Verständnis-Frage zu KIR HLA-C und Spermien-Antikörper

Sehr geehrter Dr. Peet,

ich wollte zu HLA-C und KIR fragen, ob das so stimmt?

Bei Mann: HLA-Cw 0401/0701 (dies entspricht C2/C1)
Bei Frau: HLA-Cw 0602/1502 (dies entspricht C2/C2)

Das heißt, der Embryo könnte die Möglichkeiten: C2/C2, C2/C2, C1/C2 und C2/C1 haben.
Nun bräuchte ich ja für C2 eigentlich KIR2DS1, welches mir leider fehlt. Glücklicherweise besitze ich KIR2DS2, welcher auf C1 protektiv wirkt.
Der Trophoplast/Embryo zeigt zu 3/4: C2 (meines Erachtens schlecht, da mein aktivierender KIR hierfür fehlt) und zu 1/4: C1.

Verstehe ich das richtig?
Und würde das bedeuten, dass wenn dieser eine „richtige“ Embryo (den es zu 1/4. geben könnte) dabei ist, dass die Einnistung dann klappen könnte?
Und zeigt der Embryo mit der Kombination C1/C2 bzw. C2/C1 immer nur nur C-Allel, also rein nur C1 oder C2 oder swicht er zwischen den beiden?

Wozu ich leider nicht wirklich etwas finde: ich habe im Blut Spermien-Antikörper mit >440 mU/100ul.
„Töte“ die Spermien auf dem Weg in den Uterus ab?
Aktiviere ich jetzt bei jedem GV mein Immunsystem und die Killerzellen werden wiederum angestachelt?
Grüße und vielen Dank

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Hallo,
man könnte annehmen, dass bei erhöhten Spermienantikörpern bei der Frau möglicherweise die Spermienaszension behindert wird. Mir ist nicht bekannt ob es aber eine wissenschaftliche Studie zum Beweis dieser Vermutung gibt. Zu ihren anderen Fragen verweise ich auf meine übliche Antwort Frage nach Immundiagnostik und Therapie:


Auf der Suche nach möglichen allgemeingültigen Antworten auf die immer wiederkehrenden Fragen nach der Sinnhaftigkeit von Immuntherapien finden sich in der aktuellen Fachliteratur folgende Zusammenfassungen / Empfehlungen:

The role of immunotherapy in in vitro fertilization: a guideline
Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine American Society for Reproductive Medicine, Birmingham, Alabama
(Fertil Steril 2018; 110:387-400. 2018 by American Society for Reproductive Medicine.)

Endergebnis übersetzt (Dr. Peet):
Immuntherapien, die darauf abzielen, die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei der IVF-Behandlung zu verbessern, haben sich in der Regel als unwirksam erwiesen oder wurden nicht ausreichend untersucht, um endgültige Empfehlungen für ihre Verwendung zu geben.

The role of immunotherapy in in vitro fertilization and recurrent pregnancy loss: 
a systematic review and meta-analysis
Chiara Achilli, M.D., Montserrat Duran-Retamal, M.D., Wael Saab, M.R.C.O.G, Paul Serhal, M.R.C.O.G and Srividya Seshadri, M.D.
Centre for Reproductive and Genetic Health, London, United Kingdom
(Fertil Steril 2018; 110:1089-100. 2018 by American Society for Reproductive Medicine.)

Endergebnis übersetzt (Dr. Peet):
Auf der Grundlage der in unserer Überprüfung vorgelegten Nachweise spielt die Immuntherapie keine Rolle bei der Verbesserung der LBR (Lebendgeburtenrate) bei Frauen, die sich einer IVF mit oder ohne RIF-Vorgeschichte unterziehen.

Immune modulation treatments – where is the evidence?
Malene Meisner Hviid, M.D.a and Nick Macklon, M.D., Ph.D.a,b
a Department of Obstetrics and Gynecology, Zealand University Hospital, Roskilde, Denmark; and b Department of Obstetrics and Gynaecology, University of Southampton, Princess Anne Hospital, Southampton, United Kingdom
Steril 2017; 107:1284-93. 2017 by American Society for Reproductive Medicine.)

Endergebnis übersetzt (Dr. Peet):
Die Auswertung von Studien zur Immunmodulation ist deprimierend. Auf der einen Seite fehlen echte Nachweise für die Wirkung dieser Therapien, zum anderen scheinen gelegentlich kommerzielle Interessen hinter ihnen zu stehen.

Dr. Peet, Juli 2019

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https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://vivaneo-ivf.com/fileadmin/user_upload/PDF-Dokumente/News/Der_Einsatz_von_IVIG_in_der_assistierten_Reproduktion-602158_0_SD01-06_KinderwunschzentrumReproduktion_Z0_M.pdf&ved=2ahUKEwiH1p6G-YDrAhWiy4UKHXDuA8sQFjAAegQIAhAB&usg=AOvVaw1ijn0jYXeK_V24DdQW9IXc

Ich würde mir von einigen Ärzten zu dieser Thematik wirklich mehr Offenheit wünschen.
Es gibt positive Studien hierzu.
Passive und aktive Immunisierung kann einigen Frauen zu ihrem Wunschkind verhelfen.
Prof. Würfel, Dr. Reichel Fentz, Kiel und Göttingen können ja so falsch nicht liegen.

https://m.baby-und-familie.de/Kinderwunsch/Kinderwunsch-Was-bringt-die-Immuntherapie-559091.html

Auch den Podcast "ein bißchen schwanger" kann ich empfehlen. Die Dame wurde auch mit Hilfe von IVIGs schwanger und berichtet ausführlich über ihre IVF-Behandlungen.

Wenn einige Patientinnen (mit Immun-Problematiken) durch Immunisierung endlich ihr Wunschkind empfangen dürfen, ist es doch ein Skandal, diese Frauen hierüber nicht aufzuklären und ihnen diese Behandlung zu verweigern!

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