Ordnung/Besuche/Zwangserkrankung nach der Schwangerschaft (Vorsicht lang)

Hallo ihr Lieben,

ich bin schon immer ein sehr ordentlicher Mensch, habe aber zudem eine Zwangskrankheit die ich aber durch eine abgeschlossene Therapie schon gut im Griff habe. Fliesen in Bad und Küche wische ich je nach "Verschmutzungsgrad", da wir Parkett haben und unsere Schuhe ausziehen wenn wir heimkommen das nur alle 6-8 Wochen, der Staubsauger Roboter läuft mehrmals die Woche. Basld und Gäste-WC werden mehrmals pro Woche gereinigt. Alles in allem würde ich sagen das ich mittlerweile "normal" bin. Dennoch gibt es noch einige Themen die für mich schwer "auszuhalten" sind. Was z. B. für mich sehr schwer IST, sind Besuche die nicht von meiner Krankheit wissen, das ist dann einfach ein innerer Druck. Nun erwarten wir unser erstes Kind und die Geburt rückt immer näher. War ich bisher eher stolz wie gut ich es mittlerweile im Griff habe, plagen mich seit ca. einer Woche vor allem Ängste. Ist es okay das man bei uns die Schuhe ausziehen muss? Wenn Mütter mit anderen Kindern kommen, werden diese eher aufpassen? Wie werde ich das alles schaffen?

Wir hatten mal eine Bekannte die an unserem Umzugstag mit ihren zwei Kindern spontan aufgetaucht ist, diese haben dann Schokomuffins gegessen und danach die ganz neue Wand bearbeitet, wir durften dann erstmal nochmal überstreichen. Natürlich weiß ich das Kinder Chaos anrichten und nicht klinisch rein sind aber es gibt ja auch Mütter die sagen "So ist es halt mit Kindern" 🙈 Das wäre sehr schwer auszuhalten für mich. Gestern hatte ich es mit einer entfernten Bekannten darüber (die nichts von meiner Zwangskrankheit weiß) und sie meinte zu Ordnung mit Kindern nur "Hahahahaha vergiss es".

Ich habe etwas Angst das meine Zwänge erstmal wieder verstärkt werden, meine leise Hoffnung ist natürlich aber das mein Fokus verschoben wird und es mir gar nicht mehr so wichtig ist.

Habt ihr etwas zur Aufmunterung zu sagen?

1

Ich bin ja eher der Typ Flodder, aber wenn meine Kinder ne Wand mit Schokolade verschmieren würden, würde ich mich in Grund und Boden schämen und das selbstverständlich wieder beseitigen...

Ich würde sagen, dir fehlt ein bisschen das Gefühl für das „normale“, sprich zu wissen, wann man ein Auge zu drückt und wann man was sagt.

Kann der Vater des Kindes nicht ein wenig mit dir reflektieren?

2

Wir arbeiten da schon die ganze Zeit dran, es geht bei Zwängen auch viel um aushalten (also sich der Situation aussetzen und dann merken, dass gar nichts schlimmes passiert wenn ich es aushalte, dadurch verliert der innere Druck seine Macht). Das ist schon viel besser geworden, aber bei meinen engen Freunden die fast alle davon wissen kann ich das natürlich auch gut üben. Jetzt werde ich ja aber hoffentlich auch einige andere Mütter kennenlernen bei denen ja mit sowas nicht gleich hausieren geht und ich habe Angst wie ich das hinbekomme. Genau diesen Grad zwischen "Das ist normal" und "Da dürfte ich jetzt aber auch mal was sagen" 🙈 Wenn du selbst der Typ Flodder bist würdest du dich dann unwohl fühlen wenn zum Beispiel du bei mir die Schuhe ausziehen müsstest? Wie machst du das mit deinen Kindern wenn du zu Besuch bist? Ich glaube ich habe auch viel Respekt weil ich keine Ahnung habe wie so ein Besuch überhaupt abläuft 😅

3

Also ich kenne eigentlich niemanden, wo man die Schuhe nicht auszieht?!
Die einen haben ein schönes Schuhregel, bei uns fliegen sie durch den Flur :D

weitere Kommentare laden
4

Hallo
Im Winter und wenn es nass ist, ist es für mich selbstverständlich das ich die Schuhe ausziehe.
Im Sommer sehe ich es lockerer.
Es gibt doch so Gästepantoffeln, die solltest du vielleicht anbieten.
Wenn man mich gebeten hat die Schuhe auszuziehen hatte ich nie ein Problem damit.

Lass es bei dir zur Normalität werden dann ist es bei die so.
Es wäre ja auch ärgerlich wenn jemand sich einen kleinen Stein eingetreten hat und Kratzer auf dem neuen Fußboden sind

14

Vielen Dank für deine Antwort , ja wir haben Gästehausschuhe wenn das jemand möchte 😊 Eure Antworten hier machen wir wirklich Mut!

6

Naja das ist schwer zu beantworten. Du hast eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

1. klar und offen kommunizieren, nur so kann auch Verständnis aufgebracht werden.
2. schlucken und hinnehmen, wenn etwas nicht nach deinen Vorstellungen läuft.

Welche Variante für dich passt, kannst nur du entscheiden.

Unabhängig davon wäre es für JEDEN inakzeptabel, wenn Kinder - egal ob eigene oder fremde - eine Wand mit Schokolade vollschmieren! Da wäre ich als fremde Mutter auch im Boden versunken und hätte sogar selbst den Pinsel in die Hand genommen!

Schuhe ausziehen, Hände waschen, essen nicht durch die Gegend schmeißen sind jetzt keine abnormalen Anforderungen, sondern eigentlich eine Selbstverständlichkeit! Ich lese aus deinem Text jetzt keine Punkte, die bei mir als „normal Gesunde“ nicht auch gelten würden. Von daher kannst du meiner Meinung nach ganz entspannt sein.

15

Vielen Dank für deine Antwort, ich muss sagen die Antworten hier machen mir wirklich Mut das ich das gut schaffen kann mit etwas Übung. Die Bekannte damals meinte nur wie ich mir das vorstelle wenn ich mal eigene Kinder hätte, ob ich mich dann auch so anstellen würde - das hat mich verunsichert.

92

Bei uns war mal ein Besucherkind (keine 2 Jahre alt), dass mit Gartenfingern voll Erde die Wand beschmiert hat. Beum Schuhe ausziehen an der Wand abgestützt bevor die Mutter sowieso ins Bad wollte zum Waschen mit dem Zwerg.

Unsere Madame hat schon mit einem Plastikspielzeug die Wand beschmiert. Gleiches Alter.


Bei beiden Situation war das Ergebnis das selbe. Wand dreckig. Besucherkind wurde von Mutter gerügt, wir haben aber sicher viel mehr mit Madame geschimpft. Einfach, weil das eine passiert ist leider und Madame mit Absicht die Wand verunstaltet hat.

Wenn es also dieser Mutter unangenehm gewesen wäre, sie zumindest den Versuch machen wollte,den Schlamassel zu beseitigen, wärst du deshalb sicher nicht so verkrampft deshalb. Aber das ist nicht deine Schuld, sondern das Verhalten der anderen Frau.


Dein eigenes Kind kannst du bis zu einem gewissen Grad zur Sauberkeit erziehen (Wände tabu). Natürlich werden immer wieder Unfälle und so passieren, doch Kinder merken schnell was erlaubt ist zu Hause und was nicht.
Wixhtig ist nur, dem Zwerg deine Ängste nicht überzustülpen. Da kann dir dein Mann sicher behilflich sein, so wie dir auch schon.


Du schaffst das garantiert! Immerhin hast du den Großteil des schwierigen Weges schon in Angriff genommen und bewältigt.


vlg

7

Ich hatte früher einen Waschzwang. Bestimmte Dinge kann ich immer noch nicht anfassen und ekel mich, wenn mein Mann sie anfasst (Handlauf an der Rolltreppe z.B. 🤮😱).

Vor den Kindern war ich schon relativ entspannt, mit den Kindern sind noch mal Dinge möglich geworden, die ich früher komplett ausgeschlossen hätte.

Schuhe ausziehen ist in Haushalten mit Kleinkindern absolut Standard. Da guckt Dich keiner doof für an. Ansonsten kannst Du Dir als Faustregel merken "wenn ich es abwischen kann, dann lass das Kind mal machen, wenn ich es wegschmeißen/ renovieren muss, Stopp!"

10

Oh danke, dein Beitrag hilft mir sehr und das du sagst es sind jetzt Dinge möglich die früher für dich noch undenkbar waren! Ja bei vielem komme ich schon gut damit zurecht wenn ich weiß ich kann es gut umgehen (Mit Straßenjeans auf die Couch machen wir zum Beispiel nicht, aber wenn Gäste auf die Couch wollen geht das schon und dann wische ich drüber), die Regel ist sehr gut die werde ich mir merken ❤️ Danke!

27

Ja, die Aufteilung in Draußen- und Drinnenkleidung habe ich auch lange durchgezogen. Ich bin früher auch nie ungeduscht ins Bett gegangen, weil ich den Schmutz des Tages nicht im Bett haben wollte. Als ich mit meinem Mann zusammen gezogen bin habe ich überlegt, wie ich ihn dazu kriege, auch nur geduscht und Bett zu gehen.

Mittlerweile spielen unsere Kinder auf unserem Bett (ohne Tagesdecke), in den Klamotten, in denen sie im Garten, auf dem Spielplatz oder in der Kita waren. Nur Spielbesuch möchte ich nicht in meinem Bett. Ansonsten bin ich da mittlerweile komplett schmerzfrei.

Neulich habe ich mich mit einer Kollegin unterhalten, die ein Kind im vergleichbaren Alter hat. Sie zieht das Kind immer um, wenn es von der Kita kommt, weil sie die dort getragenen Klamotten eklig findet. Da habe ich bei mir gedacht, dass das doch ganz schön übertrieben ist. Und mich gefreut, wie weit ich gekommen bin.

weitere Kommentare laden
8

Hi :-)

Das ganze ist weniger kompliziert, als es aussieht: Dein Haus deine Regeln. Ich bin auch Team-Flodder, dennoch wurde ich so erzogen meine Schuhe in fremden Haushalten auszuziehen oder zu fragen. Selbst wenn gesagt wird "Komm eben schnell rein!", wird gefragt, ob die Schuhe an oder aus sein müssen. Ich betrete ja durchaus Lebensräume, in denen meine Gastgeber unter Umständen barfuß laufen oder ein Baby herumkrabbelt. :-)
Ich halte es in meiner Wohnung so, dass ich putze bevor Besuch kommt, aber hinterher auch nochmal Staubsauge. In der Familie meines Mannes ziehen sich nicht alle die Schuhe aus, auch weil sie gerne von draußen wieder reingehen. Das verursacht eben Dreck. Ich hätte aber keine Skrupel sie anzuweisen ihre Schuhe auszuziehen, es ist für mich nur angenehmer hinterher eben durchzusaugen. Dieses Großzügigsein fühlt sich auch gut an - und es kostet mich hinterher nur 10 Minuten.

Die Schokomuffins an der Wand hätten mich sprachlos gemacht! Das geht gar nicht und da empfinde ich deine Freundin auch als nicht gut erzogen.

Mit Kind wird es unordentlicher, ja, aber nicht zwingend dreckiger. Das einzige, was sich bei uns in den letzten 9 Monaten bisher geändert hat, ist, dass ich zwischendurch den Esstisch abwische und den Bereich drunter wischen muss. Das verursacht natürlich mehr Wäsche, es klingt für mich aber nicht so, als wäre das ein großes Problem für dich. Hände und Mund werden auch schnell nach dem Essen abgewischt/gewaschen. Die verursachen also auch keine Klebespuren.
Das Wohnzimmer liegt voll mit Spielzeug, aber das wird abends eben schnell in einen Korb geworfen, sodass gesaugt werden kann. Das Spielzeug ist ja nicht dreckig. Auch das dauert 20 Sekunden und das Kinderwohnzimmer ist wieder erwachsenentauglich.
Wichtig ist mir nur, dass bestimmte Sachen gleich gemacht werden: Tisch abwaschen, Kind abwaschen, Windeln wegwerfen, Geschirr/Flaschen reinigen, da sich der Dreck ansonsten aufsummiert.

Unsere Wohnung ist, seitdem das Baby da ist, im übrigen sauber als vorher, da keiner von uns möchte, dass das Baby dreckig wird oder Staubflusen beim Krabbeln aufsammelt. Und putzen geht mit Baby wunderbar: Ab in die Trage und schon kann Staub gewischt werden. Das mochte meins sehr, sehr gerne! :-)

17

Vielen Dank, ich kann gar nicht sagen wie sehr mich solche Antworten erleichtern. Genau, ich laufe sehr oft barfuß zuhause und mag es dann einfach nicht danach dreckige Füße zu haben 🙈 Möchte auch das unsere Kleine viel krabbeln kann und dabei keine Steinchen oder so aufessen könnte 😅 Und herumliegendes Spielzeug oder so ist glaube ich auch nicht schlimm für mich, das kann man ja alles wegräumen.

Die Freundin meinte damals nur ob ich mich da auch mal so anstelle wenn ich eigene Kinder hätte, und ja ehrlich gesagt würde ich es auch nicht toll finde wenn unsere Maus die Wand komplett vollschmiert. Aber so wie ich das hier lese ist das gar nicht unnormal das ich das nicht toll fand, und so wie ihr es zum Beispiel mit dem Saubermachen handhabt klingt für mich sehr gut. Danke nochmal ❤️

24

Ich bin mir sehr sicher, dass es läuft! Wenn ich z.B. mit anderen Eltern unterwegs bin, wird immer gefragt, bevor man etwas anfasst (Baby, Kinderwagen, Babyzubehör, in die Jacke helfen,..). Wir sind alle (hoffe ich ;-)) nicht sonderlich gestört, aber es gehört einfach zum guten Ton. Wäre ich da mit einer Person nicht auf einer Wellenlänge, würde der Kontakt einschlafen.

Ach, weil ich oben geschrieben habe, ich wäre Team-Flodder, kann ich dir von meinen Macken berichten, die vielleicht auch nicht normal sind:
Baby-Sachen werden nur mit Baby-Schwamm und Babytüchern (Spucktücher) abgewaschen und abgetrocknet. Die normalen Schwämme und Tücher sind mir zu versifft (die Baby-Schwämme werden danach aber noch für unseren Abwasch genutzt).
Feuchttücher machen alles grob sauber und danach werden die Hände trotzdem mit Wasser und Seife gewaschen (übrigens auch wenn ich die Wohnung betrete, habe dazu auch meinen Mann angewiesen...).
Baby-Geschirr/Besteck ist nur fürs Baby.
Baby-Kleider liegen nicht auf dem Boden! Bei meinen ist es mir egal, aber nur weil ich es toleriere, muss das Baby nicht so hausen..
Die 7 kg Waschmaschine läuft bei uns mindestens alle 2 Tage. Vorher haben wir einmal wöchentlich gewaschen.
Ein waschbares Sofa ist goldwert! Inkontinenzunterlagen sind super, um den Boden vor Pipi beim Windel wechseln zu schützen. Desinfektionsmittel hat zur Zeit ohnehin jeder dabei.
Dir wird auch auffallen, dass andere Mütter noch pingeliger sind. Ich habe bspw. Schnuller nie desinfiziert, für andere ist das einmal täglich Standard.

Der Anspruch an Hygiene geht, mit oder ohne Baby, zwischen verschiedenen Haushalten weit auseinander. Das ist aber normal. Und selbst wenn du alles sagrotanisierst, so ist das letztendlich deine Sache. Bei meinen Bekannten würde das einfach hingenommen werden. Gerade in der aktuellen Situation sind ziemlich viele Spleens toleriert. Ich weiß nicht inwiefern das zur Therapie einer Zwangsstörung zuträglich ist, aber es könnte dir zumindest den Druck nehmen.

weiteren Kommentar laden
9

Ich finde es komplett seltsam in Haus/Wohnung die Schuhe anzulassen, wenn es jemand nicht von selbst macht, bitte ich darum dass sie ausgezogen werden. Wir haben Fußbodenheizung, wem es trotzdem zu kalt ist kann gerne Hausschuhe haben.
Und ich bin wirklich kein pingeliger Mensch. Das ist ein ganz normaler Wunsch. Finde Straßenschuhe einfach ekelhaft.

Und das beschriebene Rumschmieren ist auch nicht normal. Das beim Spaghettiessen mal Tomatensauce gegen die Wand spritzt - kein Ding, passiert ja nicht nur Kindern 😬. Aber wer seine Kinder komplette Wände vollschmieren lässt - das auch noch bei Besuch im Umzug, sodass gestrichen werden muss - sorry aber der spinnt doch komplett.

Wenn dich das Thema verunsichert wegen deiner Störung, dann sprich am besten mit jemandem drüber ob du es zu eng siehst - wohnst du mit deinem Partner zusammen? Der dürfte das doch gut abschätzen können. Bleib da einfach im Gespräch, dann musst du es nicht mit dir alleine aus machen.

Lass dich nicht verunsichern, ein Baby macht nicht Chaos von 0 auf 100 und Besuch sollte gerade frischgebackenen Eltern nicht mehr Arbeit ins Haus tragen. Und nur weil man Besuch von Kindern bekommt muss man nicht mit einer kompletten Verwüstung rechnen. Da sind dann aber deren Eltern gefragt.

Glückwunsch zur Schwangerschaft, alles Gute 🍀

19

Das ist eine gute Idee, mich immer mal wieder rückzuversichern. Mein Mann zum Beispiel ist auch eher der ordentliche Typ, ich kann ihn ja bitten mir mein Verhalten zu spiegeln in Zukunft wenn dann mal andere Mamas da sind. Genau, also mir ist auch schon Essen runter gefallen oder so, aber das ist dann immer ein Versehen und kein Weltuntergang. Das Verhalten der Bekannten mit der Wand und der Kommentar gestern das es unmöglich ist mit Kindern Ordnung zu halten hat mich aber irgendwie sehr verunsichert. Wenn ich eure lieben Kommentare hier lese denke ich aber das ich das hoffentlich ganz gut hinbekomme mit etwas Übung!

40

"Wir haben Fußbodenheizung, wem es trotzdem zu kalt ist kann gerne Hausschuhe haben.
Und ich bin wirklich kein pingeliger Mensch. Das ist ein ganz normaler Wunsch. Finde Straßenschuhe einfach ekelhaft. "


Joah, und ich finde es als Gast ekelhaft, wenn ich bei Bekannten/Fremden bin, die mir dann irgendwelche siffigen Hausschuhe anbieten, die schon x-Leute vorher anhatten.

weitere Kommentare laden
12

Hey!

Mach dir keine Gedanken!
Nur, weil du ein Kind hast, bedeutet es nicht, dass sich deine Wohnung in ein Chaos verwandelt.
Uns ist Ordnung allgemein wichtig: ich räume abends immer etwas auf. Geputzt wird jedes 2. Wochenende komplett.
Je nach Schmutzgrad.
Lass dich von anderen nicht verrückt machen- vielleicht sind das Menschen, denen Ordnung nicht so wichtig ist. Die stellen sich dann hin und behaupten, dass man Ordnung mit Kindern generell vergessen könnte statt zu sagen, dass es ihnen nicht wichtig ist.
Schuhe werden bei uns auch ausgezogen und hätte mein Kind Schokolade an eine frisch gestrichene Wand oder sonstwo hingeschmiert, hätte ich das persönlich in Ordnung gebracht. Wie peinlich!

Allerdings habe ich bei meinem Mann, der auch eine Therapie erfolgreich abgeschlossen hatte, erlebt, dass nach der Geburt unseres Kindes ein kleiner Rückfall kam. Sein Therapeut meinte, dass das nicht ungewöhnlich sei. Neue Situation, auf die man im der Therapie vnicht vorbereitet wurde, Stress, Schlafentzug.. Wenn ich dran denke, wie oft unser Sohn vom Wickeltisch auf den Boden gepieselt hat oder, noch schlimmer, sein großes Geschäft 🙈das flog 2m30 weit. Gerade bei Sauberkeit stelle ich mir das als Thema vor.

Du machst bestimmt alles gut :) ansonsten kannst du dich wieder bei deinem Therapeuten melden- aber bei diesem Beispielen sehe ich den "Fehler" erstmal in deinem Umfeld.

Liebe Grüße!
Schoko

20

Vielen Dank für deinen lieben Kommentar ❤️ Ja mein Therapeut hat auch gesagt ich kann mich jederzeit melden wenn ich merke es verschlimmert sich wieder.

Das kann sein, bei dieser Bekannten ist es auch zuhause so das die Wände komplett bemalt sind und sie da jetzt wenig Wert darauf legen das es ordentlich ist, es macht mir Mut das es hier scheinbar genug Mütter gibt die das auch nicht toll gefunden hätten und meine Reaktion gar nicht so "abnormal" war wie dahingestellt.

Ja mit Windelunfällen bin ich auch mal gespannt, ich hoffe man wächst mit seinen Aufgaben 😅🙈

68

Die Unordnung betrifft meist nur die Küche und das Wohnzimmer. Da kann man mal eben, wenn das Kind schläft, kurz etwas aufräumen. Ist halt eine frage der Priorität- ich kann auch online sein. Oder eben aufräumen. Jeden Tag 15 Minuten reichen.

Ich dachte früher auch, wenn das Kind mal auf den Boden pieselt, dann übergebe ich mich daneben. Man wächst allerdings mit seinen Aufgaben.

weiteren Kommentar laden
13

Hey,

erstmal sind Unordnung und Dreck zwei völlig unterschiedliche Dinge. Bei uns ist es bestimmt nicht immer ordentlich, aber immer so sauber das ich unangekündigt Besuch reinlassen kann. Das hat sich mit Kind auch nicht geändert. Entstandene "Sauereien" z.B. nach dem Essen wurden sofort weggemacht und gut.

Was das Schuhe ausziehen angeht, bin ich da nicht so pingelig. Eher noch als unser Sohn klein war. Gerade die Generation meiner Eltern (knapp 70) oder älter tut sich damit irgendwie schwer, auch wenn Ersatz Hausschuhe angeboten werden. Wenn es draußen trocken ist, darf jeder die Schuhe anlassen.
Wir und auch unsere Freunde ziehen inzwischen schon aus Prinzip die Schuhe aus, das hat sich in den letzten Jahren so ergeben. Kinder ziehen die Schuhe immer aus, das ist das Erste was wegfliegt ;-) Ich denke das gerade Eltern die du dann kennenlernst ähnlich ticken.

LG
Tanja

71

Vielen Dank für deine Antwort, ja das hoffe ich auch. Und dann entspanne ich bestimmt auch immer mehr wenn ich merke es klappt ganz gut! Die Antworten hier haben mich schon sehr ermutigt, dass ich das hoffentlich ganz gut hinbekomme ❤️

16

Ich hab seit meiner Kindheit mit Depressionen zu tun. Meistens bin ich "Normal", aber phasenweise bin ich für mein Gegenüber schwer zu verstehen, weil ich dann anders fühle als die anderen. Ich gehe mittlerweile relativ offen mit dem Thema um und versuche mich meinem Gegenüber verständlich zu machen, was zeitweise sehr schwierig ist, denn in depressiven Phasen ist man auch sehr unempathisch. Gesunde Menschen können psychisch kranke Menschen nicht verstehen und weil das Thema lange totgeschwiegen wurde, wird es auch nicht besser.

Meine Erfahrung ist wirklich, dass meine Mitmenschen besser mit mir umgehen können, wenn ich mich ihnen erkläre, wenn ich ihnen verständlich machen, dass mir diese Woche manche Sachen unnormal schwer von der Hand gehen oder ich mich gerade etwas zurückziehe.

Mein Tipp deshalb an dich: Sei einfach ehrlich. Du musst es ja nicht jedem auf die Nase binden, aber es ist okay seine eigenen Grenzen zu formulieren und wenn man seinem Gegenüber auch noch erklären kann warum man so ist, dann haben in meinem Umfeld eigentlich alle mit Verständnis reagiert.

Und noch etwas. Mach dir keine Sorgen über hypothetische Probleme von morgen. In den nächsten Monaten wird vieles anders werden. Das macht Angst, aber Sorgen helfen da nicht, sondern man muss es einfach auf sich zu kommen lassen.

P.S. Mit Schokomuffins beschmierte Wände sind nicht die Normalität. Meine Kinder würden das nicht machen und die Kinder unserer Freunde würden das auch nicht machen.

65

Vielen Dank für deine Antwort, ja da hast du Recht, wahrscheinlich ist es besser mit einigermaßen offenen Karten zu spielen - tatsächlich hilft das auch schon den Druck zu nehmen weil man weiß man kann sich selbst offen zeigen. Danke für deinen Tipp und alles Gute ❤️

Top Diskussionen anzeigen