Schlechte Werte bei Ersttrimesterscreening

Liebe Frau Kolsch,
Vielen Dank, dass Sie sich hier in diesem Forum die Sorgen und Ängste von werdenden Eltern anhören - das tut sehr gut!
Ich war gestern in der 14.SSW beim Ersttrimesterscreening, welches unauffällig war, bis auf eine "singuläre Nabelschnurarterie" - der Arzt meinte allerdings, als alleiniger Faktor wäre das kein Grund zur Sorge, da alle anderen Messungen und die Organe unauffällig waren.
Im Anschluss an die Untersuchung bekam ich jedoch die endgültigen Ergebnisse, die in Kombination mit meinen Blutergebnissen berechnet wurden.
Leider war wohl der "PAPP-A- Wert" so schlecht, dass das Risiko einer Präeklamsie vor der 37. SSW bei 1:29, vor der 42. SSW bei 1:7 steht.
Das verunsichert mich total. Ich habe das Gefühl, ich sitze jetzt wochenlang zuHause und warte nur darauf, eine Präeklamsie zu bekommen!
Was würden Sie mir nun raten?

Da freut man sich, dass mit dem Kind bisher alles in Ordnung ist und ist nun doch die ganze SS voller Sorge.
Zudem steht bei der Placenta: Vorderwand - tiefer Sitz / Praevia marginalis. Kann man das jetzt schon festlegen? Das bedeutet, ich muss mich darauf einstellen, dass mein Kind zu früh und mit KS auf die Welt kommen wird?

Ich danke Ihnen sehr für Ihren Rat!
Viele Grüße

Hallo maletera,
eine singuläre Nabelschnurarterie findet sich relativ häufig und hat, wenn das Kind ansonsten unauffällig ist, keinen Krankheitswert. Zu empfehlen ist aber eine Feindiagnostik zwischen der 18.-24. SSW, hier sind die Kinder insgesamt besser zu beurteilen.
Der niedrige PAPP-A-Wert kann tatsächlich auf ein statistisch erhöhtes Praeeklampsie-Risiko hindeuten. In Ihrem Fall liegt es bei ca. 3%. D.h. auch, dass zu 97% nichts passiert. Trotzdem kann man hier eventuell Aspirin 100mg bis zur 32. SSW (einmal täglich, am besten abends) empfehlen, dies senkt das Risiko nach aktuellen Studien um die Hälfte. Allerdings handelt es sich hier um einen sog. "off-label-use", d.h. das Medikament ist nicht offiziell für diese Indikation zugelassen. ASS hat sich hier allerdings als gut verträglich und sicher erwiesen.

Besprechen Sie doch mit Ihrem Arzt, ob das in Ihrer Situation Sinn macht (Allergien?).
Wichtig sind in Ihrem Fall sicherlich regelmässige Blutdruck, Labor-, Wachstums- und im Verlauf auch Dopplerkontrollen zu empfehlen um die Plazentafunktion zu überprüfen.
Der Sitz der Plazenta ist noch nicht endgültig und verändert sich noch im Verlauf. Jedoch stellt ein tiefer Sitz/oder auch eine Plazenta praevia marginalis auch am Ende der Schwangerschaft keine Kaiserschnittindikation dar. Ein Spontanpartus ist in der Regel möglich.
Lassen Sie die Befunde im Verlauf kontrollieren und sich von Ihrem Spezialisten beraten.

Alles Gute!

Vielen Dank für die Antwort!
Werde das mit dem Aspirin mit meiner Ärztin besprechen.
Bisher dachte ich immer, ASS müssen Frauen einnehmen, die aufgrund einer Gerinnungsstörung zu Fehlgeburten neigen.
Bedeutet dieser Wert auch, dass bei mir eine erhöhte Gefahr besteht, dass ich jetzt noch eine Fehlgeburt erleide?
Ich danke Ihnen sehr!

Hier liegt ein anderer therapeutischer Ansatz vor. Aspirin fördert die Einwanderung bestimmter Zellen in die Gefäßwand der Plazentaarterien und führt zu einer verbesserten Ausreifung und Durchblutung der Plazenta. Die gestörte Invasion dieser Zellen ist der Grund für die Praeeklampsie.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie noch eine Fehlgeburt erleiden ist statistisch gesehen gering.

Frauen mit Gerinnungsstörungen, z.B. . Thrombophlien, neigen zu Blutgerinnseln und Infarkten in der Plazenta, dies führt hier u.U. zum Abort.

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