Einnistungsstoerung

Hallo Dr. Peet,
Wir haben nun den zweiten negativen Blasto Transfer hinter uns. Der zweite Transfer zeigte hcg Wert 9 bei PU+18. Die Blastos waren genetisch getestet (wir wohnen in Amerika, von unseren 4 Blastos war 1 genetisch nicht in Ordnung). Ich bin 34.

Ein Arzt hat Endo Stufe 3-4 diagnostiziert, allerdings konnte man auf den letzten MRT Bildern nichts erkennen. 2014 hatte ich schon mal eine Bauchspiegelung, in der leichte Endo entfert wurde. Adenomyose wurde diagnostiziert - aber dagegen koennen wir nicht viel machen wurde uns gesagt. Mir wurde gesagt, dass eine weitere Bauchspiegelung meine Chancen auf eine Schwangerschaft nicht erhoeht.
Gebaermutterspiegelung zeigte Polypen, die entfernt wurden. Plasmazellen waren positiv und konnten mit Antibiotikum gut behandelt werden. Kurz vor dem zweiten Transfer habe ich noch mal eine Antibiotikumkur gemacht. Wuerden Sie empfehlen, dass man die 14 Tage Doxy nimmt vor jedem Transfer? ERA test war unauffaellig.

Wir haben noch eine Blasto auf Eis. Ich habe das Gefuehl, dass ich Blastos 'verschwende', wenn ich ohne weitere Tests weiter mache. Was koennte ich noch fuer Untersuchungen vorschlagen? Meine Klinik haellt von natuerlichen Killerzellen / Immunologie wenig und ich muesste die Klinik wechseln, wenn ich das testen lassen moechte.

Vielen Dank schon mal fuer Ihren Rat!

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Hallo,
eine Thrombophiliediagnostik ist sicher erfolgt (?).
Anstatt eines Tests auf Plasmazellen würde ich einen EMMA u ALICE Test vorschlagen: s. igenomix.com.Öfter als ich gedacht/ erwartet hätte findet man dadurch einen Mangel an (nützlichen) Lactobazillen, und gezielt auch pathogene Keime die behandelt werden können. Es erscheint etwas aussagekräftiger als der Plasmazelltest. Der Mangel an Lactobakterien kann dann über 1-2 Zyklen mit (in Deutschland) Gynoflor aufgebessert werden.
Immunologische Tests sind teuer und (wohl) wenig hilfreich. Sehen Sie hier:
Auf der Suche nach möglichen allgemein gültigen Antworten, auf die immer wiederkehrenden Fragen nach der Sinnhaftigkeit von Immuntherapien, finden sich in der aktuellen Fachliteratur folgende Zusammenfassungen/ Empfehlungen:

The role of immunotherapy in in vitro fertilization: a guideline
Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine
American Society for Reproductive Medicine, Birmingham, Alabama
(Fertil Steril_ 2018;110:387–400. _2018 by American Society for Reproductive Medicine.)
Endergebnis übersetzt(Peet):
Immunthotherapien, die darauf abzielen, die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei der ivf-Behandlung zu verbessern, haben sich in der Regel als unwirksam erwiesen oder wurden nicht ausreichend untersucht, um endgültige Empfehlungen für ihre Verwendung zu geben.

The role of immunotherapy in in vitro fertilization and recurrent pregnancy loss: a systematic review and meta-analysis
Chiara Achilli, M.D., Montserrat Duran-Retamal, M.D., Wael Saab, M.R.C.O.G, Paul Serhal, M.R.C.O.G,
and Srividya Seshadri, M.D.
Centre for Reproductive and Genetic Health, London, United Kingdom
(Fertil Steril_ 2018;110:1089–100. _2018 by American Society for
Reproductive Medicine.)
Endergebnis übersetzt(Peet):

Auf der Grundlage der in unserer Überprüfung vorgelegten Nachweise spielt die Immuntherapie keine Rolle bei der Verbesserung der LBR (Lebendgeburtenrate) bei Frauen, die sich einer IVF mit oder ohne RIF-Vorgeschichte) unterziehen (RIF: Repeated Implantation Failure/ Einnistungsversagen.

Immune modulation treatments—where is the evidence?
Malene Meisner Hviid, M.D.a and Nick Macklon, M.D., Ph.D.a,b
a Department of Obstetrics and Gynecology, Zealand University Hospital, Roskilde, Denmark; and b Department of
Obstetrics and Gynaecology, University of Southampton, Princess Anne Hospital, Southampton, United Kingdom
Steril_ 2017;107:1284–93. _2017 by American Society for Reproductive Medicine.)

Endergebnis übersetzt(Peet):

Die Auswertung von Studien zur Immunmodulation sind deprimierend. Auf der einen Seite fehlen echte Nachweise für die Wirkung dieser Therapien, zum anderen scheinen gelegentlich kommerzielle Interessen hinter ihnen zu stehen.
Die Auswertung von Studien zur Immunmodulation sind deprimierend. Auf der einen Seite fehlen echte Nachweise für die Wirkung dieser Therapien, zum anderen scheinen gelegentlich kommerzielle Interessen hinter ihnen zu stehen.


Immunthotherapien, die darauf abzielen, die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei der ivf-Behandlung zu verbessern, haben sich in der Regel als unwirksam erwiesen oder wurden nicht ausreichend untersucht, um endgültige Empfehlungen für ihre Verwendung zu geben.
Auf der Grundlage der in unserer Überprüfung vorgelegten Nachweise ergibt die Immuntherapie keinen Vorteil bei der Verbesserung der LBR bei Frauen, die sich einer IVF mit oder ohne RIF-Vorgeschichte unterziehen.

Grüße
Dr. Peet

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