Nächste Woche 44 und die Angst …

überrollt mich immer öfter.

Hallo Frau Ferber,

zuerst wollte ich gar nicht schreiben, da ich mich für einen sehr ausgeglichenen Menschen halte. Bis eben auf dieses eine Thema, Kinderwunsch. Aber ich könnte ein paar Ratschläge gebrauchen wie ich mit dieser immer wieder hochkommenden Angst umgehen soll.

Meinen kompletten Hintergrund hier zu schreiben wäre wohl Zuviel des Guten, nur vielleicht ein paar aktuelle Eckinfos:
Nächste Woche werde ich 44, habe schon seit langem einen Kinderwunsch aber leider nicht immer die passenden Partner gehabt. Als ich soweit war meinen Kinderwunsch eben alleine durchzuziehen (mit einer Heiminsemination, da ich für alles andere zu alt und nicht mehr verheiratet bin), traf ich einen Ex von mir, der gerne mit mir ein Kind bekommen würde (er hat bereits 2). Soweit so gut…

Leider hat es bis jetzt noch nicht geklappt und die Angst wird doch immer stärker das es einfach zu spät ist.
Gesundheitlich scheint bei mir alles ok zu sein (regelmäßiger Zyklus mit ES, Schilddrüse).
Mehr will mein FA leider nicht untersuchen (z.B. Durchgängigkeit der EL) und ich bin verunsichert ob ich mir einen weiteren FA suchen soll und eventuell dieselbe evtl. schlimmere Aussagen zu bekommen (lebe auf dem Land und die Einstellungen mancher sind konservativ und gute Praxen oft mit Wartezeiten von einem Jahr).

Ich lebe gesund, treibe Sport, meditiere, arbeite, genieße das Leben und habe keinen großen Stress ... In meinem Leben gab es seeehr schlimme Zeiten und sehr gute Zeiten. All das habe ich überstanden und meinen inneren Frieden gefunden, das ich heute sagen kann: ich bin ein glücklicher zufriedener Mensch.

Warum bekomme ich dann diese eine Angst, die mich manchmal zu Tränen treibt, nicht gebändigt?
Ich wünsche mir so sehr eigene Kinder zu bekommen und ihnen meine Liebe schenken zu können, sie auf ihrem Weg mit allem zu begleiten, das es fast schmerzt. Ich komme selbst aus einer großen Familie und wünschte ich könnte ebenfalls eine gründen.

Bisher schaffe ich es zwar immer mich wieder „zurück zu holen“ (z.B. mit Hilfe von positiven Aussagen, Spaziergängen oder auch meine persönlichen „los-lass-Übungen“), aber es wird immer schwerer, und die Tränen kommen immer öfter mit jeder wieder einsetzenden Periode.
Aussagen wie: „das sind die ersten Meno-Anzeichen“, „na, Torschlußpanik?“, oder „..hol Dir lieber noch `nen Hund“ kenne ich zu genüge.

Ich bin mir meines Alters sehr wohl bewusst und trotzdem überzeugt einem Kind alles bieten zu können. Und der Wunsch ist wie bereits geschrieben nicht erst seit gestern und wohl überlegt.

Das alles mag jetzt konfus klingen und eventuell auch nicht hierhin gehören, aber im RL habe ich leider nicht viele Möglichkeiten um Hilfe zu bitten oder Rat zu holen.
Vielleicht hätten Sie, oder eine Frau in ähnlicher Situation hier, einen Tipp für mich die diese „Angst“ beruhigt.

Auch meine Unsicherheit bezüglich eines Arztwechsels.

Macht es überhaupt Sinn? (Die letzte Aussage meines FA war: „sie brauchen nicht jedes halbe Jahr zu kommen – einmal im Jahr reicht!“) Hat er recht? Oder soll ich es einfach mit einer anderen Praxis versuchen?

Vielen Dank auf jeden Fall schon mal fürs Lesen ;-)

GLG #blume

Jane

1

Hallo Jane, tut mir leid wenn ich mich hier so einklinke aber hast du schon mal überlegt in ein Kinderwunschzentrum zu gehen? Dort würde dir sicher geholfen und auch einiges an Diagnostik losgetreten. Ich habe den Eindruck deinen Frauenarzt interessiert dein Kinderwunsch nicht großartig und die Zeit läuft leider gegen dich. Wenn du wirklich noch ein Kind bekommen möchtest dann solltest du dich beeilen und dir professionelle Hilfe suchen.

Alles Gute!
Barrik

3

Liebe Barrik,

danke für's "einklinken" ;-).

Ich überlege zwar auch ob ich es einfach mit einer Kiwu-Klinik versuchen soll, allerdings wurde mir bis jetzt immer gesagt das die nur bis 40 annehmen bzw. die KK nur bis zu diesem Alter zahlt und man muss verheiratet sein. Finanziell könnte ich mir diese Untersuchungen in der Klinik leider nicht leisten und wie geschrieben bin ich in keiner "festen" Partnerschaft.

Ich denke, auch auf den Hinweis von Frau Ferber, das ich zumindest versuche eine andere Praxis zu finden die hier "positiver" eingestellt ist. Ich hoffe die KK macht das dann auch mit...

Vielen Dank für Deinen Tipp #blume
Dir auch alles Gute
LG
Jane

5

Sorry das ich erst jetzt antworte aber ich habe derzeit kein Internet (an dieser Stelle möchte ich herzliche Grüße an kabeldeutschland richten). Also die komplette Diagnostik die ein KiWuZentrum bei dir machen würde zahlen die gesetzlichen KK. Behandlungen dann zwar nicht aber du wüsstest nach ein paar Untersuchungen wenigstens woran du bist.

Alles Gute!
Barrik

2

Liebe Jane,
vielen Dank für Ihre Nachricht!

Eines kann ich schon einmal vorne weg nehmen: Ein Frauenarzt, der mich nicht versteht und nicht an meiner Seite - gerade in schwierigen Situationen ist, würde mir ganz persönlich nicht das Gefühl geben, bei ihm/ihr in guten Händen zu sein. Aber das ist natürlich nur meine ganz private Meinung und ich möchte dies hier nicht als Ratschlag in die eine oder andere Richtung verstanden wissen. Ich kann, will und darf natürlich keinerlei medizinische Ratschläge geben und möchte mich auch nicht zu Ihrem Frauenarzt äussern. Allerdings ist es meines Wissens so, dass Sie jederzeit in Deutschland die Möglichkeit haben, eine weitere medizinische Meinung einzuholen und/oder den Arzt zu wechseln.

Viel mehr treibt mich um, dass Sie so viel tun, das Ihnen Freude bereitet und offensichtlich gut tut. Meditation, Freunde treffen und so vieles mehr ist genau das, was Ihnen sicherlich hilft. Gleichzeitig schreiben Sie aber, dass Sie dennoch immer wieder Ängste und Sorgen und Sehnsüchte nach einem Kind, einer Familie haben. Ich verstehe das nur zu gut. Fühlen Sie sich denn in Ihrem Umfeld ausreichend gehört und gesehen und eingebettet?

Ich denke, dass Ängste ein Stück weit zum Leben dazu gehören - und für sensible, reflektive Menschen natürlich noch einmal mehr. So ganz los werden werden wir sie normalerweise nicht - und das wäre auch gar nicht allzu gut, denn sie schützen uns ja auch davor, "blindlings" etwas anzugehen, das sich später als Gefahr entpuppt. Dennoch ist es natürlich eine Herausforderung, wenn sie Überhand nehmen oder Sie in tiefe "Löcher" stürzen.
Für mich ist zur Stärkung der Resilienz wichtig, dass Sie wissen, worauf Sie bei sich vertrauen können. Dass Sie wissen, wo Ihre Ängste herkommen und was sie mit Ihnen machen. Vielleicht können Sie überlegen, was Sie widerstandsfähig(er) machen könnte und sich diesem in diesem Jahr widmen? Es gibt dazu auch, wie ich finde, ganz gute Bücher: Monika Gruhl "Das Geheimnis starker Menschen" und auch die "Sinn Diät" von Rebekka Reinhard, die ich immer wieder gerne empfehle. Vielleicht hilft Ihnen das weiter; vielleicht haben Sie Lust, sich die Bücher einmal anzuschauen und so einen neuen Blick auf Ihre Themen zu bekommen?

Liebe Jane, Ihnen wünsche ich von Herzen Kraft, Zuversicht und Freude! Und dass Sie vielleicht schon bald schwanger sein dürfen.
Viele Grüße,
Franziska Ferber

4

Hallo Jane,

ich mag Dir gerne noch was dazu schreiben.

Versuch es doch mal mit einer Kinderwunschlinik in Eurer Nähe. Die gesamte Diagnostik u. das Vorgespräch werden auch mit über 40 von der Krankenkasse übernommen. Nur die künstlichen Befruchtungen (IUI, IVF u. ICSI) sind ab 40 als Selbstzahler zu machen.

Und vor allem weiß Du dann woran Du bist.....

Alles Gute
LG Laura

6

Hallo Jane,
es gibt hier in Urbia einen Club für Frauen über 35 mit erstem oder weiterem Kinderwunsch.
Möchtest du da mal vorbei schauen oder kennst du den schon?
Ich bin dort angemeldet, werde in diesem Jahr 40 und mein Mann und ich haben uns spontan für ein zweites Kind entschieden
Ich komme mir mit fast 40 auch älter vor...es gibt bestimmt einige Frauen mit 40 plus, denen es so geht wie dir.

VG

7

Hallo!

Du bist da arg spät dran dich jetzt erst richtig untersuchen lassen zu wollen. Falls bei dir nachgeholfen werden muss, wird sich das alles noch länger hinziehen.
Ich will dir nichts vor machen, egal wie Gesund und toll du jetzt lebst....du bleibst 44 Jahre und die Hormone bauen ab. Normal Schwanger zu werden wird dann einfach schwerer. Du darfst auch nicht vergessen das es in dem Alter schon eine Risikoschwangerschaft wäre, genauso auch das Kinder behindert auf die Welt kommen könnten.
Ich würde ohne Wenn und Aber zur Kinderwunschklinik gehen (den Frauenarzt auch welchseln), mich eingehend untersuchen lassen (Hormoncheck, Bauchspieglung...) und dann schauen was dabei heraus kommt.
Denn falls du da behandelt werden musst, dann brauch das ebenfalls Zeit.

Auch dein Partner sollte sich untersuchen lassen. Das er schon 2 Kinder hat, heisst nicht das es jetzt noch bei ihm 'Rund' läuft.
Also keine Zeit mehr verlieren und da ansetzen.

LG Sonja

8

Guten Morgen Sonja,

hatte gar nicht mehr damit gerechnet das jemand auf den alten Tread antwortet ;-), aber lieb von Dir.

Wie ja damals geschrieben, weigerte sich mein FA mir weiter zu helfen.

Zwischenzeitlich war ich auch in der KiWu-Klinik. Die Ärzte dort sagten das ich bei meinen echt super Werten (O-Ton: "da wären die meisten 30jährigen Patientinnen hier neidisch!") schon längst hätte schwanger werden müssen und telefonierten mir wirklich "hinterher" das ich doch auf jeden Fall eine ICSI versuchen sollte (die haben mir sogar einen super Preis gemacht ;-) ). Aber trotz besten Voraussetzungen war die P-ICSI leider negativ.

Nun das war letztes Jahr im Juni.....

Mittlerweile habe ich einen anderen Partner und als ich dann mitten in einem Umzug und Renovierungsarbeiten steckte und nicht damit rechnete, hatte ich das erste mal in meinem Leben einen pos. SST #huepf

Jetzt bin ich 45 und auf ganz natürlichem Weg ohne Hilfsmittel schwanger und überglücklich.

Das Schicksal hat zwar manchmal einen komischen Humor aber am Ende wird doch alles gut. #schein

Wünsche Dir alles Gute

LG

Jasa

9

Hallo!

Oh, hab gar nicht gesehen das der schon so alt war. :-)
Na dann Herzlichen Glückwunsch und alles Gute. :-)

LG Sonja

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