Schlechtes Verhältnis zum eigenen Vater !

Hallo liebe Community,
tut mir leid das ich bei diesem Beitrag von mir lieber anonym bleiben will.

Es geht um ein Thema das mir schon seit vielen Jahren auf dem Herzen liegt, ich bin mir auch nicht sicher ob ich mir durch das aufschreiben Hilfe erhoffen kann. Dennoch bin ich interessiert an einer „fremden/loyalen“ Auffassung oder Meinung von euch.

Kurz zu mir ich bin Anfang 30 ( weiblich ) habe ein Grundschulkind und bekomme bald mein zweites Kind, bin glücklich verheiratet und auch sonst ist mein Leben absolut glücklich. Bis auf eine Sache die mich extrem belastet ( nun komme ich endlich zum Punkt !! ).

Ich habe ein extrem schlechtes Verhältnis und tiefste Verachtung mit und von meinem eigenen Vater. Dafür gibt es einige Gründe. Allerdings gibt es die Gründe und diese Einstellung erst seit dem ich erwachsen bin und eigene Kinder habe, in meiner Kindheit kann ich von keinem schlechten Verhältnis sprechen. Allerdings auch von keinem extrem guten Vater/ Tochter Verhältnis, da er viel gearbeitet hat und ich größtenteils bei Problem zu meiner Mutter gegangen bin ( zu der ich bis heute ein gutes Verhältnis habe ! ).
So wo fang ich an.

Am schlimmsten ist seine Alkoholsucht die ich seit 10 Jahren verfolgen „muss“. Mittlerweile ist er dadurch arbeitslos geworden und trinkt noch mehr. Er versteckt die Flaschen im Keller oder in der Garage ( massenhaft ). Wenn wir frühs mal zu Besuch kommen, steht frühs ein Glas Wein auf dem Stubentisch. Leider habe ich in die ganze Alkoholsucht so einen guten Einblick da wir vor ein paar Jahren Übergangsweise bei meinen Eltern im Haus gewohnt haben bevor wir unser Haus gebaut haben.
Und ja, ich habe meinen Vater persönlich damit konfrontiert aber wie erwarten kommt darauf entweder Ignoranz oder Beleidigungen mir gegenüber.
Und ja, auch meiner Mutter habe ich die Tatsachen offenbart und sie bekommt es ja jeden Tag mit. Man riecht es ja auch !! Aber auch hier keine Reaktion sondern eher Ignoranz und bloß kein Ansprechen darauf. Ich verstehe die Hilflosigkeit, und ja auch die von meinem Vater. Aber ich kann damit leider bald nicht mehr umgehen. Ich schäme mich für meinen Vater abgrundtief ( bei jeder Feier, auch bei Bekannten und Freunden! ). Denn man sieht es ihm an. Und leider istder ganze Charakter dazu und die ganze Toleranzgrenze die Alkoholsucht mit sich bringt nicht besser. Er ist absolut unsozial, schreit rum, ist nicht körperlich oder psychisch belastbar, er ist in nichts eine Hilfe oder ein „Freund“ oder gar Vater oder Großvater. Mein Vater spricht mit mir kein Wort oder fragt wie es uns geht, nicht mal wenn meine Eltern zu Besuch sind.
Ich verachte ihn für sein Verhalten, bin aber trotzdem machtlos.
Er hat mir sogar „mein“ Geld vorenthalten, es gibt da so eine Versicherung die die Eltern für einen abschließen können als Kind und wenn man heiratet bekommt man die dann ausgezahlt. Hätte ich davon nichts gewusst wäre ja gut gewesen leider wurde mir immer wieder gesagt wieviel Geld das ist und wann ich es bekomme. Versteht mich nicht falsch ich bin nicht auf das Geld angewiesen aber wenn man seit seiner Kindheit damit konfrontiert wird das man 6000€ bekommt wartet man ja doch irgendwie darauf. Jedenfalls meiner als es soweit war das es „nur“ 2000€ sind und er sich verrechnet hätte. Leider waren es tatsächlich 6000€. Die anderen 4000€ hat er verschwiegen behalten. Hätte er wenigstens zu geben können. Jedenfalls habe ich ihm auch „meine“ 2000€ zurückgeben weil ich einfach gekränkt war und nichts haben wollte. Das bereue ich allerdings nicht. Aber so ein Mensch ist mein Vater. Absolut verlogen und egoistisch.

Als Kind weiß man leider manchmal viel zu viel was die eigene Mutter nicht mitbekommt oder mitbekommen WILL !
Ich weiß das er ihr ganzes Geld vertrinkt verraucht und in anderen Mileus ausgibt ( diverse Seiten und Dienste ) aber darauf will ich nicht eingehen !
Es geht nicht um ihr monatliches Gehalt sondern um das vererbte Geld von meinen Großeltern, was sie vor 5 Jahren bekommen hat.

Ihr müsst es euch so vorstellen das meine Mutter leider nie einen Einblick in ihre gemeinsamen Finanzen wollte ! oder gehabt hat. Ja leider weiß meine Mutter nicht mal wie ein Kontoauszug vom gemeinsamen Konto aussieht geschweige denn was sie für monatliche Ausgaben haben. Das ist extrem naiv und ich hab sie so oft drauf angesprochen im Guten und im „ Schlechten“ ! Ich weiß nicht wie ich meine Mutter die Augen öffnen soll ?! Oder soll ich es nicht ?! Ich meine ich müsste immer wieder meinen Vater vor meiner Mutter bloß stellen oder „schlecht“ machen. Wie macht man das nur bei einer Mutter die sich ihre Traumwelt geschaffen hat. Ich kann den Selbstschutz ja verstehen aber die Folgen die daraus resultieren sind mir zu heftig.
Und ich habe es so oft versucht ihr klar zu machen, es ist kein durchdringen möglich ! Sie würde immer wieder zu meinem Vater halten, ich weiß auch das ist psychologisch zu erklären.

Leider bin ich selbst vom Fach und habe 2 Jahre in der Psychiatrie gearbeitet und viel mit Suchtkranken zutun gehabt. Leider ist es wenn es einen persönlichen betrifft eine ganz andere Sache. Vorallem wenn man sich so gut auskennt.

Habe ihr einen Rat für mich ?
Den Kontakt abbrechen um davon nichts mehr mitzubekommen, kommt nicht in Frage das ist klar. Aber Distanz würde mir vielleicht etwas helfen.

Tut mir leid für den langen Text.

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Hey!

Es tut mir leid, dass du sowas erleben musst.
Leider ist das ein normaler Lebenswandel für einen Alkoholiker. Er trinkt immer mehr, der Charakter verändert sich (nicht zum Guten) und das Umfeld wird damit belastet. Deine Mutter scheint co-abhängig zu sein und die Augen zu verschließen. Auch wenn unsere Alarmglocken angehen.

Es ist hart für Außenstehende, zu akzeptieren, dass deine Eltern so leben, wie wir es verhindern (für uns) wollen. Deine Mutter entscheidet sich bewusst dafür, die Eskalationen deines Vaters hinzunehmen. Deswegen schaut sie bei den Finanzen und der Sucht weg. Ich meine, wenn du es als Außenstehende schon bemerkst, wird es deine Mutter erst recht wissen können.

Dass du deinen Vater verachtest, kann ich nachvollziehen. Aber ich fürchte, du musst es hinnehmen. Ziehe für dich eine Grenze, dass das nicht mehr an dich rankommt, biete deiner Mutter ein letztes Mal Hilfe an und lass sie danach in Ruhe.
Akzeptiere, dass sie anders leben möchte wie du. Und achte darauf, dass du nicht selbst in eine Co-Abhängigkeit ggü deinen Eltern gerätst.


Liebe Grüße
Schoko

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Hallo,

vielen Dank für deinen Beitrag.
Du hast recht ich muss für mich eine Grenze ziehen. Muss nur noch überlegen wie ich es am besten anstelle.
Möchte eben auch meine Kinder davor schützen oder sollte man lieber ehrlich damit umgehen ?

Glg

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Aus eigener Erfahrung: die Kinder bekommen eh mit, dass etwas nicht stimmt. Meist suchen Kinder die Schuld bei sich- daher würde ich ihnen sagen, dass der Opa zu viel Alkohol trinkt und ihr deswegen nicht mehr so viel miteinander zu tun habt. Wenn ihr ihnen sagt: "Opa ist krank." schürt ihr den Boden für Co-Abhängigkeit, denn kranken Menschen soll man ja helfen. Daher würde ich bewusst sagen, dass er trinkt. Mehr ins Detail würde ich nur auf Nachfrage gehen. Aber die Kinder suchen nach Antworten und brauchen dafür Vokabeln.
Ich würde mir von dieser Offenheit auch erhoffen, dass sie, falls sie mal in einer solchen Situation stecken, damit auch offen umgehen können und den Kopf nicht in den Sand stecken.

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Mein Rat wäre: wende dich an eine Beratung für Angehörige von Suchterkrankten.

Als Privatperson. Zum Austausch.
Auch oder gerade weil du in dem Bereich gearbeitet hast (Zufall?) , kann es umso wichtiger sein, privat darüber zu reden.

Sachlich, praktisch, Mechanismen anderer zu erkennen ist das eine.
Betriebsblind werden und/oder eigene Gefühle damit zu übergehen, auch.

Im Beruf musst du dich abgrenzen, um arbeiten zu können.
Privat tut es verdammt weh eigene Gefühle zu zu lassen.
Das alleine machen zu wollen ist schwierig, da du sachlich die berufliche Erfahrung hast (Erwachsene), zu Hause aber irgendwie das kleine Kind / Jugendliche / Tochter bist. Gefühlt die Alterstufe, wo es angefangen hat - oder dir klar wird, falls es früher anfing, als dir bewusst geworden ist.

Gerade weil du vom Fach bist, finde ich es umso wichtiger, privat die Fühlende zu sein, deine Gefühle zu zulassen und nicht die Abwehrreaktionen zu zeigen, wie es beruflich zum überleben notwendig ist.

Stellen könntest du ja kennen oder bei der Sozialberatung erfragen.
Allerdings würde ich abwägen. Wenn die bei euch hervorragend super sind, würde ich evtl. dort hingehen. Wenn sie "nur" gut sind, würde ich eine in die andere geographische Richtung wählen. Um Beruf und privat noch mal aktiv zu trennen.

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Diese Hilfe würde ich mir aus zwei Gründen suchen.

1. für dich selbst, um für dich einen Weg damit zu finden. Im Leben. Nicht für den Vater.
2. damit du auch mit der Co-Abhängigkeit deiner Mutter umgehen kannst.

Momentan bist du wütend auf den Vater, zurecht.
Dass Co-Abhängigkeit auch viel kaputt machen kann, wird oft übersehen.
Auch, um das Risiko zu reduzieren co-abhängig von der Co-Abhängigen zu werden.
Auch, um jemanden an deiner Seite zu haben, damit du mit deiner Mutter das gute Verhältnis aufrecht stabil halten kannst, damit es nicht unter der Sucht des Mannes kaputt geht.

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Hallo,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Das mit der Beratungsstelle werde ich aufjeden Fall in Angriff nehmen, das ist eine sehr gute Idee. Danke !

Meinst du es wäre hilfreich, wenn ich meine Mutter einen Brief schreibe, in der ich ihr meine Gefühle offenbare und klar dich Wichtigkeit eine Suchtberatung darstelle ?
Wie gesagt ich habe da schon so oft probiert mit einem persönlichen Gespräch. Aber ich dringe durch die rosarote Brille nicht durch !

Glg

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Hallo,

Zunächst einmal tut es mir leid, was du mit deinem Vater durchmachen und erleben musstest. Ich hoffe du findest deinen Weg, damit umzugehen und Frieden zu finden. Vielleicht helfen dir meine Erfahrungen, denn ich habe ähnliches durchlebt.

Ich bin mit einer suchtkranken Mutter aufgewachsen. Es begann, als ich ca. 12 Jahre alt war. Was ich unter ihr erleiden musste, macht mir heute mit über 30 Jahren noch zu schaffen. Jahrelange Manipulationen, Ausspielen der Familienmitglieder gegeneinander, Verstecken und Scham vor anderen. Als Jugendliche musste ich ständig den Schnaps für sie kaufen, und das in einem kleinen Dorf unter den teils mitleidigen und teils abschätzigen Blicken der Kassiererinnen im Supermarkt.
Nach dem Schulabschluss mit 18 Jahren bin ich regelrecht geflohen, habe ein Studium begonnen. Trotzdem kam ich nie ganz aus der Abhängigkeit hinaus. Ständig wurde mir ein schlechtes Gewissen eingeredet, weil ich sie verlassen habe etc. Ich musste mein gesamtes Studium über nebenbei arbeiten, da ich kein volles BAföG erhielt aber meine Eltern bzw. meine Mutter sich weigerten, mir die Differenz auszuzahlen, die mir zustand. Das Sparkonto mit dem Geld von Großeltern und Familie? Verschwunden, genauso wie das mein gesamtes Erspartes. Jetzt habe ich sehr weit ausgeholt und viel von meiner Geschichte erzählt, aber da ich einige Parallelen zu dir sehe, ist es vielleicht hilfreich.

Als junge Erwachsene habe ich jahrelang ein Wechselbad der Gefühle durchlebt. Mein Vater und meine erwachsene Schwester lebten/leben mit im Haus und verhielten wie Co-Abhängige aus dem Lehrbuch. Jahrelang habe ich versucht zu helfen, mit ihnen zu reden, zu irgendjemandem durchzudringen. Ich durchlebte ständig eine Schleife aus Wut, Trauer, Tatendrang, Hoffnung und Resignation. Verbrachte fast meine gesamte Freizeit mit der Recherche nach Beratungsstellen, Angeboten und in Foren.
Eines Tages konnte ich nicht mehr und kam zu dem Punkt: so geht es nicht weiter. Zu dem Zeitpunkt war ich schwanger mit meinem ersten Kind. Ich fand eine Beratungsstelle für Angehörige von Suchtkranken in meinem Ort und vereinbarte einen Termin. Ich den Gesprächen konnte ich verinnerlichen, was ich eigentlich schon längst wusste: ich kann niemandem helfen, der es nicht will. Ich kann weder meiner Mutter, noch meinem Vater oder meiner Schwester helfen, solange sie es nicht wollen, es nicht einsehen. Ab diesem Punkt stand mein Selbstschutz an erster Stelle. Die Beratung hat mich an diesem Punkt wirklich Unterstützt und mir den Halt und die Sicherheit gegeben, dass ich das Richtige tue. Ich distanzierte mich und grenzte mich hart ab. Brach den Kontakt quasi ab. Machte diese Probleme nicht mehr zu meinen und begann eine Gesprächstherapie. Als das hat mir sehr geholfen. Es war eine bittere Erkenntnis, dass ich meiner Familie nicht helfen kann, dass ich ihr meine Hilfe nicht aufzwingen kann. Getröstet hat die Tatsache, dass ich zumindest mir helfen kann und so wurde es Schritt für Schritt besser.

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Hey, tut mir leid das du Ähnliches sogar noch schlimmeres erlebt hast.

Ich finde es sehr stark von dir das du den Absprung geschafft hast und du dich distanzieren konntest.

Ich muss mich erstmal in Ruhe damit beschäftigen und auch mit meinem
Mann nochmal drüber sprechen.

Ganz den Kontakt abbrechen kann ich leider nicht, das bringe ich nicht übers Herz. Aber ich werde mich distanzieren irgendwie.

Ich wünsche dir alles gute und danke.

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Danke für deine Antwort und ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass du deinen eigenen Weg findest, mit deiner familiären Situation umzugehen.
Egal wofür du dich entscheidest, ich kann dir nur empfehlen, deinen Weg durch eine professionelle Beratung unterstützen zu lassen. Reden hilft, die Last und die Sorgen zu verteilen. Auch wenn du den Kontakt nicht abbrechen möchtest, was ich absolut verstehen kann, kann es Halt geben und bei der emotionalen Abgrenzung helfen.
Und natürlich auch noch alles gute für die Schwangerschaft :)

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Hallo,

aus Erfahrung weiß ich, dass man nur sich selbst helfen kann und niemandem der das nicht will.

Die Sitzungen bei Al-Anon haben mir damals sehr geholfen.

Zum Glück habe ich den Absprung noch rechtszeitig geschafft, bevor mein Ex-Mann Auto, Job, Haus und letztendlich sein Leben versoffen hat.

Beim eigenen Vater wird das jedoch defintiv schwerer.

Dennoch würde ich den Eltern klipp und klar auf den Kopf zusagen:

"Vater Du bist Alkoholiker!
und
Mutter Du deckst das ganze auch noch
und dass Dein Mann auch Dein Geld versäuft ist Dir offenbar vollkommen egal!
Geht zu den anonymen Alkoholikern / Al-Anon / etc. und holt Euch Hilfe.
Solange Ihr nicht bereit seid, an der Situation etwas zu ändern, breche ich den Kontakt ab, da ihr mir mit Eurem Lebensmodell nicht gut tut."

Und dann wäre ich weg und erst einmal aus derem Leben entschwunden.

Es muss richtig weh tun, damit ein Alkoholiker, oder Co-Abhängiger aufwacht, sonst ändert sich nie was.

Niemand kann Dir versprechen, dass das ausreicht, damit Deine Eltern (oder wenigstens Deine Mutter) zur inneren Einsicht gelangen, aber Dir geht es besser, wenn Du das Elend nicht mehr mit anschauen musst.

Kontaktabruch klingt vielleicht hart und egoistisch, und ja Alkoholismus ist eine Krankheit, aber niemand kann von Dir verlangen, das Du Deine eigene psychische Stabilität einbüßt und Dich selbst auch noch in den Abgrund reinziehen lässt.

Du hast ein Recht aus der eigenen Co-Abhängigkeit auszubrechen und den Mist hinter Dir zu lassen.

Ich wünsche Dir viel Kraft auf Deinem Weg.

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Hey, danke für deinen Beitrag.

Ich muss mir erstmal über alles Gedanken machen, ich weiß einfach nicht ob ich mir das Recht raus nehmen darf einfach den Kontakt abzubrechen, vorallem jetzt wo das zweite Kind kommt. Ich will auch nicht als
böse da stehen.

Glg

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Hallo,
ich kann dich gut verstehen. Ich bin Mitte 30, habe einen Vorschüler und das Geschwisterchen ist unterwegs.
Mein Vater trinkt, seit ich denken kann. Ich habe mich recht früh sehr für sein Verhalten geschämt und auch Angst um ihn gehabt, da er volltrunken auch Auto fuhr. Die Verzweiflung meiner Mutter war allgegenwärtig, sie hat ständig geweint, sie haben oft gestritten, das Geld war knapp. Eine Trennung hat meine Mutter nicht hinbekommen, nicht einmal für ihre beiden Kinder. Auf jeder Familienfeier war er volltrunken, laut usw.
ich zog mit 19 zuhause aus und mit meinem heutigen Mann zusammen.
Zehn Jahre später wurde das ersehnte Enkelkind geboren. Ich ging bald wieder zwei mal wöchentlich vormittags arbeiten und der kurze war bei meiner Mutter, mein Vater war arbeiten.
Irgendwann roch auch meine Mutter verdächtig nach Alkohol, verschlief sogar, wenn ich unseren Sohn vorbeibringen wollte.
Unseren Sohn ließ ich nicht mehr alleine dort, er kam dann ohnehin in den Kindergarten.
Letzten Sommer ist es eskaliert, mein Sohn brach sich an seiner Geburtstagsfeier den Oberarm und weinte vor schmerzen. Mein Mann und ich Fuhren mit ihm in die Klinik. Wir kamen gegen 23:30 Uhr heim und man Mann ging dann zur Location (Garage meiner Eltern), um aufzuräumen und traf dort auf meinen volltrunkenen Vater. Mein Vater warf meinem Mann vor, wir machen ein weichei aus unserem Sohn, der wegen jeder Kleinigkeit weint und sich auch viel zu sehr über seine Geburtstagsfeier gefreut hat. Aus ihm werde nie etwas werden, nur ein sozialversager. Mein Mann fragte, ob mein Vater denn glaube, er selbst habe alles richtig gemacht mit seinen Kindern, was er selbstverständlich bejahte. Als mein Mann entgegnete, mein Vater könnte mich ja mal nach meiner Meinung dazu fragen, meinte der nur, wenn mein Mann Krieg wolle, könne er den haben.
Meine Mutter schaute sich das alles an und sagte keinen Mucks.
Das hat mir gereicht und ich hab nur ne kurze sms geschrieben, dass es das für mich jetzt war.
Unser Sohn kennt den Opa quasi nicht anders, weiß aber auch um den Alkoholmissbrauch und dass das so nicht in Ordnung ist.
Ich will nicht, dass er auch nur annähernd so viel mitbekommt wie ich damals und schlafe jetzt ruhiger.
Mittlerweile verstecken sie es auch nicht mehr, sondern gehen schon besoffen zum Friseur (wir leben in einem kleinen Dorf).
Für mich war der kontaktabbruch die einzige Möglichkeit und ich kann dir nur raten, die Probleme deiner Eltern nicht zu deinen werden zu lassen.
Ich wünsch dir alles gute 🍀

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Hallo, hab lieben Dank für deinen Beitrag.
Es tut mir leid das du Ähnliches erleben musstest !
Das ist wirklich schlimm !

Ihr habt die richtige Entscheidung getroffen, so eine Reaktion von deinem Vater ist mehr als das Letzte !

Ich hoffe ich schaffe auch irgendwie den emotionalen Absprung!

Alles gute für euch ! 🍀

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