Kinderwunsch beherrscht mein Leben

Mein Mann und ich sind seit knapp 10 Jahren damit beschäftigt aus uns eine Familie zu machen. Nichts hat geklappt. Bisher hatten wir ein paar frühe Fehlgeburten nach künstlichen Befruchtungen. Die Chancen stehen nicht gut, weil mein AMH und damit meine Eizellreserve gering ist. Mein Mann würde gerne adoptieren, aber in mir sträubt sich alles dagegen. Kann ich ein Kind auch lieben, wenn ich es nicht im mir gewachsen ist? Ich meine bedingungslos lieben. Gerade weil ich so sehr fixiert bin auf ein eigenes. Wenn ich andere Frauen sehe, dann freue ich mich für sie, aber gleichzeitig sehe ich die Ähnlichkeiten mit ihren Kindern und wünsche mir wieder mein Kind, mein biologisches Kind. Nach wie vielen Behandlungen sollte man ans Aufhören denken? Gibt es nach so langer Zwit noch Wunder? Ich habe Schwierigkeiten damit mir ein Leben ohne Kinder vorzustellen, obwohl es jetzt auch so ist. Spürt man, was gut für einen ist, obman weiter machen soll oder doch lieber aufgibt und versucht zu zweit glücklich zu werden?

Wäre eizellspende eine option?

Es ist nicht so, dass ich noch nicht daran gedacht habe. Wir haben uns sogar schon mehrere Kliniken angeschaut. Aber dann kommt wieder der Gedanke, dass es nicht mein Fleisch und Blut wäre. Sicher ist es "näher dran" an einem biologischen Kind, aber es ist doch nicht das gleiche.

Hallo

Da du schon mehrere Fehlgeburten hattest, habt ihr schon mal eure genetik und Blutgerinnungswerte kontrollieren lassen. Mein KinderwunschZentrum hatte mich zu MVZ für Pathologie und Genetik Facharzt für Humangenetik geschickt. Die Chromosomen waren ok aber ich hatte ein Protein C und Z Mangel und habe für den nächsten Icsi Versuch Heparin und Ass bekommen. Nach einem icsi und einem Kryo hat es endlich geklappt. Ich bin momentan in der 7 ssw leider scheint der Traum momentan zu platzen da meine Fruchthöle bis jetzt leer ist. Es gibt sonst keinelei Auffälligkeiten deshalb muss ich erstmal weiter bangen. Vielleicht habt ihr mehr Glück. Ich würde es euch von Herzen wünschen.

Ich hatte mich von Reichel-Fentz untersuchen lassen und da kam einiges raus, aber nichts, was man nicht mit Medikamenten behandeln könnte (würde auch gemacht). Trotzdem danke.

Hallo liebe Ichweissnichtmehrweiter,

es tut mir so leid von Deinem inneren und medizinischen Kampf für Eurer Wunschkind zu lesen. 10 Jahre sind eine sehr lange Zeit.

Ich habe eben hier im Forum schon eine ganz ähnliche Frage beantwortet und hoffe, Dir hilft dieser Impuls weiter. Ich bin ja selbst Kinderwunschlerin aD, die nach Jahren des "alles versuchen" kein Kind bekommen hat. Darüber und über das Loslassen habe ich auch ein Buch geschrieben ("Unsere Glückszahl ist die Zwei") - insofern kann ich Deine Situation sehr, sehr gut nachvollziehen. Ich sehe in Deinem Beitrag 2 Aspekte:

1.
Wenn der Moment kommt, wo man das Gefühl hat, nicht mehr zu können - vielleicht, weil die Behandlung so anstrengend ist oder auch aus anderen Gründen - dann beginnt der erste Schritt von vielen weiteren in das "neue kinderlose Leben". Und aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es ein langer Weg ist, der in vielen Wellen mit Aufs und Abs verläuft.
Ich glaube, der erste Schritt, der nicht nur den Kopf sondern auch das Herz berührt ist das Gefühl, dass man sich selbst wieder wichtiger nehmen darf... und nicht nur das "Nichtereignis Schwangerschaft". Wenn sich das Leben nur darauf ausrichtet, was NICHT da ist (=das Wunschkind) rutscht Du sehr tief in den Mangel und die Lücke in Deinem Leben. Ich glaube, der erste von vielen weiteren Schritten ist, erst einmal wieder Stück für Stück zu leben, zu entdecken, dass man auch gute Minuten / gute Stunden / gute Tage haben kann - auch ohne das Wunschkind.
Ich bin zudem kein Fan davon, sich alles "schön zu reden". Wenn Du einen guten Tag hast und Dich erleichtert fühlst, weil der Druck der Behandlungen weg ist, dann lebe diesen guten Tag und mach' etwas, das Dir Freude bereitet. Aber wenn Du einen schlechten Tag hast und Du traurig bist, dann darf das auch sein. Lass' das zu. Vielleicht kannst Du Dir selbst das erlauben? Ganz bewusst? Schimpf' Dich nicht für einen schlechten Tag - sondern mach' Dir lieber selbst Mut, dass nach jedem Tief auch wieder ein Hoch kommt.
Vielleicht kannst Du Dir das auf einen Zettel schreiben und an den Badezimmerspiegel hängen.. damit Du Dich immer wieder daran erinnerst?

2.
Bei den Fragen zur Adoption etc. geht es um mehr als nur um den organisatorischen Ablauf. Es sagt sich so schnell "dann adoptiert doch" oder auch "dann mach' halt eine Eizellspende". Aber an Hand Deiner Überlegungen merkst Du schon, dass es eben viel tiefer geht. Es geht an Deine Weltanschauung, Deine Werte - aber eben auch Eure Werte und Haltungen als Paar. Eine solche Entscheidung betrifft den Rest Eures Lebens - und da darf das wohlüberlebt sein. Die Fragen, die Du Dir stellst, sind sehr wertvoll finde ich und sie sprechen sehr für Dich, dass Du Dir das vorher genau überlegt. Ich habe "nur" das Gefühl, dass Du diese Fragen sehr emotional bedenkst...und - darf ich das so zugespitzt formulieren - vielleicht ein wenig erhitzt bedenkst. Oftmals ist die Frage "Was würde ich tun, wenn ich keine Angst" hätte und die Antwort darauf ein hilfreicher Impuls, um etwas leichter die Antworten und Ängste zu entdecken, die mit einer Überlegung einher gehen. Wenn Du die kennst, kannst Du auch gemeinsam mit Deinem Mann etwas besser über diese Punkte sprechen, glaube ich.

Ich wünsche Dir, dass Du einen guten Weg findest für Dich und für Euch, um eine Entscheidung zu treffen... denn diese Fragen sind sehr groß und betreffen Euer gemeinsames Leben für den Rest Eurer Zeit. ... und ich möchte Dir Mut machen... denn es geht. Ich habe es selbst durchgemacht. Langsam Schritt für Schritt vorwärts.

Alles Liebe und Gute für Dich!
Franziska Ferber
http://www.kindersehnsucht.de

Ich habe Angst vor der Zukunft. Angst davor für immer ohne Kind zu sein. Sicher habe ich auch gute Tage, das streite ich nicht ab. Ich habe auch gute Gespräche und Freunde. Aber mir fehlt das Familienleben. Und ich kann mir nicht schönreden, dass alles seine Vorteile hat. Das weiß ich selbst. Ich weiß, dass man ohne Kinder spontan sein kann, genug Schlaf bekommt, Dinge tun kann, die man mit Kind schwer realisieren kann, aber das ist mir alles nicht so wichtig, wie ein Kind. Ich möchte Windeln wechseln, angeschrien werden, quengelnde Kinder beruhigen, Sorgen haben und natürlich alles positive auch. Ich habe Angst davor, wenn ich alt bin und niemand jüngeres da sein wird. Dann, wenn alle anderen Großeltern werden und wir wieder allein da stehen werden, wenn nichts passiert. Davor habe ich große Angst. Alles dreht sich in meinem Kopf um ein Kind. Ich kann so schwer akzeptieren, dass wir keins haben.

Genau so geht es mir.

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Hallo!
Ich hatte selbst die Erfahrung mit EZS gehabt. Sicherlich will jede Frau ein eigenes Kind haben, aber wenn es keine Möglichkeit gibt auf natürlichem Weg schwanger zu werden, soll man dann ohne Kinder leben? Ich denke so nicht, für mich war die EZS eine Rettung. Wir haben mit meinem Mann seit langem versucht ein Baby zu bekommen aber alle Versuche waren erfolgslos. Adoption ist auch die Option, aber es ist besser ein Kind zu haben, das zumindest die Gene von deinem Mann, den du liebst, hat. Außerdem wirst du dieses Kind austragen. Während der Schwangerschaft hatte kein Gefühl, dass das Kind nicht mein ist. Ich hatte keine Angst, dass ich dieses Kind nicht lieben werde, weil ich keine biologische Mutter bin. Ohne Kinder ist das Leben auf jeden Fall unvorstellbar.

In der Klinik (BioTexCom) wo ich mich behandeln lassen habe, habe ich eine Frau kennengelernt, mit der ich meine Gedanken und Gefühle ausgetauscht habe, wir haben uns die ganze Zeit unterstützt. Das Personal und Ärzte waren auch sehr nette Leute, die mir viel geholfen haben. Ich ben sicher, dass wenn du dich dafür endlich entscheidest, dann wirst du keine Zweifel und Bedauern haben. Drücke die Daumen für dich, und hoffe dass du richtige Entscheidung triffst. LG

Meine persönliche Meinung dafür ist, wenn ihr zwischen der EZS und Adoption wählt, dann ist die EZS bestimmt besser. Das Kind wird von dir ausgetragen, so wirst du die Verbindung zu ihm fühlen. Außerdem wird dein Mann der biologische Vater für das Baby. Ich denke zuerst soll man alle mögliche Variante versuchen, weil Adoption die letzte ist. Wünsche dir die richtige für dich selbst Variante zu wählen.

Lg

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