Ich als introvertierte Mutter

Hallo!

Ich wollte Euch mal um Rat fragen, denn manchmal empfinde ich mein "Mamaleben" als etwas einsam, aber finde auch das ich selbst irgendwie dran Schuld bin.

Ich bin vom Typ her ruhig, nett, sehr tiefgründig, aber introvertiert. Auf Spielplätzen ect. suche ich mir den zurückgezogensten Platz und man lächelt sich unter Mamas mal an, aber ich habe das Gefühl jeder checkt sofort, das man mich lieber in Ruhe lassen soll? Ich weiß es nicht. Es kommt nirgends ein Gespräch zu Stande und so auch einfach keine Mamafreundschaft.
Wir sind hier auch mitten im Großstadtdschungle und hier geht man auch unter Müttern eher mit Scheuklappen aneinander vorbei.

Ich mache viel mit meinen Kindern alleine, finde es aber auch nicht schlecht oder schlimm. Wie gesagt, ich habe sehr gerne meine Ruhe, bin introvertiert. Aber habe eigentlich nur meinen Mann, meine Mutter oder 2 WhatsApp Mütterbekanntschaften zum quatschen, aber man trifft sich auch irgendwie nie. Ich habe das Gefühl, das genau die beiden auch genau aufpassen, wen sie in ihr Leben lassen.

Ich habe das Gefühl, das früher sowas viel einfacher war, aber als Mutter geht da gar nichts mehr. Ist das heutzutage schwerer? Fehlt das Vertrauen unter uns Erwachsenen, so das man andere nur bis zu einem bestimmten Punkt ins Leben des anderen lässt? Geht es sogar heutzutage sehr vielen so, nur man bemerkt es nicht?
Bei mir ist es leider auch so, das ich andere nur schwer in mein Leben lasse.

Und den Rat "Geh auf die Mütter zu, setz dich zu ihnen usw." ist eher schwer, weil ich sowas nicht kann aber auch nicht will. Es muss schon eine Mama auf meiner Wellenlänge sein und nicht einfach "irgendwelche Muttis, die da gerade sind".

Wie geht man sowas denn an?

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Wie findest du denn heraus, ob die anderen Mütter mit dir auf einer Wellenlänge sind oder nicht?

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Also, mich interessiert das wirklich: wie/wann beurteilst du, ob jemand auf deiner Wellenlänge ist?
Ich kann das erst nach Gesprächen einschätzen, aber vielleicht gibt es ja noch andere Wege?
Ich habe auch schon Inserate gesehen, wo Kontakt zu anderen Mütter in der Region X gesucht wird. Dann hättest du vorab schriftlichen Kontakt.
Evtl. einen Kurs oder Krabbelgruppe besuchen und gezielt die Mütter ansprechen, welche dir sympathisch sind?
Ich bin auch introvertiert. Auf den Spielplätzen viel mir ein Schwatz aber immer leicht. Zumal ich dort immer wieder die gleichen Mütter angetroffen habe. Es ergab sich nie eine Freundschaft, eher Bekanntschaften. Meine Erwartungen waren aber auch nie so hoch. Ich denke, wenn dir jemand sympathisch ist, musst du einfach mal über deinen Schatten springen und ein Gespräch anfangen.

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Wenn du nicht darunter leidet, warum möchtest du das dann ändern?
Und um die Mutti auf Wellenlänge zu finden, musste du dich "zu irgend welchen Muttis die gerade da sind" setzen. Wie willst du sonst herausfinden, wer auf deiner Wellenlänge ist?
Ob es früher einfacher war, weiß ich nicht. Möglicherweise weil nicht so viele Muttis gearbeitet haben und auf Spielplätzen und im Kindergarten "präsenter" Waren und die meisten Kinder nur bis Mittag im Kindergarten waren.

Es dauerte bis man die Mutter mit der gleichen Wellenlänge findet und an quatscht mit X Müttern die das nicht sind, bis man jemand findet.

Ich habe 3 Kinder, arbeite Teilzeit. Und ich haben in 10 Jahren mit 3 Kindern insgesamt 4 Mütter getroffen, die jetzt wirkliche, gute Freundinnen sind. Und gefühlt mit 4000 Müttern gequatscht um diese zu finden

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Huhu!

Also ich habe seit der Geburt meines Sohnes (1 Jahr alt) bzw. auch schon in der Schwangerschaft beim Schwangerschaftsyoga schon einige Bekanntschaften mit Kindern im selben Alter gemacht.
Im Schwimmbad, am Spielplatz, Nachbarn im Stiegenhaus, sogar im Bus haben wir uns mit jemandem angefreundet! ☺️

Ich denke es kommt sehr viel auf die eigene Ausstrahlung an, ob man ins Gespräch kommt. Ich bin auch eher zurückhaltender, aber immer sehr freundlich, lächle auch andere Mamas an bzw. agiere mit ihren Kindern (also winke zB zurück wenn mir ein Kind winkt). Daher fangen oft Leute mit mir zu plaudern an, bzw. kommt man ins Gespräch.

Um mit jemandem Nummern auszutauschen und sich zu treffen, muss mir die Person aber natürlich schon wirklich sympathisch sein!

Von den Bekanntschaften haben sich manche wieder verflüchtigt, bzw. habe ich bei weiteren Treffen gemerkt, dass man vielleicht doch nicht ganz auf einer Wellenlänge ist. Das ist aber auch voll okay! Man hat ja nichts verloren, trifft sich dann einfach nicht weiter :)
Mit manchen treffen wir uns ab und zu, zum Plaudern und mit den Kindern spielen.
Und aus einer Bekanntschaft wurde eine richtig enge Freundschaft 🥰

Versuche vielleicht etwas offener zu sein und nicht gleich auszustrahlen, dass du deine Ruhe haben möchtest, dann kommst du sicher schnell mit jemanden ins Gespräch ☺️

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Was würdest Du von einer Frau denken, die sich in die hinterste Ecke des Spielplatzes verzieht, evtl. noch mit einem Gesicht "sprich mich ja keiner an" ?
Stimmt, die will ihre Ruhe also sprech ich sie nicht an.
Wie willst Du denn so eine Mamafreundschaft finden?
Du willst auf niemand zugehen, aber gleichzeitig doch jemand kennenlernen. Das funktioniert nicht.
Ich habe mich mit meiner Enkelin auf vielen Spielplätzen herumgetrieben, als sie klein war und auf jedem wurde sich unterhalten und obwohl ich im Schnitt 30 Jahre älter war als die Mütter, ergaben sich immer ein paar nette Worte oder lustige Unterhaltungen über die Minis.
Das klingt bei Dir alles so schrecklich steif und krampfig, ich bin ehrlich.
Du siehst niemandem an, ob er Deine Wellenlänge hat. Um das festzustellen, musst Du mit den Leuten schon reden.
Wie sieht es denn im Kindergarten aus? Auch keinerlei Kontakte?
LG Moni

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Hallo du :-)

Mir gehts da ziemlich ähnlich wie dir..

Würde mich über ne PN freun :-)

Lg

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Naja, also das ist ja auf jeden Fall ein hausgemachtes problem. Sonst hätten wir ja alle keine Freund mehr und wurden nie neue Kontakte knüpfen.

Ich kann deine Einstellung verstehen, ich mag auch nicht gerne direkt auf die Leute zugehen und am Spielplatz Mütter kennenzulernen wäre für mich nun auch nicht der ideale Ort.
Aber ich habe ein paar Muttis im Vorbereitungskurs kennengelernt und danach in der wöchentlichen Krabbelgruppe.
Das fand ich wesentlich einfacher. Man unterhält sich mit denen. Ist meistens aus irgendwelchen Gründen sowieso in einer WhatsApp Gruppe und kann dann auch Mal schreiben.. 😉
So habe ich seit meiner Mama Zeit 2 gute Freunde dazugewonnen und noch 3-4 bekannte. 😊

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Hallo,

ich verstehe dein Problem nicht so ganz. Du bist introvertiert, meidest Kontakt, setzt dich abseits, lässt kaum einen in dein Leben und beschwerst dich, dass du keine Kontakte hast, weil die Leute niemanden in ihr Leben lassen? Das Problem liegt nicht an den anderen Leuten, das Problem an der Geschichte bist du.
Ich bin ein extrovertierter Mensch, Hans Dampf in allen Gassen, scheue mich nicht auf fremde Menschen zuzugehen und knüpfe sehr schnell neue Kontakte. Ich bin 4x umgezogen, habe in verschiedenen Bundesländern und Regionen Deutschlands gelebt und überall gleich Anschluss gefunden und es sind bleibende Freundschaften entstanden. Ich bin stets auf die Einheimischen zugegangen und habe mich integriert. Nirgendwo wurde ich abgewiesen. Ich kann also nicht behaupten, dass die Leute heutzutage keinen in ihr Leben lassen. Man darf nur nicht darauf warten, dass die Leute auf einen warten und zu einem kommen. Mein Mann ist introvertiert. Ihn könnte man in eine Gruppe von 100 fremden Menschen stellen und er hätte nach einer Stunde mit noch niemandem ein Wort gewechselt. Das liegt aber nicht an der Gruppe Menschen, sondern an meinem Mann. Er ist absolut nicht Smalltalk-fähig und kann sich nicht mal mit der Nachbarin übers Wetter unterhalten. So sind die Menschen eben verschieden. Wenn dich deine Situation stört, kannst nur du selbst was daran ändern.

LG
Lotta

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Das klappt leider nicht immer. Ich bin auch ein recht offener Mensch und mehrfach umgezogen. Es gab zwischenzeitlich einen Ort, wo wir gelebt haben, da hat es nicht funktioniert. Ich war auch in der Krabbelgruppe (die einzige im Umkreis) und die anderen Mütter haben mich aus der Gruppe geworfen, weil ich nicht zu ihnen passe. Weiß nicht mal warum, habe nie was komisches oder böses gesagt, hab mich eher im Hintergrund gehalten. Aber da in dem Ort bist du als "Fremder" einfach nicht rein gekommen, egal wo. Meine Großen hatten in der Schule auch Probleme damit.
Sind dann auch nach 1,5 Jahren weggezogen.

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Hallo,

ich kann aus meiner "Jungen Zeit" ähnliches berichten: ich war in einem Ort neu, versuchte Bekanntschaften zu knüpfen. Über VHS Kurse, Yoga, bin sogar mal zum Gottesdienst nur um Leute kennen zu lernen. Aber die allermeisten waren absolut unverbindlich und keiner hatte Interesse, ihren Freundeskreis zu erweitern. Das ging nur über Arbeitskollegen ein wenig, und ausschließlich nur bei denen, die selbst in die Gegend zugezogen sind.
Dabei ging es nicht nur mir so: es war einfach so, dass die "Einheimsichen" einfach keinen von aussen so wirklich integrieren wollten. Waren alle in ihren Vereinen und Freundschaften gebunden und hatten null Interesse da jemanden dazu zu lassen.

Also kommt es darauf an, wo man ist.

An die TE: versuche es vielleicht über eine Mutter, die Du immer wieder triffst? Nicht aufgeben! #klee

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"Und den Rat "Geh auf die Mütter zu, setz dich zu ihnen usw." ist eher schwer, weil ich sowas nicht kann aber auch nicht will. Es muss schon eine Mama auf meiner Wellenlänge sein und nicht einfach "irgendwelche Muttis, die da gerade sind"."

Da liegt der Hund begraben.

Es hat nicht etwas mit der Zeit zu tun, sondern wie man selbst damit umgeht.

Ich bin auch eher so, wie du dich beschreibst. Nur mit dem Unterschied, dass ich für mein Kind ein anderes Vorbild sein wollte.

An meinen schlechten Tagen setze ich mich auf den "lasst mich alle in Ruhe, ich bin nicht zum Quatschen hier" Platz. Kopf nach unten, nur Kind im Blick.
An guten Tagen springe ich bewusst über meinen Schatten.
Wie soll ich heraus finden, ob ich mit jemandem auf einer Wellenlänge bin, wenn nicht mal ein Hallo zustande kommt?

Personen auf dem "Lasst mich in Ruhe Platz" (weit hinten, abseits, weit weg von möglichen Gruppen) spreche ich nicht an. Entweder wollen sie gerade einfach ihre Ruhe oder es steckt mehr dahinter, als ich mir aufbürden möchte.


Mit anderen Müttern habe ich mir zum Ziel gesetzt:
Hallo ist freundlich (mehr muss es ja nicht werden)
Zweckgemeinschaft reicht aus. Hallo, um dem Kind grüßen beizubringen; wer weiß, ob man sich im Kindergarten beim Elternabend mal begegnet.

Und ja, durch solch einzelne "Hallo" wurden mit der Zeit ein paar richtig gute Freundschaften.
Die Wellenlänge hat sich herausgestellt, in dem wir uns gegrüßt haben.
Die schweigende Wellenlänge ist mir selbst zu anstrengend.

Mein Ziel war anfangs nur: mein Kind nicht ausschließen, weil andere Mütter mich auf Grund meiner eigenen Ausgrenzung / zurückgezogenen Haltung / dubios wirkenden Zurückhaltung mich gar nicht ansprechen. Für Spielverabredungen um Kindergartenalter musste zumindest der Kontakt Adressenaustausch, Treffpunkt , Uhrzeit über andere Mütter funktionieren.
Das Fragen, ob sich die Kinder treffen wollen, hat mein Kind dann schon selbst gemacht.

Nur ist meine Erfahrung eben auch: an meinen schlechten Tagen nahmen andere Mütter die Anfrage meines Kindes zwar zur Kenntnis, wollten mit der seltsamen Person nix zu tun haben (wer weiß, was die auf dem Kerbholz hat).
Wenn ich wenigstens grüßte - hallo - dann wurde mein Kind auch eingeladen / ich angesprochen bezüglich Treffpunkt , Uhrzeit etc.

Nicht von jeder. Aber Wellenlänge zeigt sich eben erst dann, wenn Funkkontakt (reden) zustande kommt.
Ohne Kontakt gar keine Wellenlänge, sondern nur zwei Geräte, die nebeneinander hocken und schweigen.

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Wie alt ist denn dein Kind/sind deine Kinder
Ich bin auch introvertiert. Ich habe eine Mama-Bekanntschaft aus der Rückbildung, zwei aus dem Kiga, eine Nachbarin und noch Freundinnen von mir, die dann auch Kinder bekommen haben mit denen wir uns mehr oder weniger regelmäßig treffen. Das hat sich so ergeben, aber ich muss sagen: Mir ist das eigentlich zu viel. Ich rede auch nicht so gerne auf dem Spielplatz mit anderen und finde die ständigen x Treffen, die man hat, auch eher anstrengend. Geht es dir da nicht so? Vieles mache ich den Kindern zuliebe mit, aber könnte ich es mir aussuchen, würde ich weniger Treffen als angenehm empfinden.
Wieso magst du denn was ändern? Leidest du selbst darunter oder leidest du darunter anders zu sein als die anderen? Ich habe gebraucht, um letzteres für mich annehmen zu können und mittlerweile finde ich es nicht mehr schlimm. Mein Tipp wäre trotzdem: Geh auf andere zu. Sieh es als Lernfeld. Entweder es klappt und du hast ein nettes Gespräch oder du bist um eine Erfahrung reicher. Small-talk kann man lernen und wenn du wirklich was ändern willst, musst du wohl selbst aktiv werden.

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Genau, letzteres ist es.

Ich leide darunter "anders zu sein" bzw. ein anderes Leben dadurch zu haben als andere Mütter und zudem haben meine Kinder dadurch ja auch ein anderes Leben. Ich sag mal: Der Lockdown war quasi keine große Herausforderung für uns. Ist das nicht traurig?
Und auch würde ich gerne wissen, ob es vielleicht auch schön wäre eine andere Mamabekanntschaft zu haben.

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