US in der 13. SSW in einer Praxis für Pränatale Diagnostik?

Liebe Frau Dr. Kolsch,

ich hatte in meiner letzten SS eine Totgeburt in der 25. SSW, wahrscheinlich durch einen Plazentainfarkt. Es wurde definitiv eine plazentare Ursache angenommen (Plazenta wurde auch obduziert und mehrere Gitterinfarkte entdeckt, außerdem Zottenreifungsarrest). Auch das Baby wurde damals obduziert und keine Fehlbildung festgestellt.

Jetzt bin ich wieder schwanger in der 10. SSW und mein FA möchte mich bereits für die 14. SSW an einen Spezialisten in einer Praxis für Pränataldiagnostik überstellen für einen ausführlichen US. Allerdings frage ich mich gerade ob das in meinem Fall sinnvoll ist. Kann man in diesem frühen Stadium schon die Plazentaversorgung beurteilen? Oder dient dieser US nicht eigentlich dem Ausschluss von Fehlbildungen?
Ich habe mich entschieden keine Nackenfaltenmessung etc. durchführen zu lassen, ich falle auch in keine Risikogruppe (30 Jahre alt). Sehen sie eine Indikation und Nutzen mit meiner Vorgeschichte für diese Untersuchung? Natürlich werde ich dies auch nochmal mit meinem FA besprechen, trotzdem würde ich mich über eine zweite Meinung sehr freuen.

Danke und viele Grüße,
Judith

Hallo,
wenn Sie keine frühe Organdiagnostik und Nackenfaltenmessung wünschen ist eine so frühe Vorstellung nicht zwingend erforderlich. Wichtiger ist in Ihrem Fall die Vorstellung beim Hämatologen mit der Frage nach einer Antikoagulation mit Aspirin und/oder Heparin ( wenn tatsächlich in der letzten SS eine Zottenreifungsstörung mit Infarkten) vorlag. In der Pränataldiagnostik kann evtl das Praeeklampsie - Risiko statistisch berechnet werden (Doppler der Aa. Uterinae, Blutdruckmessungen, Blutwerte). Auch hier wäre aber die alleinige Konsequenz die ASS- Gabe und regelmäßige Doppler und Wachstumskontrollen. Diese wird man in Ihrem Fall ja aber ohnehin empfehlen.

Alles Gute!

Danke für die schnelle Antwort. Wahrscheinlich möchte mein FA, dass ein Doppler durchgeführt wird. Ich werde das mit ihm nochmal abklären.
Trotz des Befundes in der letzten SS sieht mein FA keine Veranlassung für eine Untersuchung beim Hämatologen. Er meinte es war wohl einfach nur Pech und er wird in der 20.-22. SSW einen Doppler machen. Ehrlich gesagt bin ich mir auch nicht sicher ob seine Vorgehensweise optimal ist. Durch eine Untersuchung beim Hämatologen könnte man möglicherweise vorbeugend etwas unternehmen (Heparin etc.), falls allerdings der Doppler auffällig sein sollte kann man ja eigentlich nicht mehr viel machen außer weiter beoabachten und das Baby notfalls früher holen.

Ist es möglich einen Termin beim Hämatologen zu bekommen ohne Überweisung? Dann könnte ich mich einfach selbst darum kümmern und wäre nicht auf das ok vom FA angewiesen.

Danke und Grüße,
Judith

Natürlich können Sie sich auf eigene Initiative hin eine hämatologische Abklärung/Beratung durchführen lassen. Nur kann diese dann nicht über die Krankenkasse abgerechnet werden.
Suchen Sie nochmal das Gespräch mit Ihrem Frauenarzt und schildern Sie Ihre Ängste. Vielleicht kann Ihr Frauenarzt ja auch mit einem Hämatologen einfach nur Rücksprache halten um die Notwendig einer Diagnostik!Antikoagulation zu diskutieren. Heparin oder Aspirin verordnen kann Ihr Frauenarzt ja auch.

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