderen Tochter würde es auch Sinn machen, die Geburt in einem Zentrum mit angeschlossener Pädiatrie zu planen. Auch um Ihnen das gute Gefühl zu geben, dass im Notfall Kinderärzte vor Ort wären.

Ich wünsche Ihnen trotz Allem einen schönen Endspurt und viel Spaß mit Ihrer Tochter!

MK

Liebe Frau Dr. Kolsch,

vielen Dank für Ihre Antwort. Selbstverständlich rauche ich nicht und habe das auch noch nie getan. Ich halte mich auch von allen rauchenden Menschen fern und hätte nichts dagegen einzuwenden wenn Rauchen in der gesamten Öffentlichkeit verboten werden würde, den gerade an Haltestellen empfinde ich meine rauchenden Mitmenschen als maximale Zumutung.

Leider reagiere ich auf die Medikamente mit extremem Herzrasen und zittrigkeit sowie Schwindel (Puls über 100 2-3 Stunden nach dem inhalieren, normal habe ich die ganze Zeit einen Puls von 60-64) und starke Übelkeit von dem neuen Dauermedikament nach der Einnahme.
Ich werde morgen nochmal zum Lungenfacharzt gehen und hoffe das es eine Alternative zu dem Inhalat gibt, und auch zu dem Dauermedikament.

Das letzte CTG wurde am 09.11. gemacht, da war alles soweit in Ordnung. Vom Gewicht ist die Kleine eher sehr zart. Die Bewegungen waren zwischendurch deutlich weniger, aber noch nie komplett weg einen Tag. Ich habe aber bemerkt das sie sich deutlich mehr wieder bewegt nach dem Inhalieren.

Lg, Traurige Mama

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