4 jährige dreht dauernd durch

Hallo!

Ich bin langsam am verzweifeln und weiß nicht mehr weiter.

Meine Tochter ist 4 und ist schon seit 2 Jahren sehr trotzig. Aber mittlerweile eskaliert es mehrmals täglich. Sie dreht völlig durch, schlägt, tritt, beißt und zwickt mich und ihren Papa und schreit dabei wie am Spieß. Sie lässt sich dann nicht beruhigen. Ich halte sie fest, anders geht es ja nicht wenn sie mich attackiert, dann pack ich sie und bring sie in ihr Zimmer, mache die Tür zu und halte die Klinke hoch damit sie nicht gleich wieder raus kommt. Dann geht das so eine Stunde, ich mach immer wieder auf und schau ob sie sich beruhigt, dann geht sie wieder auf mich los usw. Morgens ist das die Hölle, ich muß ja zur Arbeit und will nicht um 4 Uhr aufstehen um pünktlich zu sein weil Madame morgens 2 Stunden tobt.

Ich habe schon öfter mit ihr darüber gesprochen, wir nennen es den Wutzwerg. Sie hasst es selbst, wir haben aber noch keine Lösung gefunden. Es tut mir so leid dass ich ihr nicht helfen kann, wir leiden sehr darunter.

Ich kenne viele Mütter, alle schütteln ungläubig den Kopf, ein solches Verhalten kennt keine von ihnen. Im Kindergarten glaubt mir das auch niemand, dort ist sie immer ein Sonnenschein.

Wenn das so weiter geht steht bald das Jugendamt vor der Tür, die Nachbarn denken ich misshandle mein Kind weil sie immer so schreit.

Was kann ich nur tun damit diese blinde Wut aufhört bzw. sie lernt diese Wut anders auszudrücken? Ich bin echt fertig.

Viele Grüße
Sunny

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Dir würde ich wirklich gern das Jugendamt auf den Hals hetzen, denn wer sein Kind gewaltsam (ind nichts anderes ist das, was du tust) in sein Zimmer einsperren, nur damit du dich nicht mit deinem Kind auseinander setzen musst, gehört gemeldet! Ich bin fassungslos, dass du nicht auf die Idee kommst, mit deinem Kind zu kommunizieren, für es da zu sein, wenn es trotzt. Denn das, was du dagegen tust, schürt ihre Verzweiflung nur noch mehr. Nimm sie in den arm, verbalisiere ihre Gefühle ("ich weiß, dass du gerade trwurig/wütend/enttäuscht bist, weil..."), nimm die Bedürfnisse deines kindes ernst und reagiere auf dein Kind. Du machst genau das Gegenteil; du ignorierst die Bedürfnisse deines kindes und bestrafst es durch das völlige ignorieren dessen, was es dir mit seinem Verhalten sagen möchte. Dein kind ist zutiefst verzweifelt und versucht dir das mit zu teilen. Und du sperrt es in sein Zimmer ein und lässt es nicht raus, indem du die Tür zu hältst? Sag mal, geht's noch!!!!

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Das habe ich alles schon versucht, gut zureden bringt sie nur noch mehr auf die Palme, sie lässt in diesen Momenten niemand an sich ran. Anfassen geht schon gar nicht. Es tut mir in der Seele weh, glaub mir

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Aber dennoch gibt die das absolut nicht das Recht dein Kind in seinem Zimmer ein zu sperren und die Türklinke fest zu halten, damit sie auch bloß nicht raus kommt. Das geht einfach nicht. Nie, gar nicht, egal, warum sie sich verhält wie sie es tut. Das GEHT NICHT!

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Hallo meine liebe:) es ist leider so das die Kinder eine trotz Phase entwickeln die einen früher die anderen später. Ich glaube das sie ihr Verhalten so spiegelt wenn sie das Gefühl bekommt Mami ist zu wenig bei mir mit den Kopf und Emotionen? Nur du kannst sie am besten einschätzen .Habt ihr retuale ?belohnt du sie wenn bzw lobst du sie viel wenn sie Sachen macht die du toll findest? Für mich hört sich das sehr nach ein Aufmerksamkeits Problem an .

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Das kann eigentlich nicht sein, Aufmerksamkeit bekommt sie reichlich. Sie ist Einzelkind, ich arbeite nur halbtags, wir haben feste Zeiten und Rituale, kuscheln und spielen viel, unternehmen viel. Daran kann es nicht liegen. Sie verhält sich sonst völlig normal, hat im Kindergarten viele Freunde, ausserhalb ist sie ein Engel.

Natürlich lobe ich sie wenn sie was gut macht. Sie ist sonst so eine liebe, das ist schon sehr bedrückend für mich.

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Hallo,

sorry, aber ihr habt ja nun auch eine sehr spezielle Wohnsituation. Und egal, wie sehr ihr euch bemüht, die Kleine bekommt es mit und auch das kann denke ich verstärkend für ihr Verhalten wirken.

Lg

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Bei meinen großen half (und hilft zum Teil immer noch) den Wutzwerg extra anzusprechen. Der sitzt nämlich im Bauch. Wenn man schnell ist, kann man ihn schnappen und dann - neben und gemeinsam mit - dem Kind, mit ihm schimpfen, auf ihn wütend sein. "Du doofer Zwerg, du machst mich wüüütend! (Mit dem Kind gemeinsam schimpfen, auf den Boden trampeln, Fratzen schneiden, danach hauen, austoben. Alles gemeinsam mit dem Kind. Der Zwerg befindet sich dabei in einem guten Abstand zum Kind, so dass sich nicht etwa das Kind selbst geschimpft fühlt. So, dann wird zusammen gegen den Zwerg gewütet und geschimpft und dann wird er z. B. aus dem Fenster gejagt. Mein Sohn zum Beispiel will am Ende, wenn er/wir genug geschimpft haben, den Zwerg dann wieder trösten und ihm sagen, dass alles wieder gut ist. Dann darf der Zwerg sogar in den Bauch zurück und sich einkuscheln.
Im Prinzip nimmt das dem Kind die Hilflosigkeit, lenkt die Aggression weg von sich selbst und von dir und macht euch gemeinsam handlungsfähig.
Gute Nerven dir :)

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Vielen Dank für Deinen Beitrag, das ist eine super Idee, das werde ich mal versuchen. Weiß zwar nicht ob ich das schaffe, weil sie in dem Moment überhaupt nicht zuhört was ich sage und sie stampft ja auch nicht und schlägt um sich oder so, sie geht ja direkt nur auf mich los, heißt sie will sich gar nicht von mir lösen lassen. Heute morgen hat sie sich wieder in meinem Arm verbissen, wieder mal nen Bluterguss #schmoll

Ich versuch es trotzdem mal, vielleicht kriegen wirs hin. Hab jetzt auch mal das Buch vom Wutmonster bestellt, vielleicht sind da noch Tips drin.

LG
Sunny

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Machs ihr vor. Ist da besser als reden.

Alles Gute :)

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Hallo,

so wie du es schilderst könnte es mein Wutzwerg sein und weißt du was, es liegt an uns. Deine kleine kann nix dafür.
Ihr steigert euch beide zu sehr in ihr Verhalten rein, dass führt zu keinem schönen Ende.
Ich empfehle dir das Buch "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten" Hier geht es auch um die Reife des kindlichen Gehirn.
In so einer Trotzphass bringt alles refem nix, sie kann es gar nicht wahrnehmen, da sie in ihrer Wut gefangen ist.
Wichtig kein druck, kein muss..
Legt abends vorher kleidung raus und wenn sie nichf mag, dann nimm sie im Schlafanzug mit plus Wechselkleidung. Beziehe sie mit ein, betrachte sie als vollwertiges selbstständiges Familienmitglied und lass sie Entscheidungen für sich treffen.

Meine zieht zb keine Strümpfe an (halbes Jahr), haare werden selten gekämmt und nur gewaschen wenn es nötig ist. Unterhosen bleiben auch aus, daheim ist sie nur nackig (sparrt Wäsche ;) :D) Wenn sie duscht, badet bestimmt sie wann es zu Ende ist. Usw..ich mein wir alle haben unsere Macken und Angewohnheiten, warum nicht auch die kleinen.
Ich muss sagen, das unser zusammen leben viel harmonischer ist und es sehr selten zu Wutausbrüchen kommt.

Das Buch ist wirklich toll :)
Alles liebe

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Sie hat trotzdem ein gepflegtes Erscheinungsbild ;)
Wichtig wäre, wann sie so einen Wutausbruch bekommt? Was macht sie so wütend? Wie reagierst du, bevor es ausartet?

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Danke für den Tip, ich schau mal nach dem Buch.
Um so Dinge wie Du sie beschreibst geht es bei uns nicht, sie holt sich ihre Kleidung selbst und zieht sich an. Haare sind halt manchmal nicht gekämmt, aber das seh ich nicht so eng.
Sie flippt eher aus wenn irgendwas nicht klappt wie sie es will. Das können Kleinigkeiten sein, z.B. sie will nen Knoten machen und es geht nicht. Wenn ich ihr dann Hilfe anbiete wird es noch schlimmer. Manchmal kann ich es durch ablenken anwenden. Aber es kommt auch schon mal vor dass wir auf der Couch sitzen und uns unterhalten und schwups krieg ich eine gescheuert, ganz ohne dass was vorgefallen ist. Ganz merkwürdig.

LG
Sunny

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Bei aller Liebe zu Wutzwergen und in den Arm nehmen - wenn mir eine 4jährige aus heiterem Himmel eine scheuert, dann finde ich es vollkommen legitim, dass sie in ihr Zimmer gehen muss.

Da ist mir auch egal ob der Wutanfall damit noch länger dauert und ich erstmal alles noch schlimmer mache. Denn das geht nicht.
Ich schicke meine 4jährige auch in ihr Zimmer. Hört sie nicht oder verweigert sie sich drohe ich an sie reinzutragen, was ihr unangenehm ist. Meistens geht sie von allein.

Tür zu halten ist bei uns zum Glück nicht nötig. Das fänd ich auch nicht richtig - kann es aber gut verstehen. Eine Alternative dazu, wenn sie partout nicht in ihrem Zimmer bleibt, ist mir aber auch nicht eingefallen. Vielleicht könntest du dich irgendwo zurückziehen?

Vielleicht ist es auch stellenweise zu viel Nähe? Das Beispiel mit dem Knoten.... was passiert in so einer Situation in der Kita? Was passiert, wenn du sie einfach machen lässt? Wogegen richtet sie ihre Wut, wenn du nicht greifbar bist?

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Im Kindergarten hat sie solche Anfälle nicht, dort wird sie immer als höfliches, liebes, zuvorkommendes und sehr selbständiges Kind gelobt. Beim Elterngespräch hat mir die Erzieherin erzählt sie hätte am Anfang wohl einmal geschrien, daraufhin hat die Erzieherin ihr eine Ansage gemacht und seitdem macht sie es nicht mehr. Wenn wir unterwegs sind auch nicht, nur daheim wenn wir unter uns sind.

Heute morgen war wieder die Hölle, sie wollte nicht aufstehen, nach einer halben Stunde ging es aber nicht anders, also ging der Kampf wieder los. Mit der linken Hand hab ich mein Müsli in mich rein geschaufelt, mit der rechten Hand hab ich tobendes Kind abgewehrt. Bisswunden hab ich trotzdem wieder ab bekommen und sie hat sich auch weh getan #schmoll es ist einfach zum k.....

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Hallo,

die Situation in der KiTa, die du beschreibst, ist übrigens sehr weit verbreitet. In der KiTa ist alles bestens, beim Abholen durch die Mama bricht das Kind in Tränen aus oder hat ein Wutanfall. Die Mama hat ein schlechtes Gewissen und denkt: "Was glauben die Erzieherinnen von mir …?"

Verhalten ist immer kontextabhängig – also wo ich bin, verhalte ich mich anders. Und zuhause und insbesondere bei der Hauptbezugsperson, das ist meist die Mutter, bin ich besonders sicher und geborgen. Das heißt Kinder reißen sich oftmals in der KiTa zusammen. Sie schaffen es ihre Gefühle zu kontrollieren – bis die Mama da ist. Hier im "sicheren Hafen" lassen sie ihren Gefühlen freien Lauf. Insofern ist das eher ein Zeichen, dass dein Kind gut an dich gebunden ist.

Zum Thema Wutanfall und Beißen: Beides ist Teil der normalen kindlichen Entwicklung. Ja, Beißen ist ein aggressives Verhalten und es kommt vor. Die Dauer und Heftigkeit der Reaktionen (Wut, Trotzen) in der Autonomiephase ist auch von Kind zu Kind unterschiedlich!

Ich höre raus, dass bei dir da eine Grenze überschritten ist. Daher meine Frage: Könnte dir ein Erziehungsratgeber (Das gewünschteste Wunschkind oder Disziplin ohne Drama) helfen? Oder würdest du lieber mit jemanden konkret sprechen (Erziehungsberatung)?

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest, mit deinem Wutzwerg umzugehen. Und ich finde es toll, dass du einen Schritt getan hast und das mit den Kissen ausprobiert hast. Auch wenn es nicht gleich so geklappt hat, wie du dir das vielleicht gewünscht hast (Veränderungen brauchen manchmal einfach Zeit.)

Liebe Grüße

Chris

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