Kinderwunsch und Impfung

Wir haben beim Kinderwunsch eine Pause gemacht. Wegen der Corona Impfung. Jetzt höre ich das man es nicht braucht. Wir sind erst einmal geimpft. Was wäre wenn ich jetzt weiter mache mit mit dem Kinderwunsch? Der 2te Termin wäre 2 Tage nach dem Eisprung.

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Impfen-Impfen und nochmals Impfen!
aus www.br24
07.07.2021, 15:42 Uhr
Corona-Impfung für Schwangere: Das müssen Sie wissen
Die Coronavirus-Mutanten mischen die Karten neu. Inzwischen erkranken mehr Menschen unter 50 Jahren und auch Schwangere an Covid-19 als im vergangenen Jahr. Nun gibt es im In- und Ausland neue Erkenntnisse zur Corona-Impfung für Schwangere.

Schwangere Frauen wurden nicht in die Impfstoff-Studien einbezogen. Für sie sind die Impfstoffe nicht zugelassen. Wenn keine Vorerkrankungen oder Risikofaktoren bestehen, galten Schwangere bisher nicht als mehr gefährdet durch Covid-19 als gleichaltrige nicht-schwangere Frauen. Das hat sich durch die Corona-Mutanten geändert.

Sind Schwangere durch das Coronavirus besonders gefährdet?
Da auch mehr Menschen unter 50 Jahren und jüngere Menschen erkranken, steigt das Risiko für Schwangere, sich in der eigenen Familie oder im nahen Umfeld anzustecken. Erkranken Schwangere an Covid-19 und müssen auf die Intensivstation, könnte das für sie einen schweren Krankheitsverlauf nach sich ziehen. Noch sind solche Fälle selten, aber häufiger als 2020.

Corona-Impfung für Schwangere - ja oder nein?
Im Ausland - wie zum Beispiel in Israel, USA und Großbritannien - wird inzwischen auch Schwangeren geraten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. In der Regel mit mRNA-Impfstoffen. In Israel gab es mehrere Todesfälle schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach einer Corona-Infektion. Dazu sollte man wissen, dass Israel die höchste Geburtenrate der westlichen Welt hat (durchschnittlich drei Kinder pro Frau) und die höchste Impfrate, das heißt, es gibt viel mehr Datenmaterial, das ausgewertet werden kann, als in Deutschland.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hält sich derzeit noch zurück mit Empfehlungen, weil sie nur anhand von Datenmaterial Sicherheit und Wirksamkeit Empfehlungen herausgibt. Am 18. Mai 2021 gab die Stiko lediglich eine Impfempfehlung für Schwangere mit einem "erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände". Das ist aber keine generelle Impfempfehlung für Schwangere. Allerdings können Schwangere bis zu zwei enge Kontaktpersonen angeben, die priorisiert die schützenden Dosen verabreicht bekommen.

Schwangere: Keine Daten aus Zulassungsstudien
Bei den Zulassungsstudien der Impfstoffe waren Schwangere nicht einbezogen. Erste Daten darüber gibt es nur durch Zufall: Es wurden auch Frauen geimpft, die zu dem Zeitpunkt noch nichts von ihrer Schwangerschaft wussten. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe sich gezeigt, dass dies keine negativen Einflüsse habe. Das bestätigen auch elf deutsche gynäkologische Fachorganisationen in einer gemeinsamen Pressemeldung: Demnach haben US-amerikanische systematische Nachbeobachtungen von über 4.700 geimpften schwangeren Frauen keinen einzigen Hinweis für vermehrte Komplikationen aufgewiesen, wie etwa Frühgeburt, Fehlbildungen oder Wachstumseinschränkungen beim Säugling.

Zum Artikel "Gibt es bald Corona-Impfungen für Kinder?"
Schwangere und Corona-Impfung - was gilt in Deutschland derzeit?
In Deutschland gilt momentan: Eine Impfung wird Schwangeren bislang nur in Einzelfällen angeboten, wenn sie an Vorerkrankungen leiden und ein sich daraus ergebendes hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Oder sie haben ein erhöhtes Risiko, dem Virus aufgrund der Lebensumstände ausgesetzt zu sein. Dann könne ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel "nach Risiko-Nutzen-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung" eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden, so die Stiko.

Wer haftet im Fall der Fälle?
Die Frage der Haftung war bislang einer der ungeklärten Punkte bei einer Entscheidung für oder gegen eine Impfung bei Schwangeren. Der Berufsverband der Frauenärzte hatte noch Mitte Mai berichtet, dass Schwangere nur in Einzelfällen geimpft würden, da die Frage der Haftung im Fall eines Zwischenfalls ungeklärt war. Deshalb waren viele Ärzte unsicher, was zur Folge hatte, dass Schwangere "trotz eindeutiger Risikosituation" nur erschwert eine Impfung erhalten haben, so die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) am 22. Juni in einer Stellungnahme. Mittlerweile gebe es aber Klarheit.

Der Staat leistet Entschädigungen
Auf der Webseite des Robert Koch-Instituts (RKI) heißt es: Für gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit einer Covid-19-Impfung werde (auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes) auch dann eine staatliche Entschädigung geleistet, "wenn diese nicht öffentlich von einer Landesbehörde empfohlen worden ist - d.h. in der Regel auch, wenn die Impfung nicht von der Stiko empfohlen ist". Dies umfasse zum Beispiel die Einzelfallentscheidung bei der Impfung von Schwangeren. Das Bundesgesundheitsministerium habe bestätigt, dass der Anspruch unabhängig von den öffentlichen Empfehlungen der Landesbehörden bestehe.

💡 Alarmierende Corona-Studie ins Verhältnis setzen

Ein Forscherteam stellte Beobachtungen aus 18 Ländern mit mehr als 2.100 infizierten und nicht-infizierten Schwangeren im Fachmagazin "Jama Pediatrics" vor. Laut der Studie war die Wahrscheinlichkeit für Schwangere mit Covid-19 auf eine Intensivstation eingewiesen zu werden im Vergleich zu Schwangeren ohne Covid-19 rund fünffach erhöht, die Wahrscheinlichkeit zu sterben 22-fach. ABER: Der Virologe Christian Drosten entschärft diese Info in seinem Podcast "Coronavirus-Update" (Folge 86, NDR Info) mit dem Hinweis, dass in dieser Studie auch Länder in tropischen Gebieten mit schlechter Grund-Gesundheitsversorgung einbezogen worden sind. In Deutschland überwiegen bislang die günstigen Verläufe von Schwangeren mit Sars-CoV-2-Infektionen, ergab eine Auswertung des "Ärzteblattes".

Mit welchen Impfreaktionen müssen Schwangere rechnen?
Eine vor Kurzem erschienene Studie im "New England Journal of Medicine" mit Daten von mehr als 35.000 Frauen in den USA zeigt, dass Schwangere im Vergleich zu Nicht-Schwangeren nicht mehr Impfreaktionen hatten. Lediglich ist nach der Impfung häufiger mit lokalen Impfreaktionen wie einem schmerzenden Arm zu rechnen.

Impfung auch im kritischen ersten Trimester?
Unklar sind noch die Auswirkungen einer Impfung auf die sensible Phase des ersten Schwangerschaftsdrittels. Dazu gibt es keine aussagekräftigen Daten. Aufgrund der aktuellen Datenlage durch die US-Studie hält Christian Drosten das Vorgehen von Frankreich und Österreich für unterstützenswert. In diesen Ländern zählen Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zu den Impfberechtigten.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Impfung auf das ungeborene Baby?
Einer US-Studie zufolge geben schwangere Frauen nach einer Corona-Impfung die gebildeten Antikörper an ihr Baby weiter. Später könne es diese auch über die Muttermilch bekommen. Gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt.

Ist mRNA aus dem Corona-Impfstoff in der Muttermilch nachweisbar?
Die Antikörper gegen Corona werden über die Muttermilch weitergegeben, die mRNA-Impfstoffe allerdings nicht. Das zumindest legt eine Untersuchung aus den USA nahe. Deshalb sollen Mütter, die geimpft sind und werden, auch nicht aufhören zu stillen, so die Einschätzung des US-Teams um Stephanie Gaw von der University of California San Francisco im Fachblatt "Jama Pediatrics". In 13 untersuchten Muttermilchproben von sieben geimpften Frauen sei keine mRNA aus dem Impfstoff nachweisbar gewesen. Die Probandinnen hatten den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und von Moderna erhalten. Die untersuchten Proben wurden vor der Impfung sowie zwischen vier und 48 Stunden danach entnommen. Die Ergebnisse seien wichtige frühe Hinweise, dass die mRNA aus den Impfstoffen nicht auf den Säugling übertragen werde, schreibt das Autorenteam. Es weist als Einschränkung jedoch auf die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen hin.

Was sagen Fachgesellschaften zur Impfung von schwangeren und stillenden Frauen?
Fachgesellschaften haben sich dafür ausgesprochen, Schwangere und Stillende priorisiert gegen Covid-19 zu impfen. Das Frühgeburtsrisiko sei bei Frauen, die positiv auf eine Corona-Infektion getestet wurden, um bis zu 80 Prozent höher als bei gesunden Schwangeren. Die Impfung biete nachweislich Vorteile für Mutter und Kind - vor und nach der Geburt. Durch die Impfung gebildete Antikörper würden über die Muttermilch transportiert, gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt.

Auch der Leiter der Stiko, Thomas Mertens, ist der Meinung, dass die Impfung von Stillenden "eigentlich auch nach Stiko-Vorstellungen unproblematisch" sei. "Das muss man ganz klar sagen, ich denke, die stillende Frau kann ohne weiteres geimpft werden."

Der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte, Christian Albring, hält eine Impfung aller Schwangeren für "äußerst sinnvoll". Daten aus den USA und Großbritannien ließen erwarten, dass auch die Stiko in absehbarer Zeit die Impfung Schwangerer propagieren werde.

Welche Auswirkungen hat eine SARS-CoV-2-Infektion einer Schwangeren auf das ungeborene Baby?
Covid-19 ist der schwere Krankheitsverlauf, SARS-CoV-2 die Infektion mit dem Coronavirus. Für infizierte Schwangere gibt es gute Nachrichten aus Schweden: Wissenschaftler werteten Daten von knapp 90.000 Geburten in Schweden im ersten Pandemie-Jahr aus und stellten fest, dass nur äußerst wenige Neugeborene von positiv getesteten Müttern ebenfalls infiziert waren. Betroffen waren 21 Babys. In der Mehrheit hatten sie keine Symptome der Infektion. Besteht zum Zeitpunkt der Geburt eines Babys eine Coronavirus-Infektion oder wird eine vermutet, wird in Deutschland das Baby auf das Coronavirus getestet.

Welche Auswirkungen hat eine Covid-19-Erkrankung auf das ungeborene Baby?
Bei den erkrankten Schwangeren zeigt sich laut Christian Albring ein Anstieg von Tot- und Frühgeburten sowie eine erhöhte Rate an Kaiserschnitten. Eine von 25 erkrankten Schwangeren müsse intensivmedizinisch behandelt werden. Werde eine Beatmung notwendig, so liege die Sterblichkeit bei zwei Prozent, sagt der Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte.

Können infizierte Frauen ihr Baby stillen?
Ja. Derzeit fehlen evidenzbasierte Hinweise dafür, dass das Virus über die Muttermilch übertragen werden kann. Derzeit geht man davon aus, dass die Vorteile des Stillens das potenzielle Risiko einer Übertragung des Coronavirus überwiegen. Infizierte Mütter oder Verdachtsfälle sollten beim Stillen durch Hygienemaßnahmen wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit dem Kind und durch das Tragen eines Mundschutzes eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion verhindern.

Wenn Sie Ihr Baby stillen, werden Vorsichtsmaßnahmen empfohlen
Waschen Sie Ihre Hände ausreichend lang, bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren.
Tragen Sie eine Gesichtsmaske zum Füttern an der Brust.
Befolgen Sie nach jedem Gebrauch die Empfehlungen zur Pumpenreinigung.
Wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten, wird empfohlen, die Sterilisationsrichtlinien strikt einzuhalten.
Wenn Sie im Krankenhaus Muttermilch abpumpen, sollte eine spezielle Pumpe verwendet werden.
Ist eine Mutter nicht in der Lage, ihr Kind zu stillen, kann die Muttermilch auch abgepumpt werden und über eine weitere Person an den Säugling verfüttert werden. Auch hierbei sollte auf die Hygiene geachtet und Pumpe sowie Fläschchen nach dem Gebrauch sterilisiert werden.
Zum "#Faktenfuchs: Können sich stillende Frauen impfen lassen?"
Hinweis: Der Artikel wird laufend aktualisiert.

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